Politik

Puigdemont in Brüssel: „Ich bin nicht in Belgien, um Asyl zu beantragen“

Der abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont kommt am 31.10.2017 in Brüssel zum Press Club anlässlich seiner Pressekonferenz. Foto: Olivier Matthys/AP/dpa

AKTUALISIERUNG – Es war ein tagelanges Versteckspiel. Am Dienstag äußerte sich der ehemalige katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont in Belgien zu seiner Zukunft.

Der in Spanien wegen Rebellion angeklagte ehemalige katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont will in Belgien kein politisches Asyl beantragen.

„Ich bin nicht hier, um Asyl zu beantragen“, sagte er am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Dorthin war er mit einem Teil seiner separatistischen Mitstreiter ausgereist.

Carles Puigdemont (Mitte) spricht am 31.10.2017 in Brüssel im Press Club anlässlich seiner Pressekonferenz. Foto: Olivier Matthys/AP/dpa

Wie lange er in Belgien bleibe, sei noch nicht klar. Das komme auf die Umstände an, sagte Puigdemont. „Wir können uns frei in der Europäischen Union bewegen.“

Die Staatsanwaltschaft in Spanien hatte am Montag Anklage gegen Puigdemont und weitere Mitglieder der abgesetzten Regionalregierung erhoben. Ihnen werden unter anderem Auflehnung gegen die Staatsgewalt, Rebellion und Unterschlagung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Im Fall einer Verurteilung droht ihnen in Spanien eine langjährige Haftstrafe.

Katalonien steht derzeit unter Zwangsverwaltung aus Madrid, weil die Separatisten einseitig einen Unabhängigkeitsbeschluss gefasst hatten. Neben Puigdemont sind auch weitere katalanische Politiker nach Belgien ausgereist.

„Werden weiter Widerstand leisten“

Der belgische Vize-Premierminister Kris Peeters (CD&V) kritisierte Puigdemont wegen seiner Reise nach Belgien. „Wenn man Unabhängigkeit ausruft, bleibt man besser in der Nähe seines Volkes“, sagte Peeters dem Sender VRT.

In Belgien gibt es eine starke flämische Unabhängigkeits-Bewegung. Die flämischen Nationalisten hatten teils mit den Katalanen sympathisiert.

Pressevertreter stehen am 30.10.2017 in Brüssel vor dem Hauptquartier der flämischen N-VA, in dem sich angeblich Kataloniens ehemaliger Regionalpräsident Carles Puigdemont aufhält. Foto: Benoit Doppagne/BELGA/dpa

Die Krise in Katalonien hatte Anfang Oktober mit einem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens an Fahrt aufgenommen, das das Verfassungsgericht eigentlich verboten hatte. Die konservative spanische Regierung von Mariano Rajoy hat mittlerweile in der wirtschaftsstarken Region im Nordosten Spaniens Neuwahlen für den 21. Dezember ausgerufen.

Puigdemont wolle die Ergebnisse der Wahl respektieren, sagte er in Brüssel. An Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy appellierte er, dasselbe zu tun. „Wir wollen unsere Politik im Herzen Europas vorantreiben“, sagte er. In Katalonien sei die Demokratie durch die spanische Zentralregierung verletzt worden. „Wir werden dagegen weiter Widerstand leisten.“ (dpa)

Zum Thema siehe folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

  1. Dieser Feigling, erst stellt er aus Dummheit ein ganzes Land auf den Kopf, haut dann ab und lässt seine Anhänger alleine zurück. Typisch Politiker, Erst Mist bauen und dann nicht zu seinen Fehlern stehen. Hoffentlich haben unsere Politiker Rückgrat und schickern diesen Wichtigtuer sofort wieder dorthin zurück wo er hergekommen ist.

  2. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Da wird sicher jetzt eine katalanische Exilregierung gebildet, die unter den in Belgien lebenden Katalanen Geld eintreibt, um den „Befreiungskampf“ gegen die oh so schreckliche spanische Regierung zu finanzieren. Vielleicht werden noch Söldner engagiert, wie seiner Zeit im Kongo. Diese ganze katalanische Geschichte bietet alle Elemente für einen drittklassigen Politthriller. Also langweilig wird es nicht. Es bleibt spannend und zu lachen gibt es auch ab und zu was mit dem Möchtegern-Gandi Puitdemont, der bisher im Leben nur im Büro gearbeitet hat und sich nie die Finger dreckig gemacht hat.
    Belgien ist gut beraten, sich neutral zu verhalten. Sollte den Vermittler spielen, sofern beide Parteien es wünschen.
    Und wer bezahlt den belgischen Anwalt ?

    • Das ließe sich weiterspinnen.

      Spanier und Katalanen geraten sich hier in Belgien bei Demonstrationen pro und kontra in die Haare, so wie in D die Türken und Kurden.
      Junge Katalanen kehren in die Heimat ihrer Väter zurück, um dort mit der Waffe in der Hand an einem Guerillakrieg aus den Pyrenäen herunter teilzunehmen.
      Vor katalanischen bzw. spanischen Kneipen explodieren die ersten Bomben.
      Die spanische Botschaft und das Gebäude der „Delegation of the Government of Catalonia to the European Union“ (gibt es!) steht Tag und Nacht Polizei und Militär, so wie früher vor der türkischen oder der amerikanischen Botschaft, nicht weit von meinem damaligen Arbeitsplatz.
      Schöne Aussichten…
      Oder sollten die Katalanen doch den Sinn für die Realitäten nicht ganz verloren haben?
      Zu wünschen wäre es…
      Wenn allerdings ein Theo Francken noch Öl ins Feuer gießt, nur um hier in Belgien sein separatistisches Süppchen zu kochen und ein Herr Bourgeois glaubt, neidisch auf die Katalanen sein zu müssen, dann kann man am Realitätssinn zumindest dieser Herren zweifeln.

    • karlh1berens

      Herr Scholzen, wenn Sie mal wieder in St.Vith ein paar Geschäfte zu erledigen haben, quaken dann auch sofort die Schönberger dass Sie die Eimerscheider im Stich lassen ?

  3. Jetzt stehen die Medien aber beschissen da. Kein Asylantrag (auch kein Angebot), keine Flucht – nur angebliche Journalisten die nichts wissen aber alles berichten. So was von armselig.

    • Ach, da erführe man doch gerne Näheres.
      Wo gibt es denn ernst zu nehmende separatistische Bestrebungen in „Ostbelgien“?

      Der einzige Separatist war mal KHL, der während der damaligen Mammutkrise die Idee eines ostbelgischen Liechtenstein in die Diskussion eingebracht hatte, wohl in der Hoffnung, dann der erste Herrscher dieses Doppelkleinststaates ohne Namen (Etwas mit „-belgien“ ginge dann ja nicht mehr) zu werden.

  4. Die Bildermemes auf den Newsseiten sind weder seriös, noch inhaltlich irgendwie ansprechend.

    Hier wird jede Gelegenheit genutzt, über Lampertz zu sprechen, selbst wenn es (zur Abwechslung) mal gar nicht um diesen Mann geht. An Lächerlichkeit ist das kaum noch zu überbieten.

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