Politik

„Die Idee ist gut“: Oliver Paasch erklärt im Interview, warum er für eine Regionalwährung in Ostbelgien ist

Max Hilbert, Projektkoordinator des Vereins "De Kär", zeigt am 26.07.2013 in Beckerich (Luxemburg) die Scheine der Regionalwährung "Beki". Die erste Regionalwährung in Luxemburg, der „Beki“, ist nach Ansicht seiner Gründer zunehmend beliebt. Foto: Oliver Dietze/dpa

Wenn vor 15 Jahren Joseph Meyer als Sprecher von Vivant im Parlament der DG am Rednerpult zum wiederholten Male eine Lanze für den „Venntaler“ als Regionalwährung brach, wurde er von den Abgeordneten der anderen Fraktionen ausgelacht.

Heute bekennt sich die Vivant-Fraktion nach wie vor zur Regionalwährung und hat sogar in der Person von DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) einen prominenten Mitstreiter gefunden.

„Die Vivant-Fraktion freut sich, auch wenn es lange gedauert hat“, erklärten die drei Vivant-Abgeordneten Michael Balter, Alain Mertes und Diana Stiel.

„Vor 15 Jahren hatte Vivant dieses Thema zum ersten Mal im Parlament eingebracht. Damals wurde schallend gelacht, als Joseph Meyer dieses Thema erklärte und den Begriff ‚Venntaler‘ prägte. Bald könnte eine Regionalwährung in der DG Wirklichkeit werden. Wie diese dann letzten Endes heißt, ist unbedeutend“, so Vivant.

DG-Ministerpräsisident Oliver Paasch (ProDG). Foto: Gerd Comouth

Warum Oliver Paasch die Einführung einer regionalen Währung in Ostbelgien befürwortet, erklärt der Ministerpräsident der DG im folgenden Interview mit „Ostbelgien Direkt“.

OD: Herr Ministerpräsident, einst haben sich die führenden Politiker in der DG totgelacht, wenn Joseph Meyer von Vivant mal wieder den „Venntaler“ zum Thema machte. 15 Jahre später schlagen Sie selbst die Einführung einer Regionalwährung vor. War Joseph Meyer weitsichtig und der Rest des Parlaments kurzsichtig? Oder wie sonst soll man Ihre Kehrtwende bewerten?

Oliver Paasch: Ich interessiere mich schon lange für komplementäre Regionalwährungen. In vielen Gemeinden und Regionen wird damit gearbeitet. Entsprechende Konzepte und Vorläufer gibt es schon lange. Die erste bekannte Regionalwährung wurde Anfang der 1930er Jahre im österreichischen Wörgl mit Erfolg eingeführt. Heute existieren weltweit hunderte Regionalwährungen. Joseph Meyer hat also dieses Konzept nicht erfunden. Und ich habe mich auch nicht über ihn oder diese Idee totgelacht. Die Idee ist gut.

OD: Sie sind aber damals seiner Argumentation nicht gefolgt? Warum nicht?

Paasch: Was mich an Joseph Meyers Reden seinerzeit störte, war nicht der Vorschlag, eine komplementäre Regionalwährung einzuführen, sondern seine radikale Ablehnung des Euro als Zahlungsmittel. Er hat damals so getan, als könne die DG den Euro abschaffen oder sich aus der Eurozone verabschieden. Das war ziemlich weltfremd.

OD: Wie soll Ihr System einer Regionalwährung konkret funktionieren? Was hat der DG-Bürger davon?

Meyer joseph vivant st.vith

Joseph Meyer war bis 2009 Mitglied des PDG. Foto: DG-Parlament

Paasch: Eine Regionalwährung dient dazu, die regionale Wirtschaft zu unterstützen, die lokale Nachfrage zu stärken, das regionale Zusammengehörigkeits-Gefühl zu fördern und lokale Arbeitsplätze zu sichern. Das Motto lautet „aus der Region – für die Region“ und verfolgt einen nachhaltigen Ansatz. Zahlreiche Beispiele aus dem In- und Ausland belegen, dass solche Konzepte gerade im ländlichen Raum eine positive Wirkung entfalten.

OD: Und wem hilft das?

Paasch: Besonders der lokale Einzelhandel profitiert davon. Wir haben deshalb unter der Federführung unseres Fachbereichs für Regionalentwicklung eine Arbeitsgruppe gegründet, die ein massgeschneidertes Konzept für Ostbelgien ausarbeiten wird. Dabei setzen wir auf eine breiten Dialog mit der organisierten Zivilgesellschaft und mit den Gemeinden. Es gibt in Ostbelgien bereits mehrere Organisationen, die sich mit solchen Konzepten beschäftigt haben und die Regierung um Unterstützung gebeten haben. Deren Ideen werden wir natürlich aufgreifen. Gleichzeitig werden wir uns von erfolgreichen Beispielen in anderen Regionen inspirieren lassen und mit Experten zusammenarbeiten. Das kürzlich vorgestellte Gutscheinsystem der Stadt Eupen kann ein Vorläufer und eine Initialzündung für eine Regionalwährung sein. Ich begrüße die Initiative der Stadt Eupen sehr. Sie hilft der lokalen Wirtschaft und steigert die regionale Wertschöpfung. Ich setze mich dafür ein, ein solches System flächendeckend einzuführen und, darauf aufbauend, eine Regionalwährung für Ostbelgien zu schaffen. Wobei ich nicht nur an die neun deutschsprachigen Gemeinden sondern auch an unsere frankophonen Nachbargemeinden denke.

OD: Befürchten Sie nicht, dass dies am Ende nur ein frommer Wunsch bleiben wird?

Eine Regionalwährung ist ein komplementäres Zahlungsmittel. Dieses ersetzt nicht die gesetzliche Währung. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Paasch: „Mir ist bewusst, dass noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten bleibt. Es gibt noch kein spruchreifes Konzept. Da bleibt noch einiges zu tun. Aber dieser Herausforderung stellen wir uns als Regierung gerne. Eine Regionalwährung kann nicht alle Probleme lösen. Wir dürfen ihre Bedeutung nicht überschätzen. Aber sie kann einen wertvollen Beitrag zu nachhaltigem Kaufverhalten leisten. Es lohnt sich, daran zu arbeiten. Wir erleben zurzeit vielerorts eine Rückbesinnung auf grundlegende Werte und eine Infragestellung von globalisiertem Massenkonsum. Viele stellen ihr Kaufverhalten in Frage. Man interessiert sich zunehmend für regionale Qualitätsprodukte. Dieser Trend war schon vor der Krise spürbar und wird durch die Erlebnisse der letzten Wochen jetzt beschleunigt. Das kann eine Chance für regionale Produzenten, Geschäfte, Händler, Dienstleistungen und übrigens auch für unseren Tourismus sein. Die Corona-Krise ist für uns alle eine sehr harte Prüfung. Aber wie in jeder Krise entstehen auch neue Chancen, die wir nutzen sollten.“ (cre)

109 Antworten auf “„Die Idee ist gut“: Oliver Paasch erklärt im Interview, warum er für eine Regionalwährung in Ostbelgien ist”

  1. Klar, warum treten wir nicht noch gleichzeitig aus Belgien UND der EU aus, mit ner hübschen Mauer um Ostbelgistan. Mit
    allem Pipapo, damit der gemeine Ostbelgiet alles innerhalb der eigenen Mauern konsumieren muss. Damit ich dann für ne Kugel Eis jeden x-beliebigen Preis schlucken muss… weil die armen Händler durch Corona und dem Auto Verbot innerhalb des Stadtkerns nicht mehr ihren Arsch vergolden können.

    • Olinald Paasch-Trump

      Eine ganz große Mauer um « Ostbelgien first » ist eine schöne komplementäre Idee zum PDB-Taler… vielleicht können wir die Uhrzeit bei uns auch um eine halbe Stunde zur MEZ verschieben, auch so eine super Alleinherrscher-Idee (aus Lateinamerika diesmal… da könnte nach Corona doch mal eine größere DG-Ministerium-Delegation hinfliegen um gute Außenbeziehungen zu entwickeln…)

  2. Früher vor 2001 hatten wir in Ostbelgien schon mal eine Regionalwährung, deutsche Mark.
    Die hatte jeder Laden neben Franc in der Kasse. Diese wurde gerne und überall akzeptiert, denn die Liebe deutsche Kundschaft hatte, meist zu Gunsten der Geschäfte, den Unrechnungsfaktor nicht parat und man selbst tauschte die D Mark meist gewinnbringend in der Bank wieder in Franc zurück. Unterschied zu heute, die Deutschen kommen nicht mehr so zahlreich, da in D alles günstiger und einen „Vennthaler“ tauscht keine Bank der Welt, geschweige ein deutscher lässt sich das andrehen. Sinnvoll könnte es werden unsere Nachbarn in D, Lux und NL mit einzubinden. Vielleicht klappt’s ja dann mit dem Vennthaler aber wie wir wissen, sobald etwas mit mehreren Ländern zusammen umgesetzt werden soll dauert und dauert es und das im soviel gerühmten gemeinsamen Europa.

  3. Warum nicht direkt wieder den alt geliebten belgischen Franken und weg vom ( T )euro ? Vor dem Teuro war das Geld wenigstens noch was wert und man bekam auch viel mehr dafür als und wie jetzt. Das gleiche gilt auch für die gute alte D-Mark und den niederländischen Gulden.

