Notizen

AS Eupen gewinnt nach einem sehenswerten Spiel beim Tabellenführer Beerschot 1:0 – Agbadou trifft

Eupens Amara Baby (M) in Aktion beim Meisterschaftsspiel der AS Eupen in Antwerpen gegen Beerschot, das die Schwarz-Weißen 1:0 gewannen. Foto: Belga

Die AS Eupen hat ihr Auswärtsspiel beim heimstarken Spitzenreiter Beerschot gewonnen. Die Schwarz-Weißen ließen etliche Chancen aus, hatten einige Male auch Glück, siegten aber 1:0.

Für dieses Spiel im Stadion „Kiel“ gegen die Mannschaft mit der besten Heimbilanz nach 14 Spielen, dem besten Angriff und der schlechtesten Abwehrleistung musste AS-Trainer Beñat San José neben Torhüter Ortwin De Wolf auch auf Edo Kayembe, Adriano und Smail Prevljak verzichten.

Für sie spielten Théo Defourny, der schon beim 1:1 gegen den KV Mechelen zwischen den Pfosten stand, sowie Jonathan Heris, der erneut den Vorzug vor Andreas Beck erhielt, Ignace N´Dri und Amara Baby.

Eupens Jonathan Heris erhielt in Abwesenheit von Adriano den Vorzug vor Andreas Beck auf der rechten Abwehrseite. Foto: Belga

Die Eupener Startelf sah demnach wie folgt aus: Defourny – Heris, Amat, Agbadou, Miangue – Peeters, N’Dri, Musona, Schouterden – Baby, Ngoy.

Eupen hatte einen guten Start. Nachdem Musona zwei Mal weit übers Tor geschossen hatte, prüfte Baby ein erstes Mal Beerschots Schlussmann Vanhamel. In der 10. Minute hatte Musona eine weitere sehr gute Möglichkeit, jedoch jagte er abermals das Leder übers Tor.

Dann musste aber AS-Keeper Defourny zwei Mal eingreifen, u.a. bei einem der gefährlichen Freistöße von Holzhauser. In der 15. Minute war wieder Musona an der Reihe. Diesmal ging der Ball nicht über, sondern neben das Tor von Vanhamel.

In der 24. Minute prüfte Holzhauser AS-Torhüter Defourny. Es ging hin und her, wobei Eupen einen guten Eindruck machte.

Beerschot mit dem 0:1 zur Pause gut bedient

Beerschot war bis dahin nur mit Freistößen oder Eckstößen von Holzhauser gefährlich. Die Führung für die AS in der 35. Minute war absolut verdient: Nach einem Eckstoß von Peeters stieg Agbadou am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar für Vanhamel ins Netz, 0:1.

Der österreichische Nationalspieler Raphael Holzhauser ist die große Spielerpersönlichkeit bei Beerschot. Foto: Belga

Nachdem zwei Beerschot-Spieler Gelb gesehen hatten, ging ein Freistoß von Peeters, der womöglich als Flanke gedacht war, knapp vorbei, ebenso kurz danach ein Schuss von Musona, der zum wiederholten Mal das Tor verfehlte.

In der 44. Minute knallte Baby nach einem sehenswerten Spielzug den Ball aus kurzer Entfernung an die Latte (siehe VIDEO unten). Das musste das 0:2 sein, das auch noch bei einem Kopfball von Amat hätte fallen können. Mit dem 0:1 zur Pause war Beerschot gut bedient.

Auch in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit hatte Eupen seinen Gegner im Griff. In der 64. Minute hatte die AS Glück, als bei einem Gewühl vor dem Eupener Tor der Ball an die Unterlatte prallte und nicht die Torlinie überschritt.

Nur zwei Minuten später vegab Ngoy alleine vor Vanhamel das 0:2. Es war jetzt eine Frage von Details, ob Beerschot den Ausgleich oder Eupen den Vorsprung würde ausbauen können.

Eupen hatte mal Glück, mal aber auch Pech

In der 59. Minute rettete der zurückgeeilte N‘Dri den Ausgleich, und auf der Gegenseite scheiterte Baby an Vanhamel. In der 63. Minute war der Torhüter von Beerschot erneut Sieger, in diesem Fall vor Ngoy.

AS-Kapitän Nils Schouterden. Foto: Belga

Wie schon am Donnerstag gegen Mechelen hatte die AS einige sehr gute Möglichkeiten ausgelassen, um sich einen beruhigeren Vorsprung zu verschaffen. Andererseits war in der 65. Minute Beerschot dem 1:1 nahe. Diesmal konnte Heris vor der Linie für den bereits geschlagenen Defourny den Ball zur Ecke abwehren. In der 70. Minute erzielte Baby das 0:2, jedoch wurde das Tor wegen Abseits zu Recht aberkannt. In der 77. Minute nahm AS-Coach San José einen ersten Wechsel vor: Koch kam für Baby. Ob es richtig war, einen Abwehrspieler für einen Offensivspieler zu bringen?

