Standpunkt

Lambertz kriegt so gerade noch die Kurve

Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz (SP) hat es also doch noch geschafft: Die Kosten der Auslandsreisen der DG-Regierung hat er offengelegt, wenn auch mit fast zweijähriger Verspätung. Vor allem hat er sich „in aller Form“ entschuldigt (um gleich danach gegen Ecolo nachzutreten, was er sich hätte sparen können). Die Entschuldigung war überfällig. Medienministerin Isabelle Weykmans (PFF) hat dies seinerzeit nach der „E-Mail-Smiley-Affäre“ nicht geschafft, was ihr heute noch vorgeworfen wird.

Karl-Heinz Lambertz ist lange genug im politischen Geschäft. Er wusste, dass dieses Tauziehen zwischen ihm und der Öffentlichkeit in Sachen Reisekosten für ihn kein gutes Ende nehmen würde, wenn er nicht irgendwann – spät, aber immerhin noch aus freien Stücken – dem Spuk ein Ende bereitet hätte.

Die Kuh ist damit vom Eis. Es bleibt allerdings ein fader Beigeschmack, denn der Chef der DG-Regierung hat sich in dieser Affäre wie ein Anfänger verhalten. Und das wiederum bringt uns zu der Frage, ob die Politiker der DG tatsächlich reif sind für höhere Aufgaben. Man träumt von einem „Belgien zu viert“, in dem die DG mit den anderen Teilstaaten völlig gleichberechtigt ist, aber wenn es darum geht, eine eigentlich banale parlamentarische Frage zu beantworten, spielt man fast zwei Jahre lang die beleidigte Leberwurst.

23.800 Euro für Frühlingsempfang – muss das sein?

Soit. Nach fast zwei Jahren ist Lambertz wahrscheinlich zu der Einsicht gelangt, dass nicht die Bevölkerung oder die Presse dieses ganze Theater um die Kosten der Auslandsreisen verschuldet hat, auch nicht seine Ministerkollegen, sondern einzig und allein er selbst. Dann hat er gehandelt und so gerade noch die Kurve gekriegt.

Das Thema Außenbeziehungen bleibt uns trotzdem erhalten. Niemand bestreitet, dass gute Außenbeziehungen für eine kleine Region wie die DG sehr wichtig sind. Trotzdem stellt sich die Frage, ob es für die Pflege solcher Beziehungen unerlässlich ist, rund 23.800 Euro für einen Frühlingsempfang in Berlin auszugeben. Ist nur ein Detail, aber die Frage muss erlaubt sein.

Ich gehe jede Wette ein, dass Karl-Heinz Lambertz für einen Empfang bei sich zu Hause und auf eigene Kosten keine 23.800 Euro ausgeben würde. Das Geld des Steuerzahlers liegt bekanntlich unseren Volksvertretern viel lockerer in der Tasche als das eigene. Alte Politiker-Krankheit…

GERARD CREMER

 

 

8 Antworten auf “Lambertz kriegt so gerade noch die Kurve”

  1. Ein äußerst populistischer Kommentar. Stark vereinfachte Theorien:

    „Es bleibt allerdings ein fader Beigeschmack, denn der Chef der DG-Regierung hat sich in dieser Affäre wie ein Anfänger verhalten. Und das wiederum bringt uns zu der Frage, ob die Politiker der DG tatsächlich reif sind für höhere Aufgaben. Man träumt von einem “Belgien zu viert”, in dem die DG mit den anderen Teilstaaten völlig gleichberechtigt ist, aber wenn es darum geht, eine eigentlich banale parlamentarische Frage zu beantworten, spielt man fast zwei Jahre lang die beleidigte Leberwurst.“

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ein Blick auf die föderale Ebene und auch die internationale Ebene genügt, um festzustellen, was für Clowns teilweise Politik machen. KHL hat „nur“ eine Frage nicht fristgerecht beantwortet. Dass auch noch die Autonomie gebremst werden soll, ist haarsträubend.

    „Ich gehe jede Wette ein, dass Karl-Heinz Lambertz für einen Empfang bei sich zu Hause und auf eigene Kosten keine 23.800 Euro ausgeben würde. Das Geld des Steuerzahlers liegt bekanntlich unseren Volksvertretern viel lockerer in der Tasche als das eigene. Alte Politiker-Krankheit…“

    Der eigentliche Populismus steckt aber in der letzten Aussage. Da wird der Empfäng zur Kontaktpflege mit einer privaten Feier verglichen. Perverser gehts nicht. Was sind richtige und falsche Ausgaben, angemessen und nicht angemessene Unkosten für die Auslandskontakte? Fragen Sie mal Unternehmen von der Größe der DG, was sie allein für Werbung ausgeben. Aber eine ganze Gemeinschaft mit den Ausgaben für einen Geburtstag zu vergleichen, ist mehr als nur irreführend. Wo bleibt da die Verantwortung eines meinungsbildenden Mediums?

  2. Der Kommentar bezogen auf ECOLO war 100 Prozent gerechtfertigt und gut, Franzen ging es nicht um die Sache sondern KHL persönlich anzugreifen. Nicht sehr professionell. Dies hat gesagt, das sie nicht Kompetent ist. Beziehungen sind wichtig und braucht man wohl nicht zu erklären. Sie kann ja auch mal die Abfindung ihrer Kollegin Niessen in Frage stellen.

    Dem Vergleich mit dem Empfang im eigenen Haus ist sinnlos.

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