Leute von heute

Schöffe Philippe Hunger schrieb zwei Leserbriefe an die „lieben Eupener“

Der Eupener Kultur- und Finanzschöffe Philippe Hunger. Foto: OD

Seitdem Eupens ehemaliger Bürgermeister Fred Evers ihn als Spitzenkandidat der PFF-Liste bei der nächsten Stadtratswahl empfohlen hat, strotzt Schöffe Philippe Hunger nur so vor Selbstbewusstsein.

Nach der massiven Kritik in der Eupener Öffentlichkeit an den riesigen Blumenkästen sah sich der Kultur- und Finanzschöffe der Stadt Eupen veranlasst, sich in Form von zwei Leserbriefen an die Eupener Bevölkerung zu wenden.

Unter dem Titel „Liebe Eupener – Teil 1“ ging der Liberale auf die Blumenkübel in der Innenstadt ein, die in der Öffentlichkeit viel Spott, Häme und sogar Verärgerung ausgelöst hatten (siehe Bericht an anderer Stelle).

Ärgernis Blumenkübel in der Eupener Innenstadt. Foto: OD

Er selbst finde „die Kübel schön, erst recht, wenn die Pflanzen mal in ihrer Blüte sind, und ich bin auch überzeugt, dass sie das Stadtbild bereichern werden“, räumte aber ein, dass dies „Geschmackssache“ sei.

Hunger stellte klar, dass die Kübel angeschafft wurden, „um die Stadt zu verschönern und die Toreingänge in der Stadt bewusster zu zeigen“. Die Aufteilung der Kübel sei gemeinsam mit den Geschäftsleuten abgesprochen worden, wie er von Schöffe Arthur Genten erfahren habe. Im Übrigen habe der Bürgermeister am 9. Mai die verkehrskritischen Punkte (Eingang Friedenskirche, Eingang Klötzerbahn) abändern und entschärfen lassen.

„Es sind viel zu viele Kübel auf zu engem Raum, sie sollen nicht den Autofahrer schikanieren, aber den Fußgänger schützen. Das müssen wir ändern“, so Hunger, der seinen ersten Leserbrief an die „lieben Eupener“ mit einem Appell beschloss: „Redet und diskutiert mit, denn nur gemeinsam schaffen wir das Beste für unsere Stadt.“

Schöffe Philippe Hunger beim Interview. Foto: OD

Zwei Tage später folgte ein zweiter Leserbrief des Kultur- und Finanzschöffen („Liebe Eupener – Teil 2“). Darin forderte Hunger die Bürger nochmals auf, „das Gespräch zu suchen“ und „mit konstruktiven Vorschlägen nach Lösungen zu suchen“.

Hunger: „Als Politiker muss man mit berechtigter und unberechtigter Kritik leben, das ist klar, auch anonyme Behauptungen oder Beleidigungen gehören mittlerweile zur Tagesordnung, worüber ich auch nicht klagen möchte. Sehr bedauerlich finde jedoch, dass wir vor allen Dingen Eupen, unserer Stadt, enorm schaden, denn auch von außerhalb lesen die Leute, was die Eupener so über ihre Stadt schreiben.“

Und zum Abschluss erneut der eindringliche Appell: „Redet und diskutiert mit, denn nur gemeinsam schaffen wir das Beste für unsere Stadt.“ Sogar Hungers E-Mail-Adresse und Mobilfunknummer wurden am Ende veröffentlicht. (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

  1. Wahleupener

    Ein guter schritt den Herr Hunger da macht, auf die ewigen Knotterer in Eupen zu zugehen. Den meisten wird man es nie recht machen können.
    Ich bin froh das die alten hässlichen Waschbetonkübel und zerfallenden alten Holzkübel ausgetauscht werden. Mit der klaren Formensprache der neuen Kübel passen die auch viel besser in das neue moderne Stadtbild.
    Schade ist aber, das die Kübel auch wieder dazu herhalten müssen, den Verkehrsfluss zu stören (beruhigen angeblich) anstelle nur als Zier für langweilige große Plätze zu dienen. Aber da haben sich wohl die Ecolos eingebracht. Das wird in Eupen nicht zu verhindern sein, denn das Jungvolk wählt nun mal grün. Schade aber ist so.
    Also lasst uns die neue Begrünung genießen, die die Stadt gemütlicher macht.

    • Johann Klos

      Den meisten wird man es nie recht machen können.

      Der Eindruck täuscht. Es sind bei weitem nur einige, die dazu meistens auch nur aus Prinzip gegen alles sind.

      Herr Hunger hat für mich den richtigen Weg eingeschlagen. Sein Suchen nach Dialog sollte er auch auf andere Themen ausweiten. Nur mit Gradlinigkeit und Offenheit kann man heute in der Poiltik das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen. Die restlichen ewig Gestrigen kann ohnehin keine politische Orientierung für sich erreichen.
      Weiter so Herr Hunger.

