Leute von heute

Schweiz: Tausende wegen Lawinengefahr in Zermatt gestrandet – Luftbrücke

Touristen warten am 09.01.2018 auf dem Hubschrauber-Landeplatz der Air Zermatt auf ihren Flug ins Tal nach Raron, in Zermatt (Schweiz). Aufgrund von ergiebigen Schneefällen und Regenschauern war Zermatt am Dienstag bis zur Dämmerung nur noch auf dem Luftweg erreichbar. Foto: Dominic Steinmann/KEYSTONE/dpa

Stubenhocken statt Pistenspaß: In Zermatt in der Schweiz sitzen bei akuter Lawinengefahr 13.000 Gäste fest, die Pisten und Wanderwege sind geschlossen. Der Ort richtet eine Luftbrücke ein.

Rund 13.000 Winterurlauber sitzen wegen akuter Lawinengefahr in der Schweizer Skiregion rund um das Matterhorn fest. Nur gut fünf Kilometer liegen zwischen dem abgeschnittenen Wintersport-Ort Zermatt und der Gemeinde Täsch, von der aus die Busfahrt ins Tal möglich ist.

Eine Lawine geht am 09.01.2018 in Richtung Zermatt (Schweiz) ab. Foto: Dominic Steinmann/KEYSTONE/dpa

Auf diesen Kilometern lauert aber eine tödliche Gefahr: Weil Unmengen Schnee gefallen sind und es dann Föhn gab mit höheren Temperaturen, drohen die Schneemassen unkontrolliert ins Tal zu donnern. Die Straße und die Bahnlinie könnten voll getroffen werden.

Die Lage ist so prekär wie seit Jahren nicht mehr. Allerdings nicht für die Menschen im Dorf, versichert die Gemeinde. Zermatt selbst ist nicht von Lawinen bedroht. „Es gibt keine Panik“, sagt Janine Imesch von Zermatt Tourismus. „Die Stimmung ist gemütlich.“

So ist es oft tief verschneiten Dörfern: Wenn die Versorgung gesichert ist, wenn Strom und Heizung funktionieren, schweißt die Sperrung der Zugangsstraße die Unerreichbaren zusammen. Zermatt hatte am Dienstagmorgen kurz keinen Strom, die Versorgung stand später aber.

Entspannung in Sicht

Skifahren ging nicht: Die Pisten und Wanderwege sind als Vorsichtsmaßnahme gesperrt. Wer trotzdem dringend weg musste, konnte sich am Dienstagnachmittag ausfliegen lassen. Die Air Zermatt, sonst unter anderem für Rettungseinsätze und Lawinensprengungen im Einsatz, flog die Leute nach Täsch, auf dem Luftweg ein Katzensprung.

Fünf bis sieben Menschen passten in einen Hubschrauber, man müsse einfach zum Heliport kommen, sagte eine Mitarbeiterin von Air Zermatt. 70 Franken – rund 60 Euro – kostete der Flug.

Schlagzeile von bild.de am Dienstag.

Entspannung sei in Sicht, sagte Imesch: „Es schneit nicht mehr.“ Ein erster Hoffnungsschimmer. Die Wetterlage sollte sich bessern. „Mit dem Ende der intensiven Schneefälle nimmt die spontane Lawinenaktivität ab“, teilte das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut mit. Aber: „Es sind vereinzelt große spontane Lawinen möglich. Diese können in den typischen Lawinenzügen bis in die Täler vorstoßen.“

Auch in anderen Dörfern im Kanton Wallis war die Lage schwierig. Mehrere waren von der Außenwelt abgeschnitten. In Visp mussten 20 Menschen in Sicherheit gebracht werden, weil Massen von Schlamm ihre Häuser bedrohten, wie die Einsatzbehörden berichteten.

Für Teile des Wallis, darunter der Wintersport-Ort Saas-Fee, verhängte das Lawinenforschungsinstitut zeitweise die höchste Gefahrenstufe. Seit Dienstagnachmittag galt dann nur noch die zweithöchste Stufe vier. Viel Schnee in den vergangenen Wochen und anschließend Föhn mit höheren Temperaturen und Regen machten die Lage auch dort so gefährlich. In der Region Simplon waren innerhalb von 24 Stunden zwei Meter Schnee gefallen. (dpa)

    • @ gast

      Es muss ja niemand gerettet werden da es (angeblich) keine direkte Gefahr gibt. Wenn Sie statt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, auf die man halt warten muss, mit dem Taxi fahren kostet es ja auch etwas mehr.

  1. Doppelklick

    Klick, klick… das zeitalter des Doppleklicks… Alles SOFORT… Man kann ja auch mal ein paar Tage warten. Wie dumm die Menschen doch geworden sind, denk dem Fortschritt!

  2. Die Rettung von Menschen kostet Geld, wer soll das denn bezahlen ?
    Gerade in den Alpen kommen viele Menschen durch Leichtsinn in Gefahr, sie müssen gerettet werden durch Menschen die dafür ihr leben riskieren. Normal, dass die dann bezahlen müssen.
    Hier in diesem speziellen Falle war das natürlich nicht im Spiel, aber trotzdem muss alles bezahlt werden, warum muss denn die Allgemeinheit hier aufkommen ?

Hinterlasse eine Antwort

Desktop Version anfordern