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Heute Filmabend mit Diskussion über das Massaker von Wereth

Szenenbild der Verfilmung des Massakers von Wereth (amerikanischer Spielfilm, den es bisher nur in englischer Sprache gibt). Foto: Die Lupe

Die Lupe veranstaltet am heutigen Donnerstag, 18. Mai, um 20 Uhr in Eupen, Neustraße 93, einen Film- und Diskussions-Abend über das Massaker von Wereth (45 Min.) auf Leinwand.

Hunderttausende Menschen verdankten ihnen ihr Leben: Kommandeuren und einfachen Soldaten, die auch in aussichtslosen Situationen weiterkämpften, um ihren Kameraden den Rückzug zu ermöglichen, um flüchtende Zivilisten zu schützen oder dringend benötigten Nachschub durch die feindlichen Linien zu schmuggeln.

Das Ehrendenkmal in Wereth. Foto: Die Lupe

Das schwarze Bataillon, eine Einheit ausschließlich mit Afroamerikanern, kämpfte 1944 an der Westfront.

Während der Ardennenoffensive kam es am 17. Dezember 1944 zu dem „Massaker von Wereth“, bei dem 11 afroamerikanische Soldaten von der SS grausam ermordet wurden.

Jahrzehntelang wurde ihrer nicht gedacht – zumal es sich ja nur um Farbige handelte… Erst 2004 wurde auf Initiative von Hermann Langer, gebürtig aus Wereth, einem 41 Seelen zählenden Weiler bei Amel, für die elf Angehörigen des schwarzen Bataillons ein Ehrendenkmal offiziell eingeweiht.

Anmeldung unter Tel. 087/ 552719 oder lupe.info@unitedadsl.be. Eintritt: 5 Euro. Weitere Bildungsangebote: www.lupe.be

  1. Guido Scholzen

    Warum wird immer nur „speziell“ den alliierten Opfern durch deutsche Massaker gedacht?
    Warum wird nicht mal speziell über die Kriegsverbrechen der US-Amerikaner an deutschen Soldaten berichtet? Warum steht im Eifler Dorf Holzheim beim Hause Leuthers kein Monument, wo noch mehr Soldaten hingerichtet wurden, aber es waren halt „nur“ deutsche Soldaten:

    Aus einem älteren Dokument des hiesigen Geschichtsforschung:
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    Auf unserer Rundfahrt werden wir einige Stellen passieren, an denen Kriegsverbrechen geschehen sind. Der Begriff „Kriegsverbrechen“ als solcher mag eine Verdoppelung darstellen, denn der Krieg als solcher ist schon ein Verbrechen. Mit dem Begriff „Kriegsverbrechen“ sind aber hier Handlungen gemeint, die dem allgemeinen Kriegsrecht zuwiderliefen, wie z.B. Erschießungen von unbewaffneten Gefangenen oder Hinrichtungen von unschuldigen Zivilpersonen.

    Von einem Kriegsverbrechen ist also jetzt in Holzheim zu berichten, das sich im Januar 1945 im Hause Leuthers ereignet hat. Der Hof Leuters stand dort, wo Sie jetzt rechts die große Halle sehen. Hier erschossen amerikanische Soldaten deutsche Kriegsgefangene.

    Den genauen Ablauf der Handlung können wir uns anhand eines Augenzeugenberichts vorstellen: Josef Peters aus Bad Salzufeln ging am 16. Dezember mit der 5.Fallschirmjägerdivision bei Losheim über die Grenze. Die Einheit stieß nach Manderfeld vor. Da er nicht voll „kriegsverwendungsfähig“ war, wie es damals hieß, blieb er eine Woche mit drei anderen Soldaten als Nachkommando auf der Kreuzung Losheimergraben. Danach versuchte er seine Einheit wiederzufinden, was nicht gelang. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr habe er allein in einem amerikanischen Notbunker in den Wäldern verbracht. Nach Silvester sei er mit anderen Kameraden gen Osten gewandert um über den Westwall nach Deutschland zu kommen. Die Gruppe wurde aber von der Militärpolizei gestoppt und an die Front zurückgeschickt. Am 29. Januar, gegen 14 Uhr befand man sich in Holzheim, als das Dorf von den Amerikanern eingenommen wurde. Man war gerade beim Essen, als die Gruppe von Amerikanern entdeckt und gefangen genommen wurde. Die Gefangenen führte man zum Forsthaus, wo sie sich in die Böschung setzen mussten. Auf der anderen Straßenseite standen etwa 10 amerikanische Soldaten mit Schnellfeuergewehren, die diese aber abgesetzt hatten. Plötzlich standen zwei deutsche Soldaten mit Maschinenpistolen zwischen den Gefangenen und den Amerikanern; wegen der Tarnanzüge wusste man nicht wer wer war. Die Amerikaner ließen ihre Waffen zu Boden fallen. Diese Szene muss man aber vom Dorf aus beobachtet haben, denn unmittelbar danach ertönte Maschinengewehrfeuer, bei dem sowohl deutsche als auch amerikanische Soldaten getroffen wurden. Unser Zeitzeuge verkroch sich mit anderen Soldaten in einer Schneemulde. Nach gut 10 Minuten kamen bewaffnete Amerikaner vom Dorfe her, denen sich die Gruppe der etwa 10 deutschen Soldaten ergab. Diese wurden dann im Gänsemarsch zum Hause Leuther geführt und in einer Reihe vor die Scheune gestellt. Auf der Erde lagen schon 20-30 tote deutsche Soldaten. Die Amerikaner schossen in die Gruppe und alle fielen um. Auch unser Zeitzeuge, der nur einen Streifschuss mitbekommen hatte, ließ sich fallen. So blieb er bis ca. 7-8 Uhr abends in der klirrenden Kälte liegen. Er ist dann auf die Straße gelaufen und wurde von zwei Amerikanern gefangen genommen, die ihn zu anderen deutschen Gefangenen in die Schule brachte, wo seine Verletzung verarztet wurde. Er kam in einen Klassenraum, in dem schon 50 Gefangene waren. Diese hatten dem vorhandenen Rotwein ziemlich zugesprochen und waren entsprechend laut. Gegen Mitternacht trat langsam Ruhe ein. Am nächsten Morgen wurde die Gruppe nochmals am Haus Leuther vorbei geführt, wo die toten Soldaten auf einem Haufen aufgeschichtet lagen. Anschließend wurden die Gefangenen auf LKWs verladen und zunächst nach Huy gebracht um dann schließlich nach England in Gefangenschaft zu gelangen.
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    Kriegsverbrechen sind Kriegsverbrechen, egal wer sie begeht, egal wer die Opfer sind.
    Monumente werden nicht nur zur Erinnerung gebraucht, sondern auch um Propaganda zu verbreiten, und die ist meist einseitig. Auch Wereth ist hier keine Ausnahme.

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