Gesellschaft

Sexismus-Debatte: Galerie in Manchester entfernt Gemälde und erntet Kritik

Das Gemälde "Hylas und die Nymphen" (1896) von John William Waterhouse steht im Lager der Manchester Art Gallery. Die Kunstgalerie hat dieses Gemälde aus dem 19. Jahrhundert wegen der Darstellung von Frauen darin aus ihrer Ausstellung entfernt - und damit viel Entrüstung ausgelöst. Foto: Britta Schultejans/dpa

Eine Kunstgalerie in Manchester hat ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert wegen der Darstellung von Frauen darin aus ihrer Ausstellung entfernt – und damit viel Entrüstung ausgelöst.

„Hylas and the Nymphs“ (1896) von dem englischen Maler John William Waterhouse zeigt eine Szene aus der antiken Mythologie, in der ein junger Mann von mehreren nackten Nymphen in einen Teich in den Tod gelockt wird.

Kuratorin Clare Gannaway von der Manchester Art Gallery will eigenen Aussagen zufolge damit eine Debatte auslösen, wie solche Bilder in der heutigen Zeit gezeigt werden sollten. Zensur-Vorwürfe wies sie in einer Pressemitteilung am Donnerstag zurück.

Ein Besucher befestigt ein Zettelchen mit einem Kommentar an der Stelle, an der das Gemälde „Hylas und die Nymphen“ (1896) von John William Waterhouse in der Manchester Art Gallery ausgestellt war. Foto: Britta Schultejans/dpa

„Diese Galerie präsentiert den weiblichen Körper als entweder ‚passiv-dekorativ‘ oder ‚femme fatale‘. Lasst uns diese viktorianische Fantasie herausfordern“, teilte sie mit. Das Abhängen sei Teil einer eigenständigen Kunst-Performance in der vergangenen Woche gewesen und teilweise von den derzeitigen Debatten über Sexismus, wie unter dem Schlagwort #MeToo, inspiriert gewesen.

An der Stelle, an der das Gemälde hing, sollen Museumsbesucher jetzt ihre Diskussionsbeiträge auf kleinen Zetteln an die Wand pinnen. Auch im Internet kann man sich zu der Aktion äußern.

Die überwiegende Mehrzahl der Kommentare auf der Museums-Webseite waren kritisch. „Ich habe Angst, dass wir anfangen, nur noch das zu zeigen, was akzeptabel ist“, schrieb ein Besucher. „Diese Gemälde stellen lang aus der Mode gekommene Sichtweisen dar, aber man hätte gedacht, dass das für den heutigen Betrachter ziemlich offensichtlich ist“, schrieb ein anderer. (dpa)

  1. Oh mein Gott.
    Wo führt das noch hin?
    Bald werden die Männer zu den Sklaven der Frauen und nichts ist mehr erlaubt.
    Arme „zivilisierte“ Welt!
    Es ist ja schon soweit, dass zur Zeugung von Kindern die Kliniken zuständig werden und dann wird man sich irgendwann wundern, warum Männer ausrasten und sich nicht mehr unter Kontrolle haben.

  2. „Das Abhängen sei Teil einer eigenständigen Kunst-Performance in der vergangenen Woche gewesen und teilweise von den derzeitigen Debatten über Sexismus, wie unter dem Schlagwort #MeToo, inspiriert gewesen.“

    Ob als „eigenständige Kunst-Performance“ beschönigt oder, wie früher und auch jetzt noch manchmal, aus Gründen der „Moral“, es ist alles schon mal dagewesen:

    https://www.welt.de/geschichte/article139547799/Mit-Michelangelo-begann-die-Pornografie-Debatte.html

    Übrigens: die Skulptur einer Nackten, die auf dem zweiten Foto zu sehen ist, gehört dann auch entfernt!

    • @ Zaungast

      Jahrhunderte lang geisterte die Legende durch die Welt irgendein Papst habe die Statuen im katholischen Rom „kastriert“ indem er die Penisse abschlagen liess und sie in einem geheimen Kabinett lagert.
      Ernst Jünger und Dan Brown haben diese Legende in ihren Werken aufgegriffen und weiterverbreitet. Auf einigen Seiten im Internet wird Papst Pius IV genannt, eine Seite geht sogar soweit Kardinal Meisner der geistigen Urheberschaft zu bezichtigen. Wieder ein Beispiel dafür das es Menschen gibt die Unsinn, wenn er nur oft genug wiederholt wird für bare Münze nehmen.

  3. Seltsame Welt in der wir leben. Das Internet ist voll von frei zugänglicher Pornographie und harmlose Bilder von nackten Menschen in den Museen werden abgehangen! Wie bekloppt sind wir eigentlich…..

