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Im Nordosten Englands entsteht eine neue Supermacht: Newcastle United an Saudis verkauft

07.10.2021, Großbritannien, Newcastle: Die Fans von Newcastle United feiern im Stadion St. James' Park, nachdem bekannt wurde, dass die durch ein Konsortium mit saudischer Beteiligung geplante Übernahme von Newcastle genehmigt worden ist. Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Im Nordosten entsteht eine neue Supermacht, die alles in den Schatten stellt, was man bisher über die Superreichen im Weltfußball zu wissen glaubte. Ob Paris Saint-Germain oder Manchester City – was jetzt kommt, ist noch eine ganze Nummer größer.

Der englische Fußballclub Newcastle United ist an ein Konsortium mit saudischer Beteiligung verkauft worden. Die Premier League erteilte die notwendige Zustimmung für die Übernahme des aktuell Vorletzten der Premier League.

Voraussetzung für die Zustimmung der Premier League war, dass der Verein nach der Übernahme nicht unter der Kontrolle Saudi-Arabiens steht.

Der öffentliche Investmentfonds Saudi-Arabiens soll zwar 80 Prozent am Konsortium halten und ist nun Mehrheitseigner des Vereins. Zudem ist der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, dem schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, der einflussreichste Mann des Fonds. Der Fonds werde aber als „vom Staat getrennt“ betrachtet, womit eine Übernahme aus Premier-League-Sicht zulässig war.

07.10.2021, Großbritannien, Newcastle: Die Fans von Newcastle United feiern vor dem Stadion St. James‘ Park, nachdem bekannt wurde, dass die von den Saudis geführte Übernahme von Newcastle genehmigt worden ist. Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Für die Fans von Newcastle United sind die jüngsten Entwicklungen eine gute Nachricht. Laut einer Umfrage des Fanverbandes Newcastle United Supporters‘ Trusts befürworten 93 Prozent der Anhänger die Übernahme. Der bei den Fans unbeliebte Inhaber Mike Ashley will den Club schon länger loswerden.

Liverpools Startrainer Jürgen Klopp sieht derweil Newcastle United nach der Übernahme durch das Konsortium mit saudischer Beteiligung auf dem Weg zur „Supermacht“. Newcastle sei „der dritte Verein im Weltfußball, von dem ich weiß zumindest, der einem Land gehört und das offenbar einer der wohlhabendsten Familien auf dem ganzen Planeten“. Die Möglichkeiten, die sich Newcastle nun böten, „sind natürlich immens“, sagte Klopp in einem Interview von Sky Sport.

Es werde ein bisschen dauern, aber „dann wird Newcastle die nächsten 20, 30 Jahre – solange die da Spaß dran haben – im Weltfußball eine dominierende Rolle spielen“, sagte der 54-Jährige und nannte auch einen anderen Aspekt.

07.10.2021, Großbritannien, Newcastle: Der Geschäftsmann Mehrdad Ghodoussi. Foto: Owen Humphreys/PA Wire/dpa

„Ich denke, es gibt keine zwei Meinungen über die offensichtlichen Bedenken bezüglich der Menschenrechte in Saudi-Arabien“, betonte Klopp. Aber wenn „wir nur über den Fußball sprechen, dann ist das langfristig natürlich schon so, dass man sagen muss, das wird eine Supermacht“. Die vielen guten Fußballer, die langfristig auf dem Markt sind, „die wird dann auch Newcastle finden“.

Nach der Übernahme von Newcastle United durch ein saudisches Konsortium sind die anderen Premier-League-Clubs einem Bericht zufolge gegen Sponsoring-Deals des Vereins vorgegangen.

Eine fast vollständige Mehrheit der in der Liga vertretenen Clubs stimmte bei einer außerordentlichen Sitzung am Montagabend für eine temporäre Regelung, die einige von den neuen Newcastle-Eigentümern geplante oder bereits bestehende Sponsoring-Verträge verhindert, wie der „Guardian“ berichtete. Diese Entscheidung gilt zunächst nur für einen Monat, allerdings sollen viele Clubs für eine langfristige Änderung der Regeln sein, die alle Vereine der Liga betrifft. (dpa/cre)

10 Antworten auf “Im Nordosten Englands entsteht eine neue Supermacht: Newcastle United an Saudis verkauft”

    • VERKAUFT

      Unser schöner abendländischer Fußball wird immer öfter gegen Petro-DOLLARS verkauft!
      Ich könnte auch kotzen! Ja, die Vereine und die „dummen“ Fans verkaufen damit ihre Seelen!!!
      Ich schreibe es voll aus „KOTZEN“
      Bin ich froh, das Ende nicht mehr miterleben zu müssen – laut Klopp in 20-30 Jahren!

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