Nachrichten

Grüne und FDP bevorzugen Dreiergespräche mit der SPD

01.10.2021, Berlin: Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck (l), Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, und Christian Lindner, Parteivorsitzender der FDP, geben nach Sondierungsgesprächen von Bündnis 90/Die Grünen und FDP nach der Bundestagswahl ein Pressestatement. Foto: Michael Kappeler/dpa

In Deutschland wollen die Grünen und die FDP mit der SPD über die Bildung eines Dreier-Bündnisses oder eine Ampel-Koalition sprechen.

„Wir haben den Vorschlag eines Gesprächs mit der SPD angenommen“, sagte der Parteichef der Liberalen, Christian Lindner, am Mittwoch in Berlin nach internen Beratungen.

Zuvor hatten die Grünen ein Dreiergespräch mit SPD und FDP vorgeschlagen. Gespräche zur Bildung einer sogenannten Jamaika-Koalition mit Union und Grünen blieben aber weiterhin eine Option, machte Lindner deutlich.

Der FDP-Chef sagte, er habe SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz vorgeschlagen, dass es bereits am Donnerstag ein Gespräch zu dritt gebe, dies werde auch passieren. Es gebe keine Parallelgespräche mit Union und Grünen über die Bildung eines Bündnisses.

06.10.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, äußert sich im Landtag zum Stand der Gespräche zur Regierungsbildung im Bund. Foto: Oliver Berg/dpa

Die FDP trete nur in eine Regierung der Mitte ein, die den „Wert der Freiheit“ stärke und einen echten Impuls für die Erneuerung des Landes leiste, sagte Lindner. Es komme auf liberale Inhalte an. Lindner betonte, mit der Union gebe es die größten inhaltlichen Überschneidungen. Ein Jamaika-Bündnis bleibe für die FDP eine tragfähige Option.

Zuvor hatten die Grünen vorgeschlagen, möglichst bald in Dreier-Sondierungsgespräche mit SPD und FDP einzusteigen. Sie seien „zu dem Schluss gekommen, dass es sinnvoll ist, weiter jetzt vertieft – gerade auch mit Blick auf die Gemeinsamkeiten, die wir in diesen bilateralen Gesprächen feststellen konnten – jetzt mit FDP und SPD weiter zu sprechen. Und das schlagen wir der FDP vor“, sagte die Parteivorsitzende Annalena Baerbock in Berlin.

Deutschland stehe vor großen Herausforderungen, die rasch angepackt werden müssten, deshalb seien die Grünen der Überzeugung, „dass sich dieses Land keine lange Hängepartie leisten kann“, sagte Baerbock.

27.09.2021, Berlin: Am Tag nach der Bundestagswahl steht SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf der Bühne im Willy Brandt Haus. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Nach der Bundestagswahl hatten die Grünen und die FDP erst miteinander und anschließend getrennt jeweils mit der SPD sowie mit CDU und CSU mögliche Kompromisslinien ausgelotet.

Die SPD von Scholz war aus der Wahl als stärkste Kraft hervorgegangen. Die Sozialdemokraten streben eine sogenannte Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP an.

Mit Blick auf ein solches mögliches Bündnis sagte der Grünen-Co-Vorsitzende Robert Habeck, die Einzelrunden der vergangenen Tage hätten gezeigt, „dass dort die größten inhaltlichen Schnittmengen denkbar sind“. Dies gelte vor allem für den Bereich der Gesellschaftspolitik. Doch auch der Ausgang möglicher Sondierungsgespräche mit SPD und FDP sei noch offen. Den Grünen sei klar, „dass der Keks noch lange nicht gegessen ist“. Es gebe da noch Lücken und erhebliche Differenzen. Zudem stelle der Vorschlag für Ampel-Sondierungen keine Komplett-Absage an ein Jamaika-Bündnis dar. (dpa)

