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Die Missachtung des Handyverbots am Steuer eines fahrenden Autos jetzt Gesetzesverstoß dritten Grades

Die Ablenkung durch die Benutzung des Mobiltelefons ist jedes Jahr für mindestens 50 Todesfälle und 4.500 Verletzte auf belgischen Straßen verantwortlich. Foto: Shutterstock

Das Plenum der Kammer hat am Donnerstag einem Gesetzesvorschlag der CD&V zugestimmt, der die Missachtung des Handyverbots am Steuer von der zweiten auf die dritte Stufe anhebt.

Medienberichten von Freitag zufolge geht mit dieser Änderung eine Erhöhung des Bußgeldes von 116 auf 174 Euro einher.

Der Vorschlag stellt das bloße Halten von elektronischen Geräten mit Bildschirm in der Hand unter Strafe, außer wenn das Fahrzeug steht oder geparkt ist. Das Gerät muss zwingend an einer Halterung befestigt sein.

Der Text wurde einstimmig angenommen, mit Ausnahme der Enthaltung des Vlaams Belang und der Gegenstimme der PTB. Maria Vindevoghel (PTB) äußerte die Befürchtung, dass dieses Gesetz „Menschen in die Armut treibt, um die Verkehrssicherheit zu fördern“. Sie plädierte für einkommensabhängige Bußgelder.

Wer am Steuer sein Handy benutzt, wird mit 174 Euro statt bisher 116 Euro bestraft. Foto: Shutterstock

Bisher gab es nur dann ein Bußgeld, wenn das Mobiltelefon benutzt und in der Hand gehalten wurde. Autofahrer halten aber ihr Handy oder ihren Laptop nicht unbedingt in der Hand, während sie fahren.

Eine vom Institut für Sicherheit im Straßenverkehr Vias durchgeführte Studie über die Verwendung von Kameras zur Erkennung der Handynutzung am Steuer ergab, dass jeder achte Fahrer sein Handy auf dem Schoß hatte und einer von 20 es zwischen Schulter und Ohr klemmte, was laut Vias nicht geahndet werden konnte.

„Die Ablenkung durch die Benutzung des Mobiltelefons ist jedes Jahr für mindestens 50 Todesfälle und 4.500 Verletzte auf belgischen Straßen verantwortlich“, erinnert Vias und hält es für „logisch, dieses Vergehen härter zu bestrafen, zumal das Phänomen in den letzten Jahren immer vielfältiger“ und stärker geworden sei. Das Verfassen, Versenden und Lesen einer SMS während der Fahrt erhöhe das Unfallrisiko um das Sechsfache. (cre)

15 Antworten auf “Die Missachtung des Handyverbots am Steuer eines fahrenden Autos jetzt Gesetzesverstoß dritten Grades”

  1. Kevin Giebels

    Handy am Steuer schwer zu bestrafen ist gut, ein fixes Bußgeld nicht.
    Müsste man wie in Finnland vom Gehalt abhängig machen. So kommt es dann beispielsweise zu über 100.000 Euro Strafe für den ex Nokia Chef.

  2. delegierter

    bei aller Sicherheit bitte nicht vernachlässigen die Lichtkontrollen. Es kann doch nicht sein daß verschiedene Autofahrer über Monate nur mit halber Beleuchtung durch die Gegend fahren. Das merkt man doch und kann es selber kontrollieren. Manche Autos haben, wahrscheinlich aus Kostengründen, zwar 20 „, Navi, Abstandsmesser und Fernlichtassistent, aber die Blinker sind wohl nicht aktiviert.

  3. Auch ein altes Auto lässt sich für ca. 30 € mit einer Freisprechanlage problemlos nachrüsten. Diese benutzt eine freie Radiofrequenz und man kann das selbst installieren, geht ganz einfach. Und ein Autoradio hat wohl jedes Auto….

  4. Halbwahrheiten

    Handy-Nutzung wird verboten. Okay. Aber was ist mit dem Mäusekino der neuesten Autogeneration? Die Bedienung ist xmal komplexer als telefonieren, darf (ja muss teilweise) jedoch straffrei benutzt werden. Wo ist die Logik?

    • Das stimmt. Ein Handy darf man nicht benutzen, auf dem fest installierten Bildschirm herumspielen ist natürlich nicht verboten. Diese touchscreen sollten ebenfalls nicht mehr zulässig sein.

      • Walter Keutgen

        Mungo, Dax, schon das Einstellen eines Senders auf einem klassischen Autoradio mit mehreren Lagen an Festsendern ist gefährlich. Zum Glück bewirkt das RDS-System, dass man ganz selten ohne Empfang da steht. Was ich so von den Berührungsfeldern gehört habe, ist, dass man manchmal fummeln muss, um an essentielle Einstellungen zu kommen. Von den Bankterminals weiß man, dass die sensiblen Felder nicht immer da sind wo angezeigt. Im Auto wird das wohl auch mach einigen Jahren so sein.

    • Sehr guter Punkt! Ich wüsste mal gerne, wie viele Unfälle dadurch verursacht werden, dass die notorisch spinnenden und vollkommen überflüssigen Reifendrucksensoren mal wieder blinken und piepen.

  5. Gastleser

    Generation Ente und Käfer.
    Da gab es nicht viel einzustellen und GSM war Zukunft oder Luxus.
    Man kann ja anhalten oder Freisprecheinrichtung nutzen, wie zum Karten lesen auch.
    Macht man es nicht ist das evtl dumm, aber keine Straftat.
    Navi und Sitzeinstellung sind ja schon eine eigene Wissenschaft geworden und der dämliche Touchscreen muss während der Fahrt beachtet und bedient werden.
    Auch unter Strafe?
    Abgesehen davon hilft es fahren zu können.
    Beim Hochwasser sind überwiegend Schnösel mit dicken Wagen und Senioren im Kleinwagen stur und zügig ins Wasser gefahren- und liegen geblieben.

  6. Pumpernickel

    Beim Rauchen beim Autofahren auf die Glut achten, damit sie nicht runterfällt… Und wenn sie dennoch runterfällt, genau auf den Hosenstall, da ist Holland aber sowas von in Not, dass das Autofahren zur 2. Priorität verkommt – weil alle Aufmerksamkeit den beidhändigen Löscharbeiten am Hosenschlitz gewidmet ist. Vielleicht sollten bei rauchenden Autofahrern die bayrischen Lederhosen zur Pflicht werden.

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