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Karl Marx ist jetzt der Größte – jedenfalls in seiner Geburtsstadt Trier

13.04.2018, Rheinland-Pfalz, Trier: Die Karl-Marx-Darsteller Michael Thielen (l) und Henning Laufer freuen sich über die kurz zuvor aufgestellte Karl-Marx-Statue. Foto: Harald Tittel/dpa

Die Stadt Trier hat Karl Marx zum 200. Geburtstag ein Denkmal gesetzt: Im Zentrum stellte sie am Freitag eine Statue des in Trier geborenen Philosophen auf.

Die 4,40 Meter große Bronzeskulptur wurde mit einem Gabelstapler auf ein gut ein Meter hohes Treppenpodest gesetzt. Die umstrittene Karl-Marx-Statue ist ein Geschenk der Volksrepublik China. Bis zu den Feiern des 200. Geburtstags des Denkers am 5. Mai bleibt der „Riesen-Marx“ verpackt. Erst dann soll er enthüllt werden.

Die 2,3 Tonnen schwere und 4,40 Meter große Karl-Marx-Statue in Trier. Foto: Harald Tittel/dpa

Beim Aufstellen war lediglich kurz der Kopf der 2,3 Tonnen schweren Statue zu sehen. Mit Unterbau ist das Werk, das auf einem Platz nahe der Porta Nigra – einem Stadttor aus der Römerzeit – und dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Marx steht, 5,50 Meter hoch. Nachts und an Wochenenden wird es nun bewacht.

Dass Trier eine Karl-Marx-Statue aus China in dieser Größe an diesem Platz aufstellt, hat heftige Kritik ausgelöst. Marx, einer der geistigen Väter des Kommunismus, war am 5. Mai 1818 in Trier geboren worden und verbrachte die ersten 17 Jahre seines Lebens in der Moselstadt im heutigen Rheinland-Pfalz. Zum Jubiläum gibt es in Trier drei Sonderausstellungen und 600 Einzelveranstaltungen.

„Karl Marx hat Weltgeschichte geschrieben und ist der bekannteste Trierer“, sagte Baudezernent Andreas Ludwig (CDU). Das Denkmal sei eine neue Sehenswürdigkeit und solle zur Auseinandersetzung mit Marx anregen – und bedeute keineswegs eine „Glorifizierung von Ideologie“. (dpa)

  1. Alfons Van Compernolle

    Marx & Engels waren ja auch „gut“ !! Leider haben deren Nachfolger aus ihrem Werk ueberall eine egoistische Diktatur gemacht. Fuer Marx & Engels standen der Mensch mit seinen Sorgen & Noeten im Mittelpunkt, fuer seine Nachfolger von Lenin bis Kim jung un die egoistische Diktatur der Unterdrueckung zum eigenen Machterhalt ! Wieviele Morde , Massenmorde haben diese Diktatoren im Namen des Sozialismus begangen ??? Eine echte „sozialistische Gesellschaftsstruktur“ wird es wahrscheinlich nie geben, sie waere aber wuenschenswert!!!!

    • Merowinger

      Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.
      (Winston Churchill)

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    Marx ist nicht schuld an den Millionen Opfern des Kommunismus. Es waren Lenin, Stalin, Mao, etc. Es ist gut, dass diese Statue aufgestellt wird. Dies regt zu Diskussionen und Disputationen an. Und das ist bitter nötig in einer Zeit, wo die sozialen Unterschiede immer größer werden, trotz guter Wirtschaftslage. Marx mit seiner Kritik am Kapitalismus ist nach wie vor aktuell.

    Eine sozialistische Gesellschaft, mit totaler sozialer Gerechtigkeit, wird es wahrscheinlich nie geben wegen des menschlichen Egoismus. Trotzdem sollte man versuchen, diesem Idealzustand so nahe wie möglich zu kommen. Die Alternative wäre eine große soziale Revolte mit unvorhersehbaren Konsequenzen. Die französische Revolution hat gezeigt, dass Arroganz und Inkompetenz der Machthaber in einem Blutbad enden können. Alles begann mit finanziellen Problemen des Staates und endete mit der Beseitigung des Feudalismus in ganz Europa.

