Gesellschaft

Hubert vom Venn über Zeitungsjournalismus von heute: „Das ist mir irgendwie zu brav geworden“ [AUDIO]

Journalist, Kolumnist, Kabarettist und jetzt sogar Oberbürgermeister-Kandidat in Aachen: Hubert vom Venn (66). Foto: Alex Kuffner

Bei einer der häufigen Recherchen im Internet ist „Ostbelgien Direkt“ zufällig auf ein sehr interessantes Gespräch des WDR mit Hubert vom Venn von April 2018 gestoßen, in dem der Mann, der am Anfang seiner vielseitigen Karriere Hans-Hubert Franke hieß und jetzt 65 ist, sein Leben Revue passieren lässt. Und das war alles, nur nicht langweilig.

In dem über 50-minütigen „Tischgespräch“, das man sich über den Audio-Stream am Ende dieses Artikels in voller Länge oder auszugsweise anhören kann, wirft der gebürtige Monschauer, der in Roetgen lebt, u.a. einen kritischen Blick auf den Journalismus von heute, insbesondere auf den Zeitungsjournalismus von heute, denn als Zeitungsredakteur hat bei ihm alles angefangen.

Das Urteil von Hubert vom Venn, der seit Juni 2010 1. Vorsitzender des Bezirksvereins Aachener Presse im Deutschen Journalistenverband (DJV) ist, fällt ziemlich eindeutig aus: Der Journalismus der 1970er Jahre war spannender als der von heute. Nachfolgend einige Auszüge, die uns interessant erschienen:

Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden: Hubert vom Venn.

– Hubert vom Venn über das, „was wir früher geschrieben haben“: „Wenn ich heute eine Tageszeitung lese, ist mir das irgendwie zu brav geworden. Ich habe kürzlich mit einem Kollegen gesprochen und ihm gesagt: ‚Was wir früher geschrieben haben, wäre heute täglich ein Kündigungsgrund.‘ Ich hatte einen Lokalchef, dessen Motto lautete: ‚Verdirb es dir jeden Tag mit einem Leser!‘ (…) Es wurden damals Sachen aufgegriffen, die finden heute in der Zeitung nicht mehr statt (…) Allen wohl und niemandem weh.“

– Hubert vom Venn über die katastrophalen Auflagenverluste der Printmedien: „Wenn man die Auflagen der Tageszeitungen betrachtet, die ja katastrophal in den Keller gehen, muss man befürchten, dass wir in 10 Jahren gar kein Print mehr haben und die Zeitung nur noch auf dem Handy lesen. Es kommen schwere Zeiten auf den Journalismus zu.“

– Hubert vom Venn über Zensur bzw. Selbstzensur: „Ich habe neulich mit einem Verleger gesprochen, der gesagt hat: ‚Ich bitte dich, wir machen nicht die Schere im Kopf, ich habe noch nie die Anweisung gegeben: ‚Das dürft ihr nicht schreiben!‘ Die Schere machen sich die Kollegen selber.“

Gleichwohl äußert sich Hubert vom Venn in dem Gespräch beileibe nicht nur über den Journalismus von gestern und heute, sondern schildert mit markanten Worten die vielen Höhen und Tiefen in seiner über 40-jährigen Laufbahn als Journalist, Kabarettist, Ideengeber und Theatermann. Natürlich spricht er auch über seinen Namen, seinen Hut und seine Vorliebe für schwarze Kleidung. Absolut hörenwert! (cre)

Unter nachfolgendem AUDIO-Stream können Sie sich das Tischgespräch von Gisela Steinhauer mit Hubert vom Venn auf WDR 5 im April 2018 anhören:

