Standpunkt

In Gospert 42 liegen die Nerven blank

Am Freitag. 5. April, machte DG-Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz (SP), wie berichtet, einen äußerst angespannten Eindruck. Bei der Pressekonferenz zum Thema „Außenbeziehungen der DG / Frühlingsfest in Berlin“ reagierte er ziemlich gereizt auf Fragen von Medienvertretern. Kein Zweifel, in Gospert 42, dem Amtssitz des DG-Ministerpräsidenten, liegen gut ein Jahr vor den Wahlen die Nerven blank – und wahrscheinlich nicht nur dort.

Im Anschluss an die Pressekonferenz (siehe dazu Bericht „Genervter Lambertz wirbt für Frühlingfest in Berlin und Sommerfest in Brüssel“) mochte Lambertz auch der Presse kein Einzelinterview geben, angeblich wegen seiner heiseren Stimme. Diese hat ihn aber wahrscheinlich sonst nie an Interviews gehindert, zumal bei einem Interview mit der geschriebenen Presse die Heiserkeit keine Rolle spielt.

Pressekonferenz war letztlich ein Flop

Der Regierungschef war einfach „geladen“. Was genau ihn so angespannt hatte werden lassen, vermag man gar nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Nachdem er selbst, Unterrichtsminister Oliver Paasch (ProDG), die beiden Unternehmer Lothar Hanf (Belgian Chocolate Design) und Dr. Daniel Weinbrenner (THG St.Vith), Stephan Förster (Ministerium der DG) sowie Parlamentspräsident Alexander Miesen (PFF) das Wort ergriffen und jeder für sich die Bedeutung der Außenbeziehungen und des Frühlingsfestes in Berlin am 21. März 2013 unterstrichen hatten, kam es zu einem Gespräch mit den anwesenden Pressevertretern.

Deren kritische Fragen bzw. Anmerkungen zum Thema Außenbeziehungen müssen dann den Ministerpräsidenten ziemlich „gewurmt“ haben, weswegen er mit der Zeit zunehmend die Contenance verlor. So endete die Veranstaltung, die eigentlich noch einmal die Wichtigkeit der Außenbeziehungen in den Vordergrund stellen sollte, nachdem Lambertz bereits einen Monat vorher bei einer Pressekonferenz zu dem gleichen Thema ausführlich Stellung bezogen hatte, als Flop.

Unterrichtsminister Paasch bis zuletzt souverän

Hatte der Ministerpräsident vielleicht gehofft, wegen der Präsenz von zwei Unternehmern, die über ihre positiven Erfahrungen beim Frühlingsfest in Berlin berichteten, würden die Journalisten kritische Fragen oder Bemerkungen tunlichst unterlassen? Oder sind es einfach die Wahlen von 2014, die ihre Schatten vorauswerfen? Oder beides?

Die Wahlen alleine können es nicht gewesen sein, denn Unterrichtsminister Paasch blieb am Freitag die ganze Zeit gelassen. Oder kommt es ProDG-Frontmann Paasch nicht ungelegen, dass der ansonsten souverän auftretende Karl-Heinz Lambertz seit einiger Zeit immer öfter Nerven zeigt?

GERARD CREMER

Siehe dazu Artikel „Genervter Lambertz wirbt für Frühlingsfest in Berlin und Sommerfest in Brüssel“

21 Antworten auf “In Gospert 42 liegen die Nerven blank”

  1. aussenseiter

    Dem Oli P. der DG-Regierung, dem Bankster des Unterrichtswesens, kommt es gutgelegen,

    – dass er für NEUE Schulen steht während Lambertz für die Schulden gerade stehen muss.

    – dass er für IMPORTIERTE Schulkonzepte steht während Lambertz für die Außenbeziehungen gerade stehen muss.

    Was lehrt uns das?
    Neue Schulen und Konzepte (Paasch, Unterricht) sind ohne Investitionen und Kontakte (Lambertz, Finanzminister und MP) NICHT möglich.
    Lambertz für Schulden und Unkosten jeder Art verantwortlich zu machen, ist zu einfach. Von den Stammtisch-Phrasendreschern kann man das nicht anders erwarten, aber von der Presse schon. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass unabhängig und privatfinanziert schon zwei Paar Schuhe sind. Wenn die „ProDeJäh“ fleißig Werbung einschaltet, dann klappts auch mit den Standpunkten. Und für die Augen kann man immer noch den „Velz“ in der Brandung kritisieren, weil er unser Ego ankratzt.

    • @“Neue Schulen und Konzepte (Paasch, Unterricht) sind ohne Investitionen und Kontakte (Lambertz, Finanzminister und MP) NICHT möglich.“

      Das sehe ich auch so. Die beiden ergänzen sich ziemlich gut..

    • Altweltaffe

      Das steht ja auch nicht zur Debatte. Keiner hat was gegen Dienstreisen, aber wenn es eines Festes bedarf, nur damit die Kooperation zustande kommt, dann ist die Frage nach dem Kosten-Nutzen erlaugt. 25.000 Euro, eine Million BeF, und das mehrmals im Jahr, das ist kein Pappenstiel! Dann ist die Frage erlaubt wofür diese Geld ausgegeben wurde! Und dann ist die Frage auch erlaubt, wer sonst noch davon profitiert!

