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Iran gesteht jetzt doch „unbeabsichtigten“ Abschuss des ukrainischen Flugzeugs

10.01.2020, Ukraine, Kiew: Ein Flughafenmitarbeiter steht an einer Gedenkstätte für die Besatzungsmitglieder des ukrainischen Flugzeugs im internationalen Flughafen Borispil. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

AKTUALISIERT – Ein Abschuss sei technisch und wissenschaftlich absurd, hatte der Iran noch am Freitag behauptet. Nun kommt das Eingeständnis: Das ukrainische Flugzeug sei versehentlich abgeschossen worden. Menschen hätten versagt.

Nach tagelangen Dementis hat der Iran nun doch eingeräumt, für den Absturz des ukrainischen Passagierflugzeugs mit 176 Opfern verantwortlich zu sein. Das Militär habe die Maschine „unbeabsichtigt“ abgeschossen, es handele sich um einen „menschlichen Fehler“, hieß es am Samstagmorgen in einer Presseerklärung im Staatsfernsehen.

Die iranischen Streitkräfte bedauerten den Vorfall. Zuvor hatte der Iran einen Abschuss der Maschine vehement bestritten und erklärt, eine technische Ursache habe zu der Katastrophe geführt.

08.01.2020, Iran, Shahedshahr: Rettungskräfte bergen Wrackteile des verunglückten ukrainischen Flugzeugs in der Nähe von Teheran. Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Nach Angaben der Streitkräfte gab es an dem Unglückstag mehrere US-Drohungen, iranische Ziele anzugreifen. Daher habe im iranischen Militär „höchste Alarmbereitschaft“ geherrscht. Nachdem sich dann die ukrainische Maschine einer „strategisch wichtigen Militäranlage“ genähert habe, sei dies „versehentlich“ als eine Drohung eingestuft und die Maschine abgeschossen worden, hieß es in der Presseerklärung.

Kurz vor dem Absturz am Mittwoch hatte der Iran zwei von US-Soldaten genutzte Stützpunkte im Irak angegriffen. Kurze Zeit später war die ukrainische Maschine abgestürzt. Am Freitag hatten sich bereits mehrere EU-Staaten, die USA und Kanada davon überzeugt gezeigt, dass es sich um einen wohl versehentlichen Abschuss durch den Iran handeln müsse. Unter den Absturzopfern waren unter anderem 57 Kanadier.

08.01.2020, Iran, Shahedshahr: Die sterblichen Überreste der Absturzopfer einer ukrainischen Passagiermaschine liegen an der Absturzstelle in Leichensäcken. Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

In der iranischen Pressemitteilung hieß es weiter, die für den Abschuss verantwortliche Person werde vor ein Militärgericht gestellt, es werde wegen des „unbeabsichtigten Abschusses“ juristisch vorgegangen. Außerdem müssten die Details des Vorfalls öffentlich erläutert werden. Die Streitkräfte entschuldigten sich bei den Familien der Opfer und versprachen, dass solch ein «Fehler» nicht mehr vorkommen werde.

Auch Präsident Hassan Ruhani bedauerte den Abschuss und versprach eine gründliche Untersuchung. „Dieser unverzeihliche Vorfall muss juristisch konsequent verfolgt werden“, teilte der Präsident mit. Solch ein Vorfall dürfe nie wieder passieren und die Familien der Opfer müssten entschädigt werden.

Seit dem Vorfall haben mehrere ausländische Fluggesellschaften, auch Lufthansa und die Austrian Airlines, ihre Flüge nach Teheran eingestellt. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hatte nach dem Absturz von Flügen über den Iran abgeraten. Zuvor hatte die EASA bereits empfohlen, Flüge über den Irak zu vermeiden. (dpa)

19 Antworten auf “Iran gesteht jetzt doch „unbeabsichtigten“ Abschuss des ukrainischen Flugzeugs”

  1. Die erste wirkliche Tragödie in diesem Jahr.
    Ziemlich warscheinlich dass die Opfer im Fahrwasser der Eitelkeiten und verwirrten Köpfe dieser Welt ihr Leben lassen mussten.
    Meine Gebete für die Opfer und deren Angehörige.

