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Trump erhöht Sonderzölle auf Importwaren aus China – Eskalation im „Handelskrieg“

10.05.2019, USA, Portsmouth: Container der China Shipping Group und anderer Unternehmen stehen am Hafen Virginia International Terminal. Foto: Steve Helber/AP/dpa

Nach dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen in Washington eskaliert der Handelskrieg zwischen den USA und China. US-Präsident Donald Trump erhöhte den Druck noch einmal: Sonderzölle sollen sogar auf alle Importe aus China im Wert von rund 500 Milliarden US-Dollar ausgeweitet werden.

Trump ordnete an, den Prozess zu beginnen, 25-prozentige Abgaben auf weitere Waren im Wert von rund 300 Milliarden Dollar zu erheben, wie der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer in Washington mitteilte.

Trump setzte China eine Frist von einem Monat, ein Abkommen zu besiegeln, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Ansonsten sollen die neuen Zusatzzölle verhängt werden. Zuvor waren am Freitag in der US-Hauptstadt zweitägige Handelsgespräche ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Beide Seiten sind weit voneinander entfernt, wollen sich aber in „näherer Zukunft“ in Peking wieder treffen, wie der chinesische Chefunterhändler Liu He berichtete.

09.05.2019, USA, Washington: Donald Trump (M), Präsident der USA, zeigt ein Trikot des US-amerikanischen Baseballteams Boston Red Sox, das ihm während des Besuchs im Weiflen Haus überreicht wurde. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Ungeachtet der laufenden Gespräche war in der Nacht zum Freitag die angekündigte Anhebung der Sonderabgaben auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar in Kraft getreten. Die Zölle stiegen von bisher 10 auf 25 Prozent. Für weitere Importe im Volumen von 50 Milliarden Dollar lag der Satz bereits zuvor bei 25 Prozent.

Mit der Erhöhung und den Plänen für eine Ausweitung der Zölle verschärft Trump den Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Experten warnten vor schädlichen Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Auffällig war, dass beide Seiten trotz der Eskalation weiter freundliche Töne anschlugen – möglicherweise um die Finanzmärkte nicht zu verunsichern.

„Ich denke nicht, dass die Gespräche geplatzt sind. Im Gegenteil», sagte Vizepremier Liu He vor der Abreise aus Washington vor chinesischen Journalisten. „Es ist normal und unausweichlich, kleine Rückschläge und Wendungen in Gesprächen zu haben.“ Beide Seiten hätten ihre Standpunkte geklärt und die Inhalte der nächsten Runde diskutiert. „Wir sind vorsichtig optimistisch.“

China liefert 2018 für 539 Milliarden Dollar in die USA

Liu He hob drei Kernforderungen für ein Abkommen hervor: So müssten alle Zusatzzölle beseitigt werden, was weiter strittig sei. Auch müssten die Ziele für geplante chinesische Käufe von US-Waren mit der realen Nachfrage übereinstimmen. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Trump hätten sich bei ihrem Treffen am 1. Dezember in Buenos Aires vorläufig auf Zahlen geeinigt. „Jetzt haben beide Seiten unterschiedliche Ansichten.“ Auch müsse der Text der Vereinbarung „ausgewogen“ sein und die „Würde“ beider Länder wahren.

24.02.2017, China, Jiaozhou: Fabrikarbeiter setzen die Gehäuse von Klimaanlagen in einer Haier-Fabrik zusammen. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Nach der Erhöhung der Zölle durch die USA sei China jetzt gezwungen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Liu He stellte ebenfalls höhere Sonderabgaben in Aussicht, nannte aber keine Details. „Natürlich hoffen wir, dass sich die USA zurückhalten, und China wird dann auch Zurückhaltung üben und nicht unendlich erhöhen.“

Da die USA gar nicht so viel nach China exportieren wie umgekehrt, kann Peking ohnehin nicht mit vergleichbaren Sonderzöllen Vergeltung üben. Die USA exportierten 2018 Waren im Wert von 120 Milliarden US-Dollar nach China, die heute schon mit „Gegenzöllen“ belegt sind. China lieferte für 539 Milliarden US-Dollar in die USA.

Der Vizepremier beschrieb China als ein Land mit einem langen Atem. „Trotz des Drucks wird die chinesische Wirtschaft eine stabile und gesunde Entwicklung wahren“, sagte Liu He. „Wir haben keine Angst vor Schwierigkeiten.“ In der Entwicklung eines großen Landes „sind einige Drehungen und Wendungen eine gute Sache“: „Testet nur unsere Fähigkeiten.“

Trotz der großen Differenzen bezeichnete Trump die Handelsgespräche als „offen und konstruktiv“. Ob Sonderzölle wieder aufgehoben würden, „hängt davon ab, was in Bezug auf zukünftige Verhandlungen geschieht“, schrieb der Präsident auf Twitter. Er wirft der chinesischen Seite vor, in den seit Monaten andauernden Handelsgesprächen bereits gemachte Zusagen neu verhandeln zu wollen.