14 Antworten auf “Grüne und FDP bevorzugen Dreiergespräche mit der SPD”

  1. Fred aussem Wahlbüro

    Sollte die FDP mit der SPD koalieren, werden die zahlreichen CDU-Wähler, die die FPD in Hoffnung auf eine Koalition gewählt, jetzt schwarz ärgern und der FDP in 4 Jahren wieder an die 5% Grenze schicken

  2. Frank Mandel

    Die FDP ist seit Genscher und dieser bekloppt verlaufenden Wiedervereinigung Deutschlands, eine „Partei“ (genauso wenig wie die Sparkasse eine Bank ist), die schon immer ihre Fahnen nach dem Wind gedreht hat. Das Motto lautet: keinen Plan haben, abwarten und den Finger bespucken, um herauszubekommen, von welcher Seite der Wind dreht. Diese Leute sollten einen Orden für ihr Theaterstück bekommen und einen tosenden Applaus, um direkt mit der „Partei“ Die Grünen, endlich die Bühne zu verlassen. Irgendwann reicht es doch oder wieder „Last Christmas i gave you my heart“, diese Art der Wahlmöglichkeit muss dringend verändert werden. Wo kehrt sich denn ein Scherbenhaufen selbst zusammen? Tschüß….

  3. Frank Mandel

    Sehr geehrte Frau gelinde gesagt Andlerberg,
    Sie äußern sich in einer Art und Weise, die Ihren Beitrag auf sich selbst zurück wirft, wie kommt es dazu?
    Haben Sie die Zeit nicht mit erlebt oder sind Sie selbst momentan frustriert? Sind Sie eine Betroffene dieser Zeit?
    Ihr Beitrag „Danke für nix“, was meinen Sie damit?
    Das kann doch nicht alles sein, was Sie dazu beitragen können oder doch?
    Gelinde gesagt, kann man mehr erwarten.
    Viele Grüße
    Frank Mandel

    • Herr Mandel, geben Sie sich keine Mühe, das war mit dieser Person Andlerberg schon immer so und wird sich voraussichtlich auch nicht ändern, ändern lassen.
      Da eh nie ein vernünftiger Kommentar von dieser Seite zu erwarten ist, einfach übersehen

  4. Frank Mandel

    @Oh nein: Die Mehrheit der Deutschen ist nicht repräsentativ durch die Wahl wieder gegeben. In Deutschland hat man solch Szenario ähnlicher Form schon mal gehabt oder befürchtet. Von den Kandidaten die aufgestellt wurden, bis hin zu den Wahlumständen und den Beteiligungen, desaströs. Ohne erkennbares Format. Generell geht es doch bevor man Meinung in den Vordergrund stellt um Erfahrung aus der die Meinung abgeleitet werden kann, nichts davon finde ich in Ihrem Beitrag wieder und auch nicht in dem von Frau von Andlerberg, gelinde gesagt, grins.
    Ich bin mir sicher und weiß, dass wir hier in Belgien da anders das nächste Mal aufgestellt sein werden. Die Motivation dazu ist hoch. Den Bürgern nahe sein und einer von ihnen bringt oft mehr und lässt Diskrepanzen als Einladung zum Miteinander Reden doch anders dastehen.
    Verbal Attacken ohne Substanz, eher nicht.
    Natürlich wird es mit dem Fusel SPD, Grünen und FDP keine Regierungsbildung geben werden, die und jetzt kommts dem deutschen Volk und seinen Nachbarn zum Wohlergehen beiträgt. Denn, sie können es nicht. Ganz einfach.

    • Hermann B.

      Grinse-Schlumpf steht in der Ecke und darf getrost heulen…..
      Schäuble, Strobl und Bouffier, als Steigbügelhalter der in Laschet verkörperten Mittelmässigkeit, sollten ihre Ämter aufgeben, da mit ihrem Segen das Malheur seinen Lauf nahm….
      Die abgewirtschaftete CDU ist noch nicht da, wo sie hingehört, nämlich in der Bedeutungslosigkeit.

      Und all dies ist gut!

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern