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Luxemburgs Außenminister Asselborn warnt vor neuen Grenzen „in den Köpfen“

Ein mit Atemschutzmaske ausgerüsteter Beamter der Bundespolizei hält eine Kelle ("Halt Polizei") an der Grenze zu den Niederlanden. Foto: Friso Gentsch/dpa

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat vor einer erneuten Schließung der Grenzen in der Grenzregion von Deutschland, Frankreich und Luxemburg gewarnt.

„Die Grenzschließungen in diesem Jahr haben bewirkt, dass die Grenze sich wieder in den Köpfen der Menschen, den Mentalitäten, etabliert hat“, sagte Asselborn der Deutschen Presse-Agentur in Luxemburg.

Deutschland hatte Mitte März wegen der Corona-Pandemie Grenzkontrollen vorübergehend wieder eingeführt und Übergänge für Menschen gesperrt, die die Grenze ohne „triftigen Grund“ passieren wollten.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn (l, hier mit DG-Ministerpräsident Oliver Paasch). Foto: Kabinett Paasch

„Nationale Dimensionen, die in den kommenden Jahren wieder mehr Gewicht bekommen könnten, erhöhen auch die Gefahr, dass ein solcher Mentalitätswandel permanent bleibt und das Vertrauen in die europäische Gemeinschaft permanent leidet.“

Asselborn nannte die Grenzschließungen «ganz klar eine Art von Kurzschlussreaktion». „Grenzschließungen sind im Fall einer Pandemie keine Lösung.“

Jeden Tag pendeln aus den drei Nachbarstaaten Belgien, Deutschland und Frankreich mehr als 200.000 Arbeitnehmer nach Luxemburg. Die besonderen Bedürfnisse der Grenzregionen seien „zu einer Art Kollateralschaden“ geworden. Die „Grenzdynamiken“ seien oft nur regional und nicht in den Hauptstädten bekannt, sagte Asselborn.

Luxemburg müsse daher „in den verschiedenen Hauptstädten auf seine Grenzdynamiken aufmerksam machen“. Inzwischen sei die Kooperation wieder besser geworden: Er hoffe, dass Europa „im Jahr 2021 und darüber hinaus gestärkt aus dieser Krise hervorkommt“. (dpa)

23 Antworten auf “Luxemburgs Außenminister Asselborn warnt vor neuen Grenzen „in den Köpfen“”

  1. Die Pandemie hat exemplarisch gezeigt, dass die EU nach dem Motto handelt „jeder für sich“
    Ab und zu knicken die deutschen ein, wie bei gemeinsamen Schulden, den Zahlungen für Griechenland und so weiter. Ansonsten macht jeder so wie es für ihn passt. An den Grenzen ist Schluss. Ach ja, ich habe das Roaming vergessen, toller Fortschritt.

  2. Herr Asselborn, jetzt übertreiben Sie aber ein bisschen. Alle Pendler dürfen problemlos rüber und die anderen bleiben ein paar Wochen mal in ihrem eigenem Land, wegen der Kontaktbeschränkungen. Unterstützen Sie nicht mit Ihrer populistischen Forderung die Corona-Leugner. Es ist schwierig genug, die Menschen von unnötigen Reisen abzuhalten.

  3. Erleuchtung Jean

    Covid-19 befällt nicht nur die Lunge, sondern der Covid-Furz befällt das Gehirn, meistens sitzt er dort quer und richtet dort Schäden an.
    Grad der Schädigung ist, wie man schon immer feststellen konnte, bei Menschen unterschiedlich.

    • Corona2019

      Luxemburg?

      Ach ja , das Steuer Paradies der umliegenden Länder, für Selbstständige Die aus ihrem Land geflüchtet sind .

      Mit dem Ziel, ihren eigenen Leute den Rücken zu drehen ,und mit Leuten der Billig Lohn Länder ihre Arbeit Dort fortzusetzen .
      Der Airport eignet sich ja auch bestens ,die Leute In Empfang zu nehmen .

      Europa predigen und in Wahrheit die umliegenden Länder in Milliarden Höhe schädigen .
      Das ist auch schon die Politik von Herrn Junker gewesen .

      Und in Brüssel schmunzelt man Achselzuckend über diesen Missstand , weil der Politiker von Heute nur noch der Knecht der Wirtschaft ist .

      Macht diese Grenze von mir aus zu , am Besten für immer , dann geht es den umliegenden Ländern wenigstens ein wenig besser .

      • Schon etwas unqualifiziert ihr Gestammel.

        Beantworten Sie mal die Frage, warum Selbständige aus ihrem Land geflüchtet (!) sind?
        Dann haben Sie sicher auch die Antwort auf das Rätsel, wo man in Luxemburg Billiglöhner findet?
        Sicherlich erklären Sie uns dann auch, wie die Grenzschliessung zu mehr Wohlstand in der DG führt?

  4. Guido Scholzen

    Wie verhindert man Grenzschließungen innerhalb der EU?
    Man macht erst gar keine!
    Die hatten im März-April keinen Sinn, und jetzt ist es ebenso, weil sie keine Quarantäne-Funktion haben können, wenn das Virus überall ist.
    Ausserdem gibt es ja nun die Impfung. So what?

  5. Wenn ich mich recht erinnere hat sein Chef (der Xavier B.) auch die Grenze geschlossen. Sein Chef rief die Pendler und Shopping-Touristen dazu auf „mit dem Arsch zu Hause zu bleiben“. Hoffentlich hat der Xavier dem Jean zugehört.

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