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Grenz-Echo stellt Zeitungsdruck in Eupen ein – Druckaufträge werden ausgegliedert

Das Verlagsgebäude des Grenz-Echo am Eupener Marktplatz. Foto: OD

Das Grenz-Echo wird nicht mehr durch das Grenz-Echo selbst gedruckt. Die Aufträge für die Tageszeitung und andere Printprodukte, die bisher an der Vervierser Straße in Eupen hergestellt wurden, sollen künftig an Partner-Druckereien vergeben werden.

Dies gab der Verlag am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt. Die Mitarbeiter des Grenz-Echo seien bereits offiziell über die Absicht unterrichtet worden, hieß es.

Das Drucken als solches werde nicht mehr im Mittelpunkt der Verlagstätigkeiten stehen, sondern immer mehr ausgegliedert, ist in der Pressemitteilung zu lesen: „Kleine und mittlere Verlage mit eigener Rotationsabteilung können bei der Entwicklung des Druckgeschäfts nicht mehr mithalten: Sie erreichen nicht die notwendigen Auslastungen, können die technischen Standards nicht mehr garantieren und stehen so unter enormem Kosten- und Konkurrenzdruck. Somit entsteht im Allgemeinen eine bedrohliche Überkapazität im Zeitungsdruck.“

Ein unerbittlicher Preiswettbewerb

Von einem unerbittlichen Preiswettbewerb ist die Rede. „Und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken“, so Olivier Verdin, Geschäftsführender Direktor des Grenz-Echo.

Blick auf den oberen Teil der Grenz-Echo-Titelseite von Mittwoch, 25. März.

Blick auf die Grenz-Echo-Titelseite von Mittwoch, 25. März.

Der Verwaltungsrat sowie die Direktion des Grenz-Echo seien gewillt, Vorsorge zu treffen, „bevor die Grenz-Echo AG in eine Zwangslage gerät, die das zurzeit auf gesunden Füßen stehende Unternehmen gefährden würde“. Aus diesem Grund werde beabsichtigt, den Druck der derzeitigen Produkte einzustellen.

Dieser Schritt bedeutet, dass sowohl die eigenen als auch die externen Druckerzeugnisse künftig von Partner-Druckereien gedruckt werden, unter anderem in der Rotationsdruckerei der Rossel-Gruppe in Nivelles. Rossel SA ist mit 50% Anteilen bei der Grenz-Echo AG beteiligt, somit liege es nahe, die gruppeninternen Synergien zu nutzen, hieß es.

Für Belegschaft passende Lösung suchen

Größte Herausforderung der Direktion ist es laut Pressemitteilung jetzt, dafür zu sorgen, dass für die Mitarbeiter der Druckerei eine passende Lösung gefunden werde. Falls die Schließungsabsicht umgesetzt werden sollte, werde über einen Sozialplan verhandelt. Die entsprechenden Gespräche mit dem betroffenen Personal, den Arbeitnehmervertretern und den Druckereien sollen in den nächsten Tagen und Wochen geführt werden. Laut BRF sind 14 Personen unmittelbar von der Schließung betroffen.

Schließlich stellte der Verlag klar, dass die beabsichtigte Einstellung der Druckaktivitäten an der Vervierser Straße, die im Laufe des Jahres erfolgen könnte, keinen Einfluss auf die Verteilung der Zeitungen an die Abonnenten habe.

34 Antworten auf “Grenz-Echo stellt Zeitungsdruck in Eupen ein – Druckaufträge werden ausgegliedert”

  1. Regionale Tageszeitungen haben keine Zukunft mehr. Internet und soziale Netzwerke übernehmen deren gesellschaftliche Rolle. Und es macht keinen Sinn, im Internet zu schreiben dass man das bedauert, denn als Internetnutzer hat jeder mit an dem Ast gesägt worauf das Grenz Echo saß…

  2. ist doch so!

    was ist mit den Subventionen, die das grenz-echo jahrzehntelang erhalten hat, um sich damit auch eine 2mal durch „pleiten, Pech und pannen“ privatdruckerei aufzubauen? müssen die zurückgezahlt werden, oder verfährt man auch hier nach dem Motto: weg ist weg? welche Parteien (Politiker) werden hiermit in die Verantwortung genommen? aus dem bericht geht hervor, dass die aufträge demnächst in der wallonie getätigt werden, aus welchem grund, haben wir doch in der dg genügend Druckereien, die diese arbeiten ebenso bewerkstelligen können. oder sind diese Druckereien total ausgelastet, dass sie keine weiteren aufträge annehmen können? ist doch schon sehr verwunderlich!!!