      • Marcel Scholzen eimerscheid

        Bisher sind alle Versuche gescheitert, eine sozialistische Gesellschaft zu errichten. Und weil es bisher keine sozialistische Gesellschaft gegeben hat, kann man nicht sagen, dass Sozialismus gut oder schlecht ist. Es verhält sich mit dem Sozialismus ungefähr wie mit dem Himmelreich. Es wird versprochen von den verschiedensten Religionen. Nur ob es wirklich ein Himmelreich nach dem Tod gibt, könnte noch nicht bewiesen oder widerlegt werden, weil keiner von dort zurück gekommen ist, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Ist eben Glaubenssache.

        Ich habe probiert, das Kapital zu lesen. Nur war es mir zu kompliziert und langatmig. Marx bringt die Sache nicht auf den Punkt. Er vermeidet es, sich kurz und knapp in klaren Worten auszudrücken.

        • Merowinger

          Die Diktatur des Proletariats ist eine bürokratische degenerierte Tyrannei der Geringsten, der Dümmsten und der Skrupellosen. Für den einfachen Menschen ändert sich fast nichts. Die einzigen die leben wie die Made im Speck sind die Parteifunktionäre. Alle sind gleich nur die Menschen die die schwere Aufgabe haben alles verwalten werden immer gleicher sein.
          Der Mensch ist keine Ameise die auf Befehl einen Platz im Staat einnimmt. Jeder Mensch ist ein Individuum. Die freie Entwicklung der Individualitäten bildet in der zentral verwalteten sozialistischen Wirtschaft einen latenten Störfaktor. Eine Gesellschaft braucht Zukunftsideen und nicht das möglich gleichmäßige aufteilen von dem Wenigen was in dieser utopischen Welt produziert werden kann.

    • Alfons Van Compernolle

      Sie haben Recht !! Marx & Engels haben etwas ganz anderes beabsichtigt, als Lenin / Stalin / Ulbricht / Kim aus Nord-Korea und selbst die Chinesen politisch praktiziert haben. Sicherlich wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals eine komplett soziale Gesellschaftsstruktur geben, der heutige politische Egoismus und die Angst als Politiker/in bedeutungslos zu werden, werden diesem Bestreben mit aller Macht und Kraft immer ein Ende bereiten! Leider ! Aber dieses Ziel einer sozialeren – gerechteren – der Menschenwuerde nahe kommenden sozialistischen Gesellschaftsordnung zu verfolgen und soweit moeglich zu realisieren , dass ist moeglich und sollte unser Ziel sein.
      Nicht Marx & Engels und deren Gesellschaftsanalyse / Ideologie hat Millionen von Menschen getotetet, dass waren Typen wie Lenin / Stahlin / Mao / Kim jung un’s etc, die sich wohl auf Marx & Engels berufen haben, tatsaechlich aber nichts weiter getan haben ihren egoistisch-diktatorischen Machterhalt
      mit Massenmord zu festigen. Das alles hat bis heute nichts mit der Ideologie von Marx & Engels zu tun und dafuer ist Marx & Engels auch nicht verantwortlich zu machen !!!!
      Komisch alle verurteilen Marx & Engels fuer die Massenmorde des 20. Jahrhunderts und keiner nennt die Massenmoerder beim Namen. Marx & Engels waren schon lange verstorben, als diese Herren Massenmoerder ihr schmutziges Handwerk angezettelt haben.

      • Merowinger

        Der wichtigste Grundwert der westlichen Demokratie ist die Freiheit des einzelnen. Ein Charakteristikum aller bisherigen anderen Gesellschaftsformen ist dagegen die Einschränkung der Freiheit. Statt einer Marktwirtschaft gibt es eine staatlich geregelte Planwirtschaft. In diesen Systemen gibt es keinen Wettbewerb und keine unternehmerische Selbstbestimmung.
        Historisch gesehen sind Freiheit und Selbstbestimmung die Voraussetzung für Wohlstand.
        Niall Ferguson, ein Historiker für Wirtschaftsgeschichte und europäische Geschichte an der Harvard Universität, sieht die Ursachen für den Erfolg des Westens der letzten 200 Jahre in 6 ausschlaggebende Ursachen.
        1. Wissenschaft
        2. Wettbewerb
        3. Eigentum
        4. Moderne Medizin
        5. Konsumgesellschaft
        6. Arbeitsethik

  3. Marx und Engels sind die Begründer einer Ideologie, die Millionen von Menschen tötete. Die Ideologie ist verantwortlich für Elend, Unterdrückung und Mord auf der ganzen Welt – bis heute! Diese beiden Brandstifter zu ehren, kommt einer Verherrlichung Hitlers gleich. Beides ist inakzeptabel und krank.