  4. Bitte nicht !

    Hallo Oliver,

    Wir hatten schon mal eine „regional-nationale“ Währung, nämlich den belgischen Franken… Und zum Glück wurde dieser abgeschafft und durch den Euro ersetzt. Ihr könnt nicht für Europa ohne Grenzen und den Zusammenhalt Belgiens sein und gleichzeitig eine lokale Währung auf den Weg bringen. Es ist eine unnötige Verkomplizierung der Zahlungswege, den Aufwand und die Kopiersicherheit mal ganz ausser Acht gelassen. Ausserdem wird die Barzahlung nach und nach durch Kartenzahlung, bzw zeitnah durch mobile Zahlungen ersetzt. Eine zusätzliche Parallelwährung für Ostbelgien à la Beki würde uns eingrenzen und zu den anderen Teilen Belgiens politisch ausgrenzen, die negativen Reaktionen sind vorprogrammiert. Es ist kein zusätzlicher Anreiz sondern eine zusätzliche Hürde. Hinzu kommt, dass wohl die Personen die sowieso für das Thema sensibilisiert sind, die regionale Währung sicherlich nutzen würden, aber gerade für diesen Teil der Bevölkerung ist sie aus genau diesem Grund eben auch überflüssig ! Und die anderen werden sie ablehnen, da sie rein ökonomisch einkaufen, sprich ins nahe Ausland fahren oder online bestellen. Vielleicht gibt es dazwischen eine Grauzone die teils überzeugt werden könnte, aber dafür gäbe es sicherlich andere Wege.

    Regionalität wird durch vorhandenes Angebot und interessante Anreize geschaffen, nicht durch ein zusätzliches Spielgeld. Es braucht ein lokal diversifiziertes und kompetitives Angebot, dann kaufen die Leute auch mehr lokal ein bzw würden dann unsere Nachbarn auch zu uns kommen. Vielleicht wären regionale Konzepte ähnlich eines „Kunden“bindungsprogramms mit „Belohnungspunkten“ oder Anreizen oder einer Intensivierung des regionalen Marketings wie zB der Schwarzwaldkarte alternative Lösungsansätze ?

    Die regionale Währung wird meiner Meinung nach keine Arbeitsplätze schaffen, höchstens im Ministerium zur Ausarbeitung und ggf der Verwaltung des Konzepts, was dann wohl eher kostenseitig zu Buche schlägt.

    Bitte konzentriert Euch auf die wesentlichen und wichtigen Themen, und investiert nicht Eure Zeit und unsere Ressourcen in eine Regionalwährung.

    Danke

  5. Intipuca

    Ich habe zuerst nachgeschaut welches Datum der Bericht trägt. Ich dachte es ist ein Aprilscherz. Es zeigt, dass manchen Politikern die Eindämmung in den Kopf gestiegen ist. Sie haben offenbar garichts zu tun und sich langweilen. Dass sie uns diese Spinnereien auch noch zumuten, ist ein starkes Stück.
    Vergleichbar zu Oliver Paasch produziert K.H.Lambertz (G-E 26.06.20; eine redaktionell unbearbeitete Vollseite) gedankliche Ergüsse ohne Ende über die Autonomie:
    „neue Modelle des Zusammenwirkens von Staat und Wirtschaft entwickeln, Wachstum anders definieren, systemrelevante Bereiche identifizieren, die Sozialsysteme, die Staatsfinanzierung neu denken …

    • Olinald Paasch-Trump

      Und wenn Politiker zu lange zu viel widerspruchslose Macht haben, heben sie auch in weltfremde Sphären ab … dass der MP gerne « Eins trinkt » ist nicht neu, doch was « raucht » er jetzt ?

  6. Walter Keutgen

    Aus dem Artikel „und übrigens auch für unseren Tourismus sein.“ Wie sollen denn die Touristen an die DG-Taler kommen? Währungstechnisch bleiben es ja Euro: Irgendwo wird eine Kasse angelegt, die DG-Taler gegen Euro eintauscht. Mir ist aufgefallen, dass die Beispielregionen solche sind, denen es recht gut geht. Also eine Art kollektiven Egoismus. So auch im Film „Demain“ war das in England Southampton; die Geschäfte sahen sehr putzig englisch aus, keineswegs arm und erstaunlicherweise hat gerade die Region für den Brexit gestimmt. Die Gesellschaft des immerwährenden Wachstums können die Grünen keineswegs mit Regionalgeld eindämmen, da muss man schon an die Wurzeln der Geldschöpfung gehen.

  7. deuxtrois

    Und jetzt wird auch noch der Idiote der Vivant-Fraktion nach gegangen?
    Natürlich kann es sein, dass manche „Regionalwährungen“ funktionieren – das möchte ich nicht in Frage stellen. Ich traue nur den Beteiligten hier nicht zu, ein solches Konzept irgendwie sinnvoll (und mit einem erkennbaren Mehrwert für alle) durch zu boxen. Vor allem keine Ideen, die vielleicht mal vor 90 Jahren funktioniert haben und die Welt noch ganz anders aussah.

  8. 11. Mai: wir lockern und schauen mal wie’s klappen wird.
    Mai: wer steckt sich jetzt an, wer wird wieder nach hause geschickt ?
    Juni: wer hat sich angesteckt, hustet oder hat Schnupfen, welche Bereiche wieder schliessen ?
    Juli: erste Anzeichen für Gehirnschäden, erste Notbetten in der Psychiatrie ???

  9. König Drosselbart

    Jetzt beginnt unsere Autonomie gefährlich zu werden. Bei Oliver Paasch bricht die alte PDB-Sohnschaft durch. Karl-Heinz Lambertz darf im GE ganzseitig die ostbelgischen Vorteile der tödlichen Corona-Krise loben. Der nervende Phantast Dr. Joseph Meyer wird von der Regierung rehabilitiert. Fehlt noch, dass Bruno Kartheuser aus der Versenkung auftaucht und fünfter Minister wird.

    • Joseph Meyer

      @König Drosselbart
      Sie schreiben: “Der nervende Phantast Dr. Joseph Meyer wird von der Regierung rehabilitiert.” Leider stimmt das nicht ganz, denn Oliver Paasch bleibt bei seiner Unwahrheit, dass Vivant „bzw. ich damals eine radikale Ablehnung des Euro als Zahlungsmittel propagiert und so getan hätte, als könne die DG den Euro abschaffen oder sich aus der Eurozone verabschieden“. Hier ist der entsprechende Satz aus meiner Stellungnahme am 05.12.2005: “Ich rufe deshalb die Regierung der DG, und insbesondere Sie Herr Lambertz auf, für die DG das Thema einer ergänzenden Regionalwährung, parallel zum Euro, zu untersuchen, und zum Thema einer breiten Debatte in der Zivilgesellschaft zu machen.”. Hier die ganze Stellungnahme: http://www.j-meyer.be/media/files/Plenarsitzung.05.12.2005.Haushaltsdebatte.-Venntaler.pdf

      Es freut mich aber, genauso wie sich die aktuellen Mitglieder der Vivant-Fraktion im PDG darüber freuen, dass die DG-Regierung jetzt eine Regionalwährung einführen möchte! Und schon die Diskussion hier bringt einen positiven Effekt, es wird nämlich – endlich – über den “Ursprung von Geld”, die “Tauschmittel-Funktion von Geld” und überhaupt über die “zentrale Rolle von Geld” in der Gesellschaft hier bei uns regional in der DG, aber auch in ganz Belgien, und in allen Ländern unseres wunderschönen blauen Planeten nachgedacht! Darüber muss ich hier nicht “dozieren” sprich “nerven”, es gibt dazu sehr viele tolle Internetseiten mit kleinen Videofilmen z.B. unter “monetative.de” oder auch das entsprechnde Kapitel in meinem kleinen Buch “Um-Denken”

  10. Gelinde Andlerberg

    Ich freue mich schon auf die ersten Scheine unserer Regionalwährung. Auf dem Tausender sehe ich selbstverständlich das Antlitz von Herrn Lambertz, natürlich rot auf rot. Der Fünfhunderter wäre vielleicht liberal-blau mit dem roten Kopf des Herrn Miesen, um realistisch zu bleiben. Der Zweihunderter dann endlich für Herrn Paasch´s Kopf, orange auf Preußisch-Blau. Der Hunni, da muss was Grünes her: z.b. Franziska Franzen, Claudia Niessen oder etwas in der Richtung. Für den Fünfziger empfehle ich einen schlichten Grauton mit einem besonders beliebten Politiker, also einer der schon tot ist: Fred Evers stünde da zur Auswahl. Für die restlichen Scheine erwarte ich Ihre Vorschläge, liebe Leser…

    • König Drosselbart

      Liebe Gelinde,
      Ihre Vorschläge sind köstlich. Ich würde noch einen Fünfer-Schein hinzufügen,
      als Kleingeld für das Honorar der Regierenden. Die Farbe Schwarz als Zeichen
      des Volkszornes. Sollte es auch Klimmpergeld geben, dann nur mit Lambertz-Face,
      der Rote sammelt alles was nach Geld riecht.

    • Herr Mertens

      Und wo bleiben die Abbildungen von Servaty und Baumgarten?
      Warum werden die wichtigsten beiden Männer Belgiens immer übergangen?
      Gerade diese Zwei sehen doch sich doch immer gerne im Mittelpunkt und in den Medien.
      Vielleicht auf der 1 DG-Cent Münze.

  11. Josef Monetental

    Super das der MP auch mal eine Idee von Vivant (Meyer) aufgreift, sonst haben die ja nie was ordentlich auf zu bieten?! Herr Paasch sollte gleich weiter denken, und die Minister und sonstige Hohe Diäten Entschädigen daran festknöpfen! Erst dann wird es eine „stabile und feste Währung“ sein! Warum? Gerade diese Empfänger sorgen für feste Entlohnungen und Stabilität! Da ja in Montenau demnächst Grosse Goldklumpen geangelt werden, sollte der DG Finanzjongleur dafür sorgen, um von den gefundenen Nuggets jeweils Kiloweise Rücklage gestappelt würde. Der Schieferstolle Recht bietet sich regelrecht an, um in seinen Tiefen Höhlen dafür Lager anzubieten! Und einen Namen für das neue Reichtum findet sich ganz sicher! Motessekröte oder Schmaubeertaler stehen bereits zur Auswahl!
    Hoffentlich kriegt sodann der MP besser die scharfe Kurve mit seinem Haushalt, denn getrickst würde sich auch wiedermal mit dem neuen Geld?!

