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Westliche Geheimdienste: Putins Berater haben Angst, ihm die Wahrheit zu sagen – „Streitkräfte demoralisiert“

27.02.2022, Russland, Moskau: Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Poolbild zeigt Wladimir Putin (r), Präsident von Russland, während eines Treffens mit Sergej Schoigu (2.v.l), Verteidigungsminister von Russland, und Waleri Gerassimow (l), Generalstabschef der russischen Streitkräfte. Putin hat die russischen Atomstreitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Foto: Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Der russische Präsident Wladimir Putin wird nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste falsch über die Lage in der Ukraine informiert.

Putins Berater hätten Angst, ihm die Wahrheit zu sagen, sagte der Chef der britischen Geheimdienstbehörde GCHQ, Jeremy Fleming, bei einem Besuch in Australien. Dennoch müsse dem Kreml das Ausmaß der Fehleinschätzungen klar sein. Zuvor hatte sich die US-Regierung ähnlich geäußert.

In Washington sagte die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Kate Bedingfield, unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, Putin habe sich vom russischen Militär getäuscht gefühlt. Das verursache andauernde Spannungen zwischen dem Kremlchef und der militärischen Führung.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte, es sei Anlass zur Sorge, wenn Putin falsch oder nicht informiert sei über die Vorgänge in der Ukraine.

29.03.2022, Russland, Moskau: Das Poolfoto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der an einem Treffen teilnimmt. Foto: Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Fleming sagte in Canberra, die russischen Streitkräfte seien zutiefst demoralisiert. „Wir haben gesehen, wie sich russische Soldaten – knapp an Waffen und Moral – weigerten, Befehle auszuführen, ihre eigene Ausrüstung sabotierten und sogar versehentlich ein eigenes Flugzeug abschossen.“ Es gebe logistische Fehler, viele russische Opfer sowie Chaos innerhalb der militärischen Führung.

„Wir haben gesehen, wie Putin sein eigenes Volk belogen hat, um militärische Inkompetenz zu verbergen“, sagte Fleming in seiner Rede an der Australian National University, die Government Communications Headquarters (GCHQ) in der Nacht zum Donnerstag veröffentlichte.

Putin habe sowohl den Widerstand der Ukrainer als auch die Geschlossenheit des Westens und die Folgen der Sanktionen unterschätzt. „Er hat die Fähigkeiten seines Militärs überschätzt, einen schnellen Sieg zu erringen.“ Nun versuche Putin, die Fehler mit noch mehr Härte wettzumachen, auch in Russland selbst.

„Er strebt nach brutaler Kontrolle über Medien und dem Zugang zum Internet, er strebt danach, die Stimmen der Opposition zu unterdrücken, und er investiert viel in Propaganda und verdeckte Aktivitäten“, sagte Fleming.

Fleming sagte weiter, es sei volle Absicht, dass westliche Geheimdienste zahlreiche Informationen freigeben. Damit solle sichergestellt werden, dass die Wahrheit gehört werde, sagte der Behördenchef.

Vor allem britische und US-Geheimdienste hatten bereits vor Beginn der russischen Invasion in seltener Offenheit vor einem Angriff gewarnt und veröffentlichen seit Kriegsbeginn regelmäßig Informationen. (dpa)

34 Antworten auf “Westliche Geheimdienste: Putins Berater haben Angst, ihm die Wahrheit zu sagen – „Streitkräfte demoralisiert“”

  1. Vorstellen kann ich mir daß seine Generäle und Berater sich davor fürchten ihm schlechte Nachrichten zu überbringen, jedoch sind wir sicher objektive Infos zu bekommen? Vor allem zu kriegszeiten wird beidseitig gelogen daß sich die Balken biegen.
    Ich jedenfalls hätte Angst vor ihm und seinen Entscheidungen

  2. Der ist schlimmer als Ceaușescu, und was mit dem passiert ist weiß jeder und danach gab es Frieden, rede heut noch mit Leute aus Roemenië und sind froh dass dieser Zeit unter der Diktator vorbei ist.

  3. Pensionierter Bauer

    Viele Menschen mit narzisstischem Charakter können nicht mit Wahrheiten umgehen die ihrem, oftmals sehr engem, Weltbild widersprechen. Ein großes Problem ist, dass sich im Bereich der „Mächtigen“ sehr viele Narzissten befinden.
    Narzistische Menschen sind überall ein großes Problem, in der Familie, in den Vereinen und Pareteien, in den Betrieben und Unternehmen und auch in Führungsgremien von öffentlichen Körperschaften.

  4. der heilige josef

    Wir bleiben immer die Kinder die wir einmal waren, bemerkte Albert Einstein. Und Putin als Kind klein und schmächtig und in einer rauen Gegend zu Hause, musste sich irgendwie immer behaupten, wenn er nicht von den anderen Halbstarken der Leningrader / St. Petersburger Hinterhöfe regelmäßig heftig verprügelt werden wollte. So kam er zu den Kampfsportarten und schlug zurück ohne Gnade. Später ging er dann zum KGB, die Angehörigen dieser Geheimdienstorganisation waren in der sowjetischen Bevölkerung nicht gerade beliebt aber sie wurden respektiert. Und zur DNA Putins gehört noch immer die Denkweise des KGBs.

  5. Robin Wood

    Dies ist ein Medienkrieg.
    Ich glaube keiner Seite was.

    Im Zeitalter der sozialen Medien glaube ich nicht, dass Putin einsam und abgeschottet in irgendeinem Bunker sitzt und nur hört, was seine Generäle ihm sagen.

  6. der Heiliger Josef
    Mal nachrechnen in welchem Alter er Kampfsport machte, dann ausrechnen wie alt er war, Tipp jetziges alter abziehen als er den schwarzen Gürtel bekam dann haben sie das Ergebnis

    • Gegen Klichko hätte Putin keine Chance! Der hat super Video wie er in einer Scheune Boxt und immer grüne Miltärfarben an! Und hat einen Helm und eine Schusssichere Weste!!!!!!! Wenn Silvester stalone Präsident in den USA wird gehts rund….;

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