50 Antworten auf “Hubert vom Venn über Zeitungsjournalismus von heute: „Das ist mir irgendwie zu brav geworden“ [AUDIO]”

  1. Hubert vom Venn

    Lieber Gerard, was ich aber am neuen Journalismus auch schlecht finde – und da bist Du ja auch nicht ganz unschuldig – ist die Unsitte, Lesermeinungen nicht unter dem Echtnamen abzudrucken. Wer seine Meinung sagt, aber seinen Namen nicht nennen will, ist einfach ein Feigling.
    Zur „Papierzeit“ flogen anonyme Leserbriefe dahin, wo sie hingehörten: In den Papierkorb.
    Viele Grüße Hubert

    • Ostbelgien Direkt

      Lieber Hubert, diese Meinung kann man natürlich vertreten, was ja auch nicht wenige tun. Auf der anderen Seite ist Dir mit Sicherheit auch bekannt, dass in einem kleinen Gebiet wie Ostbelgien es ungemein schwer ist, seine wirkliche Meinung unter seinem richtigen Namen zu äußern, vor lauter Angst vor Repressalien. Insofern garantiert die Anonymität auch ein Stück Meinungsfreiheit. Die Rubrik Leserbriefe in der Tageszeitung spiegelt eben nicht oder nur zu einem kleinen Teil die wahre Meinung der Bevölkerung wider. Übrigens habe ich dem Artikel über Dein WDR-Gespräch noch ein kurzes Zitat von Dir hinzugefügt, auf das sich die heutige Grundhaltung im Journalismus reduzieren lässt und das ich sehr treffend fand: „Allen wohl und niemandem weh.“ Dieser Devise vertrauen heute fast alle Journalisten, und wer kann es ihnen verdenken? So kriegst du wenigstens keinen Ärger. Du selbst hast früher Ärger bekommen (wir saßen uns gegenüber in der AVZ-Redaktion in der Dresdener Straße in Aachen), ich Jahre später auch. Das kommt davon, wenn man unter seinem richtigen Namen, mit seinem richtigen Gesicht und mit seinem richtigen Mund seinem Verleger offen seine Meinung sagt. Und du musst nicht meinen, von den Kollegen in der Redaktion würde sich auch nur einer für dich stark machen. Die machen alle in die Hose. Na ja, Schnee von gestern. Wünsche Dir das Beste. Bis plötzlich mal. Gerard

      • Pensionierter Bauer

        Sehr gute Argumentation Herr Cremer. Was geschieht wenn man unter richtigem Namen schreibt, musste in der letzten Woche die Katja Allenhof aus Gemmenich erfahren, als sie es wagte die Sternsingeraktion in einem Leserbrief zu kritisieren. Nun bin ich davon überzeugt, dass sie als Freidenkerin keine besonderen beruflichen Konsequenzen zu befürchten hat, was bei vielen Anderen wohl ganz anders aussehen könnte.
        Auch finde ich lustig, dass HvV davon berichtet wie er bei der AVZ Probleme bekam weil er pro Grüne Texte schrieb. Heute scheint es so zu sein, dass Journalisten sich nicht mehr trauen die linksgrünen Thesen in Frage zu stellen.
        Man stellt fest: auch Journalisten laufen gerne denen mit der Meinungshochheit hinterher. Ich erinnere mich auch noch gut an die Zeit als sich bei GE und BRF keiner traute gegen die selbstherrlichen Herren der CSP und der kath. Kirche eine Meinung zu äußern.

    • „Lieber Gerard, was ich aber am neuen Journalismus auch schlecht finde – und da bist Du ja auch nicht ganz unschuldig – ist die Unsitte, Lesermeinungen nicht unter dem Echtnamen abzudrucken“

      Werter HvV :,

      Was hat denn Journalismus mit Lesermeinungen zu tun?

        • Herbert G.

          @Herr vom Venn
          Zum Thema anonymes Posten: von mir gäbe es unter Klarnamen 0,0 Kommentare. Ich bin wegen meines Berufs und meiner gesellschaftlichen Situation nicht in der Lage hier frei von der Leber zu reden; das geht aus ähnlichen Gründen auch wahrscheinlich anderen OD-Schreibern so. Abgesehen davon, macht es auch einfach mehr Spaß schon mal Nonsens zu bringen. Das müssten gerade Sie verstehen, der das ja auch gerne versucht.

