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Österreich will sich bei Impfstoffen gegen Corona nicht mehr auf EU verlassen

01.03.2021, Österreich, Vienna: Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, trifft mit einem Mund-Nasen-Schutz zu einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt ein. Foto: Ronald Zak/AP/dpa

Österreich will sich bei Impfstoffen gegen das Coronavirus nicht mehr auf die EU verlassen. Die Europäische
Arzneimittel-Agentur sei zu langsam bei den Zulassungen von Impfstoffen, erklärte Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien.

Österreich werde deshalb eng mit Dänemark und Israel bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen der zweiten Generation gegen mögliche Virus-Varianten zusammenarbeiten, so Kurz im Vorfeld eines für Donnerstag geplanten Israel-Besuchs.

27.02.2021, Österreich, Mayrhofen: Ein Polizist spricht mit dem Fahrer eines Autos an einer Corona-Kontrollstelle. Mayrhofen im hinteren Zillertal durfte wegen der Verbreitung der Südafrika-Mutante bis Mittwoch, 3. März 2021, nur noch mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden war, verlassen werden. Foto: Expa/Johann Groder/APA/dpa

Er sei zwar froh, dass EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen so früh die Initiative für die Beschaffung von Impfstoff ergriffen habe, „wir müssen uns aber jetzt schon rechtzeitig auf weitere gefährliche #COVID19 Mutationen vorbereiten“, schrieb Kurz auf Twitter.

Experten rechnen damit, dass jährlich rund sechs Millionen Österreicher geimpft werden müssen. „Die Pandemie wird uns noch lange Zeit beschäftigen mit verschiedenen Mutationen“, so Kurz.

Die Präsidentin des österreichischen Verbands der
Impfstoffhersteller, Renée Gallo-Daniel, erklärte im ORF-Radio, es sei wichtig, lokal eine Impfstoffproduktion zu haben. Zwar dauerten die Errichtung oder auch nur die Umrüstung einer Produktionsstätte Monate bis viele Jahre. Es sei aber sinnvoll, längerfristig zu denken und für künftige Pandemien gerüstet zu sein. (dpa)

9 Antworten auf “Österreich will sich bei Impfstoffen gegen Corona nicht mehr auf EU verlassen”

  1. Zum einen würde es dem jungen Mann gut zu Gesichte stehen, jedes 2. Mal, dass es ihn juckt, den Mund zu halten; er hat sich nun schon öfter geirrt.

    Zum anderen preist er lediglich Österreich als Standort für Forschung und Produktion von Impfstoffen und Arzneien an.

    Geschmacklos ist, dass er dabei die nationale Karte spielt. Sehnt er sich schon nach seinen ehemaligen Ibizapartnern zurück?

  2. Die Krisenbewältigung der EU erfolgt doch seit einem Jahr mehr oder weniger nach dem Motto „Pleiten,Pech ,Pannen und endloses Diskutieren“.Wer kann es dem „Bubi“ denn verdenken,dass er eigene Wege geht.Andere werden folgen.

    • Walter Keutgen

      Boku, einige in diesem Forum verlangen, dass solch neuartige Impfstoffe mindestens zehn Jahre getestet werden sollen und plötzlich ist es zu langsam gegangen? Die FDA und die britische Behörde haben auch ihre Zeit gebraucht und sie mittels Notzulassung verkürzt. Ach, es gibt Impfstoffproduktion in Österreich. Wie schön für die Österreicher. Dann kein Export mehr? Die Dänen fallen auch immer durch starken Chauvinismus auf („dänische Waren auf dänische Lastwagen“) auf und das Land hat ebenso viele Ausnahmen in der EU, wie Großbritannien hatte, einschließlich der eigenen Währung.

      Der EU-Einkauf der Impfstoffe war nicht eine Initiative von von der Leyen, sondern von Merkel, nachdem Spahn so einen Alleingang mit anderen Ländern plante, was politisch nicht statthaft war. Darauf war die EU nicht einmal vorbereitet.

  3. Krisenmanagement

    Gerade dieser Kurze, was will man von dem erwachten? Bekommt der das besser hin, wie die EU. Man hat letztes Jahr die Wintersportgebiete offen gehalten, obwohl man wusste ……Jetzt dieser Aktionismus.

    • Walter Keutgen

      Eifel_er, ist es nicht so, dass man mit dem Impfen nicht nachkommt, obwohl Impfstoff vorhanden ist. Das Impfen ist doch keine EU-Aktivität. Die EU erstellt Regeln – nur mit dem Einverständnis durch qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten – und verteilt eingenommenes Geld. So funktioniert übrigens auch die Bundesrepublik Deutschland, mit dem Unterschied, dass die Mitgliedstaaten der EU ihre Version der jeweiligen Regel erstellen.

    • Walter Keutgen

      Nun, den Aufbau der Impfstoffherstellung in Belgien haben die Behörden auch hier unterstützt. So was dauert gerne zehn Jahre. Eine antieuropäische Propaganda hat man hier nicht gemacht. Die EU-Kommission soll in Dänemark und Österreich streng auf verbotene Subventionen achten.

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