Politik

Mit Mehrwertsteuer von 6 Prozent im Horeca-Sektor ist ab dem 1. Oktober Schluss – Jadin (PFF-MR) enttäuscht

Mit Freunden im Restaurant. Foto: Shutterstock

AKTUALISIERT – Die Senkung der Mehrwertsteuer im Horeca-Sektor auf 6 Prozent war eine der Maßnahmen zur Unterstützung der Betreiber von Cafés und Restaurants während der Corona-Krise. Damit ist ab dem 1. Oktober 2021 Schluss, wie am Sonntag der föderale Finanzminister Vincent Van Peteghem bestätigte. Die ostbelgische föderale Abegeordnete Kattrin Jadin (PFF-MR) äußerte sich enttäuscht.

Am 23. April 2021 hatte der Ministerrat den Entwurf einer gesetzlichen Bestimmung gebilligt, der darauf abzielte, den Mehrwertsteuersatz im Horeca-Sektor zu senken. Der diesbezügliche Kgl. Erlass trat am Samstag, dem 8. Mai 2021, in Kraft.

Ab dem 1. Oktober werden jedoch die letzten Beschränkungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe aufgehoben. Finanzminister Vincent Van Peteghem (CD&V) bestätigte am Sonntag, dass die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 6 Prozent für das Hotel- und Gaststättengewerbe am 30. September 2021 enden werde.

Die ostbelgische föderale Abgeordnete Kattrin Jadin (PFF-MR) bei einer Wortmeldung in der Kammer.

Ab dann werde die Mehrwertsteuer im Gaststättengewerbe wieder auf 12 Prozent bzw. 21 Prozent steigen, so Van Peteghem in der Fernsehsendung „De Zevende Dag“ der VRT.

Wohl jeder Betreiber aus dem Horeca-Sektor habe insgeheim gehofft, dass die Föderalregierung die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf 6 Prozent über den Monat September hinaus verlängern werde, betonte die ostbelgische föderale Abgeordnete Kattrin Jadin (PFF-MR). Die Entscheidung von Finanzminister Van Peteghem, die Senkung der Mehrwertsteuer auf 6 Prozent nur noch bis zum 30. September 2021 beizubehalten, könne sie nicht nachvollziehen, zumal sie in der Vergangenheit den Finanzminister bereits auf die Vorteile einer langfristigen Reduzierung der Mehrwertsteuer aufmerksam gemacht habe.

„Zwar werden die Corona-Schutzmaßnahmen im Horeca-Sektor, wie beispielsweise die Maskenpflicht für die Gäste, ab Oktober weitestgehend außer Kraft gesetzt, jedoch kann es je nach Region, Provinz und der sanitären Situation vor Ort weitere Verschärfungen geben. In der Wallonie und in Brüssel wird wohl demnächst das Covid-Safe-Ticket für einen Restaurantbesuch vorgelegt werden müssen. Dadurch schließt man wieder einem Teil der potenziellen Kunden die Tür zum Restaurant“, erklärte die liberale Parlamentarierin am Dienstag in einer Pressemitteilung.

Der föderale Finanzminister Vincent Van Peteghem (CD&V). Foto: Shutterstock

Laut Kattrin Jadin können wegen der ab dem 1. Oktober 2021 höheren Mehrwertsteuer weiterhin nicht alle Gaststätten den Betrieb zu 100 Prozent aufnehmen. Überdies stünden jetzt der Herbst und der Winter vor der Tür, sodass nur die wenigsten Gaststätten einen Terrassenbetrieb gewährleisten könnten. Dadurch gingen wichtige Einnahmen verloren. „Verständlich, dass das Ende der Maßnahme bei den Betreibern und der breiten Bevölkerung nicht mit Freudentanz empfangen wurde“, bemerkte Jadin.

„Seit Beginn der Pandemie muss der Horeca-Sektor mit enormen Einbußen kämpfen. Durch die Senkung der Mehrwertsteuer konnten sie für kurze Zeit von einer richtig guten Unterstützungsmaßnahme profitieren. Der kurze Zeitraum der Maßnahme wird wohl kaum jemandem ermöglicht haben, die Verluste der vergangenen Monate wieder aufzufangen. Hier fehlt mir definitiv die langfristige Vision des Ministers. Ziel sollte es doch nicht nur sein, dass die Betriebe die sanitäre Krise überleben, sondern auch dass sie wieder eine solide Grundlage aufbauen können. Ich bin deshalb auf die Begründungen von Minister Van Peteghem äußerst gespannt“, so die Föderalabgeordnete, die den Minister für Finanzen diesbezüglich befragen will. (cre)

19 Antworten auf “Mit Mehrwertsteuer von 6 Prozent im Horeca-Sektor ist ab dem 1. Oktober Schluss – Jadin (PFF-MR) enttäuscht”

  1. Ich bin kein Gastronom!
    Gut die Zeit die eine Mehrwertsteuerrückerstattung dauert könnte kürzer sein! Und Vermögen ist für den Staat in anbetracht des Umgangs mit Finanzmitteln leider unwahrscheinlich (wäre moralisch zwar Zwiespältig wenn damit durch Tagesverzisnung Vermögen aufgebaut würde, oder an der Börse oder in anderen Formen wirklich was für die Staatskassen und damit auch für Renten usw. etwas getan würde….. aber bei den Kompetenzen ist doch fast schon zu vermuten das bei diesen Geschäften ein Minus vor der Bilanz steht). Aber liege ich falsch we im Glauben das die schliessung der Gastronomie das grösste finanzielle Problem seit März 2020 gewesen ist und nicht die Mehrwertsteuer!

  2. Maria Heidelberg

    Hab ganz viel Geld gespart, weil der Staat so gnädig war. Danke Staat, Du bist ein „gutes Konstrukt“, von dem wir Alle profitieren. Was wären wir bloß ohne Dich?!

    Ergebenst, Dein Untertan

    Mariechen

  3. Ganz besonders witzig

    Es muss sich niemand Illusionen machen: Der kleine Mann zahlt sogar noch MEHR Steuern als der Großverdiener, denn die ESt des Letzteren ist zwar extrem happig, aber der Kleine zahlt zu seinen ca. 35 Prozent oder mehr ESt dann

    1) auf fast alles, was er braucht, noch weitere 21 Prozent MWSt, und er gibt fast sein gesamtes Einkommen für diesen – nötigen – „Konsum“ aus, während der Großverdiener fast den gesamten Rest seines Einkommens nach den 55 Prozent ESt, z.B. im Ausland, in Sicherheit bringen kann

    2) die ESt des Gutverdiener, und dessen unmäßige Personalkosten, quasi mit, denn nur so ist es möglich geworden, dass der Handwerker zwar 50 oder mehr €€ die Stunde nehmen muss, dennoch aber kaum noch etwas davon bei ihm „hängenbleibt“, oder wenn du z.B. einen Anwalt brauchst, verlangt der 150€ die Stunde oder mehr, damit letztlich nicht mal ca. 60 davon in seiner Tasche landen, alles andere kassiert der Staat, und auch hier wieder: das trifft den Reichen beim Einzelauftrag an den Anwalt zwar genauso, er gibt aber nur einen Bruchteil seines Nettoeinkommens für (nötige oder unnötige?) Dienstleister aus, „rettet“ den Rest.

    Insofern ist es letztlich irrelevant, ob das Bier in der Kneipe mit 21 oder 6 Prozent MWSt belastet ist, das sind am Ende des Monats(budgets) Petitessen.

    Und zurück zum Handwerker: Ist deine Bude alt genug, zahlst du auch dort zwar die verminderte MWSt, aber die Kosten des Handwerkers sind dermaßen überzogen, dass die Gesamtrechnung dann doch wieder erheblich teurer wird, als dies in einem normal bewirtschafteten Land – also z.B. ohne 1 Gesundheitsminister pro Million Einwohner, oder gar ein halbes Dutzend Minister für 80.000 Leute – der Fall ist.

    Ich bitte also inständig darum, die wahren Probleme im Lande im Auge zu behalten, und sich nicht von Preisunterschieden fürs auswärtige Glas von 2,90 vs. 2,70 blenden zu lassen.

    Zumal auch’s Jupiler, um mal beim Bier zu bleiben, zwar genauso lasch schmeckt wie Kölsch, aber zum 4-fachen Preis verkauft wird: finde den Fehler. (Nichts gegen gute belgische Biere…)

    • Ganz besonders witzig

      Ich spuck das immer gleich aus, deswegen hab ich das nie gemerkt, stimmt aber schon: Kölsch kann man wie Wasser trinken, und ist auch fast so gesund.

      Doch à propos gesund: Der Konopka, der hat’s wohl nicht so mit der Logik? „hab lang genug wegen Querdenkenden Vollassis auf alles verzichtet, reicht langsam! genau die Typen die damals in der Grundschule verprügelt wurden sind jetzt Querdenker!“ – ich dachte, die Schläger wären die Asis?

