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Kehrweg-Stadion: Mit dem Tribünentausch wird der Eingang Schönefelderweg geschlossen

Vorstellung der neuen Stadionpläne am Mittwoch im Pressesaal der AS Eupen in Anwesenheit von Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg (3.v.r.) und Zonenchef Daniel Keutgen (2.v.r.). Foto: Edgar Hungs

Am kommenden Samstag, wenn Fußball-Erstligist AS Eupen das wichtige Spiel gegen den KV Mechelen bestreitet, geht für die Fans der Schwarz-Weißen ein Wunsch in Erfüllung. Wie bereits Ende letzter Woche berichtet und hier im Forum von „Ostbelgien Direkt“ auch schon viel diskutiert (siehe Bericht an anderer Stelle), werden die beiden Tribünen T2 (Kehrweg) und T4B (Schönefelderweg) einer neuen Zweckbestimmung übergeben.

Fortan werden die heimischen Anhänger auf der T2 am Kehrweg (gegenüber der Feuerwehrkaserne) Platz nehmen, und die Gäste-Fans wechseln auf die gegenüberliegende Seite in den Bereich T4B, wo sich bisher der Fanblock der „Zebras“ befand.

Damit gehen eine Reihe von baulichen und verkehrstechnische Maßnahmen einher. Die Ergebnisse der ersten Umbauphase wurden auf einer Pressekonferenz am Mittwoch vorgestellt.

Die große Tribüne T2 am Kehrweg wird ab dem Spiel gegen den KV Mechelen die Fans der AS aufnehmen. Foto: OD

Die zweite und letzte Phase soll bis zum 31. Januar 2018 abgeschlossen sein. Solange läuft die Genehmigung des Belgischen Fußballverbandes, während der Meisterschaft aufgrund von baulichen Umänderungen nur eine verminderte Zahl an Plätzen zur Verfügung zu stellen.

„Die Neuregelung kam in enger Kooperation zwischen der Stadt Eupen, der Polizei der Zone Weser-Göhl und der AS Eupen zu Stande“, war der Tenor der beteiligten Gesprächspartner. Die Veränderungen rund ums Stadion sollen allesamt einen Mehrwert für die Anwohner und die Besucher schaffen.

Gleich zu Beginn gab es eine gute Neuigkeit: Eine letzte Inspektion aller Sicherheitsdienste gab am Mittwoch ihr Einverständnis, sodass der Tausch wie geplant schon für das kommende Heimspiel am Samstag gegen Mechelen vollzogen werden kann.

Hoffen auf erstligataugliche Stimmung

Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg (PFF) hatte nur noch einen Wunsch: dass die neue Heimtribüne am Kehrweg noch mehr hiesige Zuschauer ins Kehrweg-Stadion locken und somit für eine erstligataugliche Stimmung sorgen wird.

Wichtig ist für das Eupener Stadtoberhaupt, dass man das Parkplatzproblem durch die Veränderungen nun besser in den Griff bekommt.

Für Daniel Keutgen, Zonenchef der Polizeizone Weser-Göhl, waren insbesondere zwei Aspekte von Bedeutung: der Zeitpunkt des Tribünentausches, der vor den schwierigen Risikospielen nun stattfindet, und vor allem das Einbinden der Anwohner in die Suche nach Lösungen.

Wo bisher die Fans der AS standen, werden künftig die Supporter der Gästemannschaft das Spiel verfolgen. Foto: OD

„Wir haben mit allen Beteiligten verschiedene Szenarien analysiert und durchgespielt. Was heute auf dem Tisch liegt, ist die bestmögliche Lösung unserer Überlegungen“, so Keutgen.

Der Eingang Schönefeld wird geschlossen. Ab Samstag, dem 21. Oktober 2017, erreichen die Fans der Gastmannschaft das Stadion der AS über den oberen Kehrweg. Der Gästeeingang liegt gegenüber dem Funkhaus des BRF.

Am unteren Ende des Kunstrasenplatzes sowie auf beiden Seiten des oberen Kehrwegs stehen bei Spielen der Sicherheitsstufe C bis zu 17 Stellplätze für Autobusse der Gästefans zur Verfügung.

