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Nach KRC Genk und KV Mechelen macht auch der KFC Dessel einen Helm für Jugendtorhüter zur Pflicht

Der vielleicht prominenteste Helmträger im internationalen Fußball war der tschechische Torhüter Petr Cech (früher FC Chelsea und Arsenal). Foto: Shutterstock

Nach den beiden Proficlubs KRC Genk und KV Mechelen schreibt auch Amateur-Erstligist KFC Dessel Sport einen Helm für Jugendtorhüter vor. Alle Torhüter der Altersklassen U10 bis U15 müssen den Helm tragen.

Der KRC Genk war einer der ersten Vereine in Belgien, der Helme für Jugendkeeper verpflichtend eingeführt hat. Der KV Mechelen folgte mit einer ähnlichen Regelung für seine Nachwuchstorhüter. Wie Sporza, das Onlineportal der VRT berichtet, schließt sich jetzt mit dem KFC Dessel Sport ein weiterer Verein diesem Sicherheitstrend im belgischen Jugendfußball an.

Ziel ist es, das Risiko von Kopfverletzungen und insbesondere von Gehirnerschütterungen zu reduzieren, da junge Torhüter häufig in riskante Eins-gegen-eins-Situationen und Zusammenstöße verwickelt sind oder auf hartem Untergrund stürzen.

Abdul Manaf Nurudeen, Torhüter von Fußball-Zweitligist AS Eupen, trägt immer einen Schutzhelm. Foto: Belga

Befürworter der Helmpflicht argumentieren, dass der Schutz des kindlichen Gehirns oberste Priorität haben müsse. Sportmediziner weisen darauf hin, dass wiederholte, auch leichte Kopfstöße im Kindesalter langfristige Folgen haben können.

Viele Trainer und Eltern begrüßen daher die Maßnahme ausdrücklich und sehen sie als präventiven Schritt, vergleichbar mit der heute selbstverständlichen Pflicht zum Tragen von Schienbeinschonern. Zudem habe die Einführung durch größere Ausbildungsvereine eine wichtige Vorbildfunktion für den Jugendfußball insgesamt.

Kritiker hingegen warnen vor einer möglichen Scheinsicherheit. Sie befürchten, dass sich junge Torhüter mit Helm zu einem noch riskanteren Verhalten verleiten lassen könnten oder dass das natürliche Spielgefühl, das Sichtfeld und die Orientierung eingeschränkt werden. Außerdem gibt es bislang keine einheitliche Vorgabe durch den nationalen Fußballverband, sodass es sich um individuelle Vereinsentscheidungen handelt.

Insgesamt zeigt die Entwicklung jedoch, dass das Bewusstsein für Kopf- und Gesundheitsschutz im Jugendfußball deutlich wächst. Immer mehr Vereine beobachten die Erfahrungen von Klubs wie Genk, Mechelen und Dessel genau und prüfen, ob ähnliche Regelungen künftig auch bei ihnen eingeführt werden sollen. (cre)

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