In der Schlussphase erhöhte Beerschot den Druck. In der 80. Minute rettete ein zweites Mal die Latte für Defourny. Eupen nahm noch zwei Wechsel vor: Koné kam für N‘Dri und Beck für Ngoy.

Bis zum Schlusspfiff geriet die AS noch zwei weitere Male ins Schwitzen. Einmal rettete der Pfosten, und das andere Mal klärte Defourny per Fußabwehr.

Diesmal aber blieb den Eupenern – anders als beim Standard oder gegen Mechelen – ein Gegentor in der Nachspielzeit erspart. Es blieb beim 1:0-Sieg, mit dem die Schwarz-Weißen auf den 9. Platz in der ersten Tabellenhälfte kletterten.

Am kommenden Sonntag, dem 13. Dezember, empfängt die AS im Kehrweg-Stadion die Mannschaft von Zulte Waregem, die zuletzt bei AA Gent gewann und gegen Anderlecht unentschieden spielte. (cre)

Nachfolgend im VIDEO der Lattenknaller von Baby und ein Kabinettsstückchen von N‘Dri:

 

21 Antworten auf “AS Eupen gewinnt nach einem sehenswerten Spiel beim Tabellenführer Beerschot 1:0 – Agbadou trifft”

  1. Sehr gute Leistung der AS. Unzählige Chancen kreiert. Musona und Schouterden richtig gut.
    Beerschot hatte mit diesem starken Sturm natürlich auch einige gute Chancen, trotzdem fand ich den Sieg absolut verdient, da mir die AS besser gefiel. Schön auch das Beck mal wieder zu sehen war.
    Nur die Chancenverwertung ist miserabel und grob fahrlässig. Pech beim Lattenschuss und Abseitstor aber alleine Baby, Agbadou und 2x Ngoy liefen alleine aufs Tor zu und verloren das direkte Duell mit dem Torhüter. Zum Haare raufen.
    Und in der 88e kassiert man dann fast schon wieder den Ausgleich aber diesmal rettete der Pfosten. Glück muss man auch mal haben.
    Tolle Leistung wieder von Defourny
    Nachlegen gegen Zulte und man steht endlich ordentlich in der Tabelle

  2. Klasse Vorstellung von AS Eupen. Die 1. Halbzeit war wirklich sehenswert. Wer war hier eigentlich der Spitzenreiter ? Nicht auszudenken wo die Mannschaft stehen würde, wenn es mit dem Tore schießen besser klappen würde. Im Endeffekt ein verdienter Sieg. Weiter so AS Eupen.

    • Piersoul Rudi

      @fritz k(06/12/2020 18:06);
      Man kann schon „berechnen“ an der Hand der „verschenkte Punkte“ aus den vergangenen Spiele.
      14 Punkte wurden „verschenkt“…
      Zähle diese 14 zu den 20 die, die AS hat und…mit 34 Punkte wäre man jetzt Spitzenreiten mit 3 Punkte Vorsprung auf den 2te…
      Wie das Ganze nur laufen kann…wa…
      MfG.

        • Matthäus

          Trotzdem kann man mal revue passieren lassen und schauen, wie und wo Eupen Punkte blöd liegen gelassen hat. Ich habe immer gesagt, eupen hat die beste Manschaft die sie jeh hatte. Lass die mal 1-2 Jahre zusammen spielen ohne viele Abgänge/Veränderungen.
          Was die AS sehr gut gemacht hat ist, dass sie endlich viele Spieler mit langfristigen Verträgen ausgestattet hat. Nicht so viele Leihspieler die es in den ersten Monaten schwer haben sich anzupassen und wenn sie dann in Form kommen die Saison bald rum ist und sie wieder zum Heimatverein wechseln. Nur Musona und Miangue. Obwohl ich da sogar glaube dass sie bei der AS Eupen bleiben.

          Von Benat Jose halte ich auch sehr viel. Auch wenn er manchmal ängstlich rüber kommt mit seinen Verteidiger für Stürmer einwechseln bei Führung. Da muss man mal schauen den Sack zuzumachen mit einem weiteren Treffer.

          Und auch klasse dass man einen 2. mann wie Defourny im Tor stehen hat ! Sehr gute arbeit hat die Vereinsführung die letzten Jahre geleistet. Vorallem aber 2019 und 2020 !
          Weiter so! Und bitte Fans nicht sofort von Europa träumen. Unter den Top 10 kommen ist Ziel dieses Jahr. Dann kann man mal 2021-2022 schauen.
          Nicht immer von einem Extreme ins andere.

          • Ich glaube; wir sollten nicht zu weitfristig sehen.
            Warum sollte der Katar weiterhin Geld in die KAS stecken, wo doch der Gewinn für sie gleich null ist.
            Die langfristigen Verträge dienen nur dazu, Spieler am Saisonende verkaufen zu können (Ablöse). daas ist reine Spekulation.
            Wir sollen uns ganz einfach an der jetzigen Situation erfreuen, besser geht es nicht für einen Verein, wo höchsten 3000 bis 4000 Zuschauer hingehen.

