Nach Angaben von Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg konnte die DG in den interföderalen Verhandlungen zur Krankenhausreform einen wichtigen Erfolg verbuchen. Für die Krankenhäuser von Eupen und St. Vith soll es eine Sondergenehmigung geben.
Die Interministerielle Konferenz Volksgesundheit hat im Konsensverfahren einen Grundsatzvorschlag zur Reform der Krankenhauslandschaft für die nächsten zehn Jahre erzielt. „Mein Kabinett konnte erreichen, dass die beiden Krankenhäuser in der Deutschsprachigen Gemeinschaft aufgrund ihrer sprachlichen und geografischen Situation eine Sondergenehmigung erhalten, die ihnen auch künftig erlaubt, als Allgemeinkrankenhäuser anerkannt zu bleiben, obwohl sie nicht über die Mindestanzahl Betten verfügen, die ein regionales Allgemeinkrankenhaus künftig aufweisen muss.“
Damit wird laut Klinkenberg eine zentrale Forderung der DG berücksichtigt: die besondere sprachliche und geografische Situation der Region sowie der unverzichtbare Anspruch auf eine wohnortnahe medizinische Versorgung, inklusive der Notfallversorgung, in deutscher Sprache.“
Die ursprünglich auf Basis eines Expertenberichts vorgesehene Reform hatte eine strikte Kategorisierung der Krankenhäuser vorgesehen, verbunden mit einer klar definierten Mindestanzahl Betten für Allgemeinkrankenhäuser. Der Expertenvorschlag sah zudem ausdrücklich vor, dass keine Ausnahmeregelungen erteilt werden, auch nicht für Ostbelgien. Diese Kriterien hätten zur Folge gehabt, dass kleinere Krankenhäuser wie jene in der DG ihren Status als Allgemeinkrankenhaus nicht hätten behalten und auch keine vollumfängliche Notaufnahme hätten organisieren können, die künftig den regionalen Allgemeinkrankenhäusern vorenthalten bleibt.
Die Gesundheitsminister haben vereinbart, dass einige Elemente der Reform der Krankenhauslandschaft noch einer Präzisierung bedürfen. So soll in den kommenden Monaten unter anderem definiert werden, welche Gesundheitsdienstleistungen genau ein regionales Allgemeinkrankenhaus künftig erbringen muss und unter welchen Bedingungen regionale Allgemeinkrankenhäuser in diesem Zusammenhang strukturell zusammenarbeiten dürfen. „Es wird daher weiterer Ausnahmen oder Kooperationsmöglichkeiten bedürfen, die in den folgenden Monaten verhandelt werden müssen“, so Ministerin Klinkenberg.
Die erzielte Einigung sieht eine klar definierte Ausnahmeregelung für Krankenhäuser vor, die nicht über die erforderliche Anzahl Betten eines künftigen regionalen Allgemeinkrankenhauses verfügen. Eine solche Ausnahme kann gewährt werden, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
– Das Krankenhaus befindet sich mehr als 50 Kilometer vom nächstgelegenen Krankenhaus innerhalb derselben Gemeinschaft entfernt, oder
– Das Krankenhaus befindet sich mehr als 25 Kilometer vom nächstgelegenen Allgemeinkrankenhaus entfernt.
Klinkenberg: „Diese geografischen Schwellenwerte bilden die Grundlage für die Anerkennung einer strukturellen Besonderheit, die insbesondere in weniger dicht besiedelten Regionen wie der Deutschsprachigen Gemeinschaft von entscheidender Bedeutung ist. Sie ermöglichen es, die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und gleichzeitig die qualitativen Anforderungen der Reform mit der Realität der regionalen Versorgungsstruktur in Einklang zu bringen. Um der spezifischen sprachlichen Situation in Ostbelgien Rechnung zu tragen, wurde die 50 Kilometer Regelung vorgesehen, die nur auf die Krankenhäuser in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Anwendung findet.“
Darüber hinaus schafft diese Regelung laut Klinkenberg wichtige Voraussetzungen dafür, dass die
Krankenhäuser der DG das gemeinsam mit den anderen Krankenhäusern der Region entwickelte Projekt im Rahmen der Krankenhausnetzwerke Elipse und MOVE auch tatsächlich in der ursprünglich geplanten Form umsetzen können. Die Einigung schaffe damit die notwendigen Rahmenbedingungen, um die interregionale Zusammenarbeit in diesen Netzwerken fortzuführen und die abgestimmte Versorgungsstrategie wie vorgesehen zu realisieren. (cre)

Dies ist ja mal eine sehr gute Nachricht!
Denn ich habe in letzter Zeit sehr viel über die Sorgen der Menschen und des Personals hierüber gehört.
Dann hoffe ich, dass dann auch bald die Entbindungsstation nach Eupen zurückkehrt.
Besorgte Mutter/ Ihrem Kommentar kann man sich nur anschließen und der letzte Abschnitt ist auch wichtig. Nicht dass mir noch hier im Quick oder wie letztens in Österreich bei McDonald’s, jemand sein Kind auf die Welt bringen muss.
Zwar keine Katastrophe, wenn Mutter und Kind im Anschluss wohlauf sind, aber ich denke da an die Privatsphäre des Neugeborenen ;-)
Ja gut, auch an die Privatsphäre der Mutter.