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Wenn Serge Heinen klarstellt, dass er nicht Serge Heinen ist

Serge Heinen, Pressereferent von Ministerpräsident Oliver Paasch. Foto: OD

Serge Heinen, allseits bekannt als Pressemann von Oliver Paasch, schaut in diesen Corona-Zeiten noch genauer hin, wenn er eine E-Mail erhält. Denn es kann gut sein, dass eine solche von …Serge Heinen verfasst wurde.

Doch Serge Heinen ist in diesem Fall ein Namensvetter. Vor zwei Wochen bekamen in der DG „Regierungsmitglieder und Abgeordnete, Bürgermeister und Gemeinderäte, Verantwortliche in Justiz und Polizei sowie Presse-Verantwortliche“ Post von einem gewissen Serge Heinen aus Hünningen bzw. Emmels bzw. St. Vith.

In einem „Offenen Brief an die 4 Gewalten in Ostbelgien“ ließ sich der andere Serge Heinen aus über die Coronavirus-Pandemie. „Die Ereignisse der letzten Monate in Ostbelgien, insbesondere in den Südgemeinden, im Zusammenhang mit dem Umgang mit der Corona-Epidemie machen mir große Sorge“, schrieb er.

DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (links) mit seinem Pressereferenten Serge Heinen. Foto: OD

Als die E-Mail bei Serge Heinen in Eupen, dem Pressereferenten von Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG), landete, leitete dieser den Offenen Brief weiter an alle Personen, die in der E-Mail als Empfänger aufgeführt waren, mit der Anmerkung: „Sehr geehrte Damen und Herren, diese kurze Mail nur zwecks Vermeidung von Missverständnissen: Der Autor der nachstehenden, Ihnen zugesandten Zeilen bin bzw. war nicht ich…“

Ist auch besser so für Serge Heinen in Eupen, denn der Serge Heinen aus Hünningen bzw. Emmels bzw. St. Vith sparte in seinem „Offenen Brief an die 4 Gewalten in Ostbelgien“ nicht mit Kritik an Oliver Paasch.

Da hieß es nämlich in der Mail vom 14. Oktober 2020 wörtlich:

„Wie kann es sein, dass Oliver Paasch in seiner Funktion als MP neue Vorbeugemaßnahmen über die Sozialen Medien verbreitet mit dem Kommentar „Diese Maßnahmen gelten nicht für die DG“? Damit sehen sich die Feierenden in ihrem Tun bestätigt. Sonst keine Kommunikation zu dem Geschehen.

Wie kann es sein, dass am Sonntag Oliver Paasch in den Sozialen Medien seine Glückwünsche an Thierry Neuville postet, anstatt die Bevölkerung zu warnen? „Es gibt was zu feiern! Hoch die Tassen!“

23.07.2020, Belgien, Brüssel: Oliver Paasch, Ministerpräsident in der Regierung der DG, trifft nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats zu einer Pressekonferenz ein. Foto: Pool Dirk Waem/BELGA/dpa

Wie kann es sein, dass Dorffeste und stark besuchte Fußball-Derbys stattfinden, trotz seit Wochen stark steigender Infektionszahlen?

Warum sorgen Bürgermeister und Polizei nicht für die Einhaltung der Verordnungen bei Veranstaltungen?

Warum bewerten Bürgermeister das Gefahrenpotential in ihren Orten nicht und treffen mit den Diensten geeignete Maßnahmen? Warum kontrolliert und sanktioniert die Polizei nicht bei Übertretungen? Werden Vergehen geahndet?

Warum laufen im Sankt-Vither Stadtzentrum zur Mittagszeit immer dutzende Schüler ohne Abstand und ohne Masken herum? Die Schulen strengen sich an und schaffen es die Maßnahmen weitestgehend durchzusetzen. Einmal aus der Schule ist wieder rechtsfreier Raum?“

Noch am 14. Oktober 2020 hat Serge Heinen in Eupen seinem Namensvetter in der Großgemeinde St. Vith geantwortet, auch im Namen von Oliver Paasch. In dem Antwortschreiben von Serge Heinen heißt es u.a.:

