Politik

Ist der Rat für Stadtmarketing der Stadt Eupen sein Geld auch wert?

RSM-Präsident Alfred Küchenberg, Ex-Schöffe Patrick Meyer und RSM-Geschäftsführer Alain Brock (v.l.n.r.) im Juni 2015 bei der Preisverteilung zur Kampagne "Wir für Eupen". Foto: OD

Die Stadt Eupen setzt ihre Zusammenarbeit mit dem Rat für Stadtmarketing (RSM) fort. Allerdings wurde der Vertrag nicht um drei Jahre verlängert, wie ursprünglich geplant, sondern vorerst nur für ein Jahr.

Angeblich geschah dies aus organisatorischen und praktischen Gründen. Womöglich sind den Stadtvätern aber auch einige Zweifel gekommen, ob der RSM seinem eigentlichen Auftrag überhaupt gerecht wird.

Der RSM setzt sich zusammen aus Vertretern aus den Bereichen Wirtschaft (Mittelstand, Horeca…), Kultur (Chudoscnik Sunergia, Kulturelles Komitee..), Tourismus (Verkehrsverein), Sport (Sportbund) usw. Eine seiner Aufgaben ist die „Verbesserung des Erscheinungsbildes der Stadt Eupen durch konsequente Vermarktung nach innen und nach außen“.

Im nächsten Jahr erhält der RSM einen städtischen Zuschuss von 146.000 Euro. Weitere Infos zum RSM finden Sie unter dem Link am Ende dieses Artikels.

Seit jeher umstritten

Dass der Vertrag jetzt nur um ein Jahr verlängert wurde, hat angeblich damit zu tun, dass 2016 die Zusammenführung von RSM und dem Eupener Verkehrsverein (VV) abgeschlossen werden soll, sodass es danach andere Rahmenbedingungen gebe. Allerdings hieß es anlässlich der Vertragsverlängerung auch, dass man „sich einen besseren Einblick in die Tätigkeiten und die künftigen Projekte des RSM verschaffen“ wolle, wie das Grenz-Echo schrieb.

Der RSM war seit jeher umstritten – und das ist er heute mehr denn je. Das Gremium ist mitunter als „Klüngelverein“ verschrien.

Vor allem aber waren einige Initiativen des RSM wenig erfolgreich. Die Aktion „Lebe Dein Geschäft“ war sogar ein echter Flop, weil zwei von drei Preisträgern auf ihren Preis verzichteten. (cre)

Weitere Infos über den Rat für Stadtmarketing der Stadt Eupen unter folgendem Link: http://www.eupen.be/Stadtmarketing/Rat-fur-Stadtmarketing.aspx

Die Aktion "Lebe dein Geschäft!" des RSM war ein Flop. Hier sieht man Vertreter der Stadt, Mitglieder der Jury und Preisträger Anfang Dezember 2014 beim Gruppenfoto. Foto: Gerd Comouth

Die Aktion „Lebe dein Geschäft!“ des RSM war ein Flop. Hier sieht man Vertreter der Stadt, Mitglieder der Jury und Preisträger Anfang Dezember 2014 beim Gruppenfoto. Foto: Gerd Comouth

34 Antworten auf “Ist der Rat für Stadtmarketing der Stadt Eupen sein Geld auch wert?”

  1. Eupenmobil

    Wenn ich bedenke, woran die Stadt spart. Da wird der Abriss der maroden Schule in der Unterstadt verschoben, weil die Stadt nicht selbst für die Kosten aufkommen will, aber andererseits werden da mal schlappe 146.000 Euro gezahlt für einen RSM.

  2. Öppe Alaaf

    Sie vergessen zu erwähnen, Herr Cremer, dass der dritte Preis von „Lebe Dein Geschäft“ an die Frau des RSM Geschäftsführers ging.

    Das Geschäft liegt in Kettenis und belebt von dort aus die Eupener Innenstadt. Noch Fragen zum Thema Klüngel?

    m.E.: Gut gemeinter Ansatz, aber wieder einmal die falschen Leute, die die falschen Signale an die Bevölkerung senden. So wird das nichts, Herr Brock! Ihre Bemerkung „In drei Monaten spricht da niemand mehr von“ wird zum Bumerang.