Trump: Zölle werden unser Land viel stärker machen

Chinas Vizepremier widersprach der Darstellung. Jede Änderung sei nur natürlich, bevor eine Einigung gefunden wird. „Wir denken nicht, dass China zurückrudert, etwas nicht eingehalten hat“, sagte Liu He. Es gebe „nur einige Differenzen“, wie der Text aussehen solle.

10.05.2019, USA, Tacoma: Ein Arbeiter geht am Hafen von Tacoma entlang. US-Präsident Donald Trump hat den Handelskrieg mit China drastisch verschärft. Foto: Ted S. Warren/AP/dpa

In dem Streit fordern die USA wegen ihres großen Handelsdefizits mit China größeren Marktzugang, einen besseren Schutz von Urheberrechten und Geschäftsgeheimnissen oder auch mehr Bemühungen, um einen zwangsweisen Technologietransfer zu verhindern. Auch stören sie sich an staatlichen Subventionen Chinas, die den Markt verzerren.

Es sei „nicht akzeptabel“, wenn ein Land ein anderes des Diebstahls geistigen Eigentums bezichtige, wies Liu He die Vorwürfe zurück. Es mag „individuelle Fälle“ geben, die auch angegangen werden müssten. Ferner sei Technologietransfer am Anfang einer Kooperation ein „freiwilliger bilateraler Akt“. „Es ist schwer zu sagen, dass es zwangsweiser Technologietransfer ist.“

Trump machte deutlich, dass die USA „keinen Grund zur Eile“ hätten. Er setzte eine ganze Serie von Tweets ab. „Zölle werden unser Land viel stärker machen, nicht schwächer. Lehnt euch einfach zurück und schaut zu!“ Die Zölle brächten den USA mehr Wohlstand als ein traditionelles Handelsabkommen, selbst wenn dies noch so phänomenal sei. Er habe weiterhin eine «starke Beziehung» zu Xi Jinping.

Trumps Argumentation, dass die US-Wirtschaft von seinen Zöllen profitiere, weil sie die Kassen der US-Finanzbehörden füllten, wiesen Experten aber zurück. Zölle würden erstmal von Importeuren bezahlt und meist über höhere Preise an die Verbraucher weitergeleitet. (dpa)

15 Antworten auf “Trump erhöht Sonderzölle auf Importwaren aus China – Eskalation im „Handelskrieg“”

    • @ Dax

      Entweder Herr Tichy ist falsch informiert oder er lügt wieder wie immer…..

      https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wirtschaft/deutsche_entwicklungshilfe/pwiesechsfragenzurdeutschenentwicklungshilfe100.html

      Trumps Strafzölle, die Sie als richtig empfinden, zeigen wieder einmal das er von Ökonomie keine Ahnung hat. Die Strafzölle schlagen auf die eigene Bevölkerung zurück da sie in der Regel auf die Preise aufgeschlagen werden. Sie schaden also nicht dem Handel sondern zuerst einmal der jubelnden Masse.
      Die Gegenmassnahmen treffen auch wieder die eigenen Wähler da ein großteil der in den USA produzierten Autos nach China exportiert werden. Erhöhte Einfuhrzölle der Chinesen reduzieren also in erster Linie die Exporte.
      Dazu kommt das durch die „Strafzölle“ Ersatzteile und Zubehör aus China teurer werden. Da durch höhere Preise die Nachfrage zurückgeht wird es auf lange Sicht zu Kurzarbeit und Entlassungen kommen. Massnahmen die in den USA nicht von einem staatlichen Wohlfahrtssystem abgefedert werden und daher wieder in erster Linie die Wähler von Trump treffen.
      Für uns könnte das bedeuten das Warenströme die sonst in die USA gegangen wären nach Europa umgeleitet werden. Auch das kann schwere Folgen für unsere Arbeitsplätze haben.
      Bevor Sie also jubeln und jeden Scheiss aus den Blogs glauben sollten Sie vielleicht weiter denken. Ach ja, wie war das mit dem Eigentor?

      • Streithähne?

        Ihr beiden Streithähne bekommt die Sache sowieso nicht in den Griff!? Geht mal eine Runde drehen, das wäre besser, besonders die frische Luft täte gut! Ihr tut ja fast, als wenn ihr das lösen könntet? So als wenn der Trampler und der Drachen auf euch 2 hören würden? Vergeudet eure Zeit mit besserem, glaubts mir! Eins ist sicher! Wenn der Chinese es wollte, flöge das Trampeltier, samt den USA in die Luft! Wenn die Chinesen mal die ganzen US Staatsanleihen auf den Markt brächten, dann wären die Amis so pleite das sie pleite wären.

        • Mithörer

          Sie scheinen als Überflieger die Thematik ganz offensichtlich im Griff zu haben. Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass die Amis sich durch ein paar Staatsanleihen unter Druck setzen lassen.

