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Während TV-Schalte aus Hochwasser-Gebiet Gesicht mit Schlamm eingerieben: Reporterin entschuldigt sich

20.11.2020, Nordrhein-Westfalen, Hürth: Die Moderatorin Susanna Ohlen steht beim 25. RTL Spendenmarathon vor einer Fotowand. Foto: Henning Kaiser/dpa

Dass sie sich vor einer TV-Schalte aus dem Hochwasser-Gebiet selbst ihre Kleidung mit Matsch beschmiert hat, hat RTL-Moderatorin Susanna Ohlen als schweren Fehler bezeichnet.

„Mir als Journalistin hätte das niemals passieren dürfen. Als Mensch, dem das Leid aller Betroffenen zu Herzen geht, ist es mir passiert. Ich bitte um Verzeihung“, schrieb sie in der Nacht zu Freitag auf Instagram.

„Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen. Daraufhin habe ich mir, ohne zu überlegen, Schlamm auf meine Kleidung geschmiert.“

Ohlen, die auch „Guten Morgen Deutschland“ moderiert, war im RTL-Programm als Frau vorgestellt worden, die bei den Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel tatkräftig mit anpacke. Im Internet tauchten Videoaufnahmen auf, die Ohlen beim Einreiben mit Matsch zeigen.

„Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards. Wir haben sie daher direkt am Montag, nachdem wir davon erfahren haben, beurlaubt“, sagte eine RTL-Sprecherin. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgendes VIDEO. Es zeigt Reporterin Susanna Ohlen (im Hintergrund) vor der TV-Schalte aus einem Hochwasser-Gebiet beim Einreiben mit Matsch:

23 Antworten auf “Während TV-Schalte aus Hochwasser-Gebiet Gesicht mit Schlamm eingerieben: Reporterin entschuldigt sich”

  1. Krisenmanagement

    Trittbrettfahrer gibt es überall: Bildungsministerin der DG, MP,(Facebookpost als selbstlose Helfer, sauberes T-shirt und den pro-forma Dreckfleck auf der Hose) diese Reporterin alle Fahren auf dem Zug des Mitleids und der helfenden Hand. Man zögert nicht sich ein bisschen schmutzig zu machen. Oder die Mitleid heischende Geste der haltenden Hände der Merkel und Dreyer. Es war ein Bild der Scheinheiligkeit und des schlechten Gewissens. Es wurde aber als Mitgefühl ausgelegt. Kaum Fotos von den wirklichen Helfer. Nun diffamieren die deutschen Medien Teile der Helfer als AFD’ler und Querdenker. Nur ARD, ZDF, RTL, CDU, SPD, Grüne sind die zugelassenen Gutmenschen. Solche Auftritte in dieser Katastrophe sind eher die Regel, als die unrühmliche Ausnahme. Nur diese Tante von RTL hat sich erwischen lassen.

  2. Besorgte Mutter

    Irgendwie ist es schon gut, dass heute fast jeder Mensch immer und überall eine Kamera dabei hat. Hier, dass ist ein Verarsche auf niedrigem Niveau, aber die Qualitätsmedien veräppeln uns mit so vielem, das glaubt dir kein Mensch. Sie wissen um die Macht ihrer Bilder.
    Diese Aktion hier und zB. der Umstieg einer grünen NRW Ministerin kurz vor dem Zielort von einer super Dieselkarosse auf ein E-Auto, das sind alles Dinge die das Vertrauen der Bürger in sämtliche staatliche und öffentliche Organismen stark unterminieren.

  3. Ein (leider) weiters Beispiel für eine verlogene Presse. Haben die vergessen, welchen Auftrag die haben? Sind die sich bewusst, eine wesentliche Säule einer funktionierenden Demokratie zu sein? Nein. Hier ist der Begriff „Rampen***“ zu benutzen. Das ist beschämend und reißt eine ganze Begrufsgruppe in den Dreck. Sie MUSS ihren Job quittieren, für mich ist jetzt alles Lüge was sie sagt (Wer einmal lügt, dem . . .)

