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Motorradsaison startet: Sich immer auf mögliche Fehler anderer einstellen

Motorradfahrer schwärmen aus. Foto: Shutterstock

Zu Beginn der Motorradsaison sollten sich Biker noch stärker als sonst auf mögliche Fehler anderer Personen im Straßenverkehr einstellen. An noch kühleren Tagen rechneten Autofahrer oft gar nicht mit Motorrädern, warnt die Prüforganisation Dekra.

Auch könnten Autofahrer die Beschleunigung, Geschwindigkeit und Entfernung der Zweiräder jetzt nach der Winterpause noch eher falsch einschätzen, hieß es.

Es mache einen Unterschied, ob ein Auto binnen zehn Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt oder ob ein Motorrad dies in nur etwa drei Sekunden kann, nennt Dekra ein Beispiel. Die Experten mahnen besonders beim Überholen und beim Spurwechseln zur Vorsicht.

Mehr tödliche Motorradunfälle

Die Zahl der tödlichen Motorradunfälle ist im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen um zwölf Prozent gestiegen. „Das ist eine traurige Entwicklung“, so NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag in Wuppertal. 84 Menschen kamen bei Motorradunfällen ums Leben – neun mehr als im Vorjahr. Mehr als jeder zweite Motorradfahrer habe den Unfall selbst verursacht. Viele seien zu schnell unterwegs gewesen.

Ein Motorradfahrer fährt in der Nähe von Monschau auf einer Landstraße. Foto: dpa

Fahranfänger und Wiedereinsteiger seien besonders betroffen. Waghalsigkeit, mangelnde Fahrpraxis und Selbstüberschätzung mit leistungsstarken Maschinen führten zu folgenschweren Unfällen. Reul warb zum Start der Motorradsaison an einer bei Motorradfahrern beliebten Strecke für mehr Sicherheitsbewusstsein.

Der Minister sah sich zugleich das Präventionsprojekt „Am Limit lenkt der Zufall“ der Wuppertaler Polizei an. In dem Netzwerk tauschen Biker ihre Erfahrungen aus und bieten Übungen an. „Für Motorradfahrer ist es überlebenswichtig, die eigene Geschwindigkeit und die Maschine richtig einschätzen zu können“, so Reul.

Ein Drittel der tödlichen Unfälle geschehe auch, weil Autofahrer Bikern die Vorfahrt nahmen oder mit ihnen beim Abbiegen kollidierten. Häufig unterschätzten Autofahrer die Geschwindigkeit entgegenkommender Motorräder, so das Ministerium.

„Wir haben halt keine Knautschzone“

Am Sonntag starb ein 58-jähriger Motorradfahrer nach einer Kollision in Grevenbroich. Auf einer Ampelkreuzung war er aus ungeklärter Ursache mit dem Auto eines 86-Jährigen zusammengeprallt.

Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) verweist auf die allgemein gestiegenen Unfallzahlen. Während bei den Autos die Technik immer zuverlässiger Todesfälle verhindert, seien Biker nicht in gleicher Weise geschützt. „Wir haben halt keine Knautschzone“, sagt der BVDM-Vorsitzende Michael Lenzen.

Schlecht geflickte Straßen, unachtsame Autofahrer und ein bisweilen zu großes Vertrauen der Biker in die elektronischen Helfer täten ein Übriges. Helfen könnten vor allem zusätzliche Sicherheitstrainings. (dpa)

4 Antworten auf “Motorradsaison startet: Sich immer auf mögliche Fehler anderer einstellen”

  1. Habe vorhin beinah im Halbdunkel im Kreisverkehr Drossart die Kontrolle verloren. Und nein, ich war nicht zu schnell. Es hat dort ein kaum sichtbares Schlagloch, dass aber so tief ist, dass es den Reifen auf die Felge gehauen hat. Bei leichter Kurvenfahrt immer gerne genommen. Aber das MET (oder wie auch immer die verantwortliche Organisation in der Wallonie heißt) stellt ein Schild auf: „route dégradée“ und schon sind sie aus dem Schneider.

  2. TRUCKER bill

    Statistiken zu lesen und zu bewerten ist so eine Kunst denn es kommt drauf an wie man sie liest.
    Fakt ist Unfälle passieren nun mal wenn man sich im Straßenverher mit bewegt. Ein Risiko ist für jeden dabei.Nur wenn es knallt sind die Körperschäden enorm. Die Zahl der Biker nimmt ab , da aufgrund der enormen Kosten für Führerschein und Maschine die Leute eben in andere Dinge investieren.
    Auch die Motorradclubs bemerken diese Entwicklung denn oftmals sind es nur alte Hasen die noch aktiv fahren.
    Hersteller investieren in Leistung und Desing jedoch auf einem 2 Rad ist eben nur eingeschränkt Platz und die Technick kostet.
    Mitlerweile gibt es ja schon Airbag Westen um den Biker beim sturz zu schützen , welsche jedoch noch sehr teuer sind.
    Durch einige Unbelehrbare, die eine Straße als Rennstrecke sehen , gibt es Mancherort Streckensperrungen für Biker.
    Dafür, die linke zum Grüß.
    AUF EINE SCHÖNE UND UNFALFREIE SAISON 2018

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