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Martin Schulz, „Weltpolitiker aus Würselen“ (DER SPIEGEL), wechselt nach Berlin

Martin Schulz im April 2016 mit dem Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (rechts) im Aachener Rathaus. Foto: OD

Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, zieht für die SPD in den Bundestags-Wahlkampf 2017. Ob er auch Außenminister oder Kanzlerkandidat werden will, ließ der 60-Jährige am Donnerstag offen.

Der „Weltpolitiker aus Würselen“, wie DER SPIEGEL Schulz am Donnerstag nannte (siehe Tweet unten), bestätigte nur, dass er nicht mehr für das Amt des EU-Parlamentspräsidenten kandidieren werde, sondern auf Platz eins der SPD-Landesliste Nordrhein-Westfalen antreten will.

Oliver Paasch, Mathieu Grosch und Martin Schulz (v.l.n.r.) im November 2013 im Kgl. Athenäum in Eupen. Foto: Gerd Comouth

Oliver Paasch, Mathieu Grosch und Martin Schulz (v.l.n.r.) im November 2013 im Kgl. Athenäum in Eupen. Foto: Gerd Comouth

Damit klärt sich nach langen Spekulationen das Bild zumindest für die EU-Politik. Schulz hatte zuletzt immer wieder durchblicken lassen, dass er eigentlich gerne EU-Parlamentspräsident bleiben wollte – ein Amt, das er seit 2012 bekleidet. Allerdings beansprucht die konservative Europäische Volkspartei den Posten ab Januar 2017 für sich, so dass Schulz wenig Chancen hätte.

Schulz ist seit 1974 SPD-Mitglied. Er gilt als leidenschaftlicher Europapolitiker und beherrscht sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Holländisch). In Würselen bei Aachen war er von 1987 bis 1998 Bürgermeister und Buchhändler. Dann begann in Brüssel der Aufstieg von „Mister Europa“ bis an die Spitze des EU-Parlaments.

Während seiner Zeit in Brüssel und Straßburg schärfte Schulz sein außenpolitisches Profil und steigerte seinen Bekanntheitsgrad in Deutschland – auch weil er kein Blatt vor den Mund nimmt. 2015 erhielt Schulz den Karlspreis der Stadt Aachen.

Martin Schulz, Karlspreisträger 2015, bei der Verleihung des Karlspreises im Jahr 2013 an Dalia Grybauskaite. Foto: dpa

Martin Schulz, Karlspreisträger 2015, bei der Verleihung des Karlspreises im Jahr 2013 an Dalia Grybauskaite. Foto: dpa

Bei der Suche nach einem SPD-Kanzlerkandidaten gilt Schulz als mögliche Alternative zum Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel. Im Gespräch ist er auch als Nachfolger für Außenminister Frank-Walter Steinmeier, den die große Koalition als gemeinsamen Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten im kommenden Februar aufgestellt hat.

Von einigen Medien wurde der SPD bereits empfohlen, ihren Kanzlerkandidaten direkt von den Mitgliedern wählen zu lassen, weil dies der alten SPD eine neue Dynamik verleihen könnte, so wie man dies in Frankreich derzeit bei den Konservativen erlebe, die ihren Kandidaten für die Präsidentschaft 2017 direkt wählen. Am Sonntag findet die Stichwahl zwischen François Fillon und Alain Juppé statt. (dpa/cre)

15 Antworten auf “Martin Schulz, „Weltpolitiker aus Würselen“ (DER SPIEGEL), wechselt nach Berlin”

  1. Une Signore terribile

    Der Martin ist nichts gross ausser gewöhnliches. Tut gross und poltert viel, aber hat bis heute noch nichts über mässig tolles geleistet. Wie gesagt: viel gemaultes aber halb so schlimm im Wirken.

  2. Ekel Alfred

    Schulz sieht wohl eher das Ende der EU auf uns zukommen und ergreift die Flucht, wie alle Politiker….noch eine ordentliche Überbrückungsprämie, natürlich steuerfrei, und das war’s dann….

  3. Vielleicht folgt er auch nur dem Ruf seiner Partei der der Schreck in alle (Mit)Glieder fährt wenn sie sich vorstellt mit Herrn Gabriel als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf zu gehen.

    • Die SPD braucht einen „Kanzlerkandidaten“ der sich einer aussichtslosen Wahl stellt und danach politisch „verbrannt“ ist. Gabriel macht sich Hoffnung auf die Vize-Kanzlerschaft und das wäre als Wahlverlierer nicht möglich. Schulz hat nichts zu verlieren, den Wahlkasper spielen und anschließend in der (finanziell gut gepolsterten) Versenkung verschwinden, das ist sein Rolle in dem Spiel.

    • Zappel B.

      Ich glaube eher, das wird in jedem Fall ein schlechtes Geschäft für ihn. Die Übergangsprämie (und Rente) bei der EU ist nämlich konkurrenzlos und die wird er dringend benötigen, um seinen Lebensstandard zu halten…
      @Augenzeuge : Stegner sympathisch? Sie müssen ein echter Linker sein…

  4. Der Eynattener

    An all die Schreiber, die Herrn Schulz hier schlecht machen, oder böses ahnen:
    Es war von Anfang an mit der rechten Fraktion im EU-Parlament verabredet, dass Schulz sein Amt zur Halbzeit abgibt und ein Kandidat der Rechten den Rest macht.

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