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Schweres Erdbeben zwischen Iran und Irak mit über 300 Toten und fast 4.000 Verletzten

Dieses von der Iranian Students News Agency (ISNA) zur Verfügung gestellte Foto zeigt am 13.11.2017 in Sarpol-E-Zahab (Iran) eine Rettungskraft, die nach dem schweren Erdbeben mit einem Spürhund nach Überlebenden sucht. Foto: Pouria Pakizeh/Iranian Students News Agency, ISNA/AP/dpa

AKTUALISIERUNG – Bei einem schweren Erdbeben in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak sind mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Dem iranischen Innenministerium zufolge gab es am Montag 336 Tote und 3.950 Verletzte. Weitere Opfer wurden befürchtet.

Das Erdbeben der Stärke 7,3 hatte die südlichen Kurdengebiete in der Grenzregion am Sonntagabend (Ortszeit) erschüttert. Laut dem Geoforschungszentrum Potsdam lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der westiranischen Provinz Kermanschah.

Das schlimmste Beben seit 1990

Rettungskräfte konnten erst acht Stunden nach dem Beben ihre Bergungsarbeiten richtig beginnen. Sie mussten warten, bis es in den Erdbebengebieten wieder hell wurde. Danach stiegen die Opferzahlen fast im Minutentakt. Bis Montagmittag gab es zudem 135 Nachbeben in mehreren Provinzstädten.

Ein Foto der Iranischen Studenten Nachrichtenagentur (ISNA) zeigt Menschen am 13.11.2017 in Sarpol-E-Zahab, Iran, vor zerstörten Gebäuden. Foto: Pouria Pakizeh/Iranian Students News Agency/AP/dpa

Nach Angaben des Roten Halbmonds waren besonders die drei Grenzstädte Sare Pole Sahab, Ghassre Schirin und Asgal von dem Beben betroffen. Die meisten Tote wurden in diesen drei Städten gezählt. In der Provinzhauptstadt Kermanschah gab es weniger Tote und Schäden, aber trotzdem verbrachten zahlreiche Menschen die Nacht aus Angst vor weiteren Beben außerhalb im Freien.

Das Beben in Kermanschah war das schlimmste seit 1990. Damals gab es in Rudbar in der nordiranischen Gilan Provinz ein Beben der Stärke 7,4. Mehr als 35 000 Menschen kamen ums Leben. Ein verheerendes Beben gab es 2003 in Bam in Südostiran mit über 26 000 Toten. Das letzte größere Beben in der Kermanschah-Provinz war laut Medienberichten 1847.

Die Krankenhäuser in Kermanschah, wo die meisten Verletzten behandelt werden, sind laut Augenzeugen total überfordert. Das Gesundheitsministerium in Teheran hat daher mehrere Ärzte in die Region entsandt, um in mobilen Kliniken in den Grenzstädten den Menschen zu helfen. Die Schwerverletzten werden nach Teheran geschickt.

Weniger Opfer auf irakischer Seite

In der gesamten Kermanschah-Provinz wurden am Montag die Schulen und Universitäten geschlossen. Alle Behörden sollen in erster Linie den Bebenopfern helfen. Präsident Hassan Ruhani versprach den von dem Beben betroffenen Menschen jede mögliche Hilfe.

Auf irakischer Seite hielt sich die Opferzahl nach dem Erdbeben vergleichsweise in Grenzen. Die kurdische Nachrichtenseite „Rudaw“ berichtete von sieben Toten in den Regionen um die Städte Sulaimanija und Darbandichan. Mindestens 300 Menschen wurden demnach verletzt. (dpa)

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