Der Zugang zur neuen Gästetribüne T4B (761 Plätze) erfolgt über einen neu angelegten Weg entlang des Kunstrasenplatzes bis zum Ticketschalter zwischen dem Kunstrasenplatz und dem B-Platz (siehe Skizze anbei).

Der andere Teil der Tribüne (T4A) ist ab 2018 für die AS-Anhänger vorgesehen. Diese werden dann sicherheitsbedingt durch eine Wand von den Gästefans getrennt sein.

Platz für 8.335 Zuschauer insgesamt

Mit dem Tribünentausch sind nicht nur für die Besucher der früheren Stehtribüne T4, die jetzt auf die T2 (zurzeit: 2.370 Plätze) wechseln, wichtige Neuerungen verbunden. Ab sofort erfolgt der Einlass zum Stadion zu allen Tribünen der Heimanhänger (T1, T1bis, T2 und T3) über die Eingänge am Kehrweg rechts und links der Tribüne T2.

Auf dem Vorplatz des Stadions stehen zusätzliche Ticketschalter zur Verfügung. Der Eingang Schönefeld wird geschlossen. Auch bei den Spielen der Sicherheitsstufe C stehen den AS-Fans die Seitenstreifen der Frankendelle als Parkraum zur Verfügung. Die Straße bleibt für den Verkehr offen.

Keutgen sieht hier à priori keine Probleme, doch möchte man Erfahrungswerte sammeln und dann gegebenenfalls die Situation neu überdenken. Auch seien je nach Spiel und Verkehrslage Teilsperrungen möglich, so der Zonenchef.

Klinkenberg sieht unterdessen keine Veranlassung, den Shuttlebus fortzuführen. „Die Resonanz auf das Angebot war enttäuschend. Vielleicht gibt es für die Zukunft eine andere Regelung“, gab sich Klinkenberg dennoch positiv, die Gesamtsituation noch durch Kleinigkeiten zu verbessern.

Die Stadionstruktur auf einen Blick (Zum Vergrößern Skizze anklicken). Grafik: KAS

AS-Generaldirektor Christoph Henkel nannte die Verwirklichung des Gesamtkonzeptes als einen Ausdruck des Teamgeistes aller Beteiligten. Bis zum Ende der zweiten Bauphase sei man aber noch flexibel und möchte Erfahrungen sammeln. Diese Indikatoren sollen dann analysiert und bei Bedarf angepasst werden.

Mit der Anpassung der Notausgänge und der Erweiterung des Stehbereichs erreicht die neue Heimtribüne eine Kapazität von 2.837 Zuschauern.

Henkel ist überzeugt, dass der Wechsel auch von den Fans positiv bewertet wird: „Es war ein Wunsch der Anhänger mit vielen Emotionen. Ja, wir haben unsere Überlegungen mit den Fans ausgetauscht. Sie dürfen nun den Haupteingang benutzen.“

Die Anzahl Plätze auf der Gästetribüne liegt im Durchschnitt der Liga. Er sieht dadurch keine Mindereinnahmen für den Verein. Das Angebot für die hiesigen Zuschauer hat sich nun verdreifacht.

Das Kehrweg-Stadion erhöht nach Beendigung der zweiten Bauphase ab Februar 2018 seine Gesamtkapazität. Dann könnten maximal 8.335 Zuschauer zu den Heimspielen der AS kommen (250 mehr).

Das neue Verkehrskonzept rund um den A-Platz schafft schließlich auch die lang ersehnte Verkehrsberuhigung. Die Anwohner auf Schönefeld und den anliegenden Straßen werden dies mit Zufriedenheit zur Kenntnis nehmen.

