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Premierensieg mit Trauerflor für den toten Freund Hubert: Erster Formel-1-Erfolg für Leclerc in Spa-Francorchamps

01.09.2019, Belgien, Spa-Francorchamps: Vor dem Start findet eine Schweigeminute für den verstorbenen französischen Rennfahrer Anthoine Hubert statt. Foto: Valdrin Xhemaj/EPA Pool/AP/dpa

AKTUALISIERT – Er kann nicht richtig jubeln. Die Trauer um einen guten Freund ist zu groß. Der Tod des Formel-2-Piloten überschattet auch den Großen Preis von Belgien, bei dem Charles Leclerc gewinnt und Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel eine weitere Enttäuschung erlebt.

Charles Leclerc zeigte mit dem Finger in den Himmel: Im Moment seines bisher größten Triumphs in der Formel 1 war er mit den Gedanken vor allem bei seinem toten Freund Anthoine Hubert.

An einem weiteren enttäuschenden Rennsonntag für seinen Ferrari-Teamkollegen Sebastian Vettel, der nur enttäuschter Vierter wurde, konnte der Monegasse seine Triumphfahrt zum ersten Karrieresieg beim Großen Preis von Belgien von der Pole Position aus nur mit verhaltener Freude genießen.

01.09.2019, Belgien, Spa-Francorchamps: Die Mutter des verunglückten französischen Rennfahrers Anthoine Hubert aus Monaco vom Team Scuderia Ferrari und dessen Bruder (l) nehmen an einer Schweigeminute teil. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Knapp 24 Stunden nachdem Hubert im Rennen der Formel 2 verunglückt und danach gestorben war, nahm er seine erste Siegertrophäe mit einem Trauerflor entgegen. Auf eine Champagnerdusche mit dem Zweitplatzierten Lewis Hamilton und dem Drittplatzierten Valtteri Bottas von Mercedes verzichtete Leclerc auch, er nahm nicht mal einen Schluck aus der Magnum-Flasche. Den Sieg widmete er Hubert.

„Es ist sehr schwer“, sagte Leclerc: „Ich kann meinen ersten Sieg nicht wirklich genießen, aber ich werde ihn für immer in Erinnerung behalten.“ Das gilt auch für Hubert, mit dessen Schriftzug auch Leclercs Ferrari geschmückt war. Nach den in der Schlussphase verpassten Siegen von Bahrain und Österreich, nutzte Leclerc die dritte Pole seiner Karriere diesmal souverän und brachte die Kräfteverhältnisse bei Ferrari weiter ins Wanken.

01.09.2019, Belgien, Spa-Francorchamps: Charles Leclerc (M) zeigt mit dem Finger in den Himmel: Im Moment seines bisher größten Triumphs in der Formel 1 ist er mit den Gedanken vor allem bei seinem toten Freund Anthoine Hubert. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Als normales Rennen wird dieser Große Preis nicht in Erinnerung bleiben. Eine Absage hatte aber nicht zur Disposition gestanden. Bevor es losging, versammelten sich alle Piloten zu einer Schweigeminute um einen Helm Huberts. Dessen Mutter und Bruder kämpften hinter Sonnenbrillen mit den Tränen. Auch die Fahrer rangen um Fassung, vor allem für Leclerc war es hart, vor vier Jahren hatte er in Jules Bianchi schon einmal einen guten Freund infolge eines tödlichen Unfalls verloren. „Anthoine gestern zu verlieren, war ein großer Schock für mich“, sagte Leclerc.

Zu Ehren Huberts standen die Zuschauer in der 19. Runde auf und applaudierten – der tödlich verunglückte Franzose trat in der Formel 2 mit der Nummer 19 an. Es blieb ein Rennen zwischen business as usual und Schockzustand. (dpa)

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