  12. Ahnungslos

    Wenn man mit dieser Währung jede Menge beim einkaufen sparen kann , dann wäre das eine gute Idee . Ansonsten würde ich der jetzigen DG Regierung anraten zuerst einmal alte Arbeiten vernünftig zu regeln ehe sie neue Klamotten aus ihrer Zauberkiste ziehen . Hört endlich mal auf eure Untertanen . Danke .

  13. Eastwind

    Was mich an Regionalwährungen stört, ist, dass sie ein Faktor der Ausgrenzung sind. Mag sein, dass sie den lokalen Handel fördern, aber sie schließen die Gebiete außerhalb der jeweiligen Region aus. In der Coronakrise hat sich Paasch für offene Grenzen ausgesprochen, aber Regionalwährungen öffnen nicht, sondern schließen aus.

  14. Graue Eminänz

    @Intipuca, ja, unser Herr Lambertz! das ist mir so Einer! Endgültig entblösst hat er sich bei der letzten Regierungsbildung, da wollte er unbedingt noch was für seine „knappe Rente“ erreichen! Obschon vom Wähler die kalte Schulter gezeigt, eignete er sich dreist und Burschikos das lukrative Präsidentenamt unter die Ärmel! Da muss man schon für geboren sein! Eiskalt überlegt dabei! Verbessert schlagartig seine Monatseinkommen um einen guten Batzen. Und seine Reden, die kennt man fast auswendig. Alles ist sehr kompliziert, sehr weit, sehr lukrativ, weiss Gott was alles? Damit brüstet er sich vor den Leuten. Aber die glauben ihm nichts mehr……

  15. Nicht Nurso

    Es sind schon viele Regionalwährungen in Belgien. In Deutschland gibt es mehr wie hundert davon. Schaut mal nach dem Chiemgauer. Das funktioniert gut. Erst infomieren bevor gemotzt wird.

    • der Beki

      Regionalwährungen sind als reines Tauschmittel gedacht. Sie funktionieren wie ein Gutscheinsystem, für das man Waren oder Arbeitsleistungen bekommt. Zudem kann man mit ihnen nicht spekulieren, das Geld wird nicht verzinst und die Scheine haben eine begrenzte Gültigkeit.
      Sie haben einen festen Wechselkurs (zum Euro) aber sogar die Banken können sich dazu bereit erklären diese Währung zu akzeptieren. Aber: beim Eintausch bei der Bank wird ein Prozentsatz abgezogen, der wiederum für gemeinnützige Zwecke verwendet werden kann (das legt die DG fest), was auch dazu anregen soll die Währung NICHT einzutauschen und möglichst schnell wieder auszugeben. Ein Geschäft, was die Regionalwährung annimmt, hätte also auch ein Interesse regionale Erzeugnisse ins Sortiment aufzunehmen. Der Produzent dieser Waren hätte, seinerseits, auch wiederum ein Interesse diese Regionalwährung in der Region auszugeben. Wenn der Schein der Regionalwährung dann seine Gültigkeit verliert, dann muss man ihn bei der Bank eintauschen (und man verliert 5% des Wertes). Das bedeutet aber dann, dass man von der Regionalwährung auch profitiert hat. Diese Aktion kann die DG natürlich beliebig oft wiederholen und die Konditionen (die Gültigkeitsdauer) legt die DG selber fest.
      Man erreicht damit also genau das was man möchte: die eigene Region schnell und effizient stärken. Wenn die DG ganz einfach „nur“ jedem DG-Bürger einen Zuschuss in Euro gibt, dann kauft man dafür nicht unbedingt etwas davon, man kann das Geld ja sparen, oder man kauft irgendwo, aber nicht in der Region.
      Infos: http://www.beki.lu/fr oder https://etika.lu/Der-Beki-Eine-Regionalwahrung-fur-Beckerich
      Die Regionalwärung wäre also für alle interessant, auch für die, die sie am Ende der Gültigkeitsdauer eintauschen (was man ja auch noch irgendwie anders regeln kann).

      • Der Beki

        Und jetzt kommt mir auch schon die Idee, wie man dem Letzten, der die Währung eintauschen muss, helfen kann: wenn es ein Produzent, der unter dem Ostbelgien Label arbeitet, ist, dann könnte man ihm den vollen Betrag erstatten und jedem Anderen eben nur 95%. Es wird, wohlgemerkt, niemand verpflichtet die Währung als Zahlungsmittel anzunehmen. Wer nicht davon profitieren möchte hat’s dann eben nicht nötig.

    • Walter Keutgen

      Nicht Nurso, Chiemgau ist doch in Bayern, dem deutschen Musterland. Ja, ich habe das dort oder anderswo in Bayern am Fernsehen gesehen. Und es ist ein Faktor der Ausgrenzung. In ganz Deutschland und hier wird bayerischer Jogurt und werden bayrische Autos verkauft. Seehofer hat gegen den bundesdeutschen Finanzausgleich geklagt. In einigen Bäckereien wird man nicht bedient, wenn man nicht mit dem gotteslästerischen „Grüß Gott“ grüßt. Warum sollen Einwohner eines so erfolgreichen Landes nichts kaufen, das von außerhalb kommt? Nur aus reinem Egoismus. Und die Italiener sollen laut AfD das überschüssige Geld, das sie nach Deutschland ausgeben haben, in Staatsanleihen umwandeln und später noch einmal bezahlen. Die südenglische Küste mit Lokalwährung hat, wie ich schon geschrieben habe, Brexit gewählt.

      • Der Beki

        Schonmal vom Val’heureux gehört? Die Regionalwährung der Lütticher? Nicht? Na also hat’s nicht dem Ansehen geschadet, keiner fühle sich ausgegrenzt, aber vielleicht hat es ja der Region rund um Lüttich etwas gebracht!

  16. Füllt das Sommerloch...

    Da wir Sommer haben besetzt Herr Paasch schon mal das Thema des voraussichtlichen „Sommerlochs“ der (lokalen) Pressemitteilungen.
    Die NSR Mitteilungen sind ja so langweilig geworden… da lässt man ihn offensichtlich nicht mehr ans Mikro … Daher wird lokal, zur Ablenkung, ein Thema in den Diskussionsring geworfen, à la : DG-non-stop-nonsense-Ideen…
    Die Regierenden haben dem Staat einen enormen Steuer-Schaden eingefahren, in dem sie die berufstätigen, steuerzahlenden Bürger und Wirtschaft in Karantäne geschickt haben und somit das reguläre Steueraufkommen des Staates behindert, bzw vernichtet haben… Es stände dem Herrn Paasch gut zu Gesichte mal zu publizieren, wie gross dieser reale Staats-Schaden ist und wer dafür gerade zu stehen hat ? Das wäre ein besseres Wähler-Thema für die nächsten Wahlen, Herr Paasch !

  17. @ Füllt das Sommerloch,
    es kommt auf die Milliarden nicht mehr an! Das wird was für unsere Urenkel, die dürfen das zurück bezahlen. Ist der Politik ja egal! Die füllen sich generös die Taschen im Vorbeigehen, oft sogar unseriös dabei. Andere verlängern sich selber ihre Laufbahnen und sammeln fleissig Pensionspolster! Die liegen ja um ein Vielfaches über unseren Renten.
    Warum wird das nicht Thema der Presse? Das müsste doch schnellstens angeprangert werden! Es schreit ja zum Himmel diese Ungerechtigkeit!

    • So wie andere Regionalwährungen auch, nur die ‚Feinheiten‘ müssen geklärt werden. Vor allem müssen aber auch die Ostbelgier mitmachen, aber zum Glück sind ja nicht alle Eupener. 🤣

  18. besserwisser

    Galmeitaler für Kelmis,mottestaler für die Eifeler und smautbärchen für die Hauptstadt Eupen, so ist jeder zufrieden und man kann leichter sehen und feststellenwer wen unterstützt

  19. „Ähnlich ist es bei den Chiemgauer-Scheinen. In den insgesamt fast 40 Ausgabestellen wird der Euro in Chiemgauer gewechselt, die mindestens zwei Monate gültig sind. Das Regionalgeld soll also so bald wie möglich ausgegeben werden. “
    https://www.chiemsee-chiemgau.info/geschichten/region/made-im-chiemgau/chiemgauer
    ////
    Eigentlich nur eine Mogelpackung, man muss vorher EURO haben um dann das bunte Papier zu wechseln. Der Einzelhändler der dieses Spielgeld einnimmt wechselt es dann in EURO zurück, denn seine Lieferanten, die Banken, die Steuer… usw wolle ja alle „richtiges Geld“. Spar- und Kapitalanlagen sind damit auch nicht möglich. Alleine durch die begrenzte Gültigkeit wird die Umlaufzeit kurz gehalten so dass nur das „Haushaltsgeld“ das sowie zeitnah augegeben wird in diese Regionalwährung getauscht. Einen wirklichen Mehrwert kann ich nicht erkennen. Und was ist mit den automatischen Geldkassen z.B. bei Fonk? Die nehmen sicher weiter nur EURO, die Brötchen werde ich da also nicht kaufen können….

    • Der Beki

      Ja, alles richtig was Sie sagen. Aber es geht ja gerade darum, dass das Geld schnell ABER in der Region ausgegeben wird. Bei Haushaltsgeld, bei den Euros, kann gespart werden. Sie würden dann aber nicht noch einmal das gleiche nachmals für die Euros kaufen, oder? Wofür Sie die ausgeben kann doch jedem egal sein. Aber zumindest würden die speziellen Corona-Hilfen HIER, also nicht bei Amazon oder ein deutschen Billigdiscounter, ausgegeben. Das ist Regionalförderung! Einfach nur mehr Euros verteilen brächte nicht diese Regionalförderung, zumindest nicht zwangsläufig. In dem System aber schon! Und wenn Fonk nicht will, dann geht man eben etwas anderes dafür kaufen (aber es würde mich wundern wenn der nicht will).

