Leute von heute

In den Niederlanden öffnen Terrassen und Geschäfte – Maastricht appelliert an die Belgier, nicht zu kommen

16.06.2018, Niederlande, Maastricht: Touristen und Einheimische genießen einen Drink auf der Terrasse am Vrijthof-Platz im Zentrum der historischen Stadt Maastricht. Foto: Shutterstock

Nach einem über vier Monate langen Lockdown haben die Niederlande einen großen Schritt zurück zur Normalität gemacht. Die Geschäfte durften am Mittwoch wieder Kunden empfangen – ohne vorherigen Termin. Um 12 Uhr sollten auch die Außenbereiche der Cafés und Restaurants wieder öffnen. Die unpopuläre abendliche Ausgangssperre wurde abgeschafft.

Die Regierung hatte die Lockerungen beschlossen, trotz anhaltend hoher Infektionszahlen und großem Druck auf Krankenhäuser. Es sei ein „kalkuliertes Risiko“, hat der geschäftsführende Premier Mark Rutte erklärt. Die wissenschaftlichen Berater der Regierung kritisierten die Schritte als verfrüht und warnten vor einem Notzustand in Krankenhäusern.

Cafés und Restaurants dürfen im Außenbereich unter Auflagen bis 18.00 Uhr Kunden bedienen. Die populären „terrasjes“ (Terrassen) waren sogar seit mehr als sechs Monaten geschlossen. Für den Gaststättenverband geht es um «einen kleinen Lichtblick».

27.04.2021, Niederlande, Eindhoven: Menschen sitzen am Königstag im Park Anne Frankplantsoen auf einer Wiese. Es war bereits der zweite „Koningsdag“ im Lockdown. Foto: Rob Engelaar/ANP/dpa

Bürger dürfen auch statt bisher eine Person zwei Gäste am Tag zu Hause empfangen. Und auch Studenten bekommen zumindest einen Tag in der Woche wieder Präsenzunterricht.

Weiterhin verboten sind alle Veranstaltungen mit Publikum wie Sportwettkämpfe, Museen, Theater, Kinos. Es gilt auch Masken-Pflicht in öffentlichen Gebäuden und ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern.

Die Niederlande bleiben weiterhin ein Hochinzidenzland mit etwa 220 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Zahlen vom Dienstag). Mehr als fünf Millionen Bürger wurden bereits mit mindestens einer Dosis geimpft, das sind etwa 30 Prozent der Erwachsenen.

Im Vorfeld der Öffnung der Außengastronomie hat die Bürgermeisterin von Maastricht, Annemarie Penn-te Strake, an die Belgier appelliert, nicht über die Grenze zu fahren. Das Stadtoberhaupt befürchtet einen Zustrom von Belgiern, die die Terrassen schon etwas früher als in ihrem Land genießen wollen, wo die Außengastronomie erst am 8. Mai öffnet. Sie bat daher die Belgier, nicht in ihre Stadt zu kommen und sich solidarisch zu zeigen. Sie sagte jedoch, sie könne ihnen nicht „verbieten zu kommen“.

Die belgische Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) schloss sich der Bitte der Maastrichter Bürgermeisterin an und appellierte an alle Belgier, nicht für einen Terrassenbesuch über die Grenze in die Niederlande zu fahren.(dpa/cre)

14 Antworten auf “In den Niederlanden öffnen Terrassen und Geschäfte – Maastricht appelliert an die Belgier, nicht zu kommen”

  1. Bin gerade aus Maastricht zurück. War einfach nur toll noch mal gemütlich auf einer Terrasse ein gutes Essen und Getränk genießen zu können. Sehr viele Deutsche und Belgier waren Heute schon in Maastricht. Was in Luxembourg und Niederlande geht müsste doch auch hier gehen. Wir haben ja schließlich so viele kompetente Politiker hier…(Ironie aus)

    • @Ü60: Meine Frau und ich waren auch heute in den Niederlanden. Am Dreiländereck. Es war wunderschön im Wald. Bänke waren auch da. Da sitzt man ebenso gut drauf wie auf einen Terrassenstuhl. Kaffee hatten wir auch dabei. Und gefährdet haben wir keinen. Geht also auch ohne Terrasse. Billiger ist es auch.

    • Felicitas

      @ Ü 60
      Sind Sie Analphabet? Die Niederlande haben darum gebeten, nicht in ihr Land zu kommen. Was wollen Sie mit Ihrem “ ich war mit meiner Frau in Maastricht “ eigentlich bewirken ?
      Das Sie ein Mensch sind, der sich einen Sche…an irgendwas stört, Hauptsache Ihnen geht’s gut?

  2. Bin Autofahrer und als solcher oft in den Niederlanden, ohne mit der Polizei Probleme gehabt zu haben. Wahrscheinlich ist die Polizei eher streng zu Leuten, die samstags tüchtig trinken, dann in die Niederlande fahren, Regeln nicht einhalten und den Polizisten grammatikalisch verkorkst und /oder durch ihr Auftreten vermitteln, dass sie die Niederländer blöd finden. Es ist vorstellbar, dass die Niederländer das Fernbleiben solcher Gäste gerne verschmerzen.

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern