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Zwei Medaillen für Belgien, aber nicht Gold bei der WM im Einzel-Zeitfahren: 1. Ganna – 2. van Aert – 3. Evenepoel

19.09.2021, Belgien, Brügge: Der Zweitplatzierte Wout van Aert (l-r) aus Belgien vom Team Jumbo-Visma, der Sieger Filippo Ganna aus Italien vom Team Ineos Grenadiers und der Drittplatzierte Remco Evenepoel aus Belgien vom Team Deceuninck - Quick-Step stehen auf dem Podium. Foto: Kurt Desplenter/BELGA/dpa

AKTUALISIERT – Mit dem Einzel-Zeitfahren der Männer hat am Sonntag die 100. Ausgabe der Straßenrad-WM in Flandern begonnen. Belgien gewann zwei Medaillen, aber leider nicht die in Gold. Es siegte erneut der Italiener Filippo Ganna. Silber ging an Wout van Aert, Bronze an Remco Evenepoel.

Beim Auftaktrennen standen 43,3 weitgehend flache Kilometer von Knokke-Heist nach Brügge auf dem Programm. Wie schon im letzten Jahr in Imola siegte Ganna vor van Aert, der inzwischen im Zeitfahren an zweite Plätze abonniert zu sein scheint.

In einer Zeit von 47:47,83 Minuten war Ganna 5,37 Sekunden schneller als van Aert. Evenepoel fuhr in 43:34 Minuten auf den dritten Rang. Vierter und Fünfter wurden der Däne Kasper Asgreen und der Schweizer im Zeitfahren, Stefan Küng.

Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar aus Slowenien lag als Zehnter deutlich zurück, sein Landsmann Primoz Roglic ging auf der flachen Spezialistenstrecke erst gar nicht an den Start.

19.09.2021, Belgien, Brügge: Wout van Aert aus Belgien in Aktion. Am kommenden Sonntag bei der WM im Straßenrennen ist der Alleskönner der Topfavorit. Foto: Olivier Matthys/AP/dpa

Wichtiger als das Einzel-Zeitfahren ist indes für Silbermedaillen-Gewinner van Aert indes das Straßenrennen am kommenden Sonntag, dem 26. September, mit Ankunft in Löwen.

Bereits am Sonntag beim Start des Einzel-Zeitfahrens auf der Strandpromenade in Knokke wie auch bei der Ankunft in Brügge herrschte eine beeindruckende Atmosphäre.

Viel mehr Radsport-Begeisterung als in Flandern geht kaum. Die Flandern-Rundfahrt ist eines von fünf Monumenten im Profi-Radsport neben Mailand-Sanremo, Lüttich-Bastogne-Lüttich, Paris-Roubaix und die Lombardei-Rundfahrt. Die „Ronde“ ist ein großes Volksfest. Diese Woche ist Flandern Ausrichter der Radsport-WM.

Der 27 Jahre alte van Aert ist der ganz große Allrounder der Radsport-Szene. Lange Zeit glaubte man, dass es so etwas im modernen Radsport nicht mehr geben könne. Aber van Aert beweist, dass es möglich ist.

Wout van Aert ist der neuzeitliche „Kaiser von Herentals“

Bei der diesjährigen Tour de France gewann der 27-Jährige mehrfache Cyclocross-Weltmeister drei Etappen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: zunächst eine Bergetappe über den legendären Mont Ventoux, dann ein Einzelzeitfahren und schließlich den finalen Sprint in Paris. Dass er bei seinem WM-Heimspiel Topfavorit im Straßenrennen und Mitfavorit im Kampf gegen die Uhr ist, verwundert daher nicht, zumal van Aert bei der Tour von Großbritannien mit vier Etappensiegen und dem Gesamtsieg bewiesen hat, dass er auch nach einer langen Straßenrad-Saison in bestechender Form ist.

Van Aerts Traum ist es, sein schwarz-gelb-rotes Trikot des belgischen Landesmeisters am 26. September gegen das Regenbogen-Trikot des Straßenrad-Weltmeisters zu tauschen.

Wie groß die Radsport-Begeisterung in Flandern ist, zeigt sich jedes Jahr bei der Flandern-Rundfahrt, wenn die Radprofis, angefeuert von den Zuschauern, die Mauer von Geraardsbergen (wie hier im Jahr 2019) erklimmen müssen. Foto: Shutterstock

Nationalcoach Sven Vanthourenhout hat ihm dafür ein Team zur Seite gestellt, das zu 100 Prozent für ihn arbeitet, damit der neuzeitliche „Kaiser von Herentals“, wie einst die ebenfalls in der Stadt in der Provinz Antwerpen lebende belgische Radsportlegende Rik Van Looy genannt wurde, Weltmeister im eigenen Land, ja sogar in der eigenen Region, zu werden.

Übrigens: Wout van Aert wurde in Belgien als Sohn niederländischer Eltern geboren. Sein Name enthält deshalb, anders als in Belgien üblich, wie in den Niederlanden ein klein geschriebenes „van“ anstelle eines groß geschriebenen „Van“.

Die belgische Mannschaft für Sonntag, den 26. September: Wout van Aert, Tiesj Benoot, Victor Campenaerts, Tim Declercq, Remco Evenepoel, Yves Lampaert, Jasper Stuyven und Dylan Teuns. (Reservisten: Philippe Gilbert, Greg Van Avermaet, Tim Merlier, Gianni Vermeersch und Tim Wellens). Van Aert und Evenepoel sind auch beim Einzelzeitfahren an diesem Sonntag, 19. September, am Start.

Coronabedingt war die Straßenrad-WM im vergangenen Jahr auf wenige Wettbewerbe eingekürzt worden. Das italienische Imola sprang spontan als Ausrichter ein. In diesem Jahr steht in Flandern die 100. Ausgabe der Titelkämpfe an, passend dazu wird wieder das volle Programm durchgezogen. (cre/dpa)

Der Zeitplan der Straßenrad-WM in Flandern:

Datum Startzeit Zielort Wettbewerb
19. September 14.30 Uhr Brügge Zeitfahren Männer
20. September 10.40 Uhr Brügge Zeitfahren Männer U23
14.40 Uhr Brügge Zeitfahren Frauen
21. September 10.30 Uhr Brügge Zeitfahren Juniorinnen
14.55 Uhr Brügge Zeitfahren Junioren
22. September 13.45 Uhr Brügge Zeitfahren Mixed
24. September 08.15 Uhr Löwen Straßenrennen Junioren
13.25 Uhr Löwen Straßenrennen Männer U23
25. September 08.15 Uhr Löwen Straßenrennen Juniorinnen
12.20 Uhr Löwen Straßenrennen Frauen
26. September 10.25 Uhr Löwen Straßenrennen Männer

 

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