    • deuxtrois

      „Marx und Engels sind die Begründer einer Ideologie, die Millionen von Menschen tötete.“

      Eine Ideologie kann niemanden töten, das können nur Menschen, die frei von moralischer Überzeugungen (also frei von den genannten Ideologien) handeln. Rechtsradikal zu sein, bedeutet auch nicht, dass nur ein einziger getötet wird. Es benötigt immer Macht und ein ausführendes Organ.

    • Alfons Van Compernolle

      Bloedsinn !!! Nicht die von Marx & Engels schriftlich verfasste gesellschaftliche Analyse toetet oder wie Sie es nennen „Ideologie“ ! Es sind Menschen wie Lenin / Mao / Kim yung un etc. die, die von Marx & Engels und deren gerechtfertigten gesellschaftlichen Analyse (Ideologie) missbrauchen !
      Nicht Marx & Engels und ihr „Kapital“ haben getoetet / toeten Menschen, sondern andere egoistische und charakterlose sogenannte Politiker, die sich dazu berufen fuehlen Marx & Engels als Begruendung fuer ihr moerderisches Machtstreben anzufuehren!
      Das gleiche gilt fuer unser gutes Demokratiesystem, es ist nicht Schuld an dem was unsere sogenannten demokratischen Politiker zur Verteidigung unserer Demokratie so anstellen:
      Syrien – Vietnam – Kongo – Tunesien – Irak etc sei hier nur ein paar Beispiele.

  4. Suppenhuhn

    Marcel Scholzen hat Recht: der Mensch ist nicht reif für den Sozialismus und wird es nie sein. Denn der Mensch ist vor allem ein Egoist. Was Stalin und Co aus der Lehre von Marx gemacht haben, das hat die Kirche in Zeiten der Inquisition aus Jesu Lehre der Nächstenliebe gemacht. Solange Menschen versuchen, die Ideen großer Denker umzusetzen, gehen sie in die Hose. Weil der Pöbel zu dumm ist und nur an sich selber denkt. Brecht: „Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.“

  5. Marcel Scholzen eimerscheid

    Man soll Marx genauso ein Denkmal setzen wie anderen historischen Persönlichkeiten. Beispielsweise gibt es in Belgien auch Denkmäler von Leopold II, der auch das Leben von Millionen Afrikanern auf dem Gewissen hat. Bisher ist noch keiner auf die Idee gekommen, diese abzubauen oder zu versetzen. Es gilt nach wie vor folgendes : wenn man einen umgebracht hat, ist man ein Mörder; wenn man zehn umgebracht hat, ist man ein Massenmörder; wenn man Hunderttausende umgebracht hat, ist man ein Held !

        • Alfons Van Compernolle

          Sie sind gnaedig mit den Opferzahlen !! Mit Professoren (Historiker) der Uni Gent rede betr. Congo, dann bekomme ich geredelt zahlen genannt, die etwa 48 % der damaligen congolesischen Bevoelkerung nennen. Nach der Uni Gent, gab es ca 50.Millionen Einwohner
          im Congo von denen 50 % Opfer der Belgischen Kolonialmacht geworden sind.
          Mord-Totschlag-Verstuemmelung-Vergewaltigung usw usw. Ich selber habe im Congo 1967 /1968 noch alte Menschen gesehen, denen eine Hand oder ein Fuss fehlten, welche ihnen aus Strafe abgehackt worden sind !!

            • Merowinger

              Traurig ist allein das der so zivilisierte und kultivierte Westen in barbarischste Formen zurückfiel als er auf ein technisch unterentwickeltes Volk fern der Heimat traf. Die absolute Zahl der Opfer ist letztendlich egal für die Nachwelt.

            • deuxtrois

              Niemand gibt mit Opferzahlen an.
              Das geschieht nur in Ihrer Einbildung.
              Sie missbrauchen die Opferzahlen sogar, um jemandem Arroganz vor zu werfen.
              Was wohl moralisch besser ist?!

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