          Wie traurig die Bilanz der Leserbriefe unter richtigem Namen ausfällt sieht man beim Grenzecho und beim BRF, wo immer die gleichen drei bis vier Helden anzutreffen sind.
          Da ist mir OD 1000 mal lieber; hier findet man alles: vom Wissenschaftlichem bis zum totalen Blödsinn und sogar manchmal richtigen Humor, von dem selbst Sie sich noch eine gehörige Scheibe abschneiden könnten…

        • Kolumnist

          „Der Journalist ist verantwortlich für die Dinge, die er veröffentlicht. Dazu zählen auch Lesermeinmungen und sogar Fotos.“

          Da liegen Sie meiner Meinung nach aber völlig falsch, HvV
          IdT ist ein Journalist verantwortlich „für Dinge die ER veröffentlicht“. Leser-Meinungen hingegen sind aber, wie das Wort es schon ausdrückt, die Meinung des LESERS und nicht diejenigen eines Journalisten, ergo kann der Journalist nicht für deren Meinung verantwortlich sein; schließlich steht ja der Name des Leserbriefschreibers unter seinem Beitrag.

          • Walter Keutgen

            Kolumnist, das ist wohl je nach Land verschieden. Ich denke aber, dass der Chefredakteur oder Herausgeber gemeint ist. Was die Die Veröffentlichung im Web angeht, kriegt der Betreiber der Webseite in einigen Ländern horrende Strafen, wenn Falsches im Sinne einschlägiger Gesetze publiziert wird. Deshalb der Zwang zur Moderation, die auf großen Websites automatisch durch Algorithmen vonstattengeht.

      • Boah nee...

        @Alfons van Compernolle: Vorgestern waren Sie komischerweise aber noch ganz anderer Meinung, nämlich, dass jeder seinen Echtnamen unter seinen Kommentar setzen sollte. Plötzlich alles Schnee von gestern? Heute so, morgen so?

        • Alfons van Compernolle

          Nein, dieser Meinung bin ich immer noch ! Aber leider geht die Tendenz in eine andere Richtung! Ich stimme Herbert G. zu , wenn ich auch nicht unbedingt seine Meinung teile.
          Es kann wohl sein, dass der geringen Anzahl an DG. Einwohner beinahe Jeder Jeden kennt
          und es bei Post unter Klarnamen, doch zu komischen Problemen mit der Nachbarschaft kommen kann , Leider !! Ich gestehe ein, dass es durch aus Gruende geben kann, seinen
          Klarnamen zu verschleiern , gut aber finde ich es nicht. Noch bedenklicher finde ich, dass man wegen seiner moeglichen Position und gesellschaftlichen Stellung mit seiner
          wie auch immer gelagerten „Meinung“ hinter dem Berg halten muss , weil da ein paar
          „Kopfschwache“ sonst Probleme bereiten koennen.
          Das hatten wir in Deutschland doch auch schon einmal von 1933 bis 1945 III.-Reich und von 1949 bis 1989 in der DDR etc ! Nun, schlussendlich muss das Jeder mit sich selber aus machen, ich verwende meinen Klarnamen , egal wieviele „Schwachkoepfe“ rumlaufen.

