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Antoniusstraße: Aachens OB Philipp für Auslagerung der Bordellbetriebe

Über die Zukunft der Antoniusstraße in Aachen und der dort angesiedelten Bodellbetriebe wird derzeit im Aachener Stadtrat heftig debattiert. Foto: OD

Der Streit darüber, ob die Bordellbetriebe in der Antoniusstraße an ihrem angestammten Ort bleiben oder in ein Gewerbegebiet am Stadtrand ausgelagert werden sollen, war am Mittwoch Thema  im Aachener Stadtrat. Dabei hielt Aachens OB Philipp ein flammendes Plädoyer für eine Auslagerung. Er wandte sich damit gegen eine Mehrheit der Stadträte, die dafür sind, dass der Rotlichtbezirk in der Antoniusstraße bleibt.

Wie am Mittwoch im Vorfeld der Stadtratssitzung hier auf „Ostbelgien Direkt“ berichtet, gibt es in der Kaiserstadt derzeit einen heftigen Streit über die Zukunft der Rotlicht-Straße.

Bleiben die Bordell-Betriebe an ihrem angestammten Ort im Stadtzentrum? Oder sollen sie im Zuge der Aufwertung des Altstadtquartiers Büchel an den Stadtrand verlegt werden?

Polizeichef in Rage

Die Politik ist zum Großteil für einen Verbleib des Rotlichtbezirks in der Antoniusstraße. Hingegen plädiert die Aachener Polizei in der Person von Polizeipräsident Dirk Weinspach vehement für eine Auslagerung der Frauen aus dem horizontalen Gewerbe in ein Gewerbegebiet am Stadtrand.

Die Antoniusstraße in Aachen: Bleibt das „Sträßchen“ im Städtchen? Oder soll der Rotlichtbezirk an den Stadtrand verlegt werden? Foto: OD

Im Stadtrat ist eine breite politische Mehrheit für den Fortbestand des Rotlichtbezirks am angestammten Ort. Das wiederum brachte den Polizeichef in Rage.

In einem Brandbrief an Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) fand Weinspach klare Worte. Die Politik sitze einer „Illusion“ auf. „Bürgerliche Idylle und zehn Meter daneben ein Rotlichtbezirk – das funktioniert nicht“, wurde der Polizeichef in der Aachener Zeitung zitiert.

Die Erfahrung in Aachen wie auch in vielen anderen Städten lehre, so Weinspach, dass Bordellbetriebe eine „Ausstrahlungswirkung“ hätten, Kriminalität – Täter wie Opfer – anzögen und ständig Konflikte mit Anwohnern und Geschäftsleuten produzierten. Und insbesondere die in den jüngsten Plänen vorgesehene räumliche und optische Abschottung des Rotlichtbezirks unter anderem in einem Laufhaus erschwere die Polizeiarbeit erheblich und verschlechtere die Situation sogar im Vergleich zu heute.

Mit einem Rotlichtstandort in einem Gewerbegebiet am Stadtrand hingegen kann aus polizeilicher Sicht wesentlich besser umgegangen werden. „Ich sage nicht, dass wir damit alle Probleme lösen können, aber wir können sie besser lösen“, so Weinspach.

„Vieles ist am Rotlichtbezirk gescheitert“

Oberbürgermeister Philipp äußerte seinerseits Verständnis für die Bedenken des Polizeipräsidenten. Während SPD-Ratsherr Norbert Plum befand, die Polizei solle Polizeiarbeit machen und die Stadtplanung der Politik und der Verwaltung überlassen, was Weinspach nur noch mehr verärgerte („Die Polizei muss die Fehler bei der Stadtplanung ausbaden!“), sprach sich Philipp am Mittwoch im Stadtrat unmissverständlich für eine Auslagerung der Bordelle an den Stadtrand aus.

Illustrationsbild: Shutterstock

Wie die „Aachener Zeitung“ berichtete, war Philipp sogar sehr ungehalten und las den Fraktionen im Stadtrat, inklusive seiner eigenen CDU, die Leviten.

Er wolle nicht, dass alles so bleibt, wie es ist, sagte Philipp. Viele Investitionen seien in den vergangenen Jahren am Rotlichtbezirk gescheitert. „Das sollte uns zu denken geben“, mahnte er den Rat. Das Ziel sei, mit Tempo und Dynamik die Situation in der Innenstadt zu verbessern – und zwar auch rund um das Quartier bis hin zum Bushof. Philipp: „Das konterkarieren wir jetzt selber.“

In Richtung OB meinte SPD-Fraktionschef Michael Servos: „Es ist ja lange bekannt, dass der OB für eine Auslagerung ist. Dann wird er ja seit 2009 nach Alternativen gesucht haben. Da nach acht Jahren keine gefunden sind, kann man wohl davon ausgehen, dass es keine gibt.“

Die AZ befand abschließend in ihrem Bericht über die Sitzung des Aachener Stadtrates am Mittwoch, bei diesem „buchstäblich zentralen Thema“ sei das letzte Wort „garantiert nicht“ gesprochen… (cre/az)

  1. Sollen mal lieber Cannabis legalisieren diese Coffeeshops an den Stadtrand und gut ist … sprich Cannabis würde die Staatskasse um 400 Mio im Jahr erhöhen dann könnte Aachen auch noch mal aufblühen …

  2. Radio Euro

    Komisch. Zur Illustration sieht man immer 2 Fotos. Das eine aufgenommen vom einen Ende der Straße. Das andere aufgenommen vom anderen Ende der Straße. Seit wann genau hat man da Selbstschussanlagen eingerichtet, die tagsüber ausgelöst werden sobald man auch nur einen Schritt in die Straße setzt….?