            • Einige Spieler wollen ja auch von sich aus weg, weil ihnen ein windiger Berater das Blaue vom Himmel verspricht. Wir leben eben in einer schnelllebigen Zeit. Für Langzeitziele ist im Mannschaftssport kein Platz mehr.

  3. Fantastisch!!! Am Schluss härter erarbeiteter Sieg. Super toll gespielt, Defourny wieder mal fantastisch. Glück natürlich bei den Pfosten-Pfosten- und Lattenschüsse des Gegners. Die wiederum hatte Glück bei den 4-5 Situationen Stürmer gegen Torwart, von eiserner Seite grenzte das an Tollpatschichkeit. Unbedingt beim Training üben. Und vor allem endlich das knappe Resultat über die Zeit gebracht!
    Wenn ich mich nicht täusche sind wir das 1ste mal auf der linken Seite der Tabelle

  4. Dieses Spiel hätte 5:5 ausgehen müssen. Das ging 90 Minuten hin und her. Es war nie langweilig. Zum Glück hatte der Trainer zum Schluss richtig ausgewechselt mit zwei zusätzlichen Verteidigern. In der Chancenverwertung bleibt die AS katastrophal. Baby trifft in der ersten Halbzeit das leere Tor nicht. Auch Ngoy versagte 2 mal frei vor Van Hamel. Diesmal hatte die AS aber Dusel, denn Beerschot trifft dreimal Holz und Defourny war auch immer auf seinem Posten. Aber was soll´s: das ist Fußball, der Ball ist rund und das Tor eckig. Noch ein Wort zu Holzhauser: Fantastischer Fußballer.

  5. Beobachter

    Die Abwehr von Beerschot ein regelrechter Hühnerhaufen. Wieso stehen die mit dieser Abwehr da oben in der Tabelle. Wird wohl nicht mehr lange dauern.
    Riesenchancen auf beiden Seiten, wobei die KAS Eupen mehrmals sehr viel Glück hatte.
    Der Trainer hat wohl alles richtig gemacht. Wenn die KAS Eupen verliert hat er alles falsch gemacht…
    Ein solcher Auswärtssieg sehr gut für die Moral der Mannschaft.

  6. Propganda

    Super Spiel der AS. Bei den vielen Ausfällen macht der große Kader sich bezahlt. Diesmal hat es geklappt, aber das Spiel musste schon viel früher entschieden sein. Schade das sie soviele Chancen brauchen um ein Tor zu erzielen.

  7. Nach 15 Spieltagen kann man bei der AS einige interessante Fakten feststellen. So gut stand sie in der Tabelle noch nie. Sogar Platz vier wäre möglich gewesen, wenn sie effektiver mit ihren Torchancen umgegangen wäre. Die Chancenverwertung bleibt der Schwachpunkt. Dabei hat die AS im Angriff Top-Leute wie Ngoy, Prevljak, N´dri, Baby, Musona und Kone. Doch alle sind bisher nicht als Knipser aufgefallen. Auf diesem Gebiet muss die AS also klar zulegen, denn nur die beiden Tabellenletzten haben bisher weniger Tore geschossen. Doch nicht nur der Sturm zeigt Schwächen. Auch die Stabilität der gesamten Mannschaft zeigt zwei Gesichter. Zum Beispiel eine Woche nach der starken Leistung bei Standard, lässt man sich vom Drittletzten Mecheln phasenweise an die Wand spielen. Insgesamt spielt die AS etwas unter ihren Möglichkeiten. Mal schauen, ob sie in der zweiten Hälfte der Meisterschaft ihr Potenzial besser ausschöpfen kann. Ich persönlich bin in dieser Hinsicht optimistisch, denn in ihren Reihen standen nie soviel talentierte Spieler.

  8. Ja das war doch mal ein geiles Spiel!
    Nichts für schwache Nerven aber so gut für die Moral. Ich freue mich das die Taktik des Trainers aufgegangen ist und das die Spieler echt gefightet haben für den Erfolg.
    Ich glaube, wenn wir Agbadou sagen würden morgen bearbeitest du nicht den Holzhäuser sondern Ronaldo dann macht der das und will dennoch ein Tor schießen . Als Defensiver oder Zerstörer mit unheimlich viel Kraft und Ausdauer hat der Coach ihn richtig auf den Chef der Gegner angesetzt und das
    Spiel des Gegners diesmal gut gelesen. Auch hat er am Ende 2 Defensive mit Koch und Beck noch reingeholt . Also eigentlich alles wie ich mir das auch als Hobbychefcoach auch gedacht hätte…. hehehehe.
    Jetzt noch nachlegen und mal ein zweites Tor machen um meine Nerven zu beruhigen, dann fahren wir Richtung Platz 8!!!!

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