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Südtiroler Volkspartei (SVP) bei der Landtagswahl am Sonntag mit 41,9 Prozent auf einem historischen Tiefstand

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (links) und DG-Ministerpräsident Oliver Paasch im Sommer 2015 vor dem Eupener Rathaus anlässlich des 35. Tirolerfests. Foto: Gerd Comouth

Ein „Bayern-Effekt“ in Südtirol? Bei der Landtagswahl in der wirtschaftlich starken Region Norditaliens, in der viele Ostbelgier ihre Ferien verbringen, hat die rechtspopulistische Lega kräftig zulegen können. Stärkste Partei wurde zwar wieder die regierende proeuropäische Südtiroler Volkspartei (SVP). Sie sank aber mit 41,9 Prozent auf einen Tiefstand in ihrer Geschichte.

Dagegen kam die fremdenfeindliche Lega von Italiens Innenminister Matteo Salvini auf 11,1 Prozent – bei der Wahl vor fünf Jahren waren es noch 2,5 Prozent. In der Landeshauptstadt Bozen erreichte die Partei, die auch in Rom mitregiert, am Sonntag sogar 27,8 Prozent.

Einen klaren Rechtsruck gab es auch in der angrenzenden autonomen Provinz Trentino. Dort kam die Lega nach Auszählung fast aller Stimmen auf etwa 27 Prozent. Der Kandidat des Mitte-Rechtsbündnisses, Maurizio Fugatti, kegelte mit rund 47 Prozent den bisherigen Landeshauptmann Ugo Rossi aus dem Amt.

21.10.2018, Italien, Völs: Arno Kompatscher, Landeshauptmann von Südtirol, bei seiner Stimmabgabe im Rathaus seiner Heimatgemeinde. Foto: LAND SÜDTIROL/APA/dpa

In Südtirol lag die SVP lag mit ihrem Ergebnis klar unter dem von 2013 (45,7 Prozent) und so tief wie nie zuvor. Die Partei hatte über Jahrzehnte die absolute Mehrheit im Landtag gehabt. Sie vertritt die deutschsprachigen Bürger der Region und die Minderheit der ladinischen Sprachgruppe, die vor allem in den Dolomiten zuhause ist.

Landeshauptmann Arno Kompatscher sprach dennoch von einem „guten Ergebnis“. Die Stimmenverluste würden aber „schmerzen“. Mit wem die SVP koalieren wird, war am Montag zunächst offen.

Lega-Chef Salvini jubelte über den Wahlerfolg seiner Partei. „Die echten Stimmen, die echten Bürger, die Italiener, hören nicht auf Professoren, Zeitungen, die Kritiker und europäischen Bürokraten. Sie bitten die Lega, mit noch mehr Kraft weiterzumachen“, sagte er.

Vor allem bei den Italienischsprachigen konnte die Lega in Südtirol punkten und wurde drittstärkste Kraft. In der Provinz Trentino wurde sie die stärkste Partei. In ganz Italien sind die Rechtspopulisten derzeit im Aufwind. (dpa/cre)

5 Antworten auf “Südtiroler Volkspartei (SVP) bei der Landtagswahl am Sonntag mit 41,9 Prozent auf einem historischen Tiefstand”

  1. Salvini: „Die echten Stimmen, die echten Bürger, die Italiener, hören nicht auf Professoren, Zeitungen, die Kritiker und europäischen Bürokraten. Sie bitten die Lega, mit noch mehr Kraft weiterzumachen“ Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis überall in Europa wieder alle den Duces und Führern zujubeln und „Heil…“ rufen

  2. Vereidiger

    Mein Eindruck: „Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er aufs Eis“…

    Den „zivilisierten“ Ländern geht es so gut wie noch nie, dennoch treibt die Menschen die Sehnsucht nach einem radikalen Umbruch, nach einer starken Hand, nach dem Abgrund… Und danach wird sich erneut beklagt!

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