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„Sea-Watch 3“-Kapitänin Rackete im Europaparlament

03.10.2019, Belgien, Brüssel: Carola Rackete, Kapitänin aus Deutschland von der „Sea Watch 3“, spricht vor dem Innenausschuss des Europaparlaments. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Die deutsche Kapitänin Carola Rackete hat im Europaparlament eine EU-weite Regelung für die Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer gefordert. Es sei eine Schande für Europa, dass noch immer keine langfristige Lösung gefunden sei, wie Gerettete auf die EU-Länder verteilt werden, sagte Rackete am Donnerstag in Brüssel.

Anlass war der sechste Jahrestag des Untergangs eines Flüchtlingsboots vor der italienischen Insel Lampedusa, bei dem mehr als 300 Menschen ertrunken waren.

Die EU solle ihren humanitären Auftrag ernst nehmen und Verantwortung nicht an Länder wie Libyen abgeben, wo Geflüchtete ein unsicheres Schicksal erwarte. sagte die 31-Jährige. „Libyen ist kein sicherer Hafen.“ Zur Zeit gebe es nur wenige Rettungsschiffe. Jeden Tag kämen Menschen ums Leben.

04.01.2019: Gerettete Migranten und Besatzungsmitglieder an Bord der „Sea-Watch 3“. Foto: Chris Grodotzki/Sea-Watch.org/dpa

Racketes Forderungen kommen wenige Tage vor einem Treffen der EU-Innenminister in Luxemburg. Dort will der deutsche Ressortchef Horst Seehofer gemeinsam mit den Innenministern von Frankreich, Italien und Malta andere EU-Länder davon überzeugen, sich einer freiwilligen Übergangsregelung anzuschließen. Gerettete sollen künftig innerhalb von vier Wochen auf die teilnehmenden EU-Länder verteilt werden.

Gegen Rackete laufen in Italien Ermittlungen, unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung. Ende Juni steuerte sie ihr Schiff mit etwa 50 Migranten in den Hafen von Lampedusa und widersetzte sich damit der Anordnung des damaligen rechten Innenministers Matteo Salvini. Ihr Schiff „Sea-Watch 3“ darf nicht wieder in See stechen. Rackete rechnet mit einem Ende des Verfahrens in ein bis zwei Jahren. (dpa)

33 Antworten auf “„Sea-Watch 3“-Kapitänin Rackete im Europaparlament”

  1. Hans Eichelberg

    Die Rechenaufgabe – wer nimmt wie viel – stellt sich nicht, wenn man die Idee des bayrischen Innenminister Dr. Herrmann berücksichtigt:
    „Das eigentliche Problem bei der gegenwärtigen Konstruktion ist, dass jeder, der vor dem Ertrinken gerettet wird, nach Europa gebracht wird.
    Die Logik muss aber sein: Wer aus Afrika kommt und sich in Seenot bringt, wird wieder nach Afrika zurückgebracht. Wenn wir das durchsetzen würden, käme sehr schnell niemand mehr auf die Idee, sich von Schleusern auf ein Gummiboot setzen zu lassen.“
    Dann könnte die deutsche Kapitänin Carola Rackete Deutschkurse in Nord-Afrika anbieten.

  2. Vom Abgrund nämlich

    Widerlich, Die laden eine Verbrecherin ein, die Terroristen anscleppt und gegen den Willen einer EU-Regierung agierte. Jeden Tag drängt uns die EU tiefer in den Abgrund, jeden Tag.

  3. Recht hat die gute Frau. Eine humanitäre Gesellschaft sollte sich schämen, so mit Migranten umzugehen. Wir sollten uns an der Aufnahme beteiligen und Flüchtlinge aufnehmen. Deutschland sollte uns da ein Vorbild sein. Wir leben in einer Gesellschaft, die ein Nachwuchsproblem hat. Unsere Gesellschaften in Europa schrumpfen. Dies könnte durch Migration ausgeglichen werden.

  4. Sie haben Recht
    Wird in Spanien Geehrt , spricht im Europaparlament
    Die gehört im Knast
    Warum bringen die Schiffe die sie aufnehmen nicht zurück in das Land wo sie herkommen ?
    Genug ist Genug

    • Hans Eichelberg

      #klar
      „Eine Schande ist das diese Gesetzesbrecherin und Schleusergehilfin noch immer auf freiem Fuss ist!“
      Vielleicht, da Innenminister Salvini sich nicht mehr um den Fall „Rackete“ kümmern kann?

      • Walter Keutgen

        Hans Eichelberg, der Fall Rackete ist jetzt in den Händen der italienischen Justiz. Dabei gibt es zwei Taten zu bewerten. Einmal die Seenotrettung von Menschen die sich bewusst in Seenot gebracht haben und ihre Verbringung nach Italien, weil der nahe gelegene libysche Hafen nicht sicher gewesen sein soll. Zum anderen die Fastrammung eines italienischen Zollschiffs. Wegen der Handlungseinheit muss das im selben Verfahren behandelt werden.

    • Hans Eichelberg

      #Pensionierter Bauer
      Sie haben recht. Es ist schon sehr merkwürdig, wer in dieses Parlament so alles eingeladen wird, um dann seine Ideen zum Besten zu geben und dann auch noch gefeiert wird.
      Aber, einladen und reden lassen ist die eine Sache, aber dann noch klatschen?
      Wäre es zulässig, bei den Klatschern den IQ testen zu lassen?

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