      • Die Regionalförderung ist der einzige wirkliche Effekt. Wie lange will man das durchhalten? Woher kommt das Geld? Am Ende doch wieder aus dem Steueraufkommen, die DG hat kein Geld, die kann nur verteilen was vorher weggenommen wurde (Steuern). Als Einmaleffekt (Coronahilfe) machbar, aber als Dauerzustand? Für mich ein Strohfeuer, als Dauerzustand muss die Bereitschaft der Bevölkerung da sein einen Teil seines Einkommens zwangsweise in den regionalen Markt zu geben; das kann ich aber auch direkt mit meinen Euros, wenn ich es denn will…..

        • Der Beki

          Woher wäre das Geld denn gekommen wenn’s in Euro ausbezahlt würde. Wie oft hätte man das wiederholt? So schnell wird das auch nicht umgesetzt. Die Nationalbank muss dem zustimmen, die Geschäfte, … Das dauert Monate und bis dahin werden die Corona-Hilfen hoffentlich aber schon ausbezahlt sein. Aber dann für die Zukunft: was wäre falsch daran auf diese Weise sicherzustellen, das aus Steuergeldern finanzierte Beihilfen auch in der Region und möglichst schnell ausgegeben werden?

          • Hier hilft es, sich auf die Zielsetzung von Hilfsmaßnahmen zurückzubesinnen: zeitweilige Krisensituationen zu überstehen.
            Diese gelten grundsätzlich als unverschuldet: Naturkatastrophen, Pandemien, Unfälle, Krankheit, Wirtschaftskrisen. Jedoch wird auch oft eine Mitschuld oder Teilschuld vernachlässigt (z.B. Leichtsinn). Der wichtige Punkt ist aber der zeitweilige Charakter der Massnahme, es sei den die Konsequenzen wären unumkehrbar.
            Alles andere wäre eine Daueralimentierung (ja bedingungsloses Grundeinkommen wird gerne diskutiert). Eine Regionalwährung wäre eine Daueralimentierung der lokalen Wirtschaft, die den Zugang des Verbrauchers zu günstigeren, effizienteren Alternativen einschränkt.

          • Joseph Meyer

            @Der Beki
            So richtig in die Tiefe haben Sie Sich noch nicht mit der Frage beschäftigt, wer denn berechtigt wäre, die regionalen „Wertscheine“ für Ostbelgien (die Cantons de l´Est) herzustellen und in Umlauf zu bringen! Nehmen wir an, eine Dienststelle des Ministeriums in Eupen würde das übernehmen, dann käme also eine zusätzliche Menge an Tauschmittel, parallel zum Euro, in Ostbelgien in den Wirtschaftkreislauf, auch entsprechend mehr Kaufkraft für die BürgerInnen. Umtauschen in Euro wäre Jeder/Jedem freigestellt, entweder in den Geschäften oder Banken die sich an diesem „Wertscheine-System“ beteiligen. ABER, die Gemeinden müssten mitmachen und den Einwohnern (Privatpersonen und Geschäftsleuten) ihrer Gemeinde erlauben, die Gemeindesteuern teilweise mit diesen Wertgutscheinen zu begleichen. Mehr Tauschmittel bedeutet mehr Handel und Wirtschaftsaktivität, bedeutet mehr Umsatz, bedeutet mehr Gewinne, bedeutet mehr Gemeindesteuern, so dass Niemand etwas verliert sondern Alle dabei gewinnen … . @König Drosselbart wird jetzt – vielleicht – schreiben: „Der Phantast hat wieder zugeschlagen…“, aber dann sollte er sich mal über das „Wunder von Wörgl“ schlau machen … und vielleicht klärt er uns alle dann auch darüber auf, wer denn den EURO in Billionenhöhe (!), immer wieder, im Euroraum in den Wirtschaftskreislauf einbringt, und welche Rolle die privaten Geschäftsbanken dabei spielen! Hier würde es dann anfangen richtig interessant zu werden.

            • Die DG darf also Wertgutscheine herausgeben.
              Die Banken müssen diese in Euro umtauschen (mit Abschlag?).
              Das Tauschmittelangebot wird also erhöht.

              Dr. Meyer betrachtet dies als Generator von mehr Handel, mehr Wirtschaftsaktivität, mehr Gewinne, mehr Gemeindesteuern. Niemand verliert alle gewinnen.

              Kritische Geister würden mehr Tauschmittel im Verhältnis zu gleichen Waren- und Dienstleistungsangebot als Inflation bezeichnet.
              Zweifelhaft dass die Banken einen Umtauschkurs 1 / 1 aufrechterhalten würden. Oder schwebt dem Dr. für diese eine Zwangsenteignung vor?
              Zweifelhaft auch ob die Preise stabil bleiben würden?
              Gegebenenfalls eine Stimulation der Nachfrage.
              Gerne erhöht sich dann eben die Sparquote (der immer noch existierenden Euro).
              Smartphones, Fernseher, Urlaubsreisen lassen sich ja auch recht einfach in Wertgutscheinen bezahlen; das Wechselkursrisiko sicherlich unproblematisch an die Hersteller übertragen?
              Was Ihnen vorschwebt, ist lediglich ein temporärer Ansatz der Deflationsbekämpfung und kein Allheilmittel.

              Ihr beliebtes Totschlagargument der EZB und Geschäftsbanken soll Ernsthaftigkeit suggerieren.
              Weiterhin ist die Geldpolitik bei EZB, FED, … in besseren Händen als bei 70.000-Seelen-Lokalpolitikern im Verbund mit dem altersweisen Dr.

              Sie verkaufen letztendlich nichts anderes als Fundamentalsozialismus unter der Autarkiehypothese.

              • Walter Keutgen

                Der., wenn man bedenkt wie viel Experimentierung es im Deutschland der 1920er Jahre gab und was daraus geworden ist, wird es einem schwindelig. Die USA, die das Schuldgeld generalisiert haben, sind ohne die Verrenkungen, die es in Deutschland gegeben hat, ausgekommen und haben sogar Deutschland besiegt. Wenn man denn die währungspolitische Maßnahmen zu mehr sozialer Gerechtigkeit kommen wöllte, müsste man auf permanentes Geld kommen aber unter der Kontrolle der EZB nicht irgendwelcher Lokal- oder Nationalpolitker.

          • Joseph Meyer

            @Dax und @Der
            mich veräppeln und alles ins Lächerliche ziehen wollen ist die sehr einfache Tour, sich für einmal gründlich informieren, z.B. bei monetative.de, und dann mit Sachkenntnis diskutieren ist etwas anstrengender, zu anstrengend?

            • Ich sehe nicht wo Sie von diesen Beiträgen lächerlich gemacht werden. Sie haben Ihren Standpunkt, der durch diese Beiträge kritisiert wird. Diese Kritik ist sachbezogen und nicht lächerlich.

  20. Frittewelsch

    Regionalwährung. Und dann? Ist diese am Euro-Kurs gebunden? Wenn ja, wo ist dann der Sinn in dieser Währung? Sollen Transaktionen in dieser Währung in irgendeiner Weise begünstigt werden? Wenn ja, wer soll dies querfinanzieren? Sollen regionale Transaktionen in Euros künftig mit einer Art Pigou-Steuer belegt werden? Wenn ja, wieso und auf welcher Grundlage?

    • Der Beki

      Finanziert wird es in Euro aber dadurch daß es keine Euro mehr sind wird’s in der DG ausgegeben. Eurotransaktionen werden dadurch nicht beeinträchtigt, es ist nur eine Art und Weise dafür zu sorgen, dass die regionalen Hilfebudgets für Familien oder was weiß ich für wen IN der Region bleiben. Was ist falsch daran?

      • Daniela-Fan

        @ Der Beki
        Haben Sie sich den Blödsinn mit dem Regionalgeld etwa ausgedacht und Herrn Paasch damit die Ohren voll gequatscht? Man könnte es meinen, angesichts der Vehemenz mit der Sie den Mist hier verteidigen.

      • So ziemlich alles, wenn man nicht in bestimmte Kategorien Entwicklungsland fällt.

        In Ihrer Hypothese kommt noch eine moralische Komponente hinzu: der schon nicht überversorgte Sozialversorgte ist an schlechtere lokale Bedingungen gebunden. Hier kann man entlegenen, er erhält’s ja ohne Gegenleistung, aber auch darauf antworten, dass dies zu einer Versklavung der Sozialbedürftigen tendiert.

      • Walter Keutgen

        Der Beki, vor Kurzem habe ich mir neue Schuhe gekauft. Sogar in einem örtlichen Laden. Glauben Sie wirklich, sie sind in den Ostkantonen hergestellt worden?

        In dem Sinne wie Der. unten über Sozialempfänger schreibt: Wie sollen denn Sozialempfänger ihren Kühlschrank oder ihre Waschmaschine reparieren lassen, wenn sie ihr Geld binnen zwei Monaten verscherbeln müssen. Also kein Polster für weitere Schicksalsschläge sondern von der Hand in den Mund.

        • der Beki

          Der Schuhverkäufer kauft vielleicht aber noch andere Dinge als die Waren, die er weiterverkauft. Und wenn er eben eintauschen muss, dann profitiert er dennoch davon, weil wieder mehr ostbelgische Kunden bei ihm und nicht im Internetshop kaufen. Man nimmt doch damit niemandem etwas weg, auch nicht dem Sozialhilfeempfänger. Und die Gültigkeit der Währung steht ja auch noch nicht fest. Aber jeder kauft doch auch ein, auch wenn er Sozialhilfe bekommt. Wieso kann man von einem Sozialhilfeempfänger, der auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen ist, nicht auch im Gegenzug Solidarität einfordern dürfen? Ihre Bedenken sind natürlich berechtigt, aber es steht doch noch alles in den Sternen wie genau es ablaufen soll und wird.