Deine Einschätzung, dass die Folgen der COVID-19-Erkrankung mit allen damit verbundenen Konsequenzen noch allzu oft unterschätzt werden, teilen wir. Dein Eindruck, dass die DG nicht zur Einhaltung der Corona-Vorgaben sensibilisieren und auffordern würde, täuscht allerdings, dafür könnten wir dir zahlreiche Beispiele nennen. (Den vollständigen Wortlaut des Antwortschreibens finden Sie HIER)

An diesem Montagmorgen gab es eine weitere Mail von Serge Heinen aus Hünningen bzw. Emmels bzw. St. Vith… (cre)

16 Antworten auf “Wenn Serge Heinen klarstellt, dass er nicht Serge Heinen ist”

  1. Typisch Kabinett Paasch...

    Wie so oft bekommt der Fragesteller keine Antwort zu seinen berechtigten Fragen, dafür aber macht sich das Kabinett Paasch offensichtlich über diesen noch lustig in dem, wie angegeben und veröffentlicht, durch „Weiterleitung“ der Korrespondenz an dritte, bei diesen dritten der Anschein erweckt wird, die Fragen wären nicht angebracht (kombiniert mit dem Vorwand nicht der Autor zu sein, natürlich)… Der Kabinettsmittarbeiter hat schon viel beim Herrn Paasch gelernt, bezüglich des Umganges mit unbequemen Geistern/DG-Bürgern, wenn den Herrn Regierenden unerwünschte politische Fragen gestellt werden !
    Die EU-Charta für gute Verwaltung ist wohl nur publiziert worden, damit der Bürger sich selbsttäuschend einbilden kann, das dieser auch für seine Verwaltenden gilt!

  2. Te völ is te völ

    Wunderbar und köstlich! Wie gut das es noch Max und Moritz gibt. Da sieht man wieder wie der Eupener Regierungsapparat so künstlich aufgepumpt und übertrieben gilt. Unzählige Referenten tummeln sich da herum. Keine Bange das all diese Leute Zielvorgaben in Sachen: Abschlüsse, Erreichen von Zahlen, Rentabilität und dergleichen haben. Es soll, und muss auch solche Personen geben, ohne Frage. Jedoch nicht in dem dortigen Übermass und Sättigkeit. Die Erfinder brauchen die ja nicht zu bezahlen, die wälzen alles auf den bereits dicke gepiesakten Steuerzahler ab, der ist gerade noch gut genug dazu. Eine gewollte und augebauschte Riesengeldvernichtungs Maschine. Wie lange noch?

  3. Wie kann der Man n aus Hünningen es nur wagen unsern MP zu tadeln. Prompt dann die Retourkutsche vom Bundespresseamt. Alles war OK, es wurde alles so eingehalten, nur waren wir diesmal nicht mehr die allerbesten in allem, so wie vorher. Da wurde Gross geprahlt und gestrunzt, in fast allem waren wir die besten, noch besser wie die Landesinnern. Manchmal ist es doch besser, mit beiden Füssen auf den Boden der Tatsachen zu bleiben, nicht wahr Herr Ministerpräsident!?

  4. DerPostbote

    Notiz am Rande:
    Ich finde, Serge Heinen (der Pressereferent) macht eine sehr gute Arbeit, vor allem in diesen Zeiten. Wer beispielsweise sein unermüdliches Engagement auf Facebook bei der Beantwortung der unzähligen Fragen der Bürger und Unklarheiten kennt, der weiß, dass Herr Heinen seinen Job jedenfalls mit Elan und Ehrgeiz ausübt! Ich hätte schon lange den Dienst quittiert, wenn ich derart viel – auch nach Feierabend – bearbeiten müsste. Man kann auf jeden Fall nicht behaupten, der DG-Pressereferent läge auf der faulen Haut herum.

      • DerPostbote

        Na, Sie haben Sie jedenfalls nicht verdient.
        Wenn etwas ekelhaft ist, dann Ihre regelmäßigen Hasstiraden auf die hiesige Regierung, schön gemütlich von zuhause aus geschrieben. Machen Sie’s erst einmal besser; DANN können Sie meinetwegen hier meckern.

