Nachrichten

Russland meldet Einnahme von Großstadt Lyssytschansk

03.07.2022, Ukraine, Bilohoriwka: Das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichte Bild zeigt zwei Soldaten, die eine russische Nationalflagge und eine Nachbildung der Siegesfahne auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes in Bilohoriwka anbringen. Foto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Im Osten der Ukraine sind die russischen Truppen nach mehr als vier Monaten Krieg weiter auf dem Vormarsch.

Sergej Schoigu, Minister für Verteidigung, meldete Kremlchef Wladimir Putin am Sonntag, dass nun auch die einstige Großstadt Lyssytschansk eingenommen worden sei. Damit hätte Russland die letzte ukrainische Bastion im Gebiet Luhansk erobert.

Kiew bestritt, dass Lyssytschansk gefallen sei, gab aber Schwierigkeiten zu. Von unabhängiger Seite lassen sich die Berichte aus den Kampfgebieten kaum überprüfen. An diesem Montag beginnt in der Schweiz eine internationale Konferenz, in der es um den Wiederaufbau der Ukraine geben soll.

03.07.2022, Ukraine, Lyssytschansk: Auf diesem von der Militärverwaltung der Region Luhansk zur Verfügung gestellten Foto löschen ukrainische Feuerwehrleute am frühen Sonntag, 3. Juli 2022 ein Feuer in einem beschädigten Wohnhaus in Lyssytschansk in der Region Luhansk in der Ukraine. Foto: -/(Militärverwaltung der Region Luhansk/AP/dpa

Falls sich die russischen Behauptungen bestätigen, wäre dies für Putin ein wichtiger Erfolg. Lyssytschansk war in den vergangenen Tagen der letzte große Ort, den die ukrainischen Truppen im Gebiet Luhansk noch hielten. Dessen Eroberung gehört zu den von Russland benannten Kriegszielen.

In der letzten Juni-Woche hatte das ukrainische Militär die Großstadt Sjewjerodonezk aufgeben müssen, die von Lyssytschank nur durch einen Fluss getrennt ist. Vor dem Krieg, den Russland Ende Februar begonnen hatte, lebten in dem Ballungsraum etwa 380 000 Menschen.

In der Mitteilung des russischen Verteidigungsministers hieß es nun: „Durch erfolgreiche Kampfhandlungen der russischen Streitkräfte zusammen mit den Einheiten der Luhansker Volksrepublik wurde die völlige Kontrolle über die Stadt Lyssytschansk und eine Reihe der nächstgelegenen Ortschaften hergestellt.“

Ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums bezeichnete dies in der BBC als unwahr. Russische Truppen griffen jedoch permanent an. „Für Ukrainer hat der Wert menschlichen Lebens oberste Priorität“, sagte der Sprecher. „Deshalb könnten wir uns manchmal aus gewissen Gebieten zurückziehen, um sie in der Zukunft zurückzuerobern.“ (dpa)

15 Antworten auf “Russland meldet Einnahme von Großstadt Lyssytschansk”

  1. Fragen an @ Frage
    Warum soll der europäische Steuerzahler für etwas bezahlen, dass er nicht kaputt geschossen hat, sondern der Russe?
    Warum schon Gelder fordern, wenn der Krieg noch nicht beendet ist, und Herr Selenzky ankündigt, in die von Russland besetzten Gebiete, zurück zu kehren, um erneut wieder kaputt zu bomben?

    • #Heike

      Sie haben richtig verstanden und deshalb auch richtig geantwortet.
      Ihnen würde ich die volle Punktzahl vergeben, wenn ich Punkte vergeben könnte.

      Was da in der Ukraine und in den Köpfen gewisser EU-Politiker vor sich geht, ist so schlimm und hanebüchen, „dass es einer Sau graust“ (Zitat Franz-Josef Strauß, CSU-Ehrenvorsitzender).

    • Hans Eichelberg

      „17:35 Uhr: ➤ Ukraine braucht 750 Milliarden Dollar für Wiederaufbau

      Ukrainische Regierung will den Wiederaufbau ihres kriegszerstörten Landes zu einem großen Teil mit russischem Geld finanzieren. Nötig seien nach Schätzungen mindestens 750 Milliarden Dollar (knapp 720 Milliarden Euro), sagte Ministerpräsident Denys Schmyhal am Montag bei der ersten großen Wiederaufbau-Konferenz in Lugano in der Schweiz.

      Herangezogen werden sollten die rund 300 bis 500 Milliarden Dollar Vermögenswerte des russi-schen Staates und von Oligarchen, die weltweit eingefroren seien, sagte Schmyhal. Juristen beto-nen, wie schwierig es ist, eingefrorene Vermögenswerte zu konfiszieren und auszugeben. Nötig wären unter Umständen Urteile vor internationalen Gerichten. Oligarchen müsste eine direkte Verantwortung für Beiträge zum Kriegsgeschehen nachgewiesen werden.

      Schmyhal präsentierte rund 1.000 Vertretern von Geberländern sowie internationalen Organisation und Finanzinstitutionen einen ersten, hunderte Seiten dicken Wiederaufplan. Sein Land brauche aber auch finanzielle Unterstützung anderer Länder, des Privatsektors und Kredite. Er appellierte an Partner, die dringendsten Reparaturen umgehend in Angriff zu nehmen, etwa Wasserversorgung und Brücken. Sein Land habe bereits Infrastruktur im Wert von 100 Milliarden Dollar verloren.
      Die Europäische Union werde die Ukraine unterstützen, bekräftigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Europa hat eine besondere Verantwortung und ein strategisches Interesse daran, die Ukraine auf diesem Weg zu begleiten“, sagte sie. (dpa)“

      Man will das Fell des Bären schon verteilen, aber der Bär läuft sich gerade warm?

  2. @ Mungo
    Ich dachte, das täte die Führung der Ukraine schon, seit der Russe da einmaschiert ist!?
    Lieblingsverb ~fordern~!
    Die Bevölkerung saniert die zerbombten Häuser selbst, mit einfachsten Mitteln, soweit das möglich ist. Wo ist da der Präsident Selensky?
    Von den Gebrüdern Klitschko hört man das selten bis nie.

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern