Gesellschaft

Polemik in der Gemeinde Wemmel: Priester verweigert Beerdigung eines zweijährigen Kindes, weil frankophon

09.01.2021, Belgien, Wemmel: Die Sint-Servaaskerk in Wemmel. Foto: Shutterstock

Die katholische Kirche in Belgien sorgt mal wieder für Polemik, diesmal aus sprachpolitischen Gründen: In der Gemeinde Wemmel im Norden von Brüssel hat ein Priester die Beerdigung eines zweijährigen Mädchens verweigert, weil die Familie frankophon ist.

Das meldet am Donnerstag die Tageszeitung „La Dernière Heure“ unter Berufung auf den Bestatter Olivier Vandenhoute, der über den Vorfall sehr verärgert ist und die Sache auf Facebook öffentlich machte.

Bei dem Kind handelt es sich um ein zweieinhalbjähriges Mädchen afrikanischer Herkunft.

Mit diesem Posting auf Facebook machte der Bestattungsunternehmer Olivier Vandenhoute den Fall öffentlich.

„Ein echter Skandal“, empörte sich Vandenhoute, der Priester habe sich geweigert, die Beerdigung vorzunehmen, weil die Familie des Mädchens nicht niederländischsprachig sei.

„Die Kirche beklagt sich über den Verlust von Gemeindemitgliedern, aber wenn man sieht, was dort passiert, ist das verständlich und nicht hinnehmbar“, entrüstet sich der Bestatter. „Stellen Sie sich den Schmerz dieser Eltern vor, die gerade ein Kind verloren haben und versuchen, ihm eine würdige letzte Ehre zu erweisen.“

Wemmel ist eine der sogenannten Gemeinden mit Spracherleichterungen (Fazilitäten). Vandenhoute: „Es ist klar, dass in Gemeinden mit Fazilitäten wie Wemmel der Frankophone immer weniger willkommen ist. Und es ist nicht das erste Mal, dass wir mit dieser Art Problem konfrontiert werden. Letztes Jahr musste eine französischsprachige Familie an einer Trauerfeier auf Niederländisch teilnehmen, da die Feier sonst nicht hätte stattfinden können. Bravo, die Kirche beugt sich dem Flamingantismus eines Bürgermeisters. Ich bin selbst seit jeher zweisprachig und schäme mich, Belgier zu sein.“

Der Bürgermeister von Wemmel, Walter Vansteenkiste, wurde von Sudpresse kontaktiert und versicherte, dass Französischsprachige in seiner Gemeinde willkommen seien. Er verwies darauf, dass es auf dem Gebiet der Gemeinde Wemmel eine niederländischsprachige und eine französischsprachige Kirche gebe. (cre)

33 Antworten auf “Polemik in der Gemeinde Wemmel: Priester verweigert Beerdigung eines zweijährigen Kindes, weil frankophon”

  1. Besorgte Mutter

    Wie bescheuert ist das denn?
    Und jeden Sonntag predigt er in der flämischen Sprache bestimmt von der Nächstenliebe.
    Ein Glück, dass wir hier so entspannt mit der Sprache des Anderen umgehen können.

      • Walter Keutgen

        Werner Radermacher, „Nein“, wie bei den Pädophilieskandalen zeigt sich, dass die theoretisch streng hierarchisch organisierte katholische Kirche ihre Priester nicht in der Hand hat. Sie hat übrigens so wenige, dass sie vermutlich den Mann nicht einmal absetzt oder versetzt.

  2. Die Würde des Menschen ?

    In Belgien werden die Priester doch vom Staat bezahlt… Dann gild das Grundgesetz… Was der macht ist ‚Jobverweigerung‘ aus rassistischen Gründen. Daher muss die Konsequenz sein, seitens unseres Staates : Gehaltsverweigerung für alle Priester, bis der Arbeitgeber ‚die Kirche‘ Wiedergutmachung geleistet hat, und den jeweiligen möchtegerne Priester entlassen hat !

    • Der Staat, das heißt der Steuerzahler (auch wenn er kein Kirchenmitglied ist) darf für die Priester-Gagen zahlen, aber verpflichtet fühlen sich diese Herrschaften den archaischen, mittelalterlichen Regeln ihrer Kirche.

  3. Frankenbernd

    eigentlich nichts Neues, diese Diskriminierung besonders im flaemischen Speckguertel von Bruessel. Dort werden schon lange Flamen erfolgreich aufgefordert, nicht an Wallonen zu vermieten oder ein Haus zu verkaufen. Und dieses ist, nein nicht irgendein Dritte Welt Land, sondern Belgien! Sitz von EU und Nato, mit der ‚Hauptstadt Europas‘!! Wir muessen uns wirklich nicht wundern wenn uns der ‚belgische Laden‘ irgendwann komplett um die Ohren fliegt!

    • Frankenbernd

      Belgien ist ein dreisprachiges Land, wenn auch nicht immer konsequent durchgezogen, wissen gerade wir in der DG sehr gut. Aber auch wenn es zwei Kirchen in dem Ort gibt, meine Guete! Gerade von der Kirche! Man kennt ja die Geschichten von Sportvereinen die im Randgebiet keine Wallonen aufnehmen wollen und all der Unsinn. Man soll mal bitte in die Schweiz schauen wo drei bzw. 4 Sprachengruppen friedlich miteinander leben,die brauchen nicht mal ‚Fazilitaeten‘ damits klappt.

    • besserwisser

      Die Priester, lach….. gehen auf Urlaub mit ihrer Kammerdienerin , haben viele Hobby’s , nie Zeit, sind gestresst.
      Beerdigungen uninteressant…..da doch jeder laut Bibel irgenwann im Himmel kommt …..
      Kinder, viele sind einigen Priestern als Opfergabe zur Befriedigung ihrer Lüste ….;
      Man soll doch besser Frauen als Priesterinnen zulassen, besseres Menschengefühl und Moral

  4. NL or FR, you habe the choice in Wemmel

    In Wemmel gibt es eine französisch- und eine niederländischsprachige Kirche, siehe letzter Satz des Artikels.
    Warum fragt man dann in der NLsprachigen Kirche an eine Messe auf französisch zu veranstalten? Warum nicht direkt in der französischsprachigen…?
    Für mich ist das sich Ärger suchen, vor allem in solch einer sprachlich angespannten Region wie dem Brüsseler Rand.
    Kann die Aufregung hier im Forum daher nicht ganz nachvollziehen, so jetzt könnt ihr mich steinigen.

    • R.A. Punzel

      @NL or FR: Die Sauerei mit der Steinigung solltest du in arabischen Siedlungen (St. Gilles, Moolenbeek…) in Brüssel erledigen lassen: Einfach einen Koran verbrennen, der Rest erledigt sich von selbst. Auf arabisch selbstverständlich. Gutes Gelingen.

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