    • @ ist doch so!

      da stellen Sie gute Fragen,ist doch so!
      Die Politik bezuschusst solche Medien wohl nicht ohne Hintergedanken.
      Immer ein zwei schneidiges Schwert.
      Wenn man da bedenkt das der Selbstständige Drucker kein Zuschuss bekommt,ja dann!?
      Sehen Sie allein schon die Dotation an den BRF.Sehr vieles an Steuergelder.

  3. Schade wieder 14 Personen die auf der Straße stehen. Aber da wird mal wieder gespart. Die Leute stehen Nacht für Nacht an den Maschinen damit der Bürger am morgen seine Zeitung hat. Vielleicht sollte man sich mal die Frage stellen ob nicht auch der ein oder andere Redakteur ausgelagert werden sollte.

  4. ich hab da noch was!

    wo bleibt da die Reaktion der Politiker der dg? sind die etwa auch Mitglied des verwaltungsrates der rossell-gruppe? und die Herausgeber des grenz-echo, erhalten die weiterhin ihre gehälter? die dg befindet sich doch in der Provinz lüttich oder liege ich da falsch? die rossell-gruppe erhält somit einen neuen kunden und die bürger der dg sollen diesen klüngel wohl noch finanzieren. das entlassene personal wird darüber sehr erfreut sein. wie reagiert die Gewerkschaft darauf?

    • Gudrun Geisler

      @ich hab da noch was!: Ihr Kommentar bringt es an den Tag: Schmieren und geschmiert werden, lautet inzwischen selbst in der DG das Motto. Die Gelackmeierten sind natürlich die, die die Bonzen reich machen, in diesem Fall reich gemacht haben: Das entlassene oder noch zu entlassende Personal.

      KL……g und Th……..n: ein Kotzbrockenverein.

  5. Ein Grund, dass GE abzubestellen, wenn die noch nicht mal de Arbeitsplätze in Eupen sichern.

    Es ist sowieso nur noch ein kleiner Teil selbst gemacht.
    Ein Großteil der Artikel sind DPA-Artikel.

  6. Kan niet verstan?

    @amf
    Das stimmt,amf.Ein ganz grosser Teil des GE ist angekauft.Auf Seite 2 stehen dann all die Namen der Redakteure.Sind deren über 15.Da versteht keiner warum soviel eingekauft wird.Ich lese es auch nicht mehr lange,denn im PC liest man die News schneller und eben so gut.Es ist schade eigentlich,aber die Zeiten haben sich geändert.

    • Fragezeichen

      So isses leider. Wenn alles in Eupen geschrieben würde, würde das GE 20,- Euro pro Stück kosten, es sei denn jede zweite Seite wäre voll mit Werbung.

      Leider wandelt sich die Welt. Für mich sind auch nur noch die Lokalredaktionthemen im GE von Interesse. Den Rest liest man schon 2 Tage vorher online.

      • Gudrun Geisler

        @Fragezeichen: „Für mich sind auch nur noch die Lokalredaktionthemen im GE von Interesse.“….

        Habe dafür volles Verständnis. Aaaaaaber, was glauben Sie denn, wer den „Inhalt“ dieser Themen vorgibt? Oder sind Sie etwa der Überzeugung, dass z.B. die „Reportage“ bezüglich Renogen (Kaiserbaracke) der Feder des Berichterstatters entsprungen ist? Auch wird ansonsten ziemlich alles zurecht gebogen, wie es „unseren“ Putin-Verschnittpolitikern gerade so mal in den Kram passt.

        Die DG-Witzfiguren-Politiker üben noch. Hoffentlich rutschen sie auf ihrem Schleim aus.

    • @Kan niet verstan?: 15 festangestellte Redakteure für eine Zeitung ist nicht viel. Was viele nicht berücksichtigen ist, dass die Zeitung sechs Mal die Woche erscheint. Der Sonntag ist ein ganz normaler Arbeitstag. Urlaub macht eine Zeitung nie. Das Personal muss aber Urlaub machen, ist auch schon mal krankgeschrieben oder befindet sich in Schwangerschaftsurlaub u.s.w. Rechnet man das alles herunter, bleiben noch höchstens 8 oder 9 Redakteure pro Tag, die für den Inhalt der Zeitung und die vielen Beilagen sorgen müssen.

      Kritisieren ist einfach, selber machen schwer.