  21. Hallo Olli. Wir suchen noch für unser vorabendliches Programm „lustige“ Menschen wie Dich, um das Volk weiter zu verdummen.
    Wenn die Belgier Dich mal aus dem Land jagen, kannst Du Dich gerne bei uns vorstellen. ;-)

  22. Selbst OD scheint hier nur Nabelschau in der DG zu betreiben. Ich hätte mir in diesem Artikel gewünscht mehr Info zum Malmedyer Versuch einer Lokalwährung zu erfahren. Wie läuft es bei unsere Nachbarn? Wäre eine Zusammenarbeit über die Grenzen der DG eine Möglichkeit

  23. Minus: ein Tauschmittel, dass eingeschränkt tauschbar ist (siehe Rücktausch in Euro).
    Minus: Gefahr für dieses Tauschmittel weniger Waren und Dienstleistungen zu erhalten (höhere Preise auf dem lokalen Markt).
    Plus: indirekter Effekt eines höheren Wohlstands in direktem Umfeld (bliebe zu berechnen).
    Erstaunen: Weihnachts-, Urlaubsgeld oder Prämien werden nur noch in Lokalwährung ausgezahlt?
    Unwahrscheinlich: Gemeindesteuern, Abgaben, Protokolle in Lokalwährung zahlen (zu kompliziert?).

    Hier gehen dem Lokalpatriotismus, dessen kulturellen und folkloristischen Charme ich schätze, alle Gäule durch.

  24. Oh Olliver.
    Ist das ein Manöver, die Optionen bei den nächsten Koalitionsverhandlungen zu erweitern?
    Eine Sternstunde deiner politischen Äusserungen erscheint mir dies aber nicht.
    Immerhin hat die Kommunikationsabteilung diesmal darauf geachtet, die Nachbargemeinden nicht zu vergessen.

    Hier empfiehlt sich ein Kurs der Volkswirtschaft (eine 10-credits Version sollte reichen):
    – Im Geschichtsteil empfiehlt sich das Kapitel zu Wege-, Brücken-, Wasserzöllen, Marktrechten und Umtauschgebahren.
    – Die Kapitel zu fundamentalsozialistischen Ansätzen kannst du überschlagen, sofern du zu deren Praxistauglichkeit schon Erkenntnisse gesammelt hast.
    – Wenn du dann auch bezweifelst, dass es sich bei Ostbelgien nicht um ein Entwicklungsland (in gewissen Fällen) handelt oder dies in Kürze eines zu werden droht, kannst du weitere Seiten blättern.
    – Bleibt noch das Kapitel der Eurokritiker (scheinst du ja schon geklärt zu haben), die aber keineswegs 70.000er Einheiten anvisieren.

    Unter dieser Voraussetzung maximal zwei Abende Lektüre, nichts über Lokalwährungen und alles intellektuelle Rüstzeug, das Thema für den Rest deiner politischen Karriere auf den Speicher zu verbannen.

  25. Augenwischerei hoch 2

    Der globalisierte Markt mit den lässt sich nicht ändern, aber jetzt das Volk mit einer regionalen Aktion verschaukeln, da muss man sich fragen, wie weit der Sumpf reicht. Da glaubt man lieber, es sei nur eine krude Idee, oder ein Beitrag zum Sommerloch, wie schon oben erwähnt.
    Funktionieren wird es nicht, denn jeder geht weiterhin da einkaufen, wo es am billigsten ist.

      • Genau meine Meinung. Ich hätte mir nur gewünscht das OD hier mal weiter nachgeforscht hätte. Als DG sind wir viel zu oft nur mit uns selbst beschäftigt und vergessen den Blick über den Zaun. Allen voran natürlich unsere Politiker die nur an sich selbst denken und dann natürlich die kompletten Medien wie OD, GE oder BRF. Das Ergebnis: die Leute hier in den Foren denken das Ostbelgien der Nabel der Welt ist.

          • Ich möchte mit diesem Post in erster Linie darauf aufmerksam machen das auch die Medien in der DG, und zwar ausnahmlos, den Tunnelblick fördern. Ich denke das vielen Leuten das so nicht bewußt wird. Wieviele Bürger der DG lesen denn noch eine belgische Zeitung oder schauen die Nachrichten der RTBF oder VRT, bzw. haben Familienangehörige im Inneren des Landes. Dann schaut man doch lieber die Nachrichten oder den Fußball bei ARD oder ZDF.

  26. Richtig so!

    Regionalwährungen gibt es im ganzen Land. Charleroi, Gembloux,… Malmedy hat so ein Gutscheinsystem auch schon. Also… nichts Neues im Osten. Warum die Aufregung? Paasch hat nichts neues erfunden. Ich sehe da nur Chancen drin!

  27. Ein Verehrer

    Als bräuchten wir in der heutigen Chaos-Zeit sowas… Herr Paasch, was soll das? Die alte römische Taktik des Ablenkens? Wie weit werden Sie es noch treiben?
    Ernst bei Seite, ich darf hier gar nicht schreiben wie sehr ich Sie verehre, sonst kriege ich noch Ärger mit Madame P.

  28. Zaungast

    @Beki: „Schonmal vom Val’heureux gehört? Die Regionalwährung der Lütticher? Nicht? Na also hat’s nicht dem Ansehen geschadet, keiner fühle sich ausgegrenzt, aber vielleicht hat es ja der Region rund um Lüttich etwas gebracht!“

    Also, ich wohne in der Region „rund um Lüttich“, bin aber dem Val’heureux noch nie im täglichen Leben begegnet.
    Auch dem Sous-Rire nicht, der in Malmedy und Umgebung zirkulieren soll, vor den Toren der DG und also im zukünftigen Geltungsbereich des OB-Talers (DG + 9 „Randgemeinden“)

    Gesamtwirtschaftlich sind diese Spielereien ohne jeden Belang.
    Wer sich die Liste der Teilnehmer ansieht, hat verstanden, warum.
    Oder gibt es eine Studie, die das Gegenteil beweist?

    Frage: Wenn ich zu meinem lokalen Bäcker oder Metzger gehe, mit dem ich zufrieden bin, warum muss ich dann zuerst noch Euro in OB-Taler umtauschen? Den kann ich doch direkt in Euro bezahlen. Ebenso den Zeitungshändler, der ja sowieso Euro braucht, um seine Lieferanten zu bezahlen.

    • Joseph Meyer

      @Zaungast
      Sie sprechen das eigentliche Problem von Regionalwährungen an: Je mehr Geschäftsleute, Selbständige, Handwerksbetriebe, Gemeinden, Regionalbanken, usw. und natürlich Privatleute sich an diesem zusätzlichen Währungssystem (auch digitalisiert möglich!) beteiligen, um so besser funktioniert es auch – und natürlich hängt der Erfolg davon ab, ob es gelingt einen Kreislauf zwischen öffentlich-rechtlich und privat herzustellen. Hier hatte Jemand vorgeschlagen „dann könne man ja gleich auch wieder den belgischen Franken als Zweitwährung einführen: Da hatte er natürlich recht, dafür habe ich mit einigen Freunden vor Jahren, vor dem St.Vither Rathaus, angesichts der rasant ansteigenden belgischen Staatsschuld, für eine hoheitliche Zweitwährung in Belgien „demonstriert“! Wenn Belgien seinen Franken – hoheitlich (!) – z.B. über die Nationalbank und unter deren Kontrolle, wieder einführen würde, parallel zum Euro, also liebe Leute der EURO würde nicht, ich wiederhole NICHT abgeschafft, dann könnte jede Belgierin und jeder Belgier z.B. zusätzlich ein bedingungsloses Grundeinkommen in belgischen Franken erhalten, neben seinem normalen Gehalt in EURO, also mehr Kaufkraft bei den 80% der Bevölkerung, die jetzt, im System mit nur dem EURO, einem Kreditgeld-System, die Verlierer sind! Wenn die Einkommens-, Kommunal, Regional- und Mehrwertsteuern teilweise mit Franken bezahlt werden könnten, wäre der Kreislauf garantiert, die Allgemeinheit und der belgische Staat insgesamt würden profitieren! Jetzt, mit dem EURO-System, profitieren nur 10%, die Reichen, und die horten oder transferieren das meiste ihres Reichtums in den reinen Finanzmarkt, der realen Wirtschaft fehlt es an Tauschmittel. Die Experten der Nationalbank natürlich müssten aufpassen, dass sie nicht zu viel Franken emittieren damit es keine Inflation gibt, und ja, die hoheitlich eingeführten Franken könnten – nach dem Vorschlag von Silvio Gesell – über die Zeit an Wert verlieren, damit sie nicht gehortet würden … Vieles wäre möglich, auch wenn andere Ländern dem Beispiel folgen würden, insbesondere wäre dann genug Geld da um die großen Herausforderungen zu bewältigen, Klima, Umwelt, Energieversorgung, Armut, Wirtschaftsflüchtlinge, usw. usw. usw. Ach ja, man wird doch wohl mal ein wenig von einer besseren Welt träumen dürfen, oder?!

      • Der Beki

        Gut erklärt, Herr Meyer. Und zu dem Einwand vom Zaungast: es fängt an mit dem Bäcker und dem Metzger, aber es kann sich ja mit der Zeit entwickeln. Sie werden nicht von Heute auf Morgen alles in der Regionalwährung bezahlen. Es soll ja auch Leute geben, die ihre Lebensmittel selbst produzieren oder nur im Ausland kaufen. Nicht jeder wird das Angebot nutzen, aber die Politik kann es nutzen um gezielt die eigene Region zu fördern. Es ist mehr ein Werkzeug der Politik als ein Werkzeug der Basis, aber die Politik finanziert heute Massnahmen, die die Region fördern sollen, dabei hätten sie besser das Geld gleich verbrannt, weil es nicht da ankommt wo es soll.

