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Säugling getötet: Vater weist vor Gericht Vorwürfe zurück

13.08.2019, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Der Angeklagte (r) sitzt zu Beginn des Prozesses neben seinem Anwalt. Foto: ---/dpa

AKTUALISIERT – Ein Vater ist mit seinem Säugling allein zu Hause. Am nächsten Morgen stirbt der Junge. Rechtsmediziner stellen bei dem Kind einen Schädelbruch fest. Der angeklagte Vater gibt vor Gericht an, nicht zu wissen, wie es dazu gekommen ist.

Ein 37-jähriger Mann soll seinen sechs Monate alten Sohn mit massiver Gewalt getötet haben. Zum Auftakt des Prozesses wegen Totschlags vor dem Aachener Landgericht am Dienstag wies der leibliche Vater alle Vorwürfe zurück.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann in ihrer Anklage vor, mit großer Wucht gegen den Schädel des Säuglings geschlagen oder das Kind gegen eine Wand oder einen Gegenstand geschlagen zu haben. Der Vater habe bei der Tat in der Wohnung den Tod des Kindes billigend in Kauf genommen.

Foto: Shutterstock

Die Verteidigung verlas zunächst eine Erklärung des Angeklagten. Die tödliche Verletzung habe demnach dem Kind auch schon früher zugefügt worden sein können, also bevor der Vater mit dem Kind allein gewesen sei.

Der Vater selbst schilderte dann vor Gericht die Zeit vor dem Tod des Kindes, wo es dem Jungen zunehmend schlechter gegangen sei. Die Mutter sei in der Zeit wegen eines Eingriffs im Krankenhaus gewesen. Er habe gedacht, das sei die Folge einer Erkältung. Er könne sich nicht erklären, wie es zu dem Schädelbruch des Kindes gekommen sei. (dpa)

7 Antworten auf “Säugling getötet: Vater weist vor Gericht Vorwürfe zurück”

  1. peter Müller

    Ob das jetzt stimmt oder nicht. Es ist doch immer das gleiche. Es wird gelogen, bis das sich die Balken biegen. Wieso auch nicht. Andere müssen die Wahrheit heraus finden. Nicht nur die Angeklagten lügen das Blaue vom Himmel sondern auch die Anwälte. Hauptsache Freispruch, und gute Referenzen.

  2. Angeklagter, erheben Sie sich

    „Im Zweifel für den Angeklagten.“ „In dubio pro reo“ galt schon im alten Rom.
    Ein elementares Prinzip jedes Rechtsstaates.
    Ein anderes lautet, dass jeder Tatverdächtige bis zur Verurteilung als unschuldig zu gelten hat.
    Weiter muss nicht der Angeklagte seine Unschuld beweisen, sondern der Staatsanwalt die Schuld des Angeklagten.
    Niemand ist verpflichtet, sich vor Gericht selbst zu belasten.
    Ein Anwalt darf seinem Mandanten nicht in den Rücken fallen und ihn belasten.
    Schade, dass manche solche Regeln immer noch nicht kennen.
    Wohin das Gegenteil führt, davon gibt es eigentlich genügend Anschauungsmaterial, in der Vergangenheit wie in der Gegenwart.

    • Rechtsstaat???

      Würden Sie auch den sog.“Rechtsstaat“, denn es ist m.E. nach eben nur ein sogenannter, so toll finden, wenn eine Ihnen nahe stehende Person Opfer eines Verbrechens wäre und dieser tolle“ Rechtsstaat“
      wie so oft, den Täter schützt, aber das Opfer, bzw. deren Angehörige nicht? Der sog. „Rechtsstaat“ hat sich, wie gesagt, nach meinem Empfinden längst verabschiedet. Heute ist ein „Rechtsstaat“ der Staat,
      wo bei Gerichtsverhandlungen ein guter bis sehr guter Anwalt des Täters, den Gerichtssaal als „Sieger“ verlässt. Wahrheit und Gerechtigkeit spielen dabei keine Rolle, sondern nur die Cleverness des Täterrechtsbeistandes. Wer also noch an den „Rechtsstaat“ glaubt, ist einfach nur naiv.

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