  3. Gemein(d)e

    Bekommt die Frau auf dem Foto 150€ ?Ich glaub ich übe der falschen Beruf aus.
    ABER…..
    Es geht ja hauptsächlich darum das die Polizei nicht mitreden darf bei der Planung , was ich für einen großen Fehler halte.

  4. Pensionierter Bauer

    Der Polizeipräsident scheint wohl mit Hilfe seines Amtes seine private Meinung durchdrücken zu wollen. Die Polizei soll sich auf ihre Aufgaben konzentrieren und sich nicht in die Politik einmischen. Auch bei uns hier versuchen sie sich des öfteren einzumischen. Auf Druck von denen wurden vor einigen Jahren sogar die geschlossenen Ortschften erheblich ausgedehnt.
    Statt die Antoniusstraße von der Prostitution zu befreien soll diese besser als solche unter Denkmalschutz gestellt werden. Weil dort wurde schon vor sehr vielen Generationen dem horizontalen Gewerbe nachgegangen. Wenn ich in der AZ von Überfällen und anderer Kriminalität lin AC lese so ist dies fast nie in dieser Ecke.

  5. Lustmolch

    Der Standort war ideal während meine Frau ihre Einkäufe machte sagt ich ich müsste noch zum Mediamarkt. Hatte dann in der Zeit immer einen tollen Nachmittag. Und dort war nachmittags immer viel los, war sicher nicht der Einzige der was anderes vor hatte als die Tüten von Mutti zu schleppen.

  6. Fähnchenschwenker

    Investoren haben schon jetzt Schaum vor dem Mund. Aachen City nahe Dom/Markt ist 1a Premiumlage. Die Antoniustraße wird mittelfristig samt dem Parkhaus plattgemacht und schöne Appartements mit Geschäften/ Restaurants (Tourismus) nähe Marktlage werden die Folge sein. Alles nur eine Frage der Zeit. Was man jetzt macht, sind nur die Vorbereitungen unter dem Deckmäntelchen der „Sicherheit“. Sicher wird man sich den Ausführungen des Polizeipräsidenten – natürlich „nach reiflicher Überlegung“ – irgendwann anschließen. In dem Viertel werden in den nächsten 5-10 Jahren mit hoher Sicherheit gewaltige Änderungen stattfinden, vergleichbar mit der unteren Adalbertstraße. Die Besitzverhältnisse lassen es noch nicht zu, deswegen meine vage Zeitangabe. Begonnen hat es mit dem Umbau des ehemaligen „Lust for Life“ Kaufhaus. Alles Schau für längst abgesprochene Sachen.

  7. Exil Rarener

    Die können da bauen was sie möchten, in den Köpfen wird es immer die Straße mit den leichten Mädchen sein, da kann man sie auch dort lassen wo sie ist gehört irgend wie zu Aachen City

  8. Radio Euro

    Okay, dann werden wir heute mal ernst.

    Ich finde es gut, wenn die Polizei ungefragt ihre Meinung sagt.

    Ich bin der Meinung, dass die Straße seit Generationen, schon immer, zu Aachen gehört. Kein normaler Mensch stört sich daran. Das ist eine kleine Straße, die von niemandem (auch nicht von mir) genutzt wird, um sie zu durchqueren.

    Meiner Ansicht nach haben Investoren ein Auge darauf geworfen.

    Ich habe noch nicht die Alternative verstanden. JETZT weiß die Polizei wo in Aachen ihre Pappenheimer sitzen. Mitten in der Stadt. In 1 Straße. Und künftig in welchem Gewerbegebiet genau? Da werden sich die anderen Gewerbetreibenden aber schön bedanken. Und wie sieht das dann da aus? Wie am Eifeltor in Köln, wo man fährt und fährt und fährt und am Straßenrand stehen die Wohnmobile? Soll das ein Witz sein? Oder möchte man – die Polizei – dem Strich anbieten, Häuser in einem Gewerbegebiet zu bauen? Oder hat die Landmarken AG schon hinten rum Pläne vorgestellt? Gebt uns dies in der City, ihr kriegt das in der „Bronx“?

  9. German-Angst

    Ist nicht der wahre Grund die Bordelle verlegen zu wollen, dass deren Außenmauern Risse aufweisen,ähnlich wie bei Tihange und deswegen in der City Unruhe und typisch deutsche Angst herauf beschwört?

    • Mischutka

      @ Miri Ahleennn :
      Hallo Miri, es stimmt ! Die Häuser gehören (fast alle) der katholischen Kirche ! Und die Bewohner(innen)zahlen ihre Miete an die (scheinheiligen) Oberkatholiken.
      Ich habe das jetzt alles in Ruhe mal nachgeforscht…. Im späten Mittelalter wurden die Bordelle eingeführt, damit sich die Pilger mal richtig „ausvö…..“ konnten, ehe sie anderes dummes Zeug in der Kirche (im Dom) anstellen konnten. Jetzt verstehe ich auch (endlich) wieso vor vielen Jahren Eupener „Priester“ in dieser Tünnesstraße gesichtet wurden. Die wollten wohl nur den Zustand der Gebäude kontrollieren …….
      MfG.

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