  29. Das sind unsere Politiker !
    Bin dafür , alle Politiker sollten diese Neue Währung als gehallt erhalten .
    Als erste mal zeigen wie sie leben nach 6 Monaten ohne den € ..
    Ich wünsche mir das so sehr …

  30. Zaungast

    In der Literatur um die Regionalgelder taucht immer wieder der Begriff „bassin de vie“ auf.
    Das könnte man mit „Einzugsbereich“ übersetzen.
    Ein Zentrum mit dem entsprechenden Umland, das eine gewisse Struktur und Größe hat, innerhalb deren ein Regionalgeld in entsprechender Menge zirkulieren könnte.
    Ist die DG so ein „bassin de vie“?

    Die DG, geteilt in Nord und Süd, ohne territoriale Verbindung. Welcher St.Vither fährt nach Eupen zum Einkaufen im dortigen Bioladen? Welcher Eupener kommt nach St.Vith zu einer Aromatherapie?

    Raeren und Kelmis mit 50% Ausländern, darunter die überwiegende Mehrzahl Deutsche. Ob die sich nun begeistert mit OB-Talern eindecken werden, um hier „lokal“ zu kaufen, darf nach der Erfahrung mit der Grenzschließung und den entsprechenden abfälligen Kommentaren über Preise und Qualität bezweifelt werden. Aber auch „Einheimische“ werden da schwer zu überzeugen sein.

    Ob die Südstaatler sich dadurch vom Einkaufen bei Maassen und Co. in Luxemburg oder Aldi in Imgenbroich abhalten lassen werden? Wohl kaum.

    Die DG, ein langes, schmales Band von drei Ländern und einer Region umgeben, auf Austausch mit seinen Nachbarn angewiesen wie auf das tägliche Brot. Um Kunden von dort und Touristen wird geradezu gebettelt, was soll da eine Abkapselung à la „Kauft nur lokale Produkte“?

    Zumal „lokal“ ja für jeden etwas anderes bedeutet: Für den Lontzener können Aubel oder Vaals das sein, für den Eupener Aachen, für den Bütgenbacher ist das Weismes und Malmedy.

    Wer schon mal auf der Foire agricole von Battice war und das große Zelt mit den regionalen Anbietern besucht hat, wird begreifen, dass auch der „lokale“ Produzent auf eine breitere Kundschaft angewiesen ist.

    Dass die Regierung in Eupen gar plant, die „9 wallonischen Randgemeinden“ finanzpolitisch zu annektieren, dürfte da auf wenig Gegenliebe stossen…

  31. Kleinstaaterei

    Ich frage mich was dieser Blödsinn mit dieser Regionalwährung soll? Muss die Politik in Eupen sich nicht um wichtigere Themen kümmern? Die meisten Menschen in den Grenzregionen waren froh endlich eine Währung mit den Nachbarn zu haben! Will Herr Paasch von anderen Missständen bei der DG-Politik ablenken? Auch in der Pflege hat Ostbelgien noch viel zu tun. Die riesige Verwaltung in Eupen schluckt Millionen. Der Chef in Eupen träumt wahrscheinlich immer noch mit Lambertz von einer eigenen vierten Region. Die Regionalwährung wäre dann die Krönung! Hat Herr Paasch seinen Zenith bereits überschritten? Eine andere berufliche Orientierung wäre angebracht.

  32. Jockel F.

    Eines ist jedenfalls deutlich geworden. ProDG hat erkannt, dass man nach den nächsten Wahlen an Vivant nicht mehr vorbei kommt, wenn man die CSP weiter außen vor lassen will. Das durfte lustig werden.

  33. Zaungast

    Der Herr Dr. Meyer möchte aber ein ganz großes Rad drehen, von dem kleinen Ostbelgien gleich zu einer Zweitwährung in ganz Belgien und von da aus ganz Europa damit beglücken?
    Einfach nur Geld drucken, „um die großen Herausforderungen zu bewältigen, Klima, Umwelt, Energieversorgung, Armut, Wirtschaftsflüchtlinge, usw. usw. usw.“
    Ja, usw. usw. usw…

    Aber… wo bleibt denn da der kleine Gemüsebauer in der Eifel oder die Eupener Tante Emma in ihrem Krämerladen vor Ort? Denn darum soll es doch in erster Linie gehen bei der Einführung eines Regionalgeldes. „Lokal“ ist das Schlüsselwort. Wobei jeder das natürlich nach seinem Gusto definiert.

    Weiter oben schreibt Herr Dr. Meyer:
    „Nehmen wir an, eine Dienststelle des Ministeriums in Eupen würde das übernehmen, dann käme also eine zusätzliche Menge an Tauschmittel, parallel zum Euro, in Ostbelgien in den Wirtschaftkreislauf, auch entsprechend mehr Kaufkraft für die BürgerInnen.“

    Aha, eine „Dienststelle des Ministeriums“ als Ausgabestelle, sozusagen als OBZB – Ostbelgische Zentralbank, natürlich mit einem Direktor und allem, was dazu gehört wie einem Sitz in der City, Zweigstellen und dem entsprechenden Personal.
    Somit wäre die Kostenfrage schon mal geklärt: der Steuerzahler trägt die Kosten.
    Anderswo tun das die Nutzer des Regionalgeldes durch Beiträge, Wertverfall und/oder Rücktauschgebühr.
    Vielleicht will man das auch einer Bank übertragen, die aber auch nicht gratis arbeiten wird.
    Anderswo geschieht das meist ehrenamtlich, selbstverständlich nicht ohne öffentliche Fördergelder.

    „Mehr Kaufkraft“? Jein, denn zuerst müssen ja Euros aus dem Verkehr gezogen werden beim Umtausch in OB-Taler. Kurs 1:1.
    Diese Euros dienen als Garantie für einen späteren Rücktausch und dürfen also im Prinzip nicht mehr zurück in den Kreislauf.
    Allerdings wird meist ein Teil dieser Garantiesumme für zinslose kurzfristige Mikrokredite (in Euro natürlich) verwendet oder aber durch eine Bank in bestimmte Projekte investiert.

    Dass da so allerlei passieren kann, dafür ist der von Herrn Balter zitierte RES in Leuven ein Paradebeispiel: Der Initiator stand vor dem Strafgericht. Die Rede war von 1,8 Millionen €, die abgezweigt wurden, zum Teil für einen luxuriösen Lebensstil. Leider wurde der Prozess wegen Verjährung eingestellt. RES Prepaid war bankrott, ist aber inzwischen wieder von den Toten auferstanden und gibt neue Karten aus… Einfach mal googeln!

    Die Umlaufgeschwindigkeit wird zwar erhöht, aber durch den oft (drei)monatlichen Wertverlust und die Gebühr beim Rücktausch (oft 5%) unterliegt das Regionalgeld einer zusätzlichen Inflation, neben der „normalen“ Geldentwertung.

    Übrigens kann der teilnehmende Händler die Menge des Regionalgeldes, das er annehmen möchte, jederzeit beschränken bzw. zeitweise einstellen: „Je peux demander que seulement une partie du payement soit en Épis, c’est moi qui gère les flux, j’accepte ce que je sais pouvoir faire circuler ensuite.“ (L’Epi lorrain). Dann steht man da mit seinen schönen Scheinchen…

    Weiter Dr. Meyer: „so dass Niemand etwas verliert sondern Alle dabei gewinnen …“
    Das wäre genial, eine Art Perpetuum Mobile der Geldwirtschaft.
    Allen wird gegeben, niemandem wird etwas genommen.
    Ostbelgien wird zum Schlaraffenland.

    • Joseph Meyer

      @Zaungast
      gerade lese ich Ihren Beitrag von heute morgen 11:10, und jetzt ist es schon 22Uhr46 … deshalb nur ganz kurz. Sie hatten ja die richtigen Probleme für die DG angesprochen, nämlich die räumliche Trennung zwischen Nord und Süd, der ländliche Charakter des Südens, die sowieso geringe Bevölkerungszahl, usw. Von daher kam ja auch meine Idee den Vorschlag der „Regionalwährung als zusätzliche Zweitwährung“ auf die Nationalstaaten auszudehnen … In Ihrem aktuellen Post enttäuschen Sie mich allerdings mit der Aussage: „„Mehr Kaufkraft“? Jein, denn zuerst müssen ja Euros aus dem Verkehr gezogen werden …“ Das stimmt eindeutig nicht, denn das Regionalgeld wird ja außerhalb des bestehenden aktuellen Kreditgeldes „geschöpft“ oder wenn Sie wollen „erschaffen“ und kommt tatsächlich zusätzlich in den Kreislauf. Die Deckung mit der Hauptwährung, also bei uns der EURO, ist nur möglich, wenn genügend teilnehmende Handelspartner auf diese Zusage vertrauen und dann die Regionalwährung annehmen bzw. benutzen. Ich schlage vor, dass Sie und Jeder der sich für diese ja zentrale Frage – hier die Geldschöpfungshoheit – interessiert, tatsächlich die Webseite der Monetative in Deutschland http://www.monetative.de aufruft und sich dort schlau macht. Ich schaue morgen noch einmal rein, jetzt gehe ich schlafen!

    • Walter Keutgen

      peter Müller, vielleicht denkt sich Herr Paasch sa so. Vor mehr als fünfzig Jahren, als meine Mutter nicht mehr für uns Kinder strickte, musste sie die Pullover kaufen. In Eupen 300 bis 450 Franken, in Aachen 250 Franken. Alle Pulloverläden waren in den Händen einer Sippe, die dank dieser überhöhten Preise ihre Villen auf der Hochstraße finanzieren konnten.

