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Storck, Hollerbach, Toppmöller: Deutsche Trainer sind in Belgien erfolgreich – und warum nicht in Eupen?

Die deutschen Trainer Bernd Storck (l), Bernd Hollerbach (M) und Dino Toppmöller (r) machen im belgischen Fußball auf sich aufmerksam. Fotos: Laurie Dieffembacq/BELGA/dpa - Bruno Fahy/BELGA/dpa

Am Sonntagabend wäre Erstligist Excelsior Mouscron auswärts beim amtierenden belgischen Meister KRC Genk fast die Sensation gelungen: Die Mannschaft des deutschen Trainers Bernd Hollerbach führte bis 15 Minuten vor Schluss 0:1, bevor den Limburgern noch der Ausgleich und in der 98. Minute (!) sogar der Siegtreffer gelang.

Niedergeschlagen verließen die „Hurlus“ den Rasen der Luminus Arena, wo wenige Tage zuvor in der Champions League der italienische Vizemeister SSC Neapel nur 0:0 gespielt hatte. Aber Mouscron hatte sich trotzdem nichts vorzuwerfen, denn die Mannschaft von Coach Hollerbach hatte mutigen und erfrischenden Fußball gezeigt.

Im Fall eines Sieges wäre Mouscron heute Tabellendritter hinter dem FC Brügge und Standard Lüttich. Nach der unglücklichen Niederlage in Genk ist das Team, das zu Beginn jeder Saison zusammen mit der AS Eupen und anderen Clubs zu den Abstiegskandidaten gezählt wird, „nur“ auf dem 8. Platz zu finden, hat aber gerade mal 1 Punkt Rückstand auf den Dritten AA Gent. Damit bleibt Excel Mouscron mit seinem deutschen Coach weiter in der Erfolgsspur.

Trainer Beñat San José (l) und AS-Generaldirektor Christoph Henkel. Foto: Gerd Comouth

Hollerbach setzt im Grunde das fort, was letzte Saison im Stade Le Canonnier unter seinem Landsmann Bernd Storck angefangen hatte. Der frühere Trainer der ungarischen Nationalmannschaft hatte das Team übernommen, als dieses auf dem letzten Platz lag. Nach einer sensationellen Rückrunde, in der sogar die Topteams der Jupiler Pro League bezwungen werden konnten, beendete Mouscron die klassische Phase der Meisterschaft auf dem 10. Rang. In den Playoffs II lief es dann weniger gut, die Luft war raus.

Storck wollte trotzdem nicht Trainer in Mouscron bleiben. Bernd Hollerbach übernahm – und ist zumindest bisher ebenfalls erfolgreich und wird von der belgischen Sportpresse mit Lob gerade überhäuft.

Ein anderer deutscher Trainer, der erfolgreiche Arbeit in Belgien leistet, ist Dino Toppmöller, seit Saisonbeginn Coach von Zweitligist Excelsior Virton und derzeit Zweiter der Division 1B.

Dino Toppmöller ist der Sohn des früheren Bundesliga-Trainers Klaus Toppmöller. Er kam 2016 nach Düdelingen (Dudelange), wo er drei Mal den luxemburgischen Meistertitel holte und zwei Mal den Pokal gewann. Inzwischen hat F91 Dudelange sogar die Gruppenphase der Europa League erreicht.

Die Erfolge von Trainern wie Storck, Hollerbach und Toppmöller lassen aufhorchen. Derweil fragt sich so mancher Fan der AS Eupen, weshalb man am Kehrweg bisher immer auf spanische (Bartolomé Marquez Lopez, Jordi Condom und Beñat San José) oder französische (Claude Makélélé) Übungsleiter setzt statt auf deutsche (wie in der Saison 2011-2012 mit Wolfgang Frank). (cre)

Zum Thema siehe auch folgendenArtikel auf OD:

18 Antworten auf “Storck, Hollerbach, Toppmöller: Deutsche Trainer sind in Belgien erfolgreich – und warum nicht in Eupen?”

  1. Ich weiss auch nicht wo Henkel&Co immer die Trainer aussuchen. So weit wie möglich, je unerfahrener desto besser…?
    Ein Trainer muss Charakter haben damit die Spieler ihn respektieren, muss taktisch Erfahrung haben und wissen was in jeder Situation zu tun ist er muss die Spieler motivieren können . Er muss sich verständigen können und nicht nur die spanische Sprache sprechen können!
    Am Samstag habe ich beobachtet wie unser Torwart zur Trainerbank lief und unserem Coach höchstwahrscheinlich taktische Tips gab, wo Esposito Übersetzen musste und San José nur noch bedröppelt und ideenlos da stand.
    Fakt ist : WEG mit ihm

  2. Pierre II

    Fakt ist, die meisten Endscheidungsträger hier in Eupen haben nichts zu sagen. Der Trainer ist einfach nur ein unfähiger null acht fünfzehn möchte gerne Trainer. Die ganze Struktur ist eine Lachnummer, Der Finanzdirektor meint er wäre der Generaldirektor, der Generaldirektor ist gleichzeitig Sportdirektor usw.
    Demnächst wird der Platzwart Generalmanager und der Guillaume muss wieder auf dem platz und seine alten Stollen anziehen,
    Der Fisch stinkt immer am Kopf und bei der KAS AFD Eupen AG stinkt er gewahltig.

  3. Trainer entlassen

    Nach Beveren hat auch der CS Brügge jetzt seinen Trainer entlassen. Nur in Eupen wird weiter gemacht wie bisher und keiner versucht das Ruder irgendwie herumzureißen . Unsere Vereinsführung ist genau so unfähig wie der Trainer .

  4. Alter AS Fan

    Die Aussage des Trainers im GE « :-) ohne Tore kann man nicht gewinnen » ist echt ein Witz. Da wäre wohl keiner drauf gekommen. Und wenn man wieder liest, der Trainer stehe weiterhin nicht zur Diskussion fühlt man sich als Fan echt verarscht. Der Trainer muss doch endlich einsehen dass es einfach nicht passt und wenn die Vereinsverantwortlichen es nicht sehen wollen, dann soll er doch von selber endlich gehen, dann hätte er zumindest noch den Respekt der Fans verdient. Die AS mit ihrem sturen Verhalten katapultiert sich immer weiter nach unten. Toll. Danke.

  5. Heinrich

    Jetzt mal sachlich hier…

    Ich kann kein System erkennen, ausser das rumgeschiebe des Balles in den hinteren Reihen.

    Was ist sonst? naja, ich finde wirklich nichts positives. Ausser dass wir nicht DIE Schiessbude der Liga sind wie sonst die Jahre.

    Aber keinmal in Führung gegangen diese Saison, das soll schon etwas heißen.
    Feuert den Trainer, der passt hier nicht hin.

  6. peter müller

    Jetzt hört mal auf mit der Trainer Diskussion. Auch Deutsche Trainer sind nur Trainer. Sicher sollte heute ein Trainer Englisch sprechen können, genauso die Spieler. Wir haben doch einen Deutsche an der Spitze des Vereins. Ich sage, hier ist das Grösste Problem, oder wer hat die transfers getätigt.

    • Piersoul Rudi

      Lieber Herr P.Müller;
      …Wieso „aufhören mit der Trainer Diskussion“…???
      An der Stelle fängt „alles an“ bzw. „hört alles auf“.
      Ein Trainerstab ist nicht nur da um die Taktik zu erklären und dafür zu sorgen das die auch ausgeführt wird, sondern, sie ist auch da um die Spieler besser(!!!) zu machen…
      Ich habe nicht den Eindruck das es den Trainerstab gelingt „alles“ aus sein Truppe zu holen…
      Es kann doch nicht sein das Blondelle(Nur 1 Bsp ich hätte noch 15 Anderen nennen können) es nicht schafft 1(IN Worten EIN) Laufduell gegen seinen Gegenspieler zu gewinnen, ohne ein Foulspiel zu begehen…
      Oder ein 5-M-Pass zu gelingen…oder…oder…oder…
      Ein „deutscher Trainer werden die niemals holen…weil ein „harter Hund“ können die „arme AS-Profis“ nicht akzeptieren.
      Anfang Ironie;
      Stellt man sich mal vor das die AS Profis im Sommer keine 6 Stunden auf eine eupener Terrasse zum Kirchplatz sitzen könnten(auch nur 1 Bsp.)…dafür sich das Trikot nass und dreckig machen müssten/könnten…am Kehrweg oder durch Waldläufe….das Alles nur zum Ziel eine bessere Kondition zu haben…Ende Ironie…
      Ironisch, aber die Wahrheit…die niemand hören will…
      MfG.

  7. Neutraler Beobachter

    Ich habe mir die Kommentare alle mal durchgelesen. Die AS Eupen ist im Moment keine Mannschaft sonderen ein zusammen gekaufter Haufen von Spielern aus allen Herrenländer, die anders nirgendwo nie in einer ersten Liga spielen würden. Man kann nicht verlangen bei sovielen Spielern die übrigens noch nie in einer Mannschaft zusammen gespielt haben, das alles so reibungslos von statten geht. Eine Mannschaft braucht eben Zeit zusammen zu finden, da ich schon älter bin erinnere ich auch mal vor vielen Jahren wollte Werder Bremen eine Mannschaft zusammen kaufen, aber auch das ginf in die Hose.

  8. Schöner Rücken....

    Für die, die nicht “ boykottieren“ wollen, weil die ja vielleicht ein Abonnement haben, wie wäre es damit : den ganzen Spiel über den Rücken zeigen, aber dann bitte alle auf der Tribüne und um den Platz herum. Das wird dann so am TV gezeigt… und vielleicht gucken die ja auch im Katar unsere Spiele….

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