      • Hallo Walter Keutgen: Beurlaubt heißt nicht gefeuert. Und Letzteres wäre das einzig Richtige gewesen um Schaden von der Presse fern zu halten. Mal negativ formuliert: Die schmiert sich Dreck ins Gesicht, belügt die Menschen, verhöhnt die Opfer und die wirklichen Helfer und kriegt dann Urlaub?! Finde den Fehler . . .

        • Walter Keutgen

          Balou, die RTL-Sprecherin spricht sicher in Absprache mit Anwalt oder Justitiar. Was danach kommen wird, werden die RTL-Zuschauer ja sehen. Warum auf dem Wort „beurlauben“ herumreiten? „Feuern“ wird sicher kein Pressesprecher verwenden.

  4. der heilige josef

    Dummdreiste Rotznasen werden uns heute auf allen Sendern als Nachrichten Leute präsentiert. Aber umfassend gebildete Journalisten werden immer seltener, stattdessen einfältige nichtssagende Reportagen. Was waren das noch für glorreiche Zeiten als der Top Journalist Peter Scholl Latour uns die Welt erklärte. Er berichtete 1979 stundenlang live über die Rückkehr des Revolutionsführers Khomeini in den Iran, so nah dran wie er war keiner wenn Weltgeschichte geschrieben wurde.

  5. noergeler

    Hätte Sie und auch andere Journalisten und Journalistinnen , aus dem Gebiet frisch gestylt, womöglich noch in super Klamoten da gestanden hätte es geheissen , es ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer, wie die da erscheinen

  6. Faber2311

    Zitat vonKrisenmanagement: „Oder die Mitleid heischende Geste der haltenden Hände der Merkel und Dreyer.Es war ein Bild der Scheinheiligkeit und des schlechten Gewissens.“ Wenn sie ein guter Beobachter/in wären , hätten sie schon längst mitbekommen, das Malu Dreyer immer bei einem/r Kollegen/in eingehackt läuft. Sie leidet schon seit Jahren an Multiple Sklerose (und macht trotzdem ihren Job) Ihre Bemerkung ist vollumfäglich einfach nur geschmaktlos.

    • Krisenmanagement

      Da die Dreyer mein Exheimatland regiert, weiss ich sehr genau, was da ab geht. Frau Dreyer ist nicht immer so selbstlos. Manchmal kann auch eine Krankheit hilfreich sein. Wo war der Einsatz der Dreyer vorher für Hochwasserschutz … In Ausschüssen werden die betroffenen Bürgermeister nicht zu Wort kommen gelassen. Die Menschen waren allein. Der Katastrophenschutz funktioniert nicht wirklich. Ich darf geschmacklos sein. Fragen sie die Menschen mal in den Flutgebieten, was sie ohne freiwillige Helfer getan hätten? Sie wären verhungert und verdurstet. Die Autos waren weg. Schlamm war in den Strassen. Ehrenamtliche mussten es richten.

      • Gut beschrieben, so sieht es (leider) aus. Für Ihre Hilfe werden die Freiwilligen dann auch medial beschimpft und in irgendwelche politischen Ecken gedrückt oder einfach gar nicht beachtet als wären sie nicht da.
        Ein Deutschland in dem man gut und gerne lebt. Stimmt, das war mal so

  7. deuxtrois

    Leute, kommt mal wieder runter von eurem Guillotine-Trip.
    Die Frau hat klar einen Fehler begangen – sie sah alle waren dreckig und hatte selbst die besten Kleider an und wollte, dass es authentisch wirkt.

    Die Frau hat übrigens selbst verlauten gelassen, dass sie und ihr Mann (da sie eine Kölnerin ist) in der Gegend ein Ferienhaus hat. Sie war nach eigener Aussage vor dem Interview schon öfters vor Ort um zu helfen, auch weil sie selbst Betroffene ist.

    Natürlich kann das Statement auch eine Lüge sein. Sich mit Schlamm zu bekleckern war nicht gerade rühmlich, denn selbst in einem makellosen Outfit hätte wohl kein Hahn danach geschrien (wer erwartet denn auch, dass man während der Ausführung seiner beruflichen Tätigkeit nicht Wert auf sein Äußeres legt). Aber die Frau jetzt hier sozial hängen zu wollen oder die Medien als solche wieder zu verunglimpfen geht entschieden zu weit.

    Habt ihr nichts wichtigeres, worüber ihr euch aufregen könnt?

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