  34. Zaungast

    @Dr. Meyer: „Von daher kam ja auch meine Idee den Vorschlag der „Regionalwährung als zusätzliche Zweitwährung“ auf die Nationalstaaten auszudehnen …“

    Aber Herr Dr. Meyer, was Herrn Paasch und anderen vorschwebt, ist doch eindeutig eine „Regionalwährung“, beschränkt auf die 9 Gemeinden, und, wenn die es denn wollen würden, auf die wallonischen „Randgemeinden“. Die Regierung in Eupen will das Projekt stemmen. Darum, und nur darum geht es hier konkret.

    Keinesfalls ist daran gedacht, eine landesweite Zweitwährung von Eupen aus einzuführen. Das würde den Gedanken der regionalen Wirtschaftsförderung doch ad absurdum führen. Keinesfalls ist auch daran gedacht, die Geldpolitik des Landes oder gar Europas zu revolutionieren.

    Dr. Meyer weiter: „In Ihrem aktuellen Post enttäuschen Sie mich allerdings mit der Aussage: „„Mehr Kaufkraft“? Jein, denn zuerst müssen ja Euros aus dem Verkehr gezogen werden …“ Das stimmt eindeutig nicht, denn das Regionalgeld wird ja außerhalb des bestehenden aktuellen Kreditgeldes „geschöpft“ oder wenn Sie wollen „erschaffen“ und kommt tatsächlich zusätzlich in den Kreislauf.“

    Da enttäuschen Sie mich aber jetzt, denn meine Aussage stimmt eindeutig wohl.
    Das Regionalgeld muss doch erst mal gegenharte Euro eingetauscht werden, zum Kurs 1:1., Diese Euros werden als Garantie gebunkert und so dem Geldkreislauf entzogen.

    So zu hören beim « Sous-Rire » auf Kindergartenniveau:
    „Mamy explique les sous-rires à son petit-fils Antoine »
    « Pour chaque Sous-Rire qui circule, il existe un Euro dans un compte, c’est-ce qu’on appelle la réserve de contrepartie, si jamais on arrêtait le Sous-Rire, tout la monde récupérerait ses sous.
    Ce n’est pas une vraie monnaie. Personne ne peut battre monnaie. C’est un droit régalien. C’est pour ça qu’on a écrit que c’est un bon de soutien à l’économie locale. »
    Der kleine Antoine hat das verstanden…

    So auch beim „Val’heureux:
    „Quels sont les risques financiers ?
    Aucun. Chaque euro changé en Val’heureux est placé en sécurité sur un compte Triodos appelé réserve de contrepartie. Si le système devait se casser la figure, chaque commerçant ou citoyen qui détient des Val’heureux pourrait les rééchanger contre des euros. »
    Nebenbei bemerkt, dieses Regionalgeld wurde 2011 eingeführt und befindet sich 9 Jahre später noch immer in der „phase de démarrage“, wie man im Internet lesen kann!?!

    Etwas anders ist es beim ’Epi lorrain »:
    Dort ist ausdrücklich vorgesehen, dass diese Reserve (zum Teil) als Mikrokredite (max. 1500€) vergeben oder in Projekte investiert werden kann. Dadurch wird die Geldmenge zwar erhöht, es könnte aber bei einem Rücktauschrush Probleme bereiten. Siehe das Negativbeispiel „RES prepaid“.
    Daher mein „Jein“.

  35. Marcel Scholzen eimerscheid

    Gute Idee.
    Nur ist die DG viel zu klein, damit so eine Sache wirklich funktioniert. Es gibt ja Regionalwährungen wie den Sardex auf Sardinien, der zu einer echten Alternative zum Euro geworden ist. Nur hat Sardinien 1,6 Millionen Einwohner und ist 24000 qkm groß. Dort ist Potenzial für eine Regionalwährung, dh genügend Einwohner, Produkte, Dienstleistungen. Die DG kann höchstens Zuschüsse in Gutscheinform verteilen. Mehr ist nicht drin.

    • Joseph Meyer

      @Zaungast
      Glückwunsch, Sie sind gut informiert! Ich kann Ihnen womöglich überhaupt Nichts “beibringen”. Sie könnten aber noch stärker auf den „springenden Punkt“ eingehen, das was Sie mit den Sätzen „Ce n’est pas une vraie monnaie. Personne ne peut battre monnaie. C’est un droit régalien. C’est pour ça qu’on a écrit que c’est un bon de soutien à l’économie locale.“ angesprochen haben. Also „Personne ne peut battre monnaie. C´est un droit régalien“, und wem gehört dieses “droit régalien, dieses „Recht Geld zu schöpfen“ und zwar als Monopol, siehe Lissabon-Vertrag, Art. 123, Paragraph 1)? Dieses fürstliche Recht gehört im Eurogeld-System den privaten Geschäftsbanken im Verbund mit der EZB. Sie finden die Erklärungen dazu im Internet.
      Das Interessante ist nun die Tatsache, dass Regionalwährungen eben nicht von den privaten Banken „geschöpft“ werden, sondern entweder von einer Einzelperson, oder wie meistens von einem Zusammenschluss von Einzelpersonen, von einer Kooperative, oder auch von einer öffentlich-rechtlichen Instanz warum nicht, z.B. einer Gemeindevertretung oder einer regionalen Regierung z.B. im Rahmen eines Regionalen Entwicklungskonzeptes, wie in der DG. Nehmen wir eine Kooperative: Die Einlösung gegen Euro, wobei dann, wie Sie schreiben, diese Euro als Garantie hinterlegt werden, dient lediglich dazu, die Mitglieder der Kooperative abzusichern und also auch um dadurch schneller mehr Mitglieder zu finden, denn sie hätten mehr Vertrauen in die Regionalwährung. Ich denke, die DG bräuchte keinen Umtausch gegen Euro durchzuführen, weil die Summe der “Regionalgutscheine” überschaubar bliebe und die DG dann bei einem Scheitern der Initiative auf alle Fälle genügend Euro hätte, um die Akteure zu entschädigen. Bedenken Sie, dass dieses Regionalgeld ja nicht verzinst werden könnte und es sich also nicht exponentiell vermehren würde, wie das beim Euro mit Zins und Zinseszins der Fall ist.
      Der lange Rede kurzer Sinn: “Geld” ist in seiner wichtigsten Funktion ein Tauschmittel, um Handel und Wandel unter den Menschen zu ermöglichen. Beim EURO ist das ein Problem für die Allgemeinheit, weil die Kontrolle über den EURO nicht beim Staat, sondern bei den privaten Geschäftsbanken im Verbund mit der EZB liegt, und weil Letztere die Staaten über das Geld an der Kandare haben, die Staaten können nur Geld erhalten über Kredite von privaten Geschäftsbanken, sie dürfen niemals direkt Geld von der EZB bekommen, es muss immer über eine Geschäftsbank laufen. Mit “Belfius” hat Belgien jetzt allerdings einen “Goldesel-Streck-Dich” erworben, aber das ist noch eine weiter führende Geschichte … siehe Vertrag von Lissabon, Art. 123, Paragraph 2) !

  36. Zaungast

    Nun, Herr Dr. Meyer, das mit dem „droit régalien“ kommt doch von der Mamy vom „Sous-Rire“, und ich nehme an, die Initiatoren dieses Regionalgeldes haben sich vorher entsprechenden juristischen Rat geholt.

    Auch wenn die Wörter Regional“währung“ und „-geld“ oft gebraucht werden, so ist es doch kein offizielles Zahlungsmittel, genauso wenig wie die Mahlzeit- oder Ökoschecks.

    Lassen wir Ihr Lieblingsthema Geldschöpfung durch Banken mal beiseite. Darum geht es hier nicht, sondern nur um einen lokal begrenzten Stimulans für Geschäfte und kleine Betriebe in 9 Gemeinden (Die „Randgemeinden“ werden der DG was husten).

    Bis jetzt waren alle Initiativen, die man so im Netz findet, von Privatleuten in die Wege geleitet worden. Ehrenamtliche besorgen die Verwaltung, Geschäftsleute und Kunden finanzieren das Ganze durch Beiträge und Wertverlust. Sie tragen auch das Risiko. So weit, so gut. Jeder, der da mitmacht, weiß, was er tut,

    Wenn nun die öffentliche Hand, sprich die DG, da die Regie übernehmen sollte, ändert sich das. Der Steuerzahler trägt die Kosten … und auch das Risiko, wie Sie andeuten: „… und die DG dann bei einem Scheitern der Initiative auf alle Fälle genügend Euro hätte, um die Akteure zu entschädigen.“

    Dann würden auch eine ganze Menge anderer Fragen sich stellen: z.B.: Wer kommt in den Genuss dieses Systems? Ist die DG befugt, da eine Diskriminierung vorzunehmen? Die Leute vom „Epi lorrain“ z.B. wählen sich ihre Partner sorgfältig aus, diskriminieren also.

    Oder: „Die DG bräuchte keinen Umtausch gegen Euro durchzuführen“ schreiben Sie. Was denn, der Verbraucher muss keine Euros gegen OB-Taler einzutauschen? Gibt’s die gratis, sozusagen als bedingungsloses Grundeinkommen? Es gibt auch keine Rücktauschmöglichkeit in Euro?

    Zum Schluss noch wie gerufen ein Zitat aus dem heutigen GE unter der Überschrift:
    „Regionalwährung hat auch Schattenseiten“
    „Jeder kann mit dem ganz normalen Euro die regionale Wirtschaft stützen., dazu bedarf es keiner neuen Währung, sondern nur den Willen, regional einzukaufen.“
    (R. Rahier, FGTB-Sekretär)

    Wohl wahr! Es lebe die Freiheit des oft beschworenen mündigen Bürgers, sein Geld auszugeben, wo, wann und für was er es für richtig hält, ohne gegängelt zu werden. Das müsste doch eigentlich auch die Parole von Leuten sein, die sich anderswo vehement gegen solche Gängelung aussprechen, sei es beim Impfen oder bei Coronamasken.

