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Freddy Derwahls Buch „Der nackte Gott“: Der Glaube kennt keine Kleider

Buchautor Freddy Derwahl (rechts) im Gespräch mit OD-Mitarbeiter Edgar Hungs.

Etappen aus einer seiner schwierigsten Lebensphasen hat der Eupener Schriftsteller Freddy Derwahl in einem neuen Werk veröffentlicht: „Der nackte Gott“.

Nach einer überstandenen schweren Krankheit und Todesnähe unternimmt Derwahl in regelmäßigen Abständen Spaziergänge in den Wiesen im Eupener Ortsteil Stockem, sucht Ruhe und Abstand auf Bänken und Pfaden.

Das Cover von „Der nackte Gott“ von Freddy Derwahl.

Im Wunsch nach „Gesund werden“ begegnet er dem Markus-Evangelium. Weder zwingend, noch aufdringlich. Derwahl nimmt diese Begegnung an, lässt sich in diesen Wochen und Monaten durch die Botschaft des Evangeliums inspirieren.

Keine exegetischen Erklärungen und theologische Auslegungen umfassen seine Tage- und Nachtbücher über das älteste und kürzeste der vier Evangelien. Es ist seine eigene persönliche Interpretation jenseits aller klassischen Jesusbilder, inmitten seiner unmittelbaren Umgebung von Haus und Wiesen.

„Der nackte Gott“ lässt den Leser durch die Augen des Schriftstellers einen anderen Blick auf den Jesus von Nazareth und seine Botschaft werfen. Einen Blick, gekennzeichnet durch die Krankheitserfahrungen und dem sehnsüchtigen Willen nach Leben und Weiterleben.

Die kleine „Kapelle der Sieben Schmerzen“ oberhalb von Membach wird zum spirituellen Ort. Seine „Rundwege“ sind kein Leidensweg, kein Kreuzweg. Sie sind Entdeckungen bis zu den entschiedensten Dingen des Lebens.

Notizen aus schwierigen Zeiten

Da schafft der Autor Verbindungen zum aktuellen Zeitgeschehen, spürt die Veränderungen auf und versucht, sie in Bildern, Ereignissen und Textstellen zu veranschaulichen, zu reflektieren und zu hinterfragen. Es sind feine, exakt datierte, ganz persönliche Tagebuchnotizen aus schwierigen Zeiten, Tag- und Nachtnotizen, losgelöst von den Regeln, die die Natur schreibt.

In seiner autobiografischen Reflexion auf die eigenen Erfahrungen und die Neuentdeckung des Glaubens dringt Freddy Derwahl bis zum wesentlichen seines Lebens vor.

Freddy Derwahl (hier bei einer Lesung im Rahmen der Veranstaltung „SEITENstraße – Lesen hinterm Tresen“ Ende September 2016 in Eupen). Foto: Gerd Comouth

Er selber sieht dies als einen Versuch über die Nacktheit Gottes. Er streicht alles, was seinen Blick auf den Gekreuzigten verschleiert, befreit ihn von allen Umschreibungen. Der Glaube trägt keine Kleider.

„Der nackte Gott“ ist kein Roman, sondern ein subjektives Suchen nach Antworten – nicht allein nur in der Bibel, sondern auch in der sakralen Kunst und Literatur, manchmal philosophisch, oft menschlich.

Der Leser muss sich auf seinen „Rundweg“ einlassen, ihn mitgehen und erfahren. Christus erscheint nicht als ein historischer Zeuge der Vergangenheit, sondern als Weltveränderer der Gegenwart. Ihn müssen wir immer neu entdecken.

Freddy Derwahl sagt selbst: „Im Anschluss an meine Todesnähe betrachtete ich in unseren blühenden Wiesen, jenseits der klassischen Jesus-Bilder, das Markus-Evangelium mit einem anderen Blick: süchtig, sehnsüchtig. Auge in Auge mit dem Eigentlichen.“

Das Buch ist im Verlag Neue Stadt erschienen und im hiesigen Buchhandel oder auch über Amazon (Preis: 14,95 Euro) erhältlich. EDGAR HUNGS

Eine Antwort auf “Freddy Derwahls Buch „Der nackte Gott“: Der Glaube kennt keine Kleider”

  1. Michelski

    Kann Herr Derwahl dies gesundheitlich verkraften ?
    Was sagt der BRF dazu????
    Ein Kasperlethea….
    Wenn ich als Arbeitnehmer…. nicht mehr kann, und dies laut……und Einsprüche einleite… ?
    Kassiere eine tolle Rente, und nun bin ich wieder fit…..
    Was sagen unsere Journalisten dazu ?
    Und unsere Steuerzahler???
    Ich kaufe das Buch nicht ….
    Was sagt denn die Niermann-Stiftung dazu???

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