    • Mischutka

      @ Dax :
      Hallo, stimmt genau (meiner Meinung nach). Man konnte noch vor ein paar Wochen in einer (seriösen) deutschen Zeitung lesen, daß in England täglich ein paar 100 (!!!) Pornofilme für das Internet produziert werden (für Kinder natürlich frei zugänglich) und dann werden harmlose Bilder abgehangen. Wahrscheinlich von Personen, die auf ihren privaten PC die meisten „Privat-Sexfilme“ veröffentlichen und in den Künstlerwerken eine „Konkurrenz“ sehen….. Echt bekloppt (wie du schreibst).

  4. Wir sind wohl inzwischen soweit, dass sich zwar wer immer das mag am ausgewiesenen Strand oder in der Sauna in voller Pracht live zeigen kann, doch in der ach so freien Kunst walten wieder die Moralapostel.

    In Anlehnung an einen iranischen Ausdruck könnte man solche Leute Revolutionswächter nennen, die für sich in Anspruch nehmen, das völlig überzogene und nicht zu Ende gedachte „Wertesystem“ zeitgenössischen Mainstream-Frauenrechtlertums verteidigen zu müssen. In Wirklichkeit machen sie die Errungenschaften der End-60er eine nach der anderen wieder zunichte.

    Und noch schlimmer: Die erzwungene Rücksichtnahme auf alle möglichen Gruppen und „Identitäten“ spaltet die Gesellschaft anstatt uns das Gefühl zu geben, in einem Boot zu sitzen und eine Samenleving vollständig gleichberechtigter Bürger zu bilden. Und sie entmündigt uns alle – die, auf die angeblich stets besondere Rücksicht zu nehmen sei sowie die, die standardisiert Rücksicht zu nehmen hätten. So soll ein vorgegebenes Denk- und Handlungsmuster die Freiheit der Gedanken und des (auch künstlerischen) Ausdrucks ersetzen.

    • Sind Sie nicht eine davon?

      Sind Sie nicht eine davon? Sie sind doch die Allererste, mit EdiG und diesem zaungast, die den Islam hier willkommen heißen. Und jetzt wundern Sie sich. Auw Hur‘, eh…

      • @ Lionne

        Wenn ich die Kuratorin des Museums richtig verstanden habe wurde das Gemälde abgehängt um genau die Denbatte anzustossen die wir jetzt haben.
        Es zeigt sich immer mehr wie bescheuert und kontraproduktiv die „Sexismusdebatte“ inzwischen geworden ist. Vor lauter Zeichen die gesetzt wurden sehen wir nicht mehr um was es tatsächlich ging. Vor 30 Jahren prostituierten sich junge Damen um Karriere zu machen, jetzt, wo es mit der Karriere doch nicht so geklappt hat schreien sie Vergewaltigung.
        Militante Feministinnen springen darauf an und treten eine Debatte los die den Feminismus um Jahre zurückwerfen wird.

        @ Sind Sie nicht eine davon?

        Ziemlich schäbiger Versuch jetzt auch noch Ihren dämlichen Rassismus in die Debattte zu werfen. Die Männer um die es hier geht sind nicht die „Halbstarken“ von der Domplatte sondern alte Männer, Filmproduzenten und Regisseure, die ihre Finger (und noch etwas mehr) nicht bei sich behalten konnten.

      • Wenn ich der Meinung bin, dass man in Not geratene Flüchtlinge nicht noch weiter in die Flucht treiben sollte, bedeutet das doch nicht, dass ich „den“ Islam (der noch weniger einheitlich ist als das Christentum) in besonderer Weise willkommen heißen würde. Solange sie sich an unsere Gesetze halten, ist mir die Religion der Geflüchteten egal, ich habe keine Angst vor einer „Islamisierung des Abendlands“, eher vor seiner Entchristianisierung.

        P.S.: Ich stehe derzeit unter dem starken Eindruck des Buchs Erwachsenensprache: Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur des Österreichers Robert Pfaller, den ich in der Radiosendung Korrekturbedürftig? – unsere Alltagssprache von Jürgen Wiebickes WDR 5 Das philosophische Radio kennen und schätzen gelernt habe.

  5. manchester… EMIRATES? Ha ha ha… Nicht nur Londonistan, sondern Manchesteristan und Englandistan. Nach Schweden ist jetzt Queenscountry gefallen. Wer als nächstes? Ich tippe auf Deutschlandistan. Akbar, genau!

  6. „Diese Galerie präsentiert den weiblichen Körper als entweder ‚passiv-dekorativ‘ oder ‚femme fatale‘. Lasst uns diese viktorianische Fantasie herausfordern“

    Und was ist mit diesem Gemälde, das eine dritte Möglichkeit zeigt, zwar „passiv“ aber sicher nicht „dekorativ“ und auch nicht als „femme fatale“, und Fantasie braucht man da auch keine.
    https://fr.wikipedia.org/wiki/L%27Origine_du_monde

    Seit 1995 erst hängt es im Musée d’Orsay.

    Abhängen zwecks Diskussion?

Hinterlasse eine Antwort

Desktop Version anfordern