    • Joseph Meyer

      @Zaungast
      eigentlich ist das unfair …, Sie amüsieren Sich, sprichwörtlich als „Zaungast“, mir zuzuschauen, wie ich mich bemühe Ihre „Nebelkerzen“ rund um das Thema „Geld“ aus zu blasen …
      – „droit régalien“: siehe unter https://www.universalis.fr/encyclopedie/droits-regaliens/: …le droit de lever des impôts, de battre monnaie …
      Wenn „Wertgutscheine“ oder anders bezeichnete „Gutscheine“, oder warum nicht „Venntaler“, benutzt werden können um Waren oder Dientsleistungen lokal / regional zu bezahlen, dann sind sie zwar kein „legales Zahlungsmittel“, das bleibt im aktuellen System in Belgien ausschließlich das private (!) Fiat-, bzw. Kredit-, bzw. Schuld-Geld „EURO“, dann sind diese Scheine eindeutig trotzdem ein Tauschmittel und aktivieren somit die lokale/regionale Wirtschaft! Und wenn die DG solche Gutscheine entwerfen und eine gewisse Menge davon monatlich, als Kaufkraftsteigerung in schwierigen Zeiten, jeder Einwohnerin / jedem Einwohner der DG aushändigen würde, dann würde damit ganz ohne Zweifel die Konjunktur in der DG gestärkt, weil diese nicht verzinsbaren, ganz ohne Gängelung (!) denn praktisch nur in der DG zu benutzenden Wertscheine ja zusätzlich zum EURO-Lohn/Gehalt, zur EURO-Rente oder zur EURO-Arbeitslosen-bzw. Sozialhilfe zur Verfügung stehen würden – was hat der Herr Rahier eigentlich für vertrackte Probleme damit?! Wer die Konjunktur ankurbelt, der steigert den Umsatz, und die Gewinne, und dann auch die Einnahmen der Gemeinden, so dass die Gemeinden dann durchaus den Geschäfstleuten und Betrieben erlauben könnten die Gemeindesteuern teilweise mit diesen Wertscheinen zu begleichen, usw. usw. … lockern Sie doch für Einmal ihre Vorstellungskraft!

      – Die Geldschöpfung – “battre monnaie” – ist leider ein zentrales Thema, welches uns alle EXTREM beschäftigen sollte, weil wegen der NICHT-AUSÜBUNG der Geldschöpfungshoheit alle Staaten der Eurozone massiv verschuldet sind … und die Staaten dadurch so sehr mit dem Rücken zur Wand stehen – die mächtigen privaten Geldschöpfer, die Systembanken, können das System nach Lust und Laune jederzeit einkrachen lassen -, so dass leider Regionalwährungs-/Gutscheinsysteme schon so etwas wie der „rettende Strohhalm“ sind … Die Menschen lernen halt nicht aus der Vergangenheit, das sieht man jetzt wieder ganz konkret z.B. bei der „Corona-Pandemie“, bzw. so einfach ist es ja nicht, denn es ist für einen großen Teil der Bevölkerung nahezu unmöglich das legale und juristische Regelwerk der Geldschöpfung zu durchblicken, auch die allermeisten Abgeordneten tun sich viel leichter alles durch zu winken, was Ihnen der Parteivorsitzende oder der Partei-Minister zum Durchwinken vorlegt, auch der Minister tut sich für sich selber viel leichter, wenn er das tut, was man von ihm erwartet, usw. usw. Auch der Herr Rahier tut sich viel leichter, und bleibt dann auch Generalsekretär, wenn er nicht “über sich hinaus wächst”, usw. usw.

  37. denke global, handle lokal

    Nicht mit mir, auf keinen Fall. Das Risiko ist viel zu groß, dass der ehrwürdige DG-Zentralbankpräsident hochprofessionell in die eigene Tasche und die seiner Genossen arbeitet und die Bank mit seiner währungspolitischen Kompetenz auf geradem Weg in die Pleite führt. Ein Euro-Konto bei einer Bank außerhalb der DG ist erheblich sicherer.

  38. Zaungast

    Ach, Herr Dr. Meyer, es ist zwecklos.
    In Ihrer Naivität glauben Sie tatsächlich, eine Institution wie eine Gemeinde oder die DG könnte so ohne Weiteres eine Zweitwährung unters Volk streuen, wie der Prinz Karneval Bonbons verteilt ???
    Wenn das erlaubt wäre, dann wären andere schon längst darauf gekommen.

    Lesen Sie erst mal diese Broschüre: https://www.financite.be/sites/default/files/guide_pratique_des_monnaies_complementaires_0.pdf

    Nur dies: Die von der DG ausgegebenen OB-Taler, der der Arbeitnehmer zusätzlich zu seinem Gehalt bekäme, landen dann bei Geschäftsleuten oder Unternehmen. Was machen die dann damit?
    Blütenhonig bei Susi im Bienenlädchen kaufen?
    Oder eine Aromatherapie bei Gaby in St. Vith?

    N. in Eupen bezahlt damit den Import von Elektrogeräten? Autohändler J. seine Neuwagen?
    Die DG ist viel zu viel von außen abhängig.
    Wenn die Dinger nicht konvertibel sind, sind sie nicht mehr wert als Monopolygeld, und kein vernünftiger Geschäftsmann würde sie in nennenswertem Umfang annehmen.
    Ausnahmslos alle Regiogelder sind mit harten Euros unterfüttert und jederzeit umtauschbar, wenn auch oft mit Wertverlust, meist 5%.

    Übrigens ist kein teilnehmender Partner verpflichtet, unbegrenzt Regios anzunehmen, wenn er dafür keine Verwendung hat. Eben weil sie kein gesetzliches Zahlungsmittel sind.
    Wie viele Prozent (oder Promille?) der Umlauf an Regionalgeld im Verhältnis zu den Transaktionen in Euro ausmacht, davon liest man nirgends.
    Wer bei den Organisatoren des Sous-Rire um präzisere Dokumentation fragt, als die wolkige Website hergibt, erhält … keine Antwort. Aber vielleicht haben Sie mehr Glück.

    „Regionalwährungs-/Gutscheinsysteme schon so etwas wie der „rettende Strohhalm“ sind“
    Dann versuchen Sie mal, sich an einem Strohhalm festzuklammern, wenn das Schiff untergeht.
    Geht der Euro unter, sind auch die Regios nicht mehr wert als das Papier, auf dem sie gedruckt sind.

    • Joseph Meyer

      @Zaungast
      es wird wohl so sein, dass ich ziemlich naiv bin, denn ich glaub(t)e immer noch an die Intelligenz der Menschen …
      nun ja, Sie stellen meinen Glauben auf eine harte Probe …
      Im Ernst, auch der 100 Euro-Schein ist nur das Papier und die kleine Menge Druckerfarbe wert – wenn die Benutzer des Euro nicht an seinen anderen, nicht-materiellen Wert glauben. Wenn in Ostbelgien die Bevölkerung davon überzeugt ist, dass man auch mit dem Regio-Wertschein „Brot und Spiele“ kaufen kann, dann wird er froh sein, da

      • Zaungast

        „Im Ernst, auch der 100 Euro-Schein ist nur das Papier und die kleine Menge Druckerfarbe wert – wenn die Benutzer des Euro nicht an seinen anderen, nicht-materiellen Wert glauben.“
        Stimmt, nur dass dieser Glaube je nach Währung größer oder kleiner ist.
        Selbstverständlich beruhen heute alle Währungen auf Vertrauen. Oder kennen Sie eine, die durch Gold gedeckt ist?

        D-Mark-West und D-Mark-Ost, alles nur bedruckte Papierscheinchen.
        Welche hätten Sie lieber gehabt?
        Dabei war selbst die Ostmark konvertierbar, inoffiziell natürlich nur, und nicht zum Kurs 1:1, der galt nur für Besucher aus dem Westen beim Mindestumtausch an der Grenze.
        Wäre er nicht verstorben, hätten Sie Schalck-Golodkowski fragen können, wie hungrig die DDR nach Devisen war.

        „Brot und Spiele kaufen“?
        Brot? Mehl, Hefe, Reis, Schokolade, Zucker, sonstige Zutaten, alles bezieht der Bäcker von außerhalb und muss es in Euro bezahlen.
        Spiele? Ob die Spieler der AS Eupen sich mit OB-Talern abspeisen lassen?

        Haben Sie sich übrigens über die Gesetzeslage in Sachen Gratisgeldverteilung durch die Gemeinden oder die DG kundig gemacht? Das wäre doch die Minimalanforderung für eine Diskussion wie diese hier.

    • Joseph Meyer

      #Zaungast
      sorry, das verkehrte Knöpfchen gedrückt, hier geht es weiter:
      … damit auf Einkauftour zu gehen. Sie vergessen offensichtlich immer wieder die Hauptfunktion von „Geld“, nämlich die Funktion als Tauschmittel! Was hätten wir in Ostbelgien denn um diese Funktion wahrzunehmen, wenn das EURO-Konstrukt, und das ist eine Riesenpyramide bestehend aus lauter Schulden, zusammenbricht? Also ich schlage vor, Sie informieren Sich noch etwas unter ‚monetative.de‘, ‚Fiat-Geld‘, „EURO-System‘, ‚Federal Reserve Act‘ 1913, ‚Loi de Pompidou-Rothschild‘ 1973, „Das Wunder von Wörgl‘, ‚Brakteaten‘, ‚Greenbacks‘, ‚president-kennedy-the-fed-and-executive-order-11110‘, usw. Ich wünsche viel Spaß und viele Einsichten dabei!

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