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Präsenz ihrer Fußball-Legende Thierry Henry im Trainerteam der Roten Teufel irritiert Franzosen

26.06.2018, Russland, Dedowsk: Konditionstrainer Richard Evans (l), Assistenztrainer Thierry Henry (M) und Nationaltrainer Roberto Martinez (r) von Belgien stehen während des Trainings auf dem Platz. Foto: Bruno Fahy/BELGA/dpa

Als Belgiens Nationaltrainer Roberto Martinez vor zwei Jahren den früheren französischen Weltklasse-Stürmer Thierry Henry in sein Trainerteam holte, waren viele Franzosen etwas perplex. Ihr Nationaltrainer Didier Dechamps äußerte sich sogar etwas abfällig über Henrys neue Rolle als Trainerassistent bei den Roten Teufeln.

Zwei Jahre später spielt Frankreich gegen seinen Rekordtorschützen im Halbfinale der WM – und ist ein wenig irritiert.

„Es ist bizarr, ihn auf der Gegenseite zu sehen“, meinte Stürmer Olivier Giroud: „Wir hätten ihn natürlich lieber in unserem Team.“

Dazu ist es aber nicht gekommen, wahrscheinlich weil der französische Fußballverband sich erst gar nicht um eine Mitarbeit von Thierry Henry bemüht hat.

27.06.2018, Russland, Kaliningrad: Eden Hazard aus Belgien (r) und Thierry Henry, Co-Trainer von Belgien (hinten Mitte), beim Training. Foto: Adam Davy/PA Wire/dpa

Deshalb ist der 40-Jährige, der 1998 mit der „Équipe tricolore“ Weltmeister und 2000 Europameister wurde, jetzt bei den Roten Teufeln, die seinen Beitrag sehr zu schätzen wissen.

„Er ist sehr wichtig für uns, er erzählt uns seine Geschichten und bringt all seine Erfahrung ein“, sagte Verteidiger Toby Alderweireld im Trainingscamp in Dedowsk. „Auch im Turnier wird er uns helfen. Sein Wissen über Fußball und die WM ist positiv für uns.“

Mit seinem Job bei der Fußball-WM in Russland verdient Thierry Henry kein Geld. Die 50.000 Euro Jahresgehalt spendet der ehemalige Weltklasse-Torjäger und Multi-Millionär an wohltätige  Organisationen. Seine Aufgabe als Co-Trainer Belgiens sieht Henry ganz anders an. „Ich glaube, dass dieses Team Geschichte schreiben kann“, sagt der 40 Jahre alte Franzose.

Henry begleitet Romelu Lukaku und dessen Kollegen, er profitiert von dieser Chance als Novize im Trainergeschäft so sehr wie die Sturmjuwelen der Belgier von der riesigen Erfahrung des früheren Arsenal-Stars. Er wolle an der Seite von Roberto Martinez vor allem lernen, hatte Henry, der in England auch als TV-Fußballexperte arbeitet, von Beginn an den Grund seiner Tätigkeit als Assistent im Team der Roten Teufel umschrieben. (cre/dpa)

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