    • Kein Luxemburger

      Wieso an Trumps Händen? Sie verdrehen die Wahrheit genau wie so viele Medien. Die Propagieren und bezeichnen Trump als den Kriegstreiber und den waren Verbrecher Soleimani als geraden und hochdekorierten General. Ja, das sind alles Unschuldslämmer im Iran und Umgebung.

    • Sie fabulieren! Trump hat nichts, aber auch gar nichts mit diesem Mord an über 100 Menschen zu tun. Allein das verbrecherische Regime in Teheran und ihre Handlanger sind verantwortlich. Es ist nicht das erste Blut, das an ihren Händen klebt – auch nicht das letzte.

      Der Luxemburger, du solltest dich für deine Lügen und Beschuldigungen schämen.

  2. Populist

    Dieser Mullah-Staat schießt also versehentlich, in der Hektik der Rache, ein Zivilflugzeug vom Himmel; in dem zu allem Übel auch noch über 80 eigene Leute sitzen.
    Rache macht blind, sagt man, und wenn ich die Massen an „trauernden Menschen, sprich Männern“ sehe, die sich, ähnlich wie in den Palästinenser Gebieten, um den Sarg eines ihrer Märtyrer drängen, Fahnen verbrennend, mit erhobenen Fäusten, dann, ja dann weiß ich, dass die nie die Atombombe besitzen dürfen.
    Religion und Atombomben sind ein schlechter Mix!

  3. Mithörer

    Ich bin gespannt, wieviele iranische Wutbürger hinter den Särgen der 82 getöteten iranischen Mitbürgern schreiten und Morddrohungen gegen ihr geliebtes Militär ausstossen, iranische Fahnen verbrennen, ….

  4. Ob es jetzt die Gallier in Gallien, die Azteken in Mexiko, die Sioux in Amerika, die Aborigines in Australien, die Vietnamesen in Vietnam oder die Iraner im Iran waren, immer war der Feind böse, ihr Gott blutrünstig und ihre Sitten primitiv. Es war immer sozusagen die Pflicht denen mal zu zeigen wie es richtig geht.
    Problem ist das selbst der letzte Indianer irgendwann merkte das das um eine Wagenburg reiten und sich einer nach dem anderen vom Pferd abknallen lassen nicht so prickelnd ist. Auf jeden Fall nicht der eigenen Sache dienlich. Drum haben die den Terror erfunden, den Kampf im Untergrund.
    Offene Feldschlachten haben sie ALLE verloren. Und wir erwarten wirklich noch das die sich im Kampf weiter an „unsere Regeln“ halten?

    Befürworte ich das? Auf keinen Fall, ich hasse Krieg.
    Kann ich ein bisschen Verständnis für die „primitiven Eingeborenen“ aufbringen? Ja…
    Bin ich dafür für den Terror? Nein…
    Die Toten hätten vermieden werden können.
    Wären die Iraner und die Amerikaner im Dialog anstatt im Krieg.

  5. Belgofritz

    Wer weiß, was da für ein Prozeß angestoßen wurde… es wird so oder so nicht ohne Blutvergießen ablaufen. Dialog mit den Mullahs? Apeacement-Politik? Hat ja immer schon bestens funktioniert…

    • Ja laut der Atomaufsichtsbehörde hatte das funktioniert, gut sogar.
      Jetzt nachdem der Affe den Stöpsel aus dem ausgehandelten Vertrag gezogen hat wissen wir nicht mehr was die Perser so in Ihren Labors köcheln.
      Und die Gewaltkurve geht objektiv betrachtet auch nach oben, oder?
      Der hat die Welt wirklich sicherer gemacht, unser Donald.
      Handel bringt Frieden, aber das dürfen die Perser ja auch nicht mehr.

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