Gesellschaft

Langzeitstudie belegt: Hunde machen Kinder fitter

Illustration: Pixabay

Sorgen Hunde für ein aktiveres Leben? Inwiefern Anschaffung, Besitz und Verlust eines Hundes die körperliche Betätigung von Kindern beeinflussen, zeigt nun eine australische Langzeitstudie.

Kinder, die mit Hunden aufwachsen, sind körperlich aktiver als Kinder ohne Hund. Ein australisches Forschungsteam hat diesen Zusammenhang nun genauer untersucht und seine Ergebnisse im „International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity“ veröffentlicht.

Regelmäßige Bewegung fördert die körperliche und mentale Gesundheit von Kindern. Darum empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, dass Kinder von ein bis vier Jahren täglich drei Stunden körperlich aktiv sein sollten. Im Alter von 5 bis 17 Jahren sollten Kinder sich jeden Tag zumindest eine Stunde mäßig bis intensiv bewegen – etwa spielerisch oder durch Sport.

Zeichnung: Pixabay

Doch viele Kinder schaffen es nicht, sich jeden Tag ausreichend körperlich zu betätigen. Ob ein Hund im Haus da helfen kann? Viele Studien belegen, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, aktiver sind als jene ohne Hund. Kinder und Jugendliche, die oft mit ihrem Hund Gassi gehen und mit ihm spielen, können so der empfohlenen Menge und Dauer an körperlicher Betätigung eher nachkommen als andere.

Doch werden Kinder erst mit der Anschaffung eines Hundes aktiver? Oder holen sich vermehrt Familien einen Hund, wenn sie eh schon einen aktiven Lebensstil führen? Wie genau das Verhalten von Kindern mit dem Besitz eines Hundes zusammenhängt, wurde bisher noch kaum analysiert.

Das Forschungsteam um Emma Adams von der University of Western Australia untersuchte, wie die Anschaffung, der Besitz sowie der Verlust eines Hundes die körperliche Betätigung von Kindern beeinflusst. Dazu nutzte es Daten von Bewegungsmessern und Elternaussagen aus einer bestehenden Langzeitstudie (2015 bis 2021) zur Aktivität von 600 Kindern von zwei bis sieben Jahren. Während dieses Zeitraums hatten 204 Kinder durchgängig einen Hund, 58 bekamen währenddessen einen Hund und bei 31 war der Hund zwischenzeitlich gestorben. 307 hatten keinen Hund.

Die Autoren fanden heraus, dass Kinder, die durchgängig einen Hund besaßen, öfter körperlich aktiv waren als Kinder ohne Hund. Mädchen mit Hund machten durchschnittlich acht körperliche Aktivitäten mehr pro Woche wie Spielen im Freien, Spazierengehen oder mit dem Hund spielen als Mädchen ohne Hund. Bei Jungen mit Hund waren das sieben mehr pro Woche.

12.08.2020, Berlin: Ein Kind spielt mit einem Hund. Kinder, die mit Hunden aufwachsen, sind körperlich aktiver als Kinder ohne Hund. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/dpa

Wenn Kinder während der Studie einen Hund bekamen, nahm die Zahl dieser wöchentlichen körperlichen Aktivitäten um sieben zu. Insbesondere bei Mädchen konnten die Forschenden dann auch eine Steigerung leichter Aktivität beobachten. Sie verbrachten täglich gut 52 Minuten mehr Zeit mit leichter körperlicher Betätigung und Spielen, einschließlich langsamen Gehens und Basteln.

Dagegen waren Kinder, deren Hund während der Studie gestorben war, weniger aktiv als vorher. Die Zahl der körperlichen Aktivitäten pro Woche verringerte sich um acht bei Jungen und um zehn bei Mädchen. Auch hier beobachteten die Autoren, dass das Verhalten von Mädchen stärker betroffen war als das der Jungen. Nach dem Tod ihres Hundes verbrachten sie täglich gut eine Stunde weniger Zeit mit leichter körperlicher Betätigung und Spielen als zuvor.

„Kinder, die ihren Hund verloren haben, sind möglicherweise deshalb weniger körperlich aktiv, weil sie noch stark um ihren Hund trauern“, erklären die Forschenden in ihrer Studie. „Studien haben gezeigt, dass Menschen oft versuchen den Verlust eines Haustieres zu bewältigen, indem sie bestimmte Aktivitäten meiden.“ Darunter seien jene, die an den Hund erinnern. Wenn das Spazierengehen mit dem Familienhund nach dessen Tod nicht durch andere Aktivitäten ersetzt werde, sei es durchaus möglich, dass Kinder sich weniger bewegen.

„Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass sich die Anschaffung und der Besitz eines Hundes positiv auf die körperliche Betätigung von Kindern auswirkt“, schlussfolgern die Autoren. Die Studie liefere den ersten Beweis dafür, dass die Anschaffung eines Hundes zu einer Zunahme bestimmter Arten körperlicher Aktivität führen könne. Ein Hund in der Familie könnte den Autoren zufolge somit auch langfristig das Risiko für chronische Erkrankungen bei Kindern senken.

Wie oft und lang Kinder körperlich aktiv sind, könne stark von Rasse, Alter und Größe des Hundes abhängen. Daher sollten diese Merkmale in weiteren Studien berücksichtigt werden. (dpa)

Zum Thema siehe auch folgendes VIDEO:

 

6 Antworten auf “Langzeitstudie belegt: Hunde machen Kinder fitter”

  1. Ramona Rammel- Haaperscheidt

    Das Video ist ja mal zuckersüß. Man hat auch festgestellt, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, später bessere Abwehrkräfte besitzen und gegen Bisse resistenter sind.

  2. Ermitler

    Habe auch einen Hund ,aber ich Respektiere auch die Immobilien andere Leute und lass sie nicht daran Pissen wie die meisten von denen.Warum durch die Stadt mit den Hunden laufen,sind natürlich fast immer die selben,achtet nurmal darauf.

  3. R. Küpper

    Es ist mir lieber, wenn die Hunde gelegendlich an meine Hauswand pissen, als das jeden Tag diverse Herrschaften an mein Haus pissen. Der Gestank ist selbst mit Javel nicht mehr zu beseitigen.
    Schilder werden ignoriert und wenn man sie anspricht, werden die Männer aggressiv.

  4. Zuhörer

    Außerdem machen Hunde glücklich. Als Kind habe ich viel mit meinem Hund gespielt, bin Kreuz und quer durch Eupen mit ihm spaziert. Damals lächelten die Leute noch, und fragte, wo es denn hingehe? Heutzutage mögen vielen Menschen keine Tiere mehr.
    Was für eine verrückte Welt?
    Seit sieben Jahren habe ich keinen Hund mehr, und ich vermisse ihn immer noch, wie am ersten Tag. Ich kann mir auch keinen mehr anschaffen, weil ich nicht mehr genügend spazieren gehen kann.
    Ich habe selbst gemerkt; mit Hund war ich viel ausgeglichener und mein Blutdruck war tiefer.

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