        • @freie MItarbeiter: Bla, bla, bla, Sie erzählen wirres Zeug. In der gestrigen Freitagsausgabe waren 27 Artikel von festangestellten Redakteuren verfasst. Hinzu kommen die, die die Redakteure nicht mit ihren Namen kennzeichnen. Können Sie ruhig nachzählen. DPA und SID-Artikel waren rund 10 drin. Texte von freien Mitarbeitern waren 2 oder 3 drin.

          Zuerst nachdenken, dann schreiben.

      • Kan niet verstan?

        @Logisch

        Aber beim GE sind die über 15 aber wohl zuviel,man muss sie nur an den Texten und an die Reportagen messen.Manchmal freut man sich auf eine dicke Zeitung,und da hat man dann die Hälfte Saturn in der Hand,mit durchnummerierten Seiten dabei.
        Zu den über 15 muss man auch noch die beiden Dauerschreiber der Nachtnotizen und den Hubert vom Venn dazu zählen,beide werden übrigens von fast keinem gelesen plus das Kinder Echo,dann ist es schon zu wenig was da rüber kommt.
        Seien Sie mal ehrlich.

  7. gerechtigkeit

    ein wahres Sprichwort sagt: „der Krug geht so lange zum brunnen, bis er bricht“. schade für das personal, aber die verantwortlichen mussten schon längs vorsichtsmassnahmen getroffen haben. hoffentlich werden die für ihre Handlungsweise zur Rechenschaft gezogen. Gerechtigkeit siegt!!!

  8. Peter Schins

    Zwei Fragen und meine Antworten dazu.
    Gibt es in Ostbelgien Rotationsdruckereien, die Zeitungen herstellen können? Nein
    Erhielt das GE DG-Zuschüsse für seine Druckerei? Nein, die Pressebeihilfe ist an die Aufrechterhaltung einer eigenen Redaktion und an die Herausgabe einer Zeitung gebunden.
    Widerspruch?

  9. gerechtigkeit

    @ Peter schins, in der Provinz lüttich gibt es mehrere rotationsdruckereien! Sie geben ja selbst zu, was pressebeihilfen betrifft. niemand spricht von dg Beihilfen, wohl von Subventionen aus Steuergeldern, die ihnen scheinbar noch nicht bekannt sind.

  10. Die Druckerei ist wirtschaftlich so wenig überlebensfähig wie es die Eupener Brauerei war. Das ist ein wirtschaftlicher Konzentrationsprozess wie er in vielen Industriebranchen abläuft. Die Zeit der lokalen Zeitungen, die in jedem Haushalt gelesen wurde, ist vorbei. Das mag man bedauern, ändert aber nichts an den Tatsachen…

    • @Dax

      Es ist hiermit wie mit vielem,aber trotzdem ein wirtschaftlich völlig normaler Vorgang.Wenn ein Unternehmen sich nicht mehr trägt muss es Konsequenzen tragen.Entweder abspecken,oder schliessen,auch wenn es schmerzt.
      In der Politik ist es das Gegenteil.Deren Apparat wächst und wächst,da haben die es besser,denn die leben vom Steuergeld.Selbst Erfindungen von ihnen,wie der BRF oder das Triangel usw werden im Nachhinein noch künstlich am Leben gehalten,obschon sehr teuer.

  11. verlängerung

    die rossel-gruppe ist frankreichorientiert. was ist denn eigentlich mit der euregio? die wird doch immer im grenz-echo so hervorgehoben. es wäre doch sicherlich, wenn man die Zeitung auslagert, günstiger, diese im aachener Zeitungsverlag oder bei weiis-druck in simmerath herstellen zu lassen, schon alleine der Anfahrtswege her, als in nivelles. aber da spielt bestimmt wiedereinmal die Politik eine entscheidene rolle, werbeeinnahmen aus Deutschland, ja gerne, aber grenzüberschreitend mit den deutschen zusammenarbeiten, dass gefälligst nicht.

  12. @ verlängerung

    Da das Grenzecho zu einem, nicht unerheblichen Teil, der rossel-gruppe gehört ist es nur logisch das die neben ihren Gewinnanteilen auch durch Druckaufträge partizipieren. Hinzu kommt das interne Verrechnung nicht nachprüfbar ist. Ausschreibung ist wegen des „Synergie Effektes“ weder erwünscht noch gefordert. Solange niemand wegen des offensichtlichen Verstosses gegen EU Ausschreibungsrichtlinien klagt wird da auch nix passieren.

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