      • Monique Kelleter

        Der Herr Hunger hat aber auch Folgendes verlauten lassen, als man ihn am Ratskeller auf die Gefahr für Kinder, die hinter einem Kübel nicht gleich gesehen werden, wenn sie dort zum Vorschein kommen, gesagt: ‚Dann müssen die Eltern ihre Kinder eben an die Hand nehmen.‘
        Und solch eine schwachsinnige Antwort von einem Vater!

        • Reflexion

          Wer geht schon zum Denken in den Keller. Wenn man Sie richtig versteht führen Sie die Sorgfalltlpflicht gegenüber Kinder als Argument gegen das Aufstellen diser Kübel vor. Haben sie sich schon einmal gefragt welche gesundheitlichen Spätfollgen auf verschiedene der Kinder zukommen werden bedingt durch die Gifte welche die modernen Fortbewegungsmittel hinten ausstoßen. Sollte man als besorgte und pflichbewusste Eltern nicht vermeiden solche Straßen zu benutzen. Vielleicht setzten Sie sich ja noch zur besseren Lungengängigkeit dieser Stoffe mit den ihren auf die eine oder andere Terrasse und bestauen die vorbeikriechenden Blechlawinen.
          Pflichtbewusste Eltern sollten sich eher für eine Reduzierung dieser Kisten in Zentrumsnähe einsetzen.

  2. DEIN Eupen wird schöner !!!

    Ja super, genau so ist es Herr Hunger, erst mal die Kübel platzieren und einfach mal abwarten ob der liebe Eupener wat sacht? Der liebe Eupener knottert ja nicht! klarer Fall, einfach alles nur reine Geschmacksache! überlege grade ob der Stadtrat nach meinen Geschmack ist?

  3. Harie's Kommentar

    Wenn man sich die ganze Sache mal anschaut, dann könnte doch die Kübelaktion von den Grünen stammen. Obwohl in der Eupener Mehrheit vertreten, schweigen die doch zu diesem Thema. Nichts, aber auch gar keine Stellungnahme. Clever, dann schicken wir mal Andere vor. Idem bei den Sozis. Das Schweigen der Lämmer. Superclever ist natürlich Philippe Hunger. Er hat die Problematik an sich gezogen und geht in die Offensive. Das nenne ich echt ein Plus.
    Übrigens finde ich persönlich die Blumenkübel kompletter Schwachsinn. Diese Woche: Autos von der Bergstraße kommend bogen in die Klötzerbahn ein. Autos, die von der Klötzerbahn kommend in die Bergstraße fahren wollten, mussten vorerst zwischen den Kübeln warten. Dazwischen Fußgänger. Zu allem Überdruss reihten sich die Autos von der Kirchstraße noch schnell mit in den Verkehr Richtung Klötzerbahn. Und die anderen auf der Klötzerbahn mussten warten, einige Fahrer mehr genervt von der Situation des Stillstandes fuhren dann ohne irgendwie nur Rücksicht zu nehmen los. Also das hat mit Begegnungszone NICHTS mehr zu tun.

  4. Hallo, bin heute morgen zum ersten Mal (mit Kübeln) die Klötzerbahn Richtung Bergstraße gefahren. Ich habe nicht schlecht gestaunt, was die Dinger für ein Chaos verursachen, insbesondere an der Kreuzung. Die sehen ja gut aus, aber gut aufgestellt sind sie bestimmt nicht…. ob das Verkehrsberuhigend sein soll ?

  5. Der Eupener

    Mal sehen wo der Liebe Eupener bleibt wenn die Eintrittspreise für’s Wetzlarbad-Kombibad festgelegt werden. Freue mich jetzt schon auf die Lachnummer.
    Aber mal im Ernst wieso nicht eine eigene wirklich unabhängige Bürgerliste erstellen anstatt nur zu meckern….??

    • Bosch Frank

      Sollen die überdimensionierten Kartoffel-Kisten (vielleicht für Großfamilien geeignet…) nun ins Wetzlarbad – zum schwimmen Lernen im Außenbecken – transportiert werden, ‚Eupener‘ ??? ;) ;) ;)

  6. Hallo zusammen,
    ich bin einer der wenigen die motzen, aber jetzt ist das Maß voll! Hässlich ging ja wohl nicht. Selbst meine bekannten aus Deutschland die mal öfters zu Besuch kommen meinten wer hat sich den so einen scheiß ausgedacht sieht ja aus wie damals am Zoll fehlt noch das Zollhäuschen! Da wird mir als eupener echt schlecht! Schöne Nikolaus Kirche und dann die hässlichen grossen Kübel!

  7. Ich denke, dass in Sachen „Kübel aufstellen“ noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Tatsache ist, dass diese schönen Kübel an manchen Stellen sehr stören und für Kinder eine Gefahr darstellen. Vielleicht sollte man einige in die Parkanlagen versetzen. Im Grünen würden die sich bestimmt gut hervorheben.

  8. Ein lieber Eupener

    Lieber Herr Hunger
    Lassen sie bitte ihren Worten Taten folgen,entfernen die Kübel am Ratskeller ,auf der Klötzerbahn und an der evangelischen Kirche denn sie dienen weder der Verschönerung noch der Sicherheit sondern sind reine Schikane für die Autofahrer!

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