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OB-Wahl in Aachen: Keupen (Grüne) in Pole-Position vor Stichwahl gegen Baal (CDU)

09.09.2020, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Sibylle Keupen, Oberbürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Roland Weihrauch/dpa

AKTUALISIERT – Am Sonntag fanden in Nordrhein-Westfalen Kommunal-Wahlen statt. In Aachen kommt es in der Oberbürgermeister-Frage zu einer Stichwahl zwischen Sibylle Keupen (parteilos, für Grüne) und Harald Baal (CDU).

Keupen ging aus dem ersten Wahlgang eindeutig als Siegerin hervor. Auf die OB-Kandidatin entfielen 38,82 Prozent. Der OB-Kandidat Baal erreichte 24,75 Prozent. Er setzte sich im Endspurt gegen Matthias Dopatka von der SPD durch, der mit 22,63 Prozent nur den dritten Platz schaffte und somit nicht an der Stichwahl am 27. September nicht teilnhmen kann.

In Aachen gab auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) seine Stimme gab.

13.09.2020, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gibt seine Stimmzettel ab – hinter ihm steht Ehefrau Susanne. Foto: Federico Gambarini/dpa

Für das Amt des Aachener Oberbürgermeisters trat auch der Komiker und Kabaretist Hubert „vom Venn“ Franke an, der sich für „Die Partei“ mit 2,08 Prozent begnügen musste.

Der bisherige Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) hatte schon Ende August 2019 angekündigt, dass er nicht mehr antreten werde. Nach 11 Jahren als OB wird Philipp zum 1. November 2020 Geschäftsführer der e.2GO GmbH, eines Mobility Service Providers aus Aachen.

Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen haben die Wähler am Sonntag deutliche Akzente gesetzt. Die Christdemokraten von Ministerpräsident Armin Laschet können nach einer Hochrechnung (19.01 Uhr) für den WDR landesweit mit 36,2 Prozent der Stimmen rechnen. Sie blieben damit um 1,3 Prozentpunkte hinter ihrem Ergebnis von 2014 zurück.

Zweitstärkste Kraft sind demnach die Sozialdemokraten, die nach deutlichen Einbußen noch knapp vor den Grünen landen dürften. Die SPD verliert laut der Prognose von Infratest Dimap fast 8 Prozentpunkte und kommt nur noch auf 23,7 Prozent – ihr schlechtestes Ergebnis bei einer NRW-Kommunalwahl überhaupt. Die Grünen konnten ihren Stimmenanteil um mehr als 7 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent steigern. Das wäre ihr bestes Ergebnis auf Landesebene in NRW überhaupt.

Liste der Aachener Nachkriegsoberbürgermeister:

  • 1944-1945: Franz Oppenhoff
  • 1945: Wilhelm Rombach
  • 1946: Ludwig Kuhnen
  • 1946-1952: Albert Maas
  • 1952-1973: Hermann Heusch
  • 1973-1989: Kurt Malangré
  • 1989-2009: Jürgen Linden
  • 2009-2020: Marcel Philipp

Alle Ergebnisse unter folgendem Tweet der Stadt Aachen:

20 Antworten auf “OB-Wahl in Aachen: Keupen (Grüne) in Pole-Position vor Stichwahl gegen Baal (CDU)”

  1. Horst Emonts-pool

    Ministerpräsident Laschet sagte der Deutschen Presse, keine Maskenpflicht in den Wahlbueros. Die Waehler sollten sich frei fühlen. Also, keine ansteckungsgefahr beim wählen. So ist es.

  2. In Vitro Veritas

    Die Grünen in Deutschland sind wie Vivant bei uns: Viel Klientelpolitik, wenig Fachwissen, große Versprechen, wenig Realisierung.

    Btw: Wo ist der Rechenschaftsbericht 2018, liebe Vivanten? 2018 ist fast zwei Jahre her! Wieder nur ein Versprecher?

    • Wandlung?

      Wandlung? Das ist schon so, ein Ist-Wert, sozusagen. Ich kenne Aachen bestens seit den späten 70ern und erkenne die Stadt nicht wieder, von Mal zu Mal schlimmer ist es. Ich muß morgen beruflich hin, mir graust’s schon…

  3. Theaterstück

    Oha das wird teuer wenn die Grünen regieren. Kaufleute aus Aachen flüchte wer kann. Wahlbeteiligung 53 %. Wir leben in einer Demokratie in der 47 % absolut gegen das aktuelle politische System sind.
    Was passiert eigentlich wenn nur noch 3 % wählen. Können die trotzdem eine beschlussfähige Mehrheit bilden „lach“.

    • Genau @Theaterstück,rette sich wer kann, am besten auswandern aus Aachen, so wie es die Wirtschaft ja auch in Baden-Württemberg gemacht hat, wo es sogar einen grünen Ministerpräsidenten gibt. Alle weg, Daimler-Benz voran, alle sind pleite, müssen auf den Bäumen sitzen und frieren. Oder wie war das noch…?

    • Walter Keutgen

      Oh nein, haben Sie Belege für die Flucht der Wirtschaft aus Baden-Württemberg und die Pleiten? So weit ich weiß, ist Mercedes noch in Stuttgart und diese Firma hat eine nennenswerte Beteiligung in Tesla.

      • Ja eben, Herr Keutgen, kein Mensch dürfte Baden-Württemberg wegen eines grünen Regierungschefs verlassen haben. Daimler-Benz ist da wo die Firma immer war. Mein Beitrag war ironisch gemeint, sorry. Was Herr Theaterstück hier verbreitet, ist die übliche, auf die Dauer ermüdende Erzählung zur Verhütung von Weiterentwicklung durch das Schüren irrationaler Ängste. Ein Beispiel für solche Übungen ist auch die Vorhersage, durch die Einführung eines Mindestlohns würde die Wirtschaft zusammenbrechen. Nichts in dieser Richtung ist passiert, natürlich nicht…

        • Walter Keutgen

          Oh nein, nicht zu vergessen, dass es eine Koalitionsregierung mit der CDU ist und diese bei den 2021 anstehenden Landtagswahlen Bündnis ’90/Die Grünen überholen will. Außerdem steht im deutschen Föderalrecht anders als im belgischen Bundesrecht vor Landesrecht,

  4. Georg Kremer

    Sibylle Keupen ist aus der gestrigen Wahl vor allem deswegen als Beste hervorgegangen (noch ist ja nichts entschieden), weil sie die mit Abstand beste Kandidatin in Aachen und auch für zahlreiche parteiungebundete Wählerinnen und Wähler attraktiv war. Nicht zu vergessen: S. Keupen war die Spitzenkandidatin der Grünen aber sie ist KEINE Grüne – zumindest noch nicht. Eine Top-Frau für Aachen. Ich wünsche ihr schon jetzt viel Erfolg.

  5. besserwisser

    Na, das sind schöne Aussichten, ganz Aachen wird voll mit grünem Unkraut entlang der Einfahrtstrassen ecologisch die Touristen willkommen heissen, der Aachener Wald wird zum Urwald und als Garnitur hohe Windräder die die Tiere vergagen…. Traurige Zukunft….. ohne den Rest der auf uns zukommt

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