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Er war der erste „Millionentransfer“ von Paul Brossel: Ex-AS-Spieler Philippe Garot mit 74 Jahren gestorben

Philippe Garot (2.v.r.) als Verteidiger von Standard Lüttich in einer Szene des Spiels gegen RWDM am 23. Januar 1977 mit Standard-Torhüter Christian Piot (l) und RWDM-Spieler Hubert Cordiez (r). Foto: Belga

Der ehemalige Fußballer und Trainer Philippe Garot ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Der Mann aus Verviers hat die Geschichte mehrerer Vereine des Landes geprägt – auch die der AS Eupen.

Seine Karriere begann Philippe Garot in Verviers, wo er auch geboren wurde. Nach fünf Jahren beim CS Verviers wechselte er zum Nachbarn AS Eupen.

Der Transfer zum ostbelgischen Zweitligisten sorgte damals für Schlagzeilen, denn Paul Brossel, der Manager der AS Eupen, zahlte für Garot, der zuletzt in Verviers als Innenverteidiger eingesetzt wurde, aber in Eupen wieder als Sturmspitze für Tore sorgen sollte,  die für damalige Verhältnisse unvorstellbare Summe von 3,5 Millionen Belgische Franken.

Bei Standard Lüttich erlebte Philippe Garot seine beste Zeit. Dieses Bild aus der Saison 1979/1980 zeigt ihn (mittlere Reihe sitzend, 3.v.r.) neben Helmut Graf (mittlere Reihe sitzend, 2.v.r.) mit dem damals vom legendären Ernst Happel (r) trainierten Team. Foto: Belga

Zusammen mit Philippe Garot kam auch der junge Helmut Graf nach Eupen. Beide verkörperten das, was die Transferpolitik von Manager Brossel Anfang der 1970er Jahre ausmachte: Der clevere und geschäftstüchtige Manager kaufte Spieler wie Garot, Graf und später auch „Ole“ Kallius und Rainer Gebauer, um sie später für noch mehr Geld an einen anderen belgischen Club zu verkaufen.

Die Saison 1971/1972 mit Philippe Garot im Sturm begann für die AS Eupen furios mit einem 2:1-Auswärtssieg bei AA Gent. Der neue „Millionenstürmer“ erzielte auf Anhieb beide Eupener Treffer. Es sollten nicht die einzigen Tore des AS-Millioneneinkaufs bleiben. Beim Eupener 1:0-Sieg auswärts beim CS Verviers erzielte Garot ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein den einzigen Treffer.

Die AS beendete die Saison auf dem 10. Platz. Garot, dessen Traum es immer war, Profifußballer zu werden, verließ die AS nach nur einer Saison und ging zu Daring Molenbeek, der 1975 nach der Fusion mit Racing White als RWDM Landesmeister wurde.

Kurz vor seinem Wechsel nach Molenbeek im Sommer 1972 bestritt Garot noch mit der AS Eupen ein Galaspiel am Kehrweg gegen Rekordmeister RSC Anderlecht, der in Bestbesetzung (mit u.a. Rob Rensenbrink und Jan Mulder) antrat, während die AS Eupen u.a. durch Ex-Alemannia-Aachen-Torjäger Roger Claessen verstärkt wurde. Die Partie endete 1:1.

AS-Manager Paul Brossel (r) 1972 mit Ulrich „Ole“ Kallius (l), den er als Nachfolger von Philippe Garot nach Eupen holte. Foto: privat

AS-Manager Brossel hatte jedenfalls mit dem Garot-Transfer wieder einen Coup gelandet. Hatte man ihn noch ein Jahr zuvor wegen der für den damals noch weitgehend unbekannten Philippe Garot gezahlten Ablösesumme von 3,5 Millionen Franken für verrückt erklärt, verkaufte er den Spieler für 4,5 Millionen Franken an Daring. Und für Garot holte Brossel Ulrich „Ole“ Kallius aus Oberhausen. Auch Kallius blieb nur ein Jahr in Eupen und wechselte zu Olympic Charleroi.

Am Ende der Saison 1973/1974 kam Philippe Garot zu Standard Lüttich, wo der jetzt wieder zum Verteidiger mutierte ehemalige Stürmer den ruhmreichsten Teil seiner Karriere mit über 200 Spielen für die „Rouches“ erlebte.

In dieser Zeit bestritt Garot zwei Länderspiele für die Roten Teufel: Am 26. September 1979 spielte er zusammen mit Pfaff, Ceulemans & Co. im Stadion „Kuip“ von Rotterdam (0:1-Niederlage), und beim 2:0-Sieg gegen Portugal am 17. Oktober 1979 wurde er von Trainer Guy Thys in der 75. Minute für Michel Renquin eingewechselt.

Nach sechs Jahren Treue zu Standard Lüttich wurde Garot zum KSK Beveren transferiert, für den er vier Spielzeiten lang spielte und dabei einen belgischen Meistertitel und einen belgischen Pokal gewann.

Bevor er in der Saison 1986/1987 seine Spielerkarriere bei den Francs Borains beendete, wechselte der zweimalige Rote Teufel noch einmal für zwei Spielzeiten zu RWDM. In Molenbeek startete er seine Laufbahn als Spielertrainer bzw. Trainer, die ihn noch nach Mons, zur Elfenbeinküste, nach Seraing und zu Standard Fémina, der Damen-Mannschaft von Standard Lüttich, führte.  Selbst im hohen Alter blieb Garot aktiver Fußballer. Mit 53 Jahren spielte er noch in der 3. Provinzklasse für Templiers. (cre)

11 Antworten auf “Er war der erste „Millionentransfer“ von Paul Brossel: Ex-AS-Spieler Philippe Garot mit 74 Jahren gestorben”

  1. AS-FAN-KELMIS

    Mit Garot ging die gloreiche AS Zeit los. Habe Ihn leider nicht bei der AS spielen sehn. Aber Kallius schon, denn seit 1973 stehe ich ja bei der AS auf der Matte, und garantiere dies bis zu meinem Lebensende !!!!

    • Ulrich Kallius

      Lieber AS-Fan-Kelmis,
      Solche Fans wünscht sich jeder Club!
      Es war für mich eine sehr schöne Zeit in Eupen!Liebe Grüße an den Club und an die treuen Fans sendet die ehemalige No.9
      Ole Kallius

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