          • karlh1berens

            @Mithörer 11/05/2019 16:51
            Die Chinesen werden ihre Ami-Staatsanleihen garantiert nicht gegen wertlose Dollars abtreten. Aber da Deutschland den Amis bekanntermaßen jeden Stuss von den Lippen abliest (siehe Verhalten in Venezuela) werden die Chinesen in Zukunft den Deutschen ihre StrunzKarren nur noch mit amerikanschen Staatsanleihen bezahlen. Und BMW wird seine Arbeiter wahlweise mit Weißbier (nach Verstaatlichung aller Brauereien) oder mit Ami-Staatsanleihen bezahlen. Das wird lustig ( ͡° ͜ʖ ͡°)

            • Fit in Sankt Vith

              @ karlh1berens

              Lieber Herr Behrens, erstmals lese ich hier im Forum und bin gleich auf diesen doch etwas merkwürdigen Beitrag gestoßen. Geht es Ihnen gut? Das, was Sie da schreiben, klingt etwas verwirrt.

              Ich denke mal, Ihnen tut angesichts Ihrer Gedanken die Auszeit von der großen Politik gut.

              Staatsanleihen werden übrigens schon lange nicht mehr effektiv ausgeliefert, wodurch eine Bezahlung von Waren mit Staatsanleihen unmöglich ist.

              • karlh1berens

                In Zeiten, wo Geld nicht mal das Papier wert war, worauf es gedruckt wurde, wurde mit Allem bezahlt was angenommen wurde – sollten Sie als Sankt Frither eigentlich wissen. Da nutzte Ihnen nicht mal ihr „guter Name“ etwas.

                • Fit in Sankt Vith

                  @ karlh1berens

                  Ich weiß, als (ehemaligem) Politiker fällt es Ihnen schwer zuzuhören und gründlich zu lesen, aber haben Sie wenigsten gelesen, dass keine effektiven Stücke mehr ausgestellt werden? Da ist dann nichts mehr mit Tausch. Auch nicht bei uns in Sankt Fritt.

                  Kann ich bei Ihnen denn mit allem bezahlen? Ich habe da noch ein paar Wahlprogramme einer großen Oppositionspartei in der DG :)

        • @ Dax

          Einfach den Artikel lesen den ich verlinkt habe und sich dann das eingebette Filmchen ansehen.
          Danach nochmal den Blog aufrufen und die Frage:“Warum ist China Hauptempfänger deutscher Entwicklungshilfe?“ beantwortet sich von selbst.
          China ist kein Entwicklungsland mehr und bekommt daher auch keine Entwicklungshilfe.
          Was Sie meinen sind die Handelsbeziehungen zwischen China und Europa. Sie sind der Grund warum Trump Europa ständig mit Strafzöllen droht. Europa kauft in China und Russland ein. Damit entgehen den USA Einnahmen, aber russisches Gas ist nun mal preiswerter als amerikanischen Flüssiggas. Warum wir hier den Wettbewerb kaputt machen nur um Trumps Wahlversprechen einzulösen erschliesst sioch mir nicht.
          Junker und Altmeier haben versprochen einen Hafen zu bauen um das teure amerikanische Gas, das zudem noch durch das umstrittenen Fracking gewonnen wird, bei uns zu importieren.
          Man kann es auch auf eine einfache Formel bringen. Energie wird in Europa noch teurer damit Herr Trump seine Wahlversprechen einlösen kann.

          • Ach Lügen-Edi, das war doch gar nicht die Frage, sondern wo in Ihrem Beitrag (auch in dem Filmchen) die ZAHLEN von Tichy als Lügen entlarvt werden. Ansonsten bleiben Sie „Lügen-Edi“….

            • @ Dax

              Da können Sie sich winden wie Sie wollen, wenn im Tichy-Blog behauptet wird „China sei Hauptempfänger deutscher Entwicklungshilfe?“ ist das schlichtweg gelogen. Wenn Sie Zahlen brauchen informieren Sie sich doch einfach auf der Seite des Entwicklungshilfeministeriums.

  1. Alfons van Compernolle

    Trump hat wohl vergessen, dass der groesste Glaeubiger der USA die Chinesen sind.
    Trump hat auch wohl vergessen, dass in den USA keine Smart-Phones mehr gefertigt werden, sie werden wegen mangelnder Fachkompetenz und den hohen Lohnkosten zu 99 % in China gefertigt.
    Zu ueber 60% kommen die US.-KFZ.-Ersatzteile aus der VR.-China mit der Kennzeichnung Made in USA/
    Produziert in der VR.-China ! Aus den USA kommen nur noch die neuen Konstruktionskonzepte, waehrend die Fertigung in die VR.-China verlegt wurden. Und ja, es gibt in den USA kein einziges
    Vorkommen an „Selteneerden“, zu ueber 85% kommt diese aus China und unablaessig bei allen
    elektronischen Geraeten. China hat somit genug Druckmittel um Trump seine Grenzen aufzuzeigen.
    Dabei habe ich dann noch die Stahl und Aluminiumproduktion vergessen ohne deren Import aus China
    beinahe nichts mehr laeuft in den USA.

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