      Und „Ich zahl gerne 20cent pro Bier mehr wenn dann endlich 2G in den Kneipen durch gesetzt wird“ – und ich hatt‘ so gern gewollt, ab 1.10. nach Eupen in die Kneip‘ zu kommen, wo ich dann doch in der eigentlichen Wallonie nirgendwo hin darf: heul!

      Und schließlich „Doppelmoral“: „Ist unsere Föderalabgeordnete ’naiv‘ oder ist sie sich der Tragweite ihres Handelns nicht bewusst?“ – nun, Stringenz erwartet der Bürger in der Politik vergebens…

  4. Jahn Konopka

    Haja, Ich zahl gerne 20cent pro Bier mehr wenn dann endlich 2G in den Kneipen durch gesetzt wird , hab lang genug wegen Querdenkenden Vollassis auf alles verzichtet, reicht langsam! genau die Typen die damals in der Grundschule verprügelt wurden sind jetzt Querdenker!
    Ob Ich jetzt 20 Euro oder 22 bezahle um nicht betrunken nach Hause zu gehn macht den Hahn auch nicht fett

  5. Doppelmoral

    Die ostbelgische Föderalabgeordnete, Frau Katrin Jadin, erstaunt mich doch immer wieder. Einerseits stimmt sie FÜR das Pandemiegesetz, welches dem Parlament die Macht nimmt mit zu entscheiden. Andererseits jammert sie wenn die Föderalregierung die Regeln ohne Konzertierung des Parlaments festlegt. Eine Regierung die erst unter Druck, nach (wenn ich mich Recht erinnere) 12 Monaten Pandemie, eine erste Debatte über die. Massnahmen im föderalen Parlament führt, dem gibt die Frau Jadin ihre Stimme und wundert sich dann, daß diese Regierung weiter so handelt?
    Ist unsere Föderalabgeordnete ’naiv‘ oder ist sie sich der Tragweite ihres Handelns nicht bewusst?

  6. Krisenmanagement

    Demnächst werden auch in Belgien die Menschen, nach dem Vorhandensein eines Gesundheitspasses sortiert. Der Horeca Sektor wird noch mehr gebeutelt. Deswegen wäre die Ermässigung des Mehrwertsteuersatzes dringend notwendig. Und aus welchem Grund? Viele wissen mittlerweile, dass die Impfung keinen Fremdschutz bietet. Der Schutz ist auch nicht so ausgeprägt, wie er versprochen wurde. Und trotzdem wird immer weiter gemacht mit den Massnahmen. Als Abgeordnete lässt sie indirekt zu, dass De Croo gegen Ungeimpfte rumpöbelt. Der Schaden in der Bevölkerung ist immens. Zwangsmassnahmen und anderen unterstellen sie seien rücksichtlos sind einer Demokratie nicht würdig. Wo die Massnahmen gelockert werden, steigen die Zahlen nicht überproportional. Die Kollateral-Schäden steigen. Corona ist vielleicht mehr eine Wirtschaftskrise, wie eine Gesundheitskrise.

  7. Kritik ist erlaubt, auch von Politiker die überhaupt nichts von selbständigen Aktivitäten verstehen, die noch niemals Lohnnebenkosten zahlten, die noch keinen Cent an sozialen Lasten einzahlten?
    Fred Evers hätte dies glaubwürdig interpretiert.Außer Spesen nichts gewesen bei Madame mit Wohnsitz in Eupen….

  8. Eifel_er

    Die Politiker sollten sich langsam aber sicher was einfallen lassen bez. Energiepreise.
    An der Tanke heute Diese für 1,65 Euro bezahlt. Öl und Gaspreise schiessen in die Höhe. Ein Liter Gas bei Abnahme unter 2000 Liter kostet locker 0,80 euro. Wo geht das hin. Wasserpreis und Strompreise haben Rekordniveau. Wieso wird hier nicht einfach die 6% MWST angewendet, so kann man den Leuten zumindest mal helfen. Viele Leute werden kein Geld haben sich den Tank voll zu machen. Dies ist eine Katastrophe.
    Und andere machen sich die Taschen voller Geld und schieben alles auf den Ölpreis

  9. Eupenerinchen

    Also…wir sind oft auf Urlaub und haben festgestellt dass es fast nirgendwo so teuer ist wie in eupen…. ob es in Spanien oder Italien an der Küste ist….überall ist es billiger. Und diese Länder haben etwas zu bieten….was hat eupen zu bieten….nix ausser teuer. Aber dann wundern wenn die Leute lieber zu Hause ihr Bierchen oder Weinchen trinken…. Liebe Grüße aus der Ferne…haben gerade noch für ein gutes Glas Wein 2,20 bezahlt…

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