        • Arnold Heck

          @DerPostbote
          Zum einen bin ich mir keinerlei „Hasstiraden auf die hiesige Regierung“ meinerseits bewusst; haben Sie da irgendwelche Beweise?
          Dann schreibe ich natürlich meine Kommentare schön gemütlich von zuhause, von wo denn sonst? Soll ich mich nachts auf einer Parkbank setzen gehen, oder was wünschen Sie sich so?
          Serge Heinen, ich kenne den Mann gar nicht, macht übrigens das Gleiche wie ich: nur, er schreibt Kommentare auf Facebook statt auf OD, schön gemütlich zuhause.
          Warum Sie da in Lobhudeleien ausrasten bis hin zur potentiellen Kündigung,wenn Sie so „arbeiten“ müssten („Ich hätte schon lange den Dienst quittiert, wenn ich derart viel – auch nach Feierabend – bearbeiten müsste“) kann ich nicht nachvollziehen. Heinen macht also seinen Job, der sicher gut bezahlt ist, wie alle Jobs bei der DG, er macht ihn also laut Ihrer Aussage gut und gerne. Okay, aber das mache ich und abertausende andere Leute auch. Also was soll Ihr Hochgelobe? Ihre Schleimereien bleiben auf jeden Fall ekelhaft.

          • DerPostbote

            Wir sitzen hier gemütlich zuhause und schreiben über Gott und die Welt. Personen im öffentlichen Dienst müssen schreiben und antworten, auch zu Dingen, die sie selbst vielleicht nicht immer wissen. Wenn sie nicht antworten, dann gibts auch um 23 Uhr noch Mist à la „Hoch bezahlt und man bekommt trotzdem keine Antwort…“.

            Zudem waren das keine „Schleimereien“, sondern einfach eine kleine Wertschätzung seiner generellen Arbeit während der Pandemie, denn wer Infos zu den letzten Beschlüssen, konkreten Regeln sucht, der ist auf seinem privaten FB-Profil bestens beraten…

            Ich weiß nicht, wo sie da „Schleimerei“ sehen, denn „Schleimerei“ setzt voraus, dass ich davon potentiell profitieren würde – was nicht der Fall ist…

  5. Briefträger

    Herr Kollege! Solche Schmeicheleien bekommen wir Beide leider nicht zu Ohr! Wir müssen, so wie Heutzutage sehr viele Post-Arbeitskollegen hetzten und nochmals hetzten um unsere Touren hin zu kriegen, und das unter strengen Kontrolle auch noch! Viele weitere ungezählte Arbeiter/innen dasselbe. Ich glaube aber nicht das der Herr Heinen in seiner scheinbar so wichtigen und ausgefüllten Rolle eines Pressemenschen von einem Minister eines so sehr kleinen Microstaats so arg ausgelastet sein kann!? Meinst Du nicht?

    • @Briefträger: Das ist richtig! Alle Berufstätige, bei der ein Computer vorgibt, wieviel man in der Arbeitszeit zu schaffen hat, sind Verlierer in der heutigen Welt der Gewinnmaximierung. Da heißt die Devise: Immer höher, schneller, weiter, koste, was es wolle.

    • DerPostbote

      Noch einmal: Ich bin kein Postbote, aber ändere den Namen jetzt aus Transparenz nicht mehr…

      Mein Lob bezog sich auf seine Arbeit während der Covid-19 Krise. Und da gingen und gehen zu bestimmten Zeitpunkten hunderte von Kommentaren mit Fragen, Meinungen, etc. ein, die es zu beantworten gilt. Wohlgemerkt: Meist spätabends.

      Ich habe nur die Arbeit von Serge Heinen gewürdigt. So wie ich das auch bei vielen anderen Berufen tue. Mir geht nur das andauernde Herziehen über die Regierung in diesem Forum auf den Senkel…

  6. Krisenmanagement

    Was will dieser Serge Heinen? Er möchte gerne den Posten seines Chefs. Es ist schon erstaunlich, wie er die Sorgen und Nöte ins lächerliche ziehen möchte. Nur der einzigste der sich lächerlich macht ist der Serge. Auf Facebook habe ich diesen Fatzke gesperrt. Er wurde gerne mal Unverschämt. Vielleicht wird es einfach Zeit, dass Pasch seinen ehrgeizigen Referenten mal auswechselt. Vielleicht sollte Paasch dann auch gleich gehen. Er macht den Job mittlerweile nur noch weil es eine Gewohnheit ist. Serge Heinen würde gut daran tun die Sorgen seines Namensvetters ernst zu nehmen.

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