          • Verwandter

            @ AvC,

            Dieses Thema wird hier regelmäßig im Forum behandelt. Übrigens, Sie brauchen da gar nicht die NS-Zeit heranzuziehen, die Situation stellt sich nämlich genau so dar, wie es Herbert G. zum Ausdruck bringt. Ich selbst kann da ein Beispiel bringen, welches sich in meinem privaten Umfeld wie folgt zugetragen hat : ein Verwandter von mir trat eine Stelle im Öffentlichen Dienst in der DG an. ( Näheres möchte ich nicht angeben, da man an entsprechender Stelle daraus dann schon Rückschlüsse ziehen könnte). Als dann eine „bestimmte Person“ mit hohem politischen Einfluss davon erfuhr, äußerte diese sich in seinem Umfeld etwa so : „Hätte ich vorher gewusst, dass „X“ ein Verwandter von Y ( d.h. von mir) war, hätte ich dafür gesorgt, dass er diese nicht bekommen hätte“. Wie gesagt, in einem Gebiet wo jeder jeden kennt, kann Verwandtschaft auch ein Nachteil sein, wenn dies dem …….
            nicht gefällt!

          • Alfons van Compernolle

            E.A. : ich bin chronisch Herz & Lungenkrank. Dieses wird sich auch meinem restlichen Leben nicht mehr aendern.
            Mithoerer: stimmt, nicht jeder ist ein Schwachkopf der da Phantasienamen verwendet. Nur so einige Kommentare sind (leider) verbittert & hirnlos !
            Verwandter: Ich habe verstehe durch aus, warum „Phantasienamen“ verwendet werden , zumal dann, wenn Verhaltensweisen, wie die von Ihnen geschilderten, in einer Gemeinde / Region, welche an Einwohnerzahl noch nicht einmal 50 % meines
            Hamburger-Heimatstadtteils betraegt. Nur, dass es derartige Verhaltensweisen
            immer noch gibt und diese zudem auch noch ohne Kosequenzen geaeussert werden koennen/duerfen, finde ich gelinde gesagt „unglaublich“ !

    • Ekel Alfred

      @ Hubert vom Venn, unsere Kinder, Enkel und Urenkel müssten oft mir Repressalien, hauptsächlich im Berufsleben rechnen, denn sie sind nicht immer der gleichen Ansicht wie die Eltern….deshalb ein ganz klares Bekenntnis zur Anonymität….

  2. Die Zeitung in Papierform wird sicherlich eines Tages verschwinden. Aber online wird sie weiter bestehen. Trotz Internet erfährt man doch jeden Tag viele Sachen, besonders aus der Region, die man sonst nicht erfahren hätte. Z.B. habe ich heute eine interessante Besonderheit über den neuen Bürgermeister von Bütgenbach erfahren.

  3. Belgofritz

    Normalerweise muss und sollte man sich in einem Forum vorher anmelden und dann unter einem nur einmal vergebenen Nick schreiben. Klarname muss nicht sein, mich interessiert die Meinung, die Person dazu brauche ich nicht. „Früher“ stand auch nicht immer der Name unter jedem Leserbrief, der Schreiber hatte die Möglichkeit, um die Nichtveröffentlichung seines Namens zu bitten. Dann stand da eben: „Name ist der Redaktion bekannt“.

  4. Marcel scholzen Eimerscheid

    Fakt ist, wir leben in einer Zeit, wo jeder versucht, so wenig wie moeglich an zu ecken und versucht, so wenig Fehler wie moeglich zu machen. Und das kann nicht gut sein. Fuehrt zu Stillstand.

    • Sportler

      Mein Fazit, Menschen mit „Ecken und Kanten“ sind – leider!! – nicht mehr gesellschaftsfähig!
      Doch werden wir nicht auch so – zumindest seit einigen Jahrzehnten – erzogen (Eltern, Familie, Schule, Universität, Vereine, Arbeitsstelle,…) bzw. hingebogen? Traut man sich trotzdem zu seiner Meinung zu stehen, oder besser noch diese öffentlich zu äußern, drohen u.a. die von OD angesprochenen „Repressalien“.
      Ebenso akzeptiert ein Großteil der Gesellschaft doch gar keine andere Meining mehr, oder setzt sich mit anderen Meinungen auseinander…. da ist es einfacher mit dem Strom zu schwimmen… uns geht es einfach zu gut.

