Leute von heute

In Lüttich war auch der Nikolaus ein Demonstrant – Michel als Gangster

Nikolaus und die Schar der Demonstranten am Dienstag, dem 21. November 2017, bei ihrer Kundgebung in Lüttich. Foto: Belga

In Lüttich sind am Dienstag mehr als 10.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Politik der Föderalregierung zu protestieren. In der Schar der Demonstranten waren auch zahlreiche Ostbelgier.

Zu der Kundgebung hatten die Gewerkschaften CSC und FGTB aufgerufen. Beide Organisationen fordern u.a. eine gerechtere Steuerpolitik. Insbesondere sollen Steuerhinterziehung und Steuerflucht – vor allem großer Unternehmen – wirksamer als bisher bekämpft werden,

Premierminister Charles Michel als Gangster, nach dem gefahndet wird.

In ihren Reden übten die Gewerkschafter auch heftige Kritik an Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) und an Pensionsminister Daniel Bacquelaine (MR).

Die Demonstration verlief nach ersten Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle. Weil auch viele Busfahrer an der Kundgebung teilnahmen, waren vielerorts die Busverbindungen der TEC ausgefallen, vor allem im Lütticher Raum.

Die Teilnehmer aus Ostbelgien nahmen am Morgen ab Eupen, Welkenraedt oder Verviers den Zug nach Lüttich, um sich spätestens um 10.30 Uhr im Parc d´Avroy in Lüttich zu treffen.

Auf einem Plakat bzw. einem Flyer, mit dem die Mitglieder der beiden Gewerkschaften zur Teilnahme an der Protestaktion vom 21. November aufgerufen wurden, war Premierminister Charles Michel als Gangster abgebildet, nach dem gefahndet werde.

„Regierung Michel bestiehlt uns!“

“Die Regierung Michel bestiehlt uns und gibt es den Reichen! Sie muss endlich aufhören, in unsere Taschen zu greifen“, war direkt unter dem „WANTED“ (Gesucht) zu lesen.

Und weiter: “GEMEINSAM FÜR: menschenwürdige Renten, zusätzliche Mittel für die Gesundheitsversorgung, das Schulwesen, den Nonprofitsektor,… qualitative, zugängliche öffentliche Dienste, gerechtes Steuerwesen, proportional zu den Einkünften eines Jeden.“ (cre)

  1. Viva la revolucion

    Na, wenigstens etwas an Gegenwehr. Trotz Panama-Papers und Paradise-Papers, niemand scheint sich wirklich aufzuregen. Wo bleibt die Wut der Menschen? Geht es uns allen so gut, dass es uns egal ist, was mit uns geschieht? Dass diejenigen, die wirklich viel Zaster haben, den für sich behalten, ohne sich per Steuerzahlungen solidarisch zu zeigen. Die Steuerflucht begehen, ganz legal, mit Unterstützung der Regierungen; und wir, auf der untersten Sprosse der Hühnerleiter, von oben her nur beschissen und vom Staat ausgepresst werden? Ist uns das so egal, dass wir (genau so wie ich) nur schriftlich und anonym reagieren? Wir alle sind zu satt, als dass wir vom Fernsehsessel aufstehen und etwas bewegen wollen. Im Grunde reagieren wir wie unsere Eltern und Großeltern auf die Frage nach der Existenz der KZ und der Ermordung von Millionen von Menschen. „Ja, was hätten wir denn tun sollen?“ Was jetzt geschieht, ist genau so schlimm (vor allem für die Menschen in Afrika und Südamerika) die tatsächlich die Zeche bezahlen für die dicken Unternehmen und steuerflüchtigen Millionäre und Milliardäre.

  2. Die Sozen haben zusammen mit den Christ-Sozialen Belgien praktisch seit 1945 regiert. Genug Zeit also um das Paradies auf Erden zu schaffen. Ist irgendwie nicht gelungen, also sind die Liberalen jetzt schuld. Die „konstruktive“ Rolle der Gewerkschaften kann man ja aktuell bei FN bewundern, in Ost-Belgien gibt es sicher auch einige Beispiele.

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