Reportagen

„O Tannenbaum“ von morgens bis abends bei René Miessen in Kettenis

Seit einem Vierteljahrhundert verkauft René Miessen Tannenbäume. Foto: Edgar Hungs

Der Weihnachts- oder Christbaum hat Kultstatus. Er zählt in der Weihnachtszeit zum Inventar eines jeden Haushaltes. Und darauf will die Mehrheit der Bürger auch nicht verzichten. Das weiß auch René Miessen. Der Ketteniser verkauft seit nunmehr fast einem Vierteljahrhundert Tannenbäume.

Über mangelnde Arbeit braucht er sich in diesen Tagen nicht zu beklagen. Von 9 Uhr an bis in die Abendstunden hinein erfüllt er gemeinsam mit seiner Frau fast alle Baumwünsche.

René Miessen in seiner Plantage an der Aachener Straße. Foto: Edgar Hungs

Die Verkaufsbreite geht von Tannenbäumen in Blumentöpfen bis zu großen Nordmann-Tannen. Fast alles kommt aus der hauseigenen Plantage.

„Die Nachfrage nach frischen Tannenbäumen ist auch in diesem Jahr groß. Da muss ich schon beikaufen, um allen Anfragen gerecht zu werden. Zurzeit habe ich sehr viele Vorbestellungen, die ich teilweise noch ausliefern muss“, äußerte sich René Miessen in einem kurzen Gespräch gegenüber „Ostbelgien Direkt“.

Die Verkaufsecke an der Aachener Straße ist nicht zu übersehen. Große Plakate fallen sofort ins Auge. Auf dem Gelände stehen bereits viele „eingenetzte“ Nadelbäume.

Viele Bäume sind bereits „eingenetzt“. Foto: Edgar Hungs

„Da kann der Kunde sich seinen Baum aussuchen. Hat er diesen gefunden, kann er mit Hilfe einer Motorsäge gespitzt werden, damit er in den dafür vorgesehenen Ständer passt“, sieht Miessen seinen Service als kundenfreundlich an.

Das Einnetzen hat gleich mehrere Vorteile: Es vereinfacht den Transport des Tannenbaums und schützt die Äste. Zum anderen erleichtert es aber auch das Aufstellen und somit das Ausrichten. „Und wenn man dann noch bis zu zwei Tage mit dem Schmücken wartet, hat man einen Bilderbuchbaum“, gibt Miessen noch einige Ratschläge hinzu.

Die Nordmann-Tanne zählt zu den beliebtesten Arten unter den Christbäumen und hat die Fichte in den Hintergrund verdrängt. Es ist eine Nadelholzart, die spezifisch für den Anbau von Christbäumen in Plantagen vorgesehen ist.

Rund 13 Jahre braucht es, bis der Baum die ansprechende Form und Größe hat. Bis dahin brauchen sie intensive Pflege. Vieles hängt vom Wissen und der Erfahrung des Züchters ab.

Mit Hilfe einer Motorsäge kann der Baum gespitzt werden, damit er in den dafür vorgesehenen Ständer passt. Foto: Edgar Hungs

Der natürliche Tannenbaum schneidet in der Öko-Bilanz besser als der künstliche ab. So verhindert das Wurzelwerk die Bodenerosion. Während der Wachstumperiode liefert er viel Sauerstoff und bietet den Tieren einen Lebensraum.

Statistisch gesehen werden rund 93 Prozent nach dem Weihnachtsfest recycelt, sind also biologisch abbaubar. Dagegen müssen Kunstbäume zuerst einen langen Transportweg zurücklegen, da sie in Übersee produziert werden. Sie sind nicht recycelbar und landen somit auf der Mülldeponie.

Wer also einen natürlichen Christbaum aufstellen möchte, kann dies ruhigen Gewissens machen. Er bewahrt ein traditionelles Brauchtum, bringt einen Glanz in die weihnachtlich geschmückten Wohnstuben und verbreitet darüber hinaus einen angenehmen Duft. Ein natürlicher Christbaum ist immer ein Unikat. EDGAR HUNGS

Nachfolgend nich einige Bilder vom Tannenbaumverkauf in Kettenis (zum Vergrößern Bild anklicken):

  1. Ekel Alfred

    Das stimmt aber nicht so ganz….Kunstbäume werden doch nicht jedes Jahr erneuert oder landen auf die Mülldeponie….echte Weihnachtsbäume hingegen machen Dreck, verlieren Nadeln, sind meistens am Hl. Abend bereits total ausgetrocknet, müssen oft noch mit einer Kordel befestigt werden (ich weiss, wovon ich spreche), alleine diese Fluchen beim Aufstellen des Baumes…sehr zur Freude der Ehefrau….und dann erst mal der Abbau und die Entsorgung….den Naturgeruch kann man ja heute bereits mit einer Sprayflasche immitieren….nur wenn der Baum mal lichterloh brennt (besonders mit echten Kerzen passiert das ja schnell), ist der echte Baum von Vorteil….er hinterlässt keine chemischen Nachwirkungen….

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