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Wie soll der neue Platz in der Eupener Unterstadt heißen?

Der neue Platz in der Unterstadt, den viele "Scheibler-Platz" nennen, in Wirklichkeit aber noch namenlos ist. Foto: OD

Es ist für die Unterstadt wie ein Aufatmen: Seitdem die alte Städtische Grundschule (SGU) abgerissen worden ist, kann man zwischen Weserbrücke und Hillstraße einen Luftzug spüren, der allen gut tut. Was aber für viele Unterstädter der „Scheibler-Platz“ ist, hat in Wirklichkeit noch keinen Namen.

Es kommt des Öftern vor, dass die Bürger einer Stadt einem Platz längst einen Namen gegeben haben, obwohl es diesen offiziell gar nicht gibt.

Das Scheibler-Haus in Miniatur (in der Ausstellung „gestern war heute“ anlässlich der Eröffnung des Alten Schlachthofs im September 2015). Foto: OD

In der Oberstadt zum Beispiel wird der Platz in der unteren Bergstraße im Volksmund auch „Platz am Clown“ genannt. Die angrenzenden Häuser gehören jedoch nach wie vor zur Bergstraße.

Der nach dem Abriss der SGU frei gewordene Platz in der Unterstadt wird deshalb „Scheibler-Platz“ genannt, weil dort bis 1970 das prachtvolle Haus der Tuchkaufmannsfamilie Scheibler stand, die im 18. und 19. Jahrhundert in Eupen eine wichtige Rolle spielte.

Weil es aber weniger um die Familie Scheibler gehen soll als um das nach ihr genannte Gebäude, das aus bis heute unerklärlichen Gründen abgerissen wurde, plädierte der Historiker Herbert Ruland im Grenz-Echo für die Bezeichnung „Scheibler-Haus-Platz“.

„Scheibler-Haus-Platz“ – oder wie?

„Es ist nun mal der Platz, wo der Scheibler ein Haus gebaut hat“, so Ruland. So könne man auch auf die Sünden eingehen, die seinerzeit durch die Zerstörung dieser einmaligen Bausubstanz begangen worden seien.

Auf dem neuen Platz findet jetzt mittwochs der Wochenmarkt statt. Foto: OD

„Der Abriss des Scheibler-Hauses ist schließlich eines der letzten abschreckenden Beispiele dafür, wie man mit Erinnerungsstücken aus der eigenen Geschichte umgegangen ist“, so Ruland.

Zu dem Einwand, dass die aus Monschau stammende Kaufmannsfamilie Scheibler in dem Ruf stand, die Eupener Arbeiter auszubeuten, sagte Ruland: „Natürlich ging es ihnen um maximalen Profit. Aber da waren sie nicht schlechter oder besser als die anderen Unternehmer in Eupen damals. Das waren fast alles Protestanten, die im Sinne ihrer Zeit und Religion handelten.‘

Also „Scheibler-Platz“, „Scheibler-Haus-Platz“ oder doch anders?

Den Unterstädtern kann es eigentlich egal sein. Hauptsache, sie verfügen jetzt über einen Platz, auf dem Ende September bereits die Kirmes stattfand und der jeden Mittwoch den Wochenmarkt beherbergt. Das „Weserschiff“, das heute auf der Klötzerbahn steht, hätte eigentlich hierhin gehört – jedenfalls vom Namen her… (cre)

  1. Germano-Belgier

    „Der Abriss des Scheibler-Hauses ist schließlich eines der letzten abschreckenden Beispiele dafür, wie man mit Erinnerungsstücken aus der eigenen Geschichte umgegangen ist“, so Ruland.

    Und DAS letzte Beispiel ist für mich das Wetzlarbad (R.I.P.), man hat also nichts aus der Vergangenheit gelernt.

    • LosKotzos

      Man sollte es bei Scheiblerplatz belassen, dann würden wenigstens auch nachfolgende Generationen
      darüber informiert welch schöner Bau dort einst stand.
      Aber das wissen die in Eupen wahrscheinlich auch zu versauen.
      Das Wetzlarbad sehe ich etwas anders.
      Nur was dort entsteht ist eine Lachnummer.
      Ich war dort bei einer Besichtigung.
      Man hat versucht auf kleinstem Raum alles unterzukriegen was ein Hauptstadtbad so braucht.
      Wenn da mal mehr wie 500 Besucher kommen was bei Idealwetter nicht viel ist wird´s lustig.
      Keine Möglichkeit für die Gastronomie außer Kioskbetrieb. Aber 300 Sitzplätze auf den Emporen.
      Keine Sitzmöglichkeiten innerhalb des Bades.
      Liegemöglichkeiten? Habe nichts gesehen, kommt vielleicht noch!
      Wellenbad bei Belegung von 15 Gästen überfüllt.
      Aber ich will nicht meckern, warten wir ab.

  2. Der 7. Sinn

    Es gibt in der Region um Euskirchen, die So Da Brücken, wie wärs mit So Da Platz. Eine richtig grosse Schande, das man dieses Haus für so ein hässlich Klotz abgerissen hat und das nun seit einigen Monaten selber abgerissen wurde. Welcher Vollpfosten war das eigentlich schuld?

  3. Fred Eversplatz, Karl-Heinz Lambertz Platz…
    Meine Güte, seit Ihr diese Leute etwas schüldig oder wie???
    Welcher verdienst haben diese Leute denn für die Unterstadt geleistet bzw. welcher Vorteil haben die Unterstadt bzw. die Unterstädtler durch (dank) diese Leute Genießen können???
    Der Evers weil er für sein überdimensionales Gefährt 2 Parkplätze braucht vielleicht???
    Der KHL weil er durch die Unterstadt brettert wenn Luxemburg besucht werden soll vielleicht???
    Mein Vorschlag; „Marktplatz“, schlicht und einfach…ohne viel Gelaber…

  4. Ich hoffe nicht das dieser Platz mit Kübel oder Pflanzen zugestellt wird ,es ist doch gut das man ein Platz wo man etwas abhalten kann z.b Kirmes ,Trödelmarkt,Mittwochmarkt,Musik usw., die Bäume in der Mitte müssten abgeholzt werden die stören wenn einer jedoch einer meint das wir in Eupen zuwenig Bäume haben,den kannn man entgegen kommen indem man neue am Rand pflanzt.Zum Namen Weserplatz,Kirmesplatz,Schulhofplatz.

  5. Johann Klos

    Ja werter Herr R. ,

    Sie haben ja recht, Es wird Zeit das sich das „“““ starke Viertel Unterstadt **** von dem absterbenden Teil Eupens loslöst. Lasst uns das Scheibler Haus wieder herrichten als Wahrzeichen unserer neuen Identität.

  6. Rudolf Wintgens Waldring 11 4730 Hauset

    Warum nicht nach einem Eupener, der sich um die Bevölkerung nachweislich verdient gemacht hat und die Existenz zahlreicher Familien bis heute sichert: Carl Bourseaux !

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