Bleibt zu hoffen, dass die hiesige Bevölkerung dieses Angebot in Anspruch nimmt. Erstligatauglich ist das Stadion allemal. EDGAR HUNGS

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

  1. Wichtig ist jetzt der Klassenerhalt. Mir scheint, dass sich die Verantwortlichen der AS mehr Gedanken machen über Marketing und Infrastruktur als über das Sportliche. Wenn das nicht stimmt, kann man die Tribünen tauschen, so oft man will, dann wird die Lage dadurch auch nicht besser. Ich habe den Eindruck, dass die Bosse der AS der festen Überzeugung sind, dass in jedem Fall eine Mannschaft schlechter abschneiden wird als Eupen. Wenn sie sich da nicht mal irren. Bei einer Niederlage gegen Mechelen sieht es gang ganz schlecht aus für Eupen.

  2. Atomicblue

    Die Freude über den Umzug wird sich bei den Anhängern auf Dauer in Grenzen halten.

    Es wurde bislang noch nicht angesprochen, aber die „T2“ ist leider die mir großem Abstand kälteste Tribüne Belgiens. Dort herrschen unglaubliche Windverhältnisse (wegen der offenen Frankendelle ?), die Fans stehen im ständigen Durchzug, welcher von allen Seiten kommt und die gefühlte Durchschnittstemperatur ist wesentlich niedriger als auf der anderen Seite. Bei den Gästen war dies stets ein Thema („het verre koude Eupen“).

    Für die Zukunft müssten zumindest die Tribünenseiten geschlossen und die lange -völlig offene- Hinterseite abgedichtet werden, wenn man die Supporter nicht bis Aachen zittern hören will.

    • anonymous

      Da gebe ich Ihnen absolut recht. Rückseitig sieht die Tribune schrecklich aus und gibt kein schönes Bild für eupen ab. Hinzukommt, dass die Verkleidung des oberen Tribünenteils bei Sonneneinstrahlung starke Blasen wirft.
      Durch die Seiten zieht der Wind massiv auf die Tribüne.
      Ansonsten freu ich mich über den Tribünentausch.

  3. Hab da mal ne Frage?
    Wie oft ist dieses Stadion seit seinem Bau überhaupt mal ausverkauft gewesen?
    So wie hier hat man in Belgien wohl öfters viele Steuergelder verbuttert, sonst ständen wir besser da?

  4. Lambertz Printe

    Wessen Steuergelder wurden denn hier Verschwendet. Das Stadion wurde komplett an die DG und an die Stadt zurückgezahlt.
    Aber Hauptsache wieder motzen, auch wenn man nichts aber auch überhaupt nichts kennt

  5. Der Tribünentausch hat aber einen großen Vorteil, denn es wird wieder möglich sein die super leckeren Hot-Dogs zu essen. Denn die überteuerten Hamburger und Fritten, die man uns bisher angeboten hat, sind wirklich nicht sehr genießbar.

  6. Ich freue mich auf den Tribünentausch, sehe es aber auch noch etwas kritisch. Es stehen zuwenige Stehplätze zur Verfügung mit besserer Sicht. Die Mitte wird von den Fanclubs besetzt. Die Fans die etwas neutraler sind werden automatisch nach außen gedrängt. Und hier findet man wohl kaum optimale Sichtverhältnisse vor. Auf der alten Stehtribüne konnte man das teilweide durch die erhöhte Sicht wegmachen. Hier denke ich eher nicht. Und die Kälte wird sicherlich ein Thema werden.

    Noch ein Wort zu den ganzen Nörgler die hier immer wieder ihren Senf ohne Kenntnisse von sich geben.
    Wenn euch der Fussball eh nicht interssiert und die AS schon gar nicht, warum also solche Kommentare?
    Falls das Geld, welches angeblich doch tonnenweise in das Stadion der AS fließt, in ein Theater oder Oper der Stadt Eupen gesteckt worden wäre, würde man angesichts der Zuschauerzahlen von über 50.0000 Besucher pro Spielzeit von einer Erfolgsstory sprechen.
    Man kann die Sache auch von dieser Seite sehen, falls man möchte und mit sich selbst im Reinen ist und nicht nörgelt wegen des Nörgels wegen.
    Gibt es eigentlich noch eine Fanclubgeführte Seite mit Austausch untereinander?

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