      • Marcel scholzen Eimerscheid

        Die Streitkultur, ein wesentliches Merkmal einer Demokratie, verarmt immer mehr zu Gunsten einer politischen Korrektheit.

        Ebenso ist es mit der eigenen Meinung. Ist zum Luxusgut geworden.

  5. Ja, es ist alles sehr brav geworden.
    Aber warum wohl? Eine eigene Meinung und du bist schnell deinen Job los. Dies gilt nicht nur für den Journalismus. In Betrieben sieht es doch nicht anders aus. Daher auch „ der Rückzug in private“. In der „freien Marktwirtschaft“ herrscht ein rauher Wind. Glückselig die, die einen Job auf dem Amt oder anderen öffentlichen Trägern ergattern, zumindest wenn diese Beamte sind oder schon lange dabei sind.
    Meine leider pessimistische Vermutung, wenn die heutige Generation (aufgewachsen in
    Kitas, durch „soziale Medien“ und Smartphone der zwischenmenschlichkeit entwöhnt und auf Leistung getrimmt) einmal in den Berufsmarkt einsteigt wird mir Angst und Bange. Aber wer weiß, bis dahin haben die Orbans, Trumps und Co schon ganze Arbeit geleistet und dann fragt sich der „ Normalo“ wie konnte das nur passieren.

  6. Ecken und Kanten durften auch früher schon nur der Chef oder Lehrer haben. Die Meinung der Schüler oder Angestellten interessierte schon damals keiner. Beim Militär wurden wir sogar regelrecht erniedrigt. Das war Teil der Ausbildung. Mit dem Strom schwimmen galt also schon immer. Es kann ja auch nicht jeder Chef sein.

  7. karlh1berens

    Dieses Forum besteht vorwiegend aus „agents provocateurs“ aus Ministerien und Gemeinderäten, Luftpumpen, Feiglingen und anderen charakterlosen Gesellen.
    Ich hoffe mal – bin gerade mal wieder in einer optimistischen Phase – das ist kein repräsentativer Querschnitt der ostbelgischen Gesellschaft.
    Und noch was : ich kann mit jedem reden – auch mit Arsc………

    • Arnold Heck

      Die Aussage ist überhaupt nicht klar; ich habe auch nichts verstanden, und dumm ist höchstens Ihre Einschleimerei bei diesem Herrn Berensen; der auf mich ziemlich durcheinander wirkt.

      • Spiegelbild

        Die Aussage ist doch klar, ich habe Sie zumindest verstanden. Und dumm ist höchstens Ihre Einschleimerei bei diesem Boah nee, der auf mich ziemlich durcheinander wirkt…willkommen im Kindergarten. :) Verstehen Sie? Luftpumpe? Wer von uns beiden eine ist, diese Entscheidung überlasse ich Ihnen :)

    • Boah nee...

      @Spiegelbild: Dann lesen Sie sich den Kommentar Ihres Vorbildes „Kalle“ doch mal genau durch. (Der wirkt nämlich auf mich ziemlich durcheinander).Vielleicht merken Sie dann, dass auch Sie selber mit „Luftpumpen, Feiglingen und anderen charakterlosen Gesellen“ gemeint sind. Oder was soll man anderes daraus verstehen, wenn er damit „dieses Forum“ meint?
      Lasse mich aber gerne von @karlh1berens (nicht von Ihnen, denn Sie haben gar nichts verstanden!) eines Besseren belehren!

      • karlh1berens

        Klar habe ich das Forum hier bei OD gemeint, welches denn sonst ? Ich bin in keinem anderen ostbelgischen Forum unterwegs.
        Und das Wort „überwiegend“ steht auch nicht umsonst da !