      In Zeiten,
      – in denen den Lehrern mehr und mehr abverlangt, neue Konzepte durchgesetzt und sie auf Lohnerhöhungen verzichten müssen,
      – in denen Gemeindedotationen gekürzt werden und Steuern steigen,
      – in denen das Einkommen der Sozialschwachen sinkt, Sozialbeiträge und Lebenserhaltungskosten jedoch steigen,
      – in denen die Staats- und Gemeinschafts-Schulden steigt und das Einkommen sinkt
      da ist die Frage nach der Verwendung unserer Steuergelder erlaubt!

      Und wenn das unserem Ministerpräsidenten nicht passt soll er den Posten abgeben! Er IST uns Rechenschaft schuldig! Ich hoffe nur, dass er, genau wie wir, anrechte auf Entschädigungen verliert wenn er kündigt!

  2. Edwin Kreitz

    @Aussenseiter
    Werbung schalten ist genau der Punkt. Ich sehe es nur anders als Sie, denn Ich würde noch Stimmen kaufen hinzufügen. Jedoch geschieht das nicht hier auf OD, sondern diese Partei hat 2009 soviel Geld für Werbung und „Stimmenkauf“ ausgeben wie keine andere. Eine regelrechte Überflutung. Das PRO erinnert daher mehr an eine Abkürzung für Propaganda.

    Das einzige was diese Partei dann zu Stande gebracht hat in 4 Jahren
    sind Kürzungen bei ihren eignene Wählern im Unterrichtswesen, einige Krisendekrete ohne wirkliche Wende und in aller erster Linie ein „PAY-BACK“-Programm für die Finanzwirtschaft.

    Also nicht P.P.P sondern P.B.P. beim Bau der Schulen.

    • Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass ich kein Fan von freien Bürgerlisten wie diebProdg bin. Aber ihr Personal ist TOP. Herr Paasch leistet so viel wie kein Minister vor ihm. Sie sind einfach nur polemisch, Herr Kreitz. Das PPP der DG habe ich von Anfang an, am Anfang kritisch beobachtet. Mittlerweile bin ich von diesem Verfahren überzeugt, weil man hier nicht dieselben Fehler gemacht hat wie in Deutschland. Die DG hat einen Weg gefunden, all diese Schulen zu renovieren OHNE sie zu privatisieren. Ich finde es richtig, in unsere Schulen zu investieren!

      • wahlen 2014

        Also Ihren Standpunkt kann ich leider nicht mitteilen, dass Herr Paasch mehr leistet als andere Unterrichtsminister in der DG.
        a) das Personal ist TOIP = verdienen ja dementsprechend sehr gut.
        b) Leistung: Fragen Sie mal die Lehrpersonen, was diese so von Paasch’s Bildungspolitik halten und wie die Lehrer darauf reagieren: Rahmenpläne, Unterrichtskonzepte, Inklusion, Förderpädagogik um nur einige zu zählen. Es ist nicht die Masse, die zählt.

  3. Zweifler

    Ja, richtig erkannt: Paasch kommt es gelegen, dass der ansonsten souverän auftretende Karl-Heinz Lambertz seit einiger Zeit immer öfter Nerven zeigt.

    Ich gehe davon aus, dass Paasch 2014 der große Wahlgewinner sein wird.

  4. Ich glaube eher, das bei den Betreibern dieser Platt(wörtlich gemeint)form die Nerven blank liegen. Es läuft gut in der DG. Der Leithammel dieser Internet-Parteiseite und seine Schreibknechte wissen net, wat noch verbessert werden könnte. Darum zieht sich hier jeder gleich was aus der Nase, um die DG schlecht zu reden. Das fährt sich langsam fest und das merken einige hier und werden langsam nervös.

  5. Exeupener

    Ja schade dass das Forum hier eher dazu dient andere Leute verunglimpfen.

    Schade, dass hier keine konstruktive Kritik geäußert wird!

    Scheinbar sind das immer die gleichen Leute, die hier Posten, ist das vom Betreiber so gewollt?

      • Gerard Cremer

        Ich bin froh, dass Sie das so ansprechen. Ich habe nämlich den Vorwurf, ich hätte ein persönliches Problem mit Karl-Heinz Lambertz, schon öfter gehört. Ich kenne Lambertz schon seit gut 30 Jahren. Ich kann schon deshalb kein persönliches Problem mit ihm haben, weil ich in all den Jahren nie ein persönliches Verhältnis zu ihm gehabt habe, genauso wie ich kein persönliches Verhältnis zu anderen Politikern gehabt habe. Und das ist gerade in einem kleinen Gebiet wie Ostbelgien sehr wichtig, wenn der Journalist seine Unabhängigkeit behalten will.

        • Clooth Patrick

          Genau Herr Cremer! Finde es auch gut und richtig wie sie die Themen angehen. Habe nie den Eindruck das sie persönlichen Frust oder „Probleme“ zum Anlass nehmen um Artikel zu schreiben, ganz im Gegensatz zu so manchem anderen Schreiber bei OD.

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