      • Delanda Raqqa

        Nicht einmal, denn in diesen Ländern wird kein Hehl daraus gemacht. Hier ist das alles institutionalisiert, und in-durch Gesetze rechtens gebogen – und wenn etwas „rauskommt“ haftet eh keiner drum, bzw. niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Die Oberfläche, hier, ist viel trügerisch als dort. Es ist bei weitem schlimmer, denn dadurch wird die Realität verbogen. Und schlußendlich getötet.

  3. Bald ist Weihnachten

    Ja so manche glauben noch an den Weihnachtsmann. So wie unsere Stadtväter auch.
    Ich glaube nicht mehr an den Weihnachtsmann und auch nicht an dem RSM.
    Die Väter unsere schönen Stadt sollten lieber das Geld an nützlichen Dingen ausgeben.

  4. Geschäftsmann

    Mit Sicherheit ist nicht alles was der RSM anpackt ein riesen Erfolg. Man sollte jedoch auch benken, dass der RSM es nicht einfach hat.
    – Die Eupener nörgeln gerne, egal was gemacht wird, negatives Feedback gibt es öfter als positives
    – Es ist nicht einfach den Eupener zufrieden zu stellen
    – Die Geschäftsleute möchten es besser haben, sind aber nicht unbedingt alle bereit etwas an ihrer Einstellung zu ändern, geschweige denn Geld auszugeben (auch wenn es sich lohnen könnte)
    – Die Eigentümer der Leerstehenden Immobilien sind nicht bereit ihre Miete zu senken (Auf Grund der hohen Steuern auf geschäftsmietverträge teilweise verständlich), geschweige denn ihren Leerstand etwas einladender zu gestalten oder gestalten zu lassen ohne Geld dafür zu erhalten
    – usw. usw.

    Alain brock und sein team machen einen guten Job, dennoch ist klar, dass diese Arbeit Verbesserungswürdig ist. Doch man sollte ihnen, wie jedem anderen Unternehmen auch, die Chance und die Zeit geben sich zu entwickeln, aus Fehlern zu lernen und Sachen besser zu machen.

    Prioritär sollte der RSM sich jedoch dem Leerstand annehmen und schauen, dass die leeren Schaufenster, durch Schaufensterauslagen anderer Geschäftsleute oder Künstler attraktiver aussehen, dies gestaltet sich jedoch durch die komplizierten Eigentümer eher schwer.
    Noch besser wäre es natürlich Geschäftsleute nach Eupen zu locken bevor man Kunden lockt. Doch auch das würde eine menge Arbeit mit sich bringen für die der RSM vlt. nicht genug ausgestattet ist…
    Das würde auch das Bild der Innenstadt in ein besseres Licht rücken. Wenn der Leerstand minimiert ist, dann werden auch alle anderen Projekte des RSM zum Erfolg.

    • @ Geschäftsmann

      – Die Eigentümer der Leerstehenden Immobilien sind nicht bereit ihre Miete zu senken (Auf Grund der hohen Steuern auf geschäftsmietverträge teilweise verständlich), geschweige denn ihren Leerstand etwas einladender zu gestalten oder gestalten zu lassen ohne Geld dafür zu erhalten

      Diese Problem lässt sich doch lösen. In der Gemeindesatzung ist, wenn ich mich nicht irre, eine „Leerstandssteuer“ vorgesehen. Bei rigoroser Beitreibung derselben könnte ich mir vorstellen das der eine oder andere Vermieter sich denk:“Bevor ich die bezahle senke ich die Miete. „

  5. Boutiks Sache

    Mit dem RSM ist es fast genau so wie mit der Politik, obschon zwei ganz verschiedene Sachen.

    Da fiel mir soeben beim lesen der PFF Hochglanzbroschüre der letzte Satz des ersten Ministers der DG, Bruno Fagnoul auf:
    “ Erstaunt bin ich noch immer, dass trotz aller Bemühungen (Pff – News, BRF, Diskussionsrunden, usw.) der BÜRGER wenig Interesse zeigt“.
    Treffender und wahrer konnte er es nicht sagen!
    Der Bürger wird immer mehr Politikverdrossen. Er ist der massen enttäuscht und abgestumpft von den Taten unerer Politiker/innen, dass ihm alles Schnuppe ist.
    Solange sich dieser Zustand nicht ändert, wird diese Seuche sich kontinuierlich fortpflanzen und erweitern.
    Im Falle der Stadt Eupen, seiner Geschäfte, Einkaufsverhalten, Mobilität usw, hat die Politik ein dickes Stück Anteil und Ursache daran!
    Aber nicht nur in Eupen, auch anderswo und überall ist es nicht viel besser! Vielleicht doch im Kommerz, aber dafür dann in anderen Bereichen.

    Gerade jetzt blamiert der Belgische Staat sich wieder mal vor der ganzen Welt.

    Haben wir doch nur viel zu vieles an schlechte Politiker/innen, und hätten dagegen um vieles wenigere, aber darum um einiges bessere Politiker/innen!?
    Wunschdenken! Die sägen ihren eigenen Ast nicht ab.

  6. Kerstges Angela

    @Boutik Sache, bitte sind Sie NICHT optimistisch, wir wissen im allgemeinen ist die Gesellschaft relativ schlecht, kl. wenige Ausnahmen mag’s geben.
    Also, dann lieber alles verkommen lassen, was soll’s?!

  7. Ex=Eupener

    Ein funktionierender Stadtrat braucht keinen RSM , aber denen fällt halt nichts ein ausser Baustellen .Es ist schon eine Menge Geld was der RSM kostet , wenn man denkt was für ein Knüngel da abläuft würde mir auch nicht wundern wenn Herr Brock seine Reisen hinter der Belgischen Nationalmannschaft im Sinne des RSM ausführt und auch darüber finanziert . Man muss sich ja sehen lassen . Repräsentieren . Geschäftsreisen halt . Der Kölsche Klüngel ist Weltbekannt aber nur weil wir auch ne Kirche haben mit zwei Türmen , müssen wir noch lange nicht mit den Grossen gleich ziehen wollen .

  8. Ekel Alfred

    @ Boutiks Sache, hat der Wahlkampf denn jetzt schon begonnen, so jedenfalls sehe ich die Argumente in „BLAU“ obschon ich heute noch keinen Tropfen Alkohol zu mir genommen habe….

  9. Was hat der Gemeinderat denn so vorzuweisen.
    Vor allem der Schöffe zu diesem Ressort ????
    Der Wahlkampf soll kommen, es geht um die Zukunft meiner Heimatstadt !
    Da soll mit harten Bandagen gekämpft werden

    • Öppe Alaaf

      Eupen ist noch immer zu retten, wenn die richtigen Leute an den richtigen Stellen sitzen. Es dauert nur immer länger, um den Flruschaden zu beseitigen und neu zu starten. Anscheinend ist man damit überfordert und flüchtet sich in den Klüngel.
      …ein paar Jahre an der Macht sind ein gutes Polster für die Zukunft und an Wiederwahl glauben wohl nur wenige in der Karnevalsprinzentruppe.

  10. Frieden war mal in der Straße

    Für mich und wahrscheinlich viele Anwohner des Viertels Friedensstraße sind der RSM und sein Obermuffti wohl total überfüssig.

    Und der Klüngel zwischen RSM und unserem „Karnevalprinzen-Schöffenkollegium‘ ist offensichtlich. Denn als man die Umleitung über die Friedensstraße wegen der Umbauarbeiten an der Herbesthaler Straße im stillen Kämmerlein plante, war anscheinend der RSM der GROSSE Befürworter und offensichtlich einzige Ansrprechpartner für unseren Bauschöffen & Co.
    Die Anwohner der Friedensstraße interressierte damals niemanden. Hauptsache, die 2-3 Geschäfte an der Herbesthaler Straße blieben ohne Umwege erreichbar.
    Und nicht zu vergessen wie auch aus dem letzten Bericht im Grenzecho zu lesen: Totaler Artenschutz für die Bewohner der Hochstraße, wo bekanntlich viele Leute mit Vitamin E wohnen.

  11. Die Eupener stehen nicht zur eigenen Stadt, sie verachten sie im Grunde. Eupener trifft man in Lüttich, in Aachen, in Maastricht oder im Centro in Oberhausen eher an als in Eupen selbst. Ich arbeite seit 35 Jahren in Eupen, mit Eupenern, die noch nicht einmal ihre Brille in Eupen kaufen – in NL ist es billiger…

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