      • Spiegelbild

        Ich habe den Kommentar schon verstanden, aber es ist schon lustig, wenn man mit einem Feindbild (sei es Kalle, EdiG,…) einverstanden ist, direkt Sachen vorgeworfen bekommt à la „einschleimen“, „Vorbild“,…Kalle ist ein Bekannter, kein Vorbild und ich habe es bestimmt nicht nötig, mich bei irgendwem einzuschleimen, nur weil es hier gewissen Leuten nicht passt, dass man anderer Meinung ist. Das ist einfach Luft pumpen :) Ob ich nun mit einbegriffen bin (Luftpumpen, Feiglingen,…) ist mir relativ schnuppe, aber ich habe für mich verstanden, was damit gemeint ist, gerade an Reaktionen wie zum Beispiel von Ihnen oder Arnold Heck.

        Schönen Tag noch!

  8. https://dushanwegner.com/fenster-akzeptabler-idiotie/
    ….
    Öffentliche Debatte ist heute – im Westen wie in weiten Teilen des Ostens – zum guten Teil ein Ringen um die Frage, was überhaupt gesagt werden kann und darf. Letztens erst lief die Debatte um den Ex-Handballspieler Kretzschmar (siehe Meinung, Freiheit und »Konsequenzen«), und wir stellen fest: Dass gewisse Dinge nicht gesagt werden sollten, wenn einem Existenz und Einkommen lieb sind, gehört zu den Dingen, die nicht gesagt werden sollten – es erinnert in seiner kafkaesken Absurdität an gewisse Staaten, wo die Aussagen, wonach man für gewisse Aussagen ins Gefängnis geworfen wird, zu den Aussagen gehört, für die man ins Gefängnis geworfen wird. Overton ist tot, das nach ihm benannte Konzept vom Overton Window ist heiß und brennend aktuell (siehe auch Was meinen Sie, wenn Sie ›Freiheit‹ sagen?).
    …..

  9. Monschauer

    Ich fand Hubert`s Erzählungen vom letzten Jahr nicht schlecht, Vor allem war er wirklich ehrlich. Ich kenne ihn schon aus seiner Jugend sehr gut, auch war ich derjenige, welcher ihn noch während der Zeit, als er noch mit Krawatte und gut gekleidet sehr oft in meinem Lokal verkehrte, wegen einem sehr krittischen Bericht über die gesammte Monschauer Gastronomie in der Aachener Volkszeitung mit der Überschrift>>>WANDERER,WENN DU NACH MONSCHAU KOMMST, VERGISS NICHT EINEN DICK GEFÜLLTEN GELDEUTEL<<<( Alle über einen Kamm scheren war sicher nicht gut) Ich glaube, dass die Volkszeitung im damaligen Kreis Monschau niemals so oft verkauft wurde, als an diesem Tag, gerichtlich den Zutritt meines Lokale verbot. Ich hätte an seiner Stelle auch noch die Namen der beiden Schmuggelgrößen genannt, Toussaint Elsen, der ein guter Freund von mir war und einem Monschauer Mädchen verheiraret, wäre ihm sicher nicht böse. Habe ihn oft in Andorra besucht und oft auf dem Parkplatz Ternell vor seinen Besuchen von Monschau abgeholt, wo er seinen Leihwagen aus Brüssel parkte und mir gleich seine volle Brieftasche gab, weil er ja bis zu seinem Tode keine Wertsachen und Geld in Deutschland einführen durfte. Promt wurde er auch immer am Mützenicher Zoll durchsucht. War doch wirklich ein sehr höhrenswertes Gespräch

    • Ekel Alfred

      @ Monschauer, ja, ja die Schmugglerzeit….war sehr wohl die SCHÖNSTE weit und breit….Toussaint Elsen hat es richtig gemacht….das Geld gut angelegt….manche seiner Mitläufer steckten sich lieber die Zigaretten mit teuren Scheinen an….und hatten letztendlich nichts mehr….

    • Matthias

      Lieber Monschauer,
      bin auf Ihren Kommentar gestoßen. Ich recherchiere gerade zu Elsen und dem Schmuggel damals. Daher würde ich sehr gerne mit ihnen über Toussaint sprechen.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Matthias

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern