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In Belgien sollen Tausende Tiere wegen Afrikanischer Schweinepest getötet werden

Ferkel stehen in einer Box in einer Schweinezuchtanlage. Foto: Jens B¸ttner/ZB/dpa

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Belgien zu verhindern, sollen im Süden des Landes Tausende Hausschweine getötet werden.

Landwirtschaftsminister Denis Ducarme beauftragte die zuständige Behörde, einen entsprechenden Erlass auszuarbeiten. Diesen müsste er dann nur noch unterschreiben. Die EU-Kommission begrüßte das Vorhaben.

Mitte des Monats war das für Menschen ungefährliche Virus erstmal bei Wildschweinen in der Provinz Luxemburg nachgewiesen worden. Die belgischen Behörden richteten daraufhin ein 63.000 Hektar großes Sperrgebiet ein. In diesem Gebiet sollen die Tiere nun getötet werden. Nach Angaben des wallonischen Landwirtschaftsministeriums betrifft diese Entscheidung rund 4.000 Tiere in 58 landwirtschaftlichen Betrieben.

Wildschweine stehen in einem Wildgatter. Mittlerweile gibt es neun bestätigte Fälle in der Wallonischen Region, alle betreffen Wildschweine. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

„Wir müssen handeln, um einen Wirtschaftsbereich zu erhalten, an dem jährlich 1,5 Milliarden Euro und fast 15.000 direkte Arbeitsplätze hängen“, sagte Ducarme laut Medienberichten. Das Fleisch der Tiere dürfte nicht mehr in den Verkauf gehen. Ducarme sicherte den betroffenen Landwirten Entschädigungen zu. Bauernverbände kritisierten die Entscheidung dennoch scharf.

Mittlerweile gibt es neun bestätigte Fälle in der Wallonischen Region, alle betreffen Wildschweine. Zuvor war das Virus bereits in östlichen EU-Staaten aufgetreten, etwa im Baltikum, in Polen, Tschechien und Ungarn.

Etliche Länder außerhalb der EU verhängten einen Importstopp gegen belgisches Schweinefleisch, darunter die wichtigen Abnehmer Südkorea und China. Innerhalb der Europäischen Union läuft der Handel weiter.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die für Wild- und Hausschweine in Europa fast immer tödlich verläuft. Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen werden, aber auch durch Speisereste mit Fleisch von infizierten Tieren. (dpa)

13 Antworten auf “In Belgien sollen Tausende Tiere wegen Afrikanischer Schweinepest getötet werden”

  1. Walter Keutgen

    Das Virus soll Menschen nicht angreifen können. Bei Hausschweinen ist die Krankheit nicht beobachtet worden. Trotzdem soll das Fleisch der geschlachteten Scheine nicht verkauft werden.

  2. DenAhlen

    Schon irgendwie paradox. Die gesunden Hausschweine werden euthanasiert und die kranken Wildschweine dürfen nicht gejagt werden. Es geht darum den Schweineexport wieder anzukurbeln, nicht darum diese Krankheit einzudämmen. Die Ausbreitung der Krankheit könnte man wirksamer bekämpfen wenn man eine radikale Jagd auf Wildschweine machen würde, aber der Jagdsektor ist damit sicher nicht einverstanden!

      • Alfons van Compernolle

        Ja, und dann gibt es da noch die gestrigen Nachrichten auf HLN. das halbzahme Wildschweise aus Osteuropa nach Belgien importiert wurden um sie dann fuer die Jagd der „Reichen“ Tage zuvor in freier Wildbahn auszusetzen. EXTRA IMPORTIERT UM SIE EIN PAAR TAGE SPAETER ZU BEJAGEN.
        Nette Freizeitgestalltung der „Reichen Mitbuerger“ !!! Hatte nur den Nachteil, dass nicht alle importierten Wildschweine auch tatsaechlich erlegt wurden. Und das Resultat…………. !

      • DenAhlen

        Ich bezweifele ja garnicht, dass auch Wildschweine gejagt werde/wurden. Aber die Jagd wurde jetzt in dieser Sperrzone VERBOTEN, um die Verbreitung zu verhindern, während man die gesunden Hausschweine, die meistens ihr ganzes Leben im Stall bleiben, euthanasiert. Ich fände es viel logischer die Wildschweine zu bejagen und die Höfe mit sanitären Maßnahmen zu schützen. Je weniger Wildscheine da sind, umso geringer die Gefahr des Ausbreitung im Wald. Natürlich darf dann auch kein/möglichst wenig Schwein aus der Sperrzone raus… Aber genau das werden die Jäger nicht dulden, denn das würde bedeuten, dass über Jahre die Wildschweinpopulation nicht gross genug wäre um einen kommerziele Jagd zu veranstalten! Eine Hypothese ist ja, dass Jäger diese Krankheit durch Wildschweinimporte aus Polen eingeschleppt haben. Also sollten die Jäger jetzt auch die Konsequenzen tragen. Ist doch seltsam, dass nirgendwo in Deutschland die Krankheit gemeldet wurde und urplötzlich mitten in Belgien, da wo die grössten Jagdgebiete der adligen Familien Belgiens liegen, die Krankheit plötzlich auftritt (die man in Polen schon seit längerer Zeit hat). Es gibt keine Zufälle, es muss einer die Krankheit eingeschleppt haben!

    • Walter Keutgen

      Die Jagd ist (oder war?) so stark reglementiert. Den Jägern wird (oder wurde?) vorgeschrieben, wie viel sie jagen müssen und es gibt (oder gab?) Strafen bei Nichteinhaltung der Vorgaben. Aber trotzdem nehmen die Wildschweine Überhand.

      • Ekel Alfred

        @ Walter Keutgen, das stimmt nicht….nur beim Reh- und Rotwild gibt es Abschusszeiten….bei Nichteinhaltung der vorgegebenen Abschusspläne sind Strafen fällig….die Bejagung des Wildschweines erfordert von den Jägern eine andere erschwerte Vorgehensweise als bei Reh-und Rotwild….

    • DenAhlen

      Theorien gibt es viele und das wäre AUCH eine Erklärung. Allerdings gibt es auch viele Indizien, die für den Import der lebenden Wildschweine sprechen. Ich glaube jedoch nicht an die Theorie der Jäger, die behaupten, das wohmöglich ein LKW-Fahren ein Brot mit Schinken aus dem Fenster geworfen hätte. Warum ist das denn nicht schon viel früher irgendwo auf dem Weg zwischen Osteuropa und Belgien passiert?

      • Alfons van Compernolle

        Nun, ein „Schinkenbrot“ ist nicht die Ursache dieser tierischen Erkrankung!
        Das massenhafte Abschlachten von Tieren ebenso wenig , zumal nicht alle Schweine von dieser Krankheit betroffen sind oder noch betroffen werden. Diese Erkrankung ist nachweisbar , was bedeutet untersucht die Tiere und , wenn sie erkrankt sind „einschlaefern“!
        Wenn nunmehr hier in Belgien unter uns Menschen die „Lungenpest“ ausbrechen sollte , wuerdet ihr dann auch aus Vorsorge 11.5 Millionen Einwohner erschiessen wollen ?

        • Waldvogel

          “ Diese Erkrankung ist nachweisbar , was bedeutet untersucht die Tiere und , wenn sie erkrankt sind „einschlaefern“!“

          @ AVC,
          Wie meinen Sie das mit „einschläfern“? Bisher ist doch nur erkannt und bewiesen, dass WILDSCHWEINE betroffen sind und keine sog. Hausschweine?! Wie bitte schön wollen Sie denn die in der Natur, bzw. im Wald lebenden Wildschweine einschläfern? Dann mal viel Vergnügen beim „Einfangen“ von Keilern beispielsweise.

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