EURO 2024

Mögen Sie „Foodporn“?

Erst fotografieren, dann genießen. Foto: digitaltrends.com

Es ist ein neuer Trend, der sich auch schon in Ostbelgien breitgemacht hat. Er nennt sich „Foodporn“ (oder auch „Food-Porn“). Man besucht ein Restaurant, macht mit dem Smartphone ein Bild der Speise und platziert dann das Foto auf Facebook. Kritik macht sich jedoch schon breit.

Französische Spitzenköche mögen dieses Phänomen überhaupt nicht. Sie machen verschiedene Argumente geltend. Einige plädieren sogar für ein Verbot, im Restaurant Speisen zu fotografieren (Schild mit durchgestrichener Kamera am Eingang des Lokals).

Zum einen störe das Fotografieren die anderen Gäste, vor allem wenn ein Blitzlicht eingesetzt werde, heißt es. Zudem werde vor lauter Fotografieren mit anschließendem Versenden des Fotos das Essen kalt.

Fotos geben nicht die Realität wieder

„Früher haben sie Fotos ihrer Familie gemacht, oder von der Großmutter – jetzt fotografieren sie unentwegt ihre Teller“, kritisierte Alexandre Gauthier, Chefkoch vom Restaurant „Grenouillère“ nahe Calais in Nordfrankreich.

Das wichtigste Argument, das einige französische Spitzenköche ins Feld führen, ist jedoch ein anderes: Die mit einem Smartphone gemachten Fotos sind in der Regel von mäßiger bis schlechter Qualität und geben ein falsches Bild von der Realität wieder. So könnten andere Leute von den Fotos eher abgeschreckt werden, weil sie unter Umständen selbst